Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Biographischer Abriß und politische Hintergründe
III Inhalt der Schrift „Vom deutschen Nationalgeist“
IV Kurze Analyse der Schrift
V Schluß
Literaturnachweis
2
I Einleitung
Der Patriotismus, um den es sich im Folgenden handeln soll, ist von seiner Definition her eine „vaterländische Gesinnung“, die auf einem starken Zugehörigkeitsgefühl zur Heimat beruht und sich bis zur selbstlosen Hingabe an die staatliche Gemeinschaft steigern kann. Der Patriotismus äußert sich in dem Bemühen, die nationale Eigenart zu bewahren, sowie in der Achtung vor nationalen Symbolen. Dabei muß es aber jedem Einzelnen durch die Staatsverfassung gestattet sein, an den öffentlichen Angelegenheiten teil zu nehmen. Im Grunde reicht der Begriff schon bis in die Antike zurück (griech. patriotes, „Landsmann“). Doch durch die Besinnung auf nationale Traditionen und Werte, besonders auch im sprachlichen Bereich, welche sich im 16. Jahrhundert ausprägten, kam es zu ersten Gründungen patriotischer Gesellschaften.
Da Deutschland Mitte des 18. Jahrhunderts nicht als rekonstruierbares Gebilde mit definierbaren Grenzen und klaren Verfassungsgrundsätzen existierte, nahm die Diskussion darüber, was unter dem Modebegriff der Vaterlandsliebe zu verstehen sei, immer weiter zu. Der Vorreiter in Bezug auf die neu entfachte Besinnung war die Zeitschrift „Der Patriot“ von 1724, welcher viele Schriften mit den verschiedensten Denkansätzen über Patriotismus folgten. Unter ihnen die Schrift von Friedrich Carl Freiherr von Moser „Vom deutschen Nationalgeist“, um deren Inhalt und Hintergrund es sich im Folgenden handelt.
II Biographischer Abriß und politische Hintergründe
Friedrich Carl von Moser wurde am 18.12.1723 in Stuttgart geboren.
In den ersten drei Jahrzehnten seines Lebens stand er aufgrund der häufig wechselnden Orts-und Dienstverhältnisse seines Vaters meist im Schatten diesens. Während des Schulbesuchs im Kloster Bergen wurde Moser stark vom Pietismus beeinflusst. Seit circa 1740 studierte er in Jena Jurisprudenz und Anatomie. Dort erfuhr er jedoch ein vom Weltschmerz geprägtes Klima.
3
Staatsgeschäftstheorie- und Praxis lernte er schon vom Vater und war deshalb seit 1745 als Sekretär bei mehreren Grafen beschäftigt. So auch 1747 beim Landgraf von Hessen Homburg, wo er 1749 Hofrat wurde.
1751 schlug er eine Berufung an die Universität Göttingen aus. Es folgen zahlreiche Titel im Dienste von Städten und Höfen, so z.B. 1753 als darmstädtischer Hofrat, 1754 als Legationsrat und Vertreter Darmstadts, 1759 -63 als Substitut des darmstädtischen Gesandten und 1756 im Dienst des Landgrafen Ludwig VIII. 1 Dabei ist seine politische Gesinnung zunächst Friedrich II. zugewandt. Moser sah ihn als den „Erretter der Teutschen Freiheit“ und billigte seine Reichspolitik. Die schlesischen Kriege betrachtete er als Reichskriege und Kampf gegen die österreichisch katholische Versklavung. Doch diese Ansicht änderte sich bald. Sogar so weit, bis er meinte, dass Friedrich der Große nur an sich und sein Preußen denkt und aus Eigennutz und der Vervollkommnung der Macht handelte.
Somit begann die Abkehr von Preußen, bis zu einer politischen Ungebundenheit im Jahre 1760/61. Doch trotzdem empfand er noch etwas für das Genie in Friedrich II. und haßte Wien. Dies alles übertönte jedoch die Liebe zum Vaterland. 2
1763 wurde Moser zum hessen- kasselichen Rat berufen. 1764 versuchte Friedrich II. ihn in seinen Dienst zu stellen, doch er lehnte ab.
In den Jahren von 1764 bis1767 wirkte er als offizieller Kriegsgesandter. Eine seiner verschiedenen Gesandtschaftsreisen führte ihn 1765, nach dem Tod Franz I., nach Wien. Dort kam es zu einer ersten Annäherung zum Kaiser.
Joseph II. gewann ihn dafür, „künftig durch seine Schriftstellerei kaisertreue Stimmen im Reich zu erzeugen“ und auch um „in Frankfurt für Wien als Zuträger von Nachrichten zu dienen“. 3
Dabei erkannte Moser nicht, dass er ausgenutzt wurde, da er nur als Handwerkszeug der Wiener wirkte. Durch seine politische Leidenschaft war er blind geworden. Er zweifelte nun auch nicht mehr daran, ob Joseph II. stark genug ist, sich gegenüber den unpatriotischen Neigungen gewisser Hofkreise durchzusetzten. Es erwuchs eine absolute Begeisterung für Kaiser und Reich und die Kampfstimmung gegen Feinde des Hauses wurde blindwütig. Es entstand eine „abstoßend scharf antipreußische Tendenz“. 4
1 Duncker und Humbolt, Neue deutsche Biographie, Bd. 18, Berlin 1997
2 Hans- Heinrich Kaufmann, Friedrich Carl von Moser als Politiker und Publizist, Darmstadt 1931
3 Neue deutsche Biographie, Berlin 1997
4 Friedrich Carl von Moser als Politiker und Publizist, Darmstadt 1931
4
Arbeit zitieren:
Claudia Zimmermann, 2004, Patriotismus und deutsches Vaterland? Friedrich Carl von Moser: "Von dem deutschen Nationalgeist" (1765) , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Probleme und Perspektiven der Wunderdidaktik in der Grundschule
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Examensarbeit, 76 Seiten
Mahound, der Geschäftsmann. Das Mohammed-Bild in Salman Rushdies The S...
Orientalistik / Sinologie - Arabistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 39 Seiten
A Comparison between the Depiction of Religion in Milton's "P...
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Über Stefan Zweig: "Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Euro...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 22 Seiten
Tacitus "Germania" im deutschen und italienischen Humanismus
Zu den Veränderungen des Germa...
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Hausarbeit, 24 Seiten
Geschichtliche Wirklichkeit als erzählte Erinnerung - Der Untergang de...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Die Künstlerproblematik im Werk Thomas Manns am Beispiel der Novellen ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Dietrich Bonhoeffer und der gelebte Widerstand - mit besonderem Blick ...
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Luthers Bedeutung für die Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftspra...
Hausarbeit, 19 Seiten
Eine sprachgeschichtliche Analyse des Einflusses Martin Luthers und se...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 27 Seiten
Die Wundererzählung Heilung eines Gelähmten (Markus 2, 1-12) im Religi...
Theologie - Biblische Theologie
Seminararbeit, 22 Seiten
Multiculturalism and magic realism? Between fiction and reality
Magisterarbeit, 137 Seiten
Claudia Zimmermann's Text Patriotismus und deutsches Vaterland? Friedrich Carl von Moser: "Von dem deutschen Nationalgeist" (1765) ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Claudia Zimmermann hat den Text Patriotismus und deutsches Vaterland? Friedrich Carl von Moser: "Von dem deutschen Nationalgeist" (1765) veröffentlicht
Claudia Zimmermann hat einen neuen Text hochgeladen
"Objektiv Wirkliches" in Friedrich Carl von Savignys Rechtsdenken, Rec...
Wolfgang Paul Reutter
Fachwörterbuch Erd- und Astrowissenschaften Spanisch-Deutsch/Deutsch-S...
Diccionario Técnico de Ciencia...
Susana Frech, Stefan Frech
Financial Dictionary. Englisch - Deutsch/Deutsch - Englisch
Fachwörterbuch Finanzen, Banke...
Wilhelm Schäfer, Michael Schäfer
Langenscheidts Taschenwörterbuch. Altgriechisch-Deutsch / Deutsch-Altg...
Rund 50.000 Stichwörter
Langenscheidt Anwalt-Deutsch / Deutsch-Anwalt
Wir verstehen uns vor Gericht
Ralf Höcker, Bettina Kumpe
0 Kommentare