Standortstrategien deutscher Unternehmen I
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS I
1. Einleitung. 3
1.1. Problemstellung 3
1.2. Ziel und Gang der Arbeit 3
2. Begriffsdefinitionen 2
2.1. Der Standort. 2
2.2. Standortstrategie 3
2.3. Standortstrategie 3
2.4. Standortfaktor 3
3. Ableitung der Standortstrategien aus der Unternehmensstrategie 4
3.1. Erfolgskritische Standortfaktoren 4
3.1.1. Entstehung der Standortfaktorenehre. 4
3.1.2. Weiterentwicklungen der Standortfaktorentheorie 6
3.2. Feinsteuerung der Standortstrategien. 7
3.3. Internationale Standortstrategien 7
3.3.1. Marktorientierte Standortstrategien 9
3.3.1.1. Globalstrategie 9
3.3.1.1.1. Einfache Globalstrategie. 9
3.3.1.1.2. Globale Rationalisierung 10
3.3.1.2. Multinationale Strategie. 10
3.3.1.2.1. Ethnozentrische Strategie 11
3.3.1.2.2. Blockiert globale Strategie. 11
3.4. Kostenorientierte Standortstrategien. 11
4. Deutsche Unternehmen im Fokus der Internationalisierung 12
4.1. Standortbedingungen in Deutschland 12
4.2. Anwendung internationaler Standortstrategien 13
4.2.1. Beweggründe einer Internationalisierung. 14
4.2.2. Länderauswahl und Wettbewerbsstrategie 14
4.3. Auswirkungen auf den Standort Deutschland 15
5. Zusammenfassung 17
LITERATURVERZEICHNIS II
Standortstrategien deutscher Unternehmen S. 1
1.Einleitung
1.1. Problemstellung
Betrachtet man die Strategien von deutschen Unternehmen, insbesondere im Fokus fortschreitender Internationalisierung und dem damit verbundenen enorm gestiegenem Wettbewerbs- und Effizienzdruck, so werden Standortstrategien zu einem immer bedeutenderem Bestandteil einer in sich stimmigen Gesamtstrategie. In den letzten Jahren gewannen in erster Linie internationale Standortstrategien an Gewicht, um mögliche Kostensenkungspotentiale zu realisieren und neue Absatzmärkte erschließen zu können. Daher stellt sich die Frage, welche Alternativen besitzt eine Unternehmung im Hinblick der Internationalisierung von Strategie und Standort. Gerade in den hoch entwickelten Ländern stehen lokale Standortbedingungen den sehr hohen Standortanforderungen der Betriebe gegenüber, welche im Zuge der Globalisierung einhergehend mit geöffneten Kapital- und Absatzmärkten eine Vielzahl an potentiellen Standorten ihr Eigen nennen können. Da sich insbesondere in Deutschland die Standortdiskussion, gerade durch Rationalisierungen, insbesondere im Personalwesen, schon weit bis in die 90er Jahre zurück verfolgen lässt gilt ein Hauptaugenmerk den Möglichkeiten einer globalen Geschäftstätigkeit für deutsche Unternehmen und welche Auswirkungen diese den Strukturwandel vehement vorantreibenden Aktivitäten für den Binnenmarkt, sowie dessen internationale Wettbewerbsfähigkeit implizieren.
1.2. Ziel und Gang der Arbeit
Aufgezeigt werden im Rahmen dieser Arbeit Arten internationaler Standortstrategien und welche Bedeutung ihnen von deutschen Unternehmen beigemessen wird, beziehungsweise wie sich diese auf die innerdeutsche Wirtschaft auswirken. Es sollen zunächst die relevanten Entscheidungsgrundlagen für eine Standortwahl herausgearbeitet werden, abgeleitet von der Strategie des Unternehmens, bevor die einzelnen Standortstrategien und deren Systematisierungen in der Theorie näher betrachtet werden. Nachfolgend werden die Standortbedingungen am Standort Deutschland dargestellt, anhand derer eine Analyse der Internationalisierungsstrategien heimischer Unternehmungen erfolgt, bevor explizit auf deren Auswirkungen im Inland eingegangen wird.
Standortstrategien deutscher Unternehmen S. 2
2. Begriffsdefinitionen
2.1. Der Standort
Als Standort bezeichnet man allgemein „den geographischen Ort betrieblicher Leistungserstellung“ 1 , welche sämtliche Funktionsbereiche einer Unternehmung umfasst. Diese wiederum bestehen aus Forschung- und Entwicklung, Produktion, dem Vertrieb oder dem finanzwirtschaftlichen Bereich 2 . Um als Standort zu gelten, müssen an einem geographischen Ort jedoch nicht alle Unternehmensfunktionen ausgeführt werden. Es genügt, wenn an einem Standort eine einzige Funktion lokalisiert ist, beispielsweise Vertriebsstandorte oder Produktionsstandorte 3 und diese Funktionen hauptsächlich von diesem Teil der Erdoberfläche ausgeführt werden 4 . Eine noch exaktere Umschreibung publiziert Hansmann, der im Standort „den geographischen Ort sieht, an dem der Industriebetrieb Güter erstellt oder verwertet“ 5 . Die Unerlässlichkeit der Bestimmung dieser stationären Einflussgrößen wird im Zusammen-hang mit dem Begriff Standort ebenfalls deutlich, denn als Platz gewerblicher Niederlassung ist er abhängig von Standortfaktoren, die Kosten und erzielbare Umsätze bestimmen 6 .Um den gewinnmaximalen Standort, der optimale Kostenstruktur und Absatzpreise ermöglicht, zu finden, sollte nach einem rationalen Standort gesucht werden, der ohne Einwirkung von Emotion und Tradition ermittelt wird 7 .
2.2 Standortstrategie
Die Wahl eines optimalen Standorts muss in die Strategie eines Unternehmens eingebettet werden. Ursprünglich stammt der Ausdruck Strategie aus dem militärischen Bereich und bezieht sich auf das griechische „Strategos“, im byzantinischen Reich der Führer eines Heeres. Übersetzen kann man diesen ehrfürchtigen Titel im weitesten Sinne mit der „Kunst der Kriegsführung“ 8 . Bedeutend für die Wirtschaftswissenschaften wurde dieser Begriff durch die ökonomische Spieltheorie, in der man die Strategie in Analogie zur altgriechischen
1 Behrens, zitiert in Goette (Standortpolitik 1993), S.34.
2 Vgl. Gutenberg, zitiert in Goette (Standortpolitik 1993), S.34
3 Vgl. Lüder/Küpper, zitiert in Goette (Standortpolitik 1993), S.34.
4 Vgl. Herbertz (Standortentscheidungsprozesse 2002), S. 30.
5 Vgl. Hansmann (Industrielles Management 2001), S. 103.
6 Vgl. Müller u.a. (Standortstrategie 1997), S.4.
7 Vgl. Behrens (Standortbestimmungslehre 1961), S. 46 und S.78.
8 Vgl. o.V. (Fact-Index 2004).
Standortstrategien deutscher Unternehmen S. 3
Kriegsführung als eine Aneinanderreihung von Spielzügen bezeichnet. Im Unternehmen stellt sie somit einen hochaggregierten, langfristig ausgelegten Unternehmensgesamtplan dar, der, im Bereich externer und interner Möglichkeiten, einen Handlungsrahmen vorgibt, um sämtliche Ziele einer Firma bestmöglichst realisieren zu können. Die Zielsetzungen einer Unternehmung ergeben sich aus den Ansprüchen verschiedener Interessensgruppen, den so genannten Stakeholdern. Diese bestehen z.B. aus Lieferanten, Kunden, Arbeitnehmern oder Eigenkapitalgebern. Letztere, im angelsächsischen als Shareholder bezeichnet, gelten mit ihren Ertragszielen als Hauptanspruchsgruppe. Daher impliziert eine stimmige Unternehmensstrategie auch eine entsprechende Standortstrategie. Diese geht aus den drei Grundbestandteilen der Standortpolitik hervor, welche sämtliche Überlegungen zur richtigen Standortwahl, Standortkorrektur oder Standortverlagerung umfasst, sowie das daraus resultierende Handeln vorgibt 9 . Die Standortstrategie, als eine Hauptkomponente der Standortpolitik beinhaltet strategische Vorgänge, durch welche einer bestehenden Standortstruktur eine langfristige, räumliche Veränderung zugefügt wird. 10 Diese Abänderung ist nur mittels genauester Analyse der Standortbedingungen und -faktoren sinnvoll zu realisieren.
2.4. Standortfaktor
Der Begriff Standortfaktor wird definiert als, ein „seiner Art nach scharf abgegrenzter Vorteil, der für eine wirtschaftliche Tätigkeit dann eintritt, wenn sie sie sich an einem bestimmten Ort vollzieht“ 11 . Eine optimale Standortentscheidung wird aber nur getroffen, wenn die Ausprägungen der relevanten Standortfaktoren verglichen mit allen anderen Alternativen einen maximalen Zielerreichungsgrad ermöglichen. Um diese wichtigen Faktoren herauszufiltern werden verschiedene Unterteilungen gemacht. So unterscheidet man je nach Geltungsumfang, räumlicher Wirkung oder Art ihrer Beschaffenheit. Diese Einteilung von Weber ist jedoch rein kostenorientiert. Eine umfassendere funktionsorientierte Gliederung wird von Behrens vorgenommen 12 . Er grenzt zum einen Gütereinsatz und Absatz voneinander ab. Auf der Einsatzseite spricht er von beschafften externen Gütern, sowie dem internem Gütereinsatz, im Sinne von Transformation. Die Absatzseite ist aufgesplittet in Absatzpotential und -kontakte 13 .
9 Vgl. Goette (Standortpolitik 1993), S. 42f.
10 Vgl. Herbertz (Standortentscheidungsprozesse 2002), S. 69.
11 Weber, zitiert in Goette (Standortpolitik 1993), S. 53.
12 Vgl. Heinen (Industriebetriebslehre 1991), S. 220-226.
13 Vgl. Behrens (Allgemeine Standortbestimmungslehre 1961), S. 49-81.
Standortstrategien deutscher Unternehmen S. 4
3. Ableitung der Standortstrategien aus der Unternehmensstrategie
Eine Voraussetzung für eine richtige Standortwahl, insbesondere für internationale Standortentscheidungen, ist die Wahl einer Internationalisierungsstratgie, auf welche die Standortpolitik eines Unternehmens abgestimmt ist. Im nationalen Bereich zählen in erster Linie die Standortfaktoren zu den Entscheidungshilfen, die global ein noch komplexeres Gebilde an Indikatoren für eine richtige Standortwahl darstellen. Im internationalen Kontext müssen beispielsweise kulturelle oder politische Differenzen mit in strategische Standortüberlegungen miteinbezogen werden. Daher wird im Folgenden zunächst auf die Entstehung und Weiterentwicklung in der Systematisierung und Beurteilung von Standortfaktoren eingegangen, bevor näher auf die Strategierelevanz der Standortentscheidung eingegangen werden soll.
3.1. Erfolgskritische Standortfaktoren
3.1.1.Entstehung der Standortfaktorenlehre
Das Grundmodell zur Notwendigkeit der Bestimmung von Standortfaktoren findet man bei Alfred Weber, der diese ausschließlich aus Kostengesichtspunkten beurteilt, wobei Transportkosten als wichtigster Faktor in die Bewertung eingehen. Er unterscheidet den Umfang ihrer Geltung nach in spezielle branchenspezifische und generelle allgemeingültige Faktoren. Ebenso grenzt er deren räumliche Wirkung voneinander ab, hinsichtlich Region, Agglomeration, das heißt den Ballungsraum begünstigend und Deglomeration. Aber auch natürlich-technische Faktoren, wie z.B. das Klima trennt Weber von gesellschaftlichkulturellen 14 . Kritiker sehen in dieser Pionierleistung jedoch einen geringen Realitätsgehalt. Behrens rügt die problematische Einteilung in generelle und spezielle Einflussgrößen, sowie eine Überschneidung der drei Einteilungskriterien.
Als Vertreter der empirisch-realistischen Standortbestimmungslehre bezieht er Rentabilität und Wirtschaftlichkeit mit in seine Theorie mit ein. Weiterhin unterscheidet er transportempfindliche Güter, die sich in transportzeit- und transportkostenempfindliche Produkte einteilen lassen. Seine Systematisierung (siehe Abb. 3-1) der Standortfaktoren beschreibt den Gütereinsatz bestehend aus Möglichkeiten der Beschaffung und innerbetrieblicher Transformation im Sinne der Leistungserstellung. Dabei obliegt jedem
14 Vgl. Heinen (Industriebetriebslehre 1991), S. 220.
Arbeit zitieren:
Michael Kirchner, 2005, Standortstrategien deutscher Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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