Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Körperlicher Fremdheit in der Gesellschaft 4
3 Körperkult 7
4 Aspekte und verschiedene Gesichter des Bodybuildings 9
4.1 Bodybuilding als Arbeit 9
4.2 Bodybuilding im Sport 10
4.3 Bodybuilding als Kunst 10
4.4 Bodybuilding und Anthropologische Sichtweisen 11
4.5 Strukturen im Bodybuilding 11
5 Der Körper als Gesellschaftszentrum 12
6 Diskussion und Zusammenfassung 14
7 Literaturverzeichnis 15
2
1 Einleitung
Der Körper ist heutzutage Gegenstand vieler Diskussionen und öffentlicher Kontroverse. So werden häufig Fragen, ob wir mit unserem Körper richtig umgehen versucht zu beantworten, aber es werden auch Themen wie der Prozess der Körperverdrängung behandelt, wie zum Beispiel eine Verdrängung durch Maschineneinsatz im Alltag. Ein weiteres Problem stellt der Verlust der Körpersprache dar, etwa durch elektronische Kommunikation, geht so die Sprache bzw. die Körpersprache verloren, wird sich dadurch „nichts mehr gemerkt“, geht der Memorierungseffekt verloren? Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Problem der Körperlichen Fremdheit, der moderne Mensch kann ohne körperliche Anwesenheit kommunizieren, es muss keine Interaktion mehr stattfinden, keine gemeinsame physische Anwesenheit. Der Körper tritt immer mehr in den Hintergrund, er muss nicht mehr zum Handeln eingesetzt werden, er wird nicht mehr gefordert durch Modernisierung. Welche Funktion erfüllt hierbei der Sport, dient er als funktionale Äquivalenz beispielsweise zur Schmerzempfindung durch Training als Beweis dass man noch „lebt“?
Diese Hausarbeit wird im Folgenden systematische Befunde kontrastieren und vergleichen und aus dem Sport das Beispiel des Bodybuildings im Zusammenhang mit körperlicher Fremdheit detailliert untersuchen.
3
2 Körperlicher Fremdheit in der Gesellschaft
Die Geschichte des europäischen Zivilisationsprozesses wird als eine Geschichte von zunehmender Körperdistanzierung verstanden. Es ist die Rede von einem „Schwinden der Sinne“, so Bette, das wirft die Frage nach dem Verbleib des Körpers auf. Im Folgenden soll ein differenzierteres Bild von Körper zur Gesellschaft untersucht werden.
Die Spezifizierung des Körpers als Sonderthema von Kommunikation beginnt im 18.\19. Jahrhundert, indem sowohl die Genese von Tanz, Sport, Spiel und Gymnastik stattfand, als auch die der neueren Körpermoden, diese Geschichte belegt, dass es keine reine Körperdistanzierung gewesen ist. Beobachtet man die jüngste Entwicklung wird sogar von einer „Wiederkehr des Körpers“ gesprochen. Bette (1992) führt weiter aus, dass der Bedeutungszuwachs des Körpers darauf zurückzuführen ist, dass das Idealbild der Gesellschaft im Zusammenhang mit Jugendlichkeit und dadurch auch eines jungen Körpers eine wesentliche Rolle spielt. Durch die Modernisierung ist es möglich geworden, dass Informationen hochverdichtet übermittelt werden können und zwar beschleunigt und in Abstraktion von langen Kommunikationsketten, die Informationen müssen also nicht mehr durch psychische Strukturen oder soziale Prozesse geschleust werden mit dem Ziel, das Zeit gespart wird. Somit kommt es aber auch zu einer Institutionalisierung von Indifferenz gegenüber dem Körper als Instanz von Kommunikation.
Ein weiterer Punkt hierbei bietet unter anderem das Wirtschaftssystem. Die Verselbstständigung des Geldmechanismus hat eine Unabhängigkeit des wirtschaftlichen Handelns von Person und Körper zur Folge. Explizit ausgedrückt bedeutet dies, da wo Märkte entstehen treten Menschen als Individuen in den Hintergrund, der Körper wird als Bezugspunkt irrelevant.
Die staatliche Zentralisierung der Macht, um ein weiteres Beispiel auszuführen, nahm dem Einzelnen die Legitimationsbasis für körperfundierte Drohung und Gewaltanwendung, denn Recht vor Gericht kann auch jemand bekommen, der einen kleinen Bizeps hat (Bette 1992, S.39).
Durch Technisierung und Modernisierung, wie wir im Folgenden noch an dem Beispiel des Bodybuildings ausführlich sehen werden, wird der Bezug von Körper und Arbeit in gesteigertem Maße entkoppelt. Maschinen und A.I. „Artificial Intelligence“, die künstliche Intelligenz, haben dafür gesorgt, dass der Mensch bereits an vielen Stellen erfolgreich ausgetauscht wurde. Durch diese Prozesse wird der Körper immer mehr verdrängt.
4
Der Körper, so Bette, bleibt aber als Sicherheitsbasis für Sozialsysteme weiterhin vorhanden, da es notwendig ist, dass die physisch organische Umwelt ein Feedback bekommt. Der Körper bleibt weiterhin aufgrund seiner Fähigkeiten unverzichtbar für Wahrnehmung und Kommunikation. Um ein Beispiel zu nennen, erzwingt der kranke Körper Aufmerksamkeit und wird so ein Auslöser für gesellschaftliche Kommunikation. Der Körper taucht als Kommunikationsthema in Bereichen auf, in denen er vorher nicht anzutreffen war, dafür verantwortlich zeichnen sich die Massenmedien, mit deren Hilfe es möglich ist über Körperlichkeit trotz physischer Nichtanwesenheit zu sprechen.
Ein wichtiger Aspekt für die Einbeziehung dieser körperbezogenen Themen ist das Bewusstsein der Zeit. Die erneute Aktualisierung des Körpers durch Therapie, Sport, Jugend-und Alternativkultur steht in direktem Zusammenhang mit den personalen Systemen, welche durch die Zeitstrukturen der Moderne überfordert werden. Je mehr Tempo entsteht, je mehr sich die Gesellschaft beschleunigt, desto mehr werden Sozialbereiche ausdifferenziert. Laut Bette (1992) besteht das Ergebnis in einer zunehmenden Inkongruenz zwischen dominanter Zeitstruktur und der individuellen Verarbeitungsfähigkeit.
Ein Lösungsvorschlag hierzu wäre, das Tempo gleichermaßen zu drosseln, damit eine Differenzierung und Variabilität überhaupt erst möglich wird, sonst kommt es zur Überforderung des Einzelnen.
Der Körper signalisiert permanentes Vorhandensein und Gegenwärtigkeit, an ihm kann die Gegenwart gesteigert wahrgenommen werden durch körperorientierte Sozialsysteme. Dadurch wird ein gesteigerter Gegenwartsbedarf der modernen Gesellschaften vom Körper eingeklagt, da dieser neben seiner Verfügbarkeit durch die Differenzierungsprozesse geschädigt wird. Die Folge von der Reaktivierung des Körpers ist ein Entgegenwirken gegen die Hektik des Alltags und der physischen Gefährdung. Welche Rolle hierbei dem Sport zukommt wird im Folgenden erläutert.
Durch den Sport entsteht in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung, denn der Sport ermöglicht es eine Art Auszeit zu nehmen. Hierbei wird der alltägliche Zeitablauf unterbrochen, zugunsten einer als harmlos angesehenen Tätigkeit. Das sportliche Training im weiteren Sinne hat einen Nutzen, der über die augenblickliche Körpernutzung hinausgeht.
5
Quote paper:
Peter Franken, 2005, Körperliche Fremdheit und Körperkult, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
The discovery of theory from data - Grounded Theory als methodologisch...
Sociology - Methodology and Methods
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Aspekte des Menschenbildes seit der Moderne
Sociology - Individual, Groups, Society
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 36 Pages
Kinderhochleistungssport aus pädagogischer Sicht
Sport - Sport Pedagogy, Didactics
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Lehrprobe zur Erlangung der Herzsportübungsleiterlizenz: Koronarsport
Sport - Sport Medicine, Therapy, Prevention, Nutrition
Lesson Plan, 16 Pages
Ganztagesschule - die Rettung des deutschen Schulsystems?
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Geschlechtsspezifische Unterschiede im Ernährungsverhalten im Zusammen...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Sport und Nahrungsergänzungsmittel
Sinn und Unsinn einer Suppleme...
Sport - Sport Medicine, Therapy, Prevention, Nutrition
Termpaper, 34 Pages
Selbst- und Fremdbestimmung des eigenen Körpers im Fitnesskult - Eine ...
Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
Rationalisierung nach Max Weber, Ursprünge und Auswirkungen
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Clifford Geertz: Die "Dichte Beschreibung" als Methode der I...
Ethnology / Cultural Anthropology
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Entwicklung und Debatte der Koedukation im Schulsport
Sport - Sport Pedagogy, Didactics
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 22 Pages
Das Konzept der neuen Körper - Macht und Zwang des Schönheitskults
Pedagogy - Miscellaneous Topics
Diploma Thesis, 101 Pages
Such- und Recherchestrategien von online- und sonstigen Quellen
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Der Vertrag von Lissabon und die Aufnahmefähigkeit der EU
Scholarly Essay, 21 Pages
Peter Franken's text Körperliche Fremdheit und Körperkult is now available as a printed book
Peter Franken has published the text Körperliche Fremdheit und Körperkult
Peter Franken has uploaded a new text
Theaterspielen als Chance in der interkulturellen Begegnung. Recontre ...
Projet ANRAT IDEA Europe
Joëlle Aden
Interkulturelle Erziehung im und durch Sport
Ein regionales Projekt in Zusa...
Petra Gieß-Stüber
Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule
Dokumentation eines Symposiums...
Bernd Seibel
Inclusion in Physical Education: Fitness, Motor, and Social Skills for...
Fitness, Motor, and Social Ski...
Pattie Rouse
Egypt and Austria IV: Crossroads, Agypten Und Osterreich IV - Begegnun...
Johanna Holaubek, Hana Navratilova, Wolf B. Oerter
0 comments