I Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
I. INHALTSVERZEICHNIS I
II. VERZEICHNIS DER TABELLEN UND ABBILDUNGEN IV
II.I. TABELLEN. IV
II.II. ABBILDUNGEN V
III. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
1 EINLEITUNG. 1
1.1 Forschungsidee und Interesse 3
1.2 Wissenschaftliche Relevanz. 4
1.3 Zielsetzung der Arbeit 4
2 SPORT UND MEDIEN 7
2.1 Realität und Medienrealität des Sports. 7
2.2 Die Sport-Medien-Wirtschaft-Allianz. 9
2.3 Funktionen der Sportberichterstattung 12
2.4 Merkmale der Sportberichterstattung 14
2.5 Komplementäre Sportberichterstattung. 15
2.6 Zusammenfassung. 16
3 DIE ZEITSCHRIFT IN DEUTSCHLAND 18
3.1 Definition und Begriffsbestimmung der Zeitschrift 18
3.2 Typologien von Zeitschriften. 21
3.3 Funktion der Zeitschrift 22
3.4 Der gegenwärtige Zeitschriftenmarkt in Deutschland 24
3.5 Nutzung der Zeitschrift 26
3.6 Zusammenfassung. 28
4 WISSENSCHAFTLICHER UND THEORETISCHER HINTERGRUND. 29
4.1 Medienforschung. 29
4.2 Aussagen- und Inhaltsforschung 30
4.3 Zeitschriftenforschung 31
4.4 Historische Entwicklung der Zeitschriftenforschung 33
I Inhaltsverzeichnis II
4.5 Zusammenfassung. 34
5 FORSCHUNGSLEITENDE FRAGEN 35
6 UNTERSUCHUNGS- UND METHODENDESIGN 36
6.1 Untersuchungsmethode 36
6.2 Merkmale und Gegenstand der Inhaltsanalyse 37
6.3 Untersuchungszeitraum 40
6.4 Untersuchungsobjekt - DER SPIEGEL. 41
6.5 Zusammenfassung. 42
7 ERGEBNISDARSTELLUNG UND INTERPRETATIVE ANALYSE 44
7.1 Quantität der Sportberichterstattung im SPIEGEL 44
7.1.1 Anzahl und Verteilung der Sportbeiträge. 44
7.1.2 Rubriken, in der die Artikel erschienen sind 45
7.1.3 Format der Artikel 46
7.1.4 Zusammenfassung 47
7.2 Qualität der Sportberichterstattung im SPIEGEL. 48
7.2.1 Sportbezug der Artikel 48
7.2.2 Themen der Sportberichterstattung 49
7.2.2.1 Das Hauptthema 49
7.2.2.2 Das Nebenthema 50
7.2.3 Intention des Artikels 52
7.2.4 Wertung der Artikel. 53
7.2.5 Ebene der Berichterstattung. 54
7.2.6 Tragweite des Berichterstattungsgegenstandes. 55
7.2.7 Aktualität des Berichts 56
7.2.8 Primäre Bezugnahme des Artikels 57
7.2.9 Zusammenfassung II 58
8 BESCHREIBUNG DER THEMENKARRIEREN UND
INTERPRETATION DER DESKRIPTIVEN ERGEBNISSE. 61
8.1 Die Themenkarriere Sportler / Mannschaften. 62
8.1.1 “Sportler/Mannschaften“ im Wandel der Zeit 63
8.1.2 “Sportler/Mannschaften“ im Verbund mit anderen Themen 65
I Inhaltsverzeichnis III
8.1.3 Besonderheiten der Themenkarriere “Sportler / Mannschaften“
67
8.2 Die Themenkarriere Sportereignis. 68
8.2.1 “Sportereignis“ im Wandel der Zeit 69
8.2.2 “Sportereignis“ im Verbund mit anderen Themen. 70
8.2.3 Besonderheiten der Themenkarriere “Sportereignis“ 73
8.3 Die Themenkarriere Doping im Spitzensport. 74
8.3.1 “Doping im Spitzensport“ im Wandel der Zeit 74
8.3.2 “Doping im Spitzensport“ im Verbund mit anderen Themen. 76
8.3.3 Besonderheiten der Themenkarriere “Doping im Spitzensport“
78
8.4 Die Themenkarriere Sportkommunikation 80
8.4.1 “Sportkommunikation“ im Wandel der Zeit 80
8.4.2 “Sportkommunikation“ im Verbund mit anderen Themen 82
8.4.3 Besonderheiten der Themenkarriere “Sportkommunikation“ 83
8.5 Die Themenkarriere Sportökonomie. 84
8.5.1 “Sportökonomie“ im Wandel der Zeit 85
8.5.2 “Sportökonomie“ im Verbund mit anderen Themen. 87
8.5.3 Besonderheiten der Themenkarriere “Sportökonomie“ 88
8.6 Zusammenfassung der beschriebenen Themenkarrieren 90
9 DISKUSSION DER ERGEBNISSE IM HINBLICK AUF DIE
FORSCHUNGSLEITENDEN FRAGEN. 94
10 FAZIT 99
11 LITERATURVERZEICHNIS 102
12 ANHANG. 109
12.1 Das Codebuch. 109
12.2 Der Codebogen 110
IV II Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen
II. VERZEICHNIS DER TABELLEN UND ABBILDUNGEN
II.I. TABELLEN Seite
Tabelle 2: Tabelle 3:
Mediennutzung 2005: BRD gesamt.............................
27
Tabelle 4: Rubrik, in der der Artikel erschienen ist....................... 46
Tabelle 5: “Top 6“ der Kategorie: Hauptthema des Artikels......... 50
Tabelle 6: “Top 6“ der Kategorie: Nebenthema des Artikels........ 52
Tabelle 7: Ebene der Berichterstattung........................................ 55
Tabelle 8: Tragweite des Berichterstattungsgegenstandes......... 56
II Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen V
II.II. ABBILDUNGEN Seite
Abbildung 2: Abbildung 3:
Sportbezug des Artikels...............................................
49
Abbildung 4: Intention des Artikels................................................... 53
Abbildung 5: Wertung der Artikel...................................................... 54
Abbildung 6: Aktualität des Berichts................................................. 57
Abbildung 7: Primäre Bezugnahme der Artikel................................. 58
II Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen VI
III Abkürzungsverzeichnis VII
III. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS Abb. Abbildung
bzw. beziehungsweise
DSHS
etc.
f./ff. folgende Seite/Seiten
Hrsg. Herausgeber
IVW Nr. Nummer
S. Seite
SZS
Tab. Tabelle
usw.
VDZ
vgl.
zit.
1 Einleitung 1
1 Einleitung
Der moderne Sport hat sich in unserer heutigen post-industriellen Gesellschaft als anerkanntes Massenphänomen etabliert und setzt sich mit der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 ein beeindruckendes Denkmal. Ein Medienspektakel globaler Größenordnung findet statt, gleichsam ein gesellschaftliches Ereignis, das es in diesem Ausmaß und dieser medialen Omnipräsenz in der Bundesrepublik Deutschland noch nicht gegeben hat. Der Ball rollt über die Bildschirme sämtlicher Haushalte und ist seit Monaten fester Bestandteil der Hörfunkprogramme. Der Countdown bis zum Eröffnungsspiel in München nimmt dabei stellenweise Züge an, die wie die Ankündigung des jüngsten Gerichts anmuten. Ein sportliches Ereignis verdrängt Politik und Wirtschaft von den Titelseiten der Tagespresse oder anders formuliert, nimmt sie für sich ein. Denn schließlich gibt es auch unter Politikern und Ökonomen kaum ein anderes Gesprächsthema. Selbst die kriselnde Wirtschaftslage in der Bundesrepublik soll durch die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft aufgebessert werden.
Der Weg von der “schönsten Nebensache der Welt“ bis zu seinem heutigen Stellenwert scheint nur noch schwer rekonstruierbar zu sein. Besonders die rasante Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren hat das System Sport verändert und nachhaltig beeinflusst. Dynamische Systeme, und nichts anderes ist der Sport, unterstehen im Laufe der Zeit einem Wandel. Die Gesellschaft hat sich verändert. Der Sport hat sich verändert. Die Sportberichterstattung hat sich verändert. Und die Themen haben sich ebenfalls geändert. “Dauerbrenner“ oder “Eintagsfliege“? Ob und in welchem Umfang ein Thema Karriere macht, hängt nicht nur von den Entscheidungsträgern in den Redaktionen ab, sondern ebenso von den gesellschaftlichen Entwicklungen.
1 Einleitung 2
Die Zeitschrift DER SPIEGEL gilt in Deutschland als eines der journalistisch hochwertigsten Produkte. Investigative, kritisch-hinterfragende und seriöse Berichterstattung sind Synonyme für die Arbeitsweise des SPIEGEL. Die kritische Auseinandersetzung mit Themen aller Art, aber besonders der politisch-wirtschaftliche Journalismus, haben das Nachrichtenmagazin über Jahre hinaus in eine herausragende Position in der deutschen Medienlandschaft gehoben. DER SPIEGEL als “Deutschlands
Nachrichtenmagazin Nummer Eins“ genießt bei Lesern, Politikern und Journalisten einen hohen Stellenwert. Die Entscheidung, die Zeitschrift DER SPIEGEL als Untersuchungsobjekt auszuwählen, verspricht für die Analyse der Aufgabenstellungen einen besonders hohen Aussagewert. Auch DER SPIEGEL wird sich in zwanzig Jahren Sportberichterstattung dem Wandel der Zeit wohl kaum entzogen haben.
Wie hat sich die gestiegene Bedeutung des Sports in der Berichterstattung des SPIEGEL niedergeschlagen und welche Themen haben sich dabei zu sogenannten Themenkarrieren entwickelt? Welche Entwicklungen und Tendenzen weist die Sportberichterstattung des SPIEGEL nach zwanzig Jahren auf? Welche Bedeutung haben Themenkarrieren im Sport für ein solch inaktuelles Massenmedium wie der Zeitschrift? Wo positioniert sich DER SPIEGEL mit seiner Sportberichterstattung in einer Zeit, in welcher der unüberschaubare Informationsstrom der Massenmedien und die immer schneller werdenden Bilder den Rezipienten teilweise überfluten? Um diese und andere offene Fragestellungen abzuklären, sollen in der vorliegenden Studie zwanzig Jahre Sportberichterstattung in der Zeitschrift DER SPIEGEL anhand einer quantitativen und qualitativen Inhaltsanalyse Revue passieren.
Im Laufe der Zeit hat sich nicht nur das System Sport selbst verändert, sondern auch die Berichterstattung über eben jenes System. Der erhöhten Nachfrage auf Rezeptionsseite haben die Massenmedien längst Rechnung getragen. Es findet sich in der ausdifferenzierten Medienlandschaft Deutschland kaum ein Medium, in dem nicht regelmäßig über Sportereignisse berichtet wird. Immer wieder haben sich Themenkomplexe herauskristallisiert, die in der Sportberichterstattung einen nachhaltigen
1 Einleitung 3
Eindruck hinterlassen und sich zu regelrechten Themenkarrieren entwickelt haben. Ob es nun überdauernde Phänomene sind, wie der Umgang mit der Berichterstattung über Gewalt und Doping im Sport, neu zu beobachtende Tendenzen, wie die Einflüsse der fortschreitenden Kommerzialisierung im Sport-Medien-Wirtschaft-Komplex oder aber Sportereignisse selbst, die in eine langfristige Berichterstattung münden, der Umgang mit diesen und anderen Thematiken wird nicht immer derselbe gewesen sein.
1.1 Forschungsidee und Interesse
Die lauter werdende Kritik an einem klar erkennbaren Trend hin zu einer “Eins-zu-Null-Berichterstattung“ im Sport, die fortschreitende Dominanz des Fernsehens in der unübersichtlichen Informationsflut der Medien, der Bedeutungswandel des Sports in unserer Gesellschaft, die immer größer werdende Schere zwischen professionellem Showsport und Amateur- bzw. Freizeitsport in Bezug auf die mediale Präsenz, waren stets Bestandteil meines Studiums an der Deutschen Sporthochschule Köln. In einer Vielzahl an Seminaren wurde über diese Themen diskutiert und die Tendenzen der Sportberichterstattung kritisch hinterfragt. Die langen Debatten haben stets gezeigt, dass diese Themen zur Diskussion anregen und von großem Interesse sind. Daher erschien es sinnvoll, diese Aspekte in meiner Diplomarbeit gebührend zu berücksichtigen. In einem ersten Gespräch mit Herrn Thorsten Schauerte am Institut für Sportpublizistik der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) wurde nach einem Thema gesucht, in dem einige der oben genannten Punkte eingebunden werden können. Wir einigten uns schließlich auf eine empirische Längsschnittuntersuchung der Zeitschrift DER SPIEGEL mit dem Fokus auf die Themenkarrieren der letzten zwanzig Jahre. Somit kann die Arbeit Themenkomplexe, wie zum Beispiel komplementäre Sportberichterstattung, den Bedeutungswandel des Sports in der Gesellschaft und die Sonderstellung der Printmedien, speziell
1 Einleitung 4
die Stellung der Periodika, die keinen direkten Sportbezug aufweisen, abdecken und möglicherweise zur Diskussion der oben genannten Punkte beitragen und einige Fragen beantworten.
1.2 Wissenschaftliche Relevanz
Durch die Analyse der Ausgaben der Zeitschrift DER SPIEGEL über einen Untersuchungszeitraum von zwanzig Jahren (1983-2003) sollen Thementrends aufgedeckt werden und Zusammenhänge von konjunkturspeziellen Themenkomplexen mit der gesellschaftlichen Entwicklung analysiert werden. Auf diesem Gebiet erschienen bis zum jetzigen Zeitpunkt nur wenige wissenschaftliche Arbeiten. Jene, die sich in engerem Rahmen mit dieser Thematik beschäftigt haben, begrenzten sich im 1 und setzten Untersuchungszeitraum meist jedoch auf nur ein Kalenderjahr die Sportberichterstattung des SPIEGEL in Bezug zu anderen wöchentlich Printmedien. 2 erscheinenden Studien, die einen längeren
Untersuchungszeitraum ansetzten, hatten fast durchweg Tageszeitungen 3 Die Arbeit untersucht somit einen Bereich, zum Untersuchungsgegenstand.
der zwar in anderen wissenschaftlichen Arbeiten tangiert wurde, in dieser Form aber noch keine Berücksichtigung gefunden hat.
1.3 Zielsetzung der Arbeit
In der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft fristen die Printmedien schon seit längerem ein fast stiefmütterliches Dasein. Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten in diesem Bereich beschränken sich weitgehend auf Bestandsaufnahmen und beschäftigen sich nicht mit der Analyse von
1 Vgl. SCHMELZER, S. (1986)
2 Vgl. HEINZ, H. (2004) und RODE, N. (1994)
3 Vgl. NOLTE, G. (2000)
1 Einleitung 5
Trends und langfristigen Entwicklungen. Analysen über den Wandel der Sportberichterstattung in der Presse sollen diesen Missstand ein wenig gerade rücken. Gerade die Sportberichterstattung in der Zeitschrift DER SPIEGEL ist in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse, da der journalistische Umgang mit sportiven Themenkomplexen ein
erwartungsgemäß anderer sein wird, als in Sportzeitschriften oder Tageszeitungen.
Der Sport hat sich zu einem gesellschaftlich anerkannten Massenphänomen entwickelt, dessen Stellenwert sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten besonders in den Medien immer mehr gesteigert und letztlich manifestiert hat. Die vorliegende Arbeit soll die Sportberichterstattung der Zeitschrift DER SPIEGEL dahingehend untersuchen, ob und in welchem Ausmaß sich Themenkomplexe gebildet haben, die sich in 20 Jahren zu sog. “Themenkarrieren“ entwickelt und sich langfristig in der
Sportberichterstattung des SPIEGEL niedergeschlagen haben. Nach der oben vorgestellten Einleitung folgt im zweiten Kapitel die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Mediensports, der Diskrepanz zwischen Realität und Medienrealität des Sports, sowie dem symbiotischen Verhältnis der Sport-Medien-Wirtschaft-Allianz. Abschließend wirft Kapitel 2 einen Blick auf die Merkmale und Funktionen der Sportberichterstattung in der heutigen Zeit.
Kapitel 3 dient der definitorischen und typologischen Bestimmung des Mediums Zeitschrift, sowie einem kurzen Überblick über den deutschen Zeitschriftenmarkt. Kapitel 4 ordnet die Studie in den theoretischen und wissenschaftlichen Kontext ein.
In Kapitel 5 folgt die Präsentation der Forschungsleitenden Fragen.
1 Einleitung 6
Kapitel 6 beschreibt das ausgewählte Untersuchungs- und Methodendesign. Ferner wird das Untersuchungsobjekt vorgestellt und der
Untersuchungszeitraum beschrieben.
Im siebten Kapitel beginnt die Ergebnisdarstellung und interpretative Analyse der Ergebnisse und somit der empirische Teil der vorliegenden Studie. In Kapitel 8 folgt die Beschreibung der Themenkarrieren und die Interpretation der deskriptiven Ergebnisse mit anschließender Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf die forschungsleitenden Fragen. Das Fazit rundet schließlich die Arbeit ab und liefert zugleich mögliche Ansatzpunkte für weitere Forschungsarbeiten.
2 Sport und Medien 7
2 Sport und Medien
2.1 Realität und Medienrealität des Sports
Eine der primären Funktionen des Journalismus ist die Bereitstellung von Themen für die aktuelle Medienkommunikation. Dies geschieht nicht etwa als reine Abbildung der “Realität“. Medienschaffende liefern nur Entwürfe der 4 Ihre zentrale Wirklichkeit. Sie konstruieren eine eigene Medienrealität. Funktion besteht in der Bereitstellung sozialer Wirklichkeit für die Mitglieder der Gesellschaft. Die Frage, ob der Sportjournalismus diese Funktionen noch zur Genüge erfüllt, oder wirtschaftlichen Gesichtspunkten mehr Bedeutung zumisst, wurde in letzter Zeit immer wieder kontrovers diskutiert und beantwortet. 5 MUCKENHAUPT weist der Beeinflussung der
Sportberichterstattung, beispielsweise durch Medienkonkurrenz, technische Verbesserungen oder dem gewachsenen Stellenwert des Mediensports, fünf Fort- und fünf Rückschritte zu, wobei seine teilweise zynische Betrachtungsweise nahe legt, die Fortschritte mit Vorsicht zu genießen und kritisch zu hinterfragen. 6 Diese konträren Positionen möchte der Autor in den nachfolgenden Punkten der Arbeit gegenüberstellen und kritisch beleuchten.
Wie bereits erwähnt, ist die Bedeutung des Sports in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Das Verhältnis zwischen dem Sport und den Medien hat sich dabei grundlegend verändert. Die Rede von der “schönsten Nebensache der Welt“ erscheint heutzutage recht unangebracht. Der Sport hat sich vielmehr zum Markt- und Mediengiganten entwickelt, dem man sich nur schwer verweigern kann. Er ist ein dominierender Pfeiler in der Alltagsstruktur und heute mehr denn je ein Massenphänomen. Seine akzeptierte Verankerung in unserer post-industriellen Gesellschaft kann
4 Vgl. WEISCHENBERG, S. (2004): S. 61.
5 Vgl. SCHAUERTE, T. (2004 a): S. 84ff.
6 Vgl. MUCKENHAUPT, M. (1991): S. 5ff.
2 Sport und Medien 8
somit als konstituierendes Element in dem Verhältnis zwischen Medien und Sport angesehen werden.
Die Bedeutungszunahme von Sport und Sportberichterstattung brachte auch für die Sportjournalisten neue Aufgaben und Anforderungsprofile mit sich, die 7 sich in der medialen Aufbereitung niederschlagen sollten. Dieser
Bedeutungswandel hat sich jedoch nicht nur in den Medien vollzogen, sondern auch im Bewusstsein der Gesellschaft. Der Sport hat sich in vielen Lebensbereichen der Freizeit- und Informationsgesellschaft etabliert und seinen festen Platz gefunden. Doch wie bedienen die Medien diese große Nachfrage? Was ist letzten Endes ausschlaggebend für den Sport, um in den Medien berücksichtigt zu werden? Der sportliche
Veranstaltungskalender weist mittlerweile solch inflationäre Tendenzen auf, dass die Selektionskriterien spezieller und die Hürden für die Berücksichtigung in den Medien immer höher werden.
urteilte der Geschäftführer der Internationalen Sportrechte
Verwertungsgesellschaft (ISPR), Daniel Beauvois, über den Warencharakter von medial verwertbarem Sport. Diesen Standpunkt kann man natürlich nicht losgelöst von anderen betrachten, doch liefert er eine gewisse Vorstellung, wie mit professionellem Showsport umgegangen wird, ja vielleicht sogar umgegangen werden muss.
Die Medienrealität des Sports stellt sich als eine inszenierte und konstruierte Realität dar, die niemals ein unverfälschtes Abbild des “tatsächlichen“ 9 Geschehens sein kann. Das Fernsehen verändert Ereignisse und
Veranstaltungen allein schon durch die bloße Anwesenheit von Kameras. 7 Vgl. FISCHER, C. (2004): S. 9.
8 zitiert nach FISCHER, C. (2004): S. 23.
9 Vgl. WIPPER, H. (2003): S. 84.
2 Sport und Medien 9
Gegenüber der hyperrealen Inszenierung des Sportgeschehens im professionellen Showsport, fällt die unmittelbar erlebte Wirklichkeit des Sports deutlich ab. Speziell das Medium Fernsehen bietet dem Zuschauer 10 eine technische verbesserte Realität des Sports an. Die Medienrealität des Sports produziert also einen dramatisierten und selektierten Ausschnitt der tatsächlichen Sportrealität. Die Fokussierung auf wenige Sportarten und Großereignisse, um nur einen vieler möglicher Punkte zu nennen, macht die beschränkte Sicht der Medienrealität des Sports deutlich. Eines der zentralen Ziele der Medien ist dabei die Spannungssteigerung, die durch einen dramaturgischen Spannungsbogen und ein beim Rezipienten künstlich hervorgerufenes Gefühl der Nähe zu den Ereignissen und Akteuren erreicht werden soll. Die Darstellung der Mediensportrealität als ein spannungsorientiertes Konstrukt begründet SCHERER unter anderem mit der steigenden Unterhaltungsfunktion des Mediensports und einer parallel einhergehenden erhöhten Bereitschaft zur affektiven Teilnahme auf Seiten der Rezipienten. Demnach werden Emotionen in der Sportberichterstattung eine immer größere Bedeutung 11 zugemessen.
2.2 Die Sport-Medien-Wirtschaft-Allianz
Der Beginn des Kabelpilotprojektes in Ludwigshafen am 1. Januar 1984 wird seit jeher als “medienpolitischer Urknall“ beschrieben. Doch bereits in den drei Fernsehurteilen von 1961, 1971 und 1981 erklärte das Bundesverfassungsgericht, dass sowohl öffentlich-rechtlicher als auch privater Rundfunk mit dem Grundgesetz vereinbar ist. 12
10 Vgl. WIPPER, H. (2003): S. 87.
11 Vgl. SCHERER, H. (2004): S. 215ff.
12 Vgl. MEYN, H. (2004): S. 149.
2 Sport und Medien 10
Seit der Einführung des dualen Rundfunksystems hat die mediale Inszenierung des Sports eine Dynamisierung und Differenzierung erfahren, deren Grenzen noch nicht abzusehen sind. Eine ähnliche Entwicklung zeichnete sich etwa zur selben Zeit auf der Ebene der Unternehmenskommunikation der werbetreibenden Wirtschaft ab. Der Sport erschien als höchst geeignet, um per Imagetransfer positive Synergieeffekte für die Unternehmen zu erzielen, den Bekanntheitsgrad zu steigern oder Produkte zu offerieren. Diese Aufgabe fiel den Medien zu. Das Verhältnis zwischen Sport, Medien und Wirtschaft verzahnte sich bis hin zu einer heute anzutreffenden Symbiose, welche es nicht mehr erlaubt oder für sinnvoll erscheinen lässt, die einzelnen Bereiche isoliert zu betrachten. Die Erwartungshaltungen und Angebotspotenziale in der Sport-Medien-Wirtschaft-Allianz lassen sich durch die folgende Abbildung sehr gut veranschaulichen.
Abb.1: Erwartungshaltungen und Angebotspotenziale in der Sport-Medien-Wirtschaft-Allianz:
2 Sport und Medien 11
Professioneller Showsport wird als ein positionales Gut charakterisiert, das nicht ohne Weiteres durch ein anderes ersetzt werden kann. Ein positionales Gut zeichnet sich durch einen vorderen Rang in einer Werteskala aus, dessen Rangeigenschaft besonders nachfragewirksam ist. Beispielweise kann die Anzahl der Live-Übertragungen von Fußballspielen theoretisch beliebig erhöht werden, die Anzahl der “Spitzenbegegnungen“ bleibt dagegen jedoch enorm begrenzt. So ergibt sich eine Inelastizität des Angebots, was unter anderem eine nahezu inflationäre Entwicklung der TV- 13 Rechtekosten für hochklassige Sportereignisse nach sich gezogen hat. Ein weiteres Resultat dieser Verzahnung ist die Aufgabe der Betrachtungsweise, dass Sport, Medien und Wirtschaft als allein stehende Subsysteme angesehen werden können. Allen Dreien wohnen zwei gemeinsame Intentionen inne: die Gewinnmaximierung und die Aufmerksamkeitssteigerung. Der Fokus dieser Interessengemeinschaft liegt dabei auf dem Rezipienten, der gleichsam als potenzieller Konsument in den Blickfang der werbetreibenden Wirtschaft geraten ist. Eine grundlegende Gefahr der Sport-Medien-Wirtschaft-Allianz besteht darin, dass gesellschaftlich relevante Teilbereiche des Sports aus diesem Komplex ausgeschlossen werden und somit die publizistische Vielfalt als bestimmendes Merkmal für die publizistische Qualität verloren geht. Eine stark heterogene Nachfrage und der hohe Kommerzialisierungsgrad erschwert die Aufrechterhaltung einer ausgewogenen Sportberichterstattung. Stellvertretend für diese Problematik kann hier die Berichterstattung über den Behindertensport genannt werden, die unter anderem die Funktion besitzt, die gesellschaftliche Integration von Behinderten entscheidend zu fördern. Behindertensport braucht die mediale Öffentlichkeit, um seine gesellschaftlich wichtige Funktion zu erfüllen. Doch erhält er überhaupt die Möglichkeit sich durch eine mediale Öffentlichkeit zu vermitteln? Eine vom Institut für Sportpublizistik an der Deutschen Sporthochschule Köln
13 Vgl. SCHAUERTE, T. (2004 b): S. 41ff.
2 Sport und Medien 12
durchgeführte Inhaltsanalyse in den überregionalen Tageszeitungen DIE WELT, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung, in der die Berichterstattung der Olympischen Spiele sowie der Paralympics 2000 und 2002 miteinander verglichen wurde, konnte eindrucksvoll belegen, dass über die Paralympics im Vergleich zu den Olympischen Spielen nur in 14 vernachlässigtem Umfang berichtet wurde.
Ein ähnliches Bild liefert der Blick auf die mediale Auseinandersetzung mit dem Frauensport, speziell in der visuellen Sportkommunikation, der im Vergleich zum Umfang mit der tatsächlichen Partizipation von Frauen im Sport in einem krassen Widerspruch steht und die Unterrepräsentanz des Frauensports deutlich macht. 15
Diese Entwicklungen beziehen sich auf alle Mediengattungen. Sie haben dort nachhaltig Spuren hinterlassen und Wirkung gezeigt. Inwieweit sich dieser Trend auf die Sportberichterstattung des SPIEGEL ausgewirkt hat, soll ein weiterer Bestandteil dieser Arbeit sein.
2.3 Funktionen der Sportberichterstattung
Der Mediensport, speziell die Sportberichterstattung des Fernsehens, erfüllt auf der Rezeptionsseite unterschiedliche Funktionen. Die wichtigsten vier Funktionen sind nach Uli GLEICH:
• die Informationsfunktion,
• die Unterhaltungsfunktion,
• die soziale Funktion und
• die Identifikationsfunktion. 16
14 Vgl. SCHIERL, T. (2004): S. 153ff.
15 Vgl. HARTMANN-TEWS / RULOFS: S. 114f.
16 Vgl. GLEICH, U. (2000): S. 515ff.
2 Sport und Medien 13
Die Informationsfunktion, die der Mediensport für die Rezipienten erfüllt, ist nur für einen relativ kleinen Teil von ihnen von herausragender Bedeutung. Diese Personengruppe führt die Informationssuche bei der Rezeption von Mediensport auf der Präferenzliste ganz oben an, um beispielsweise die eigenen sportlichen Aktivitäten in einen Beziehungsrahmen zu stellen und so 17 eventuell vom Mediensport zu lernen.
Eine weitaus größere Bedeutung nimmt die Unterhaltungsfunktion bei der Mediensportrezeption ein. Ein dramatischer Spielverlauf oder der ungewisse Ausgang eines sportlichen Wettkampfes sind häufig die entscheidenden Motive, um sich dem Mediensport zuzuwenden. Sportarten mit dramaturgischen Eigenschaften, die sich auch einer ästhetischen Rahmungim Sinne der Telegenisierungstendenzen des professionellen Showsportsnicht entziehen, haben sich im Laufe der Zeit als besonders zuschauerattraktiv erwiesen. 18
Sportliche Großereignisse laden zum Gruppenerlebnis ein. Die Übertragungen der Spiele einer Fußball-Welt- oder Europameisterschaft werden häufig zusammen mit Freunden und Bekannten rezipiert. Man arrangiert sich in angenehmen sozialen Situationen, um die Leistungen und 19 Eine weitere Fähigkeiten der Akteure einzuschätzen und zu beurteilen. wichtige soziale Funktion nimmt der Wunsch nach Anschlusskommunikation ein. Die Möglichkeit am nächsten Tag unter Bekannten “mitreden zu können“ ist für viele Rezipienten ein enorm wichtiges Nutzungsmotiv.
Die hohe Personalisierung und mediale Omnipräsenz der Athleten tragen in der Sportberichterstattung zu Identifikationsprozessen bei. Der Rezipient entwickelt eine affektive Beziehung zu den Sportlern und/oder Teams, was sich wiederum bei Siegen oder Niederlagen dementsprechend auf das 20 eigene Selbstwertgefühl auswirkt. Bei internationalen Sport-
17 Vgl. GLEICH, U.(2000): S. 515ff.
18 Vgl. SCHAUERTE, T. / SCHWIER, J. (2004): S. 167f.
19 Vgl. GLEICH, U. (2000): S. 515.
20 Vgl. ebd.
2 Sport und Medien 14
Großereignissen kommt der Sportberichterstattung zudem eine nationale Stabilisierungs- und Identifikationsfunktion zu. Mitunter kommt es zwischen medial präsenten Sportlern und Rezipienten zu einer einseitigen Interaktion, 21 . im Sinne von parasozialen Beziehungen
Abschließend sei darauf hingewiesen, dass sich die Funktionen der Sportberichterstattung je nach Medientyp für den Rezipienten unterscheiden. Die audio-visuellen Medien übernehmen zum größten Teil eine Unterhaltungsfunktion, wohingegen die Printmedien hauptsächlich wegen ihres Informationsgehalts genutzt werden. Eine trennscharfe Abgrenzung zwischen der Informations- und Unterhaltungsfunktion gibt es jedoch nicht. Vielmehr entwickelt sich die Sportberichterstattung zu einer Hybride aus Unterhaltung und Information: eben hin zum “Infotainment.“ 22
2.4 Merkmale der Sportberichterstattung
Der Sportjournalismus und seine Berichterstattung werden immer wieder kontrovers diskutiert. Die häufigsten Kritikpunkte an der journalistischen Darstellung des Sports fasst Wiebke LOOSEN wie folgt zusammen:
• Der Vielfalt des Sports wird nicht ausreichend Rechnung getragen;
• Konzentration auf einige wenige publikumswirksame Sportarten;
• Dominanz des Leistungs- und Spitzensports;
• der Frauensport ist unterrepräsentiert;
• mangelhafte Auseinandersetzung mit negativen Entwicklungen im
Sport wie Doping oder Gewaltphänomene;
• Emotionalisierung;
• „1:0-Berichterstattung“;
• Kommerzialisierung; 21 Vgl. HARTMANN, T. (2004): S. 98ff.
22 Vgl. LOOSEN, W. (2004): S.18ff.
2 Sport und Medien 15
• Fixierung auf Live-Berichterstattung;
• Entertainisierung und Boulevardisierung;
• Telegenisierung. 23
Dem Sportjournalismus wird vorgeworfen, dass trotz der immens angestiegenen Quantität der Sportberichterstattung, der qualitative Aspekt, im Sinne der publizistischen Vielfalt, nicht zugenommen hat. Vielmehr muss sich der Rezipient mit einem recht einheitlichen und sich wiederholenden Medienbild begnügen. 24
2.5 Komplementäre Sportberichterstattung
25 komplementär (lat.-frz.) = sich gegenseitig ergänzend Der Aktualitätsgrad der audio-visuellen Medien im Allgemeinen und des Internets im speziellen werden für die Printmedien nie zu erreichen sein. In einer Informationsgesellschaft, in der Nachrichten immer schneller verbreitet und rezipiert werden, ist der entscheidende Nachteil der Presse, dass sie erst am nächsten Tag erscheint. Tageszeitungsredakteure können nach Redaktionsschluss auf die erscheinende Ausgabe nur noch marginal Einfluss nehmen und Zeitschriften müssen auf Grund ihrer ungleichen Periodizität ebenfalls auf den Anspruch der Aktualität von audio-visuellen Medien verzichten. Dennoch scheiden die von Fernsehen und Hörfunk übertragenen Sportereignisse für die Verwertung in den Printmedien keineswegs aus: Komplementäre Hintergrundberichterstattung als publizistische Nische. Die Bedeutung der Printmedien in der deutschen Medienlandschaft, speziell in der Sportberichterstattung, ist jedoch in den letzten Jahrzehnten deutlich
23 Vgl. LOOSEN, W. (2004): S.15; Vgl. GLEICH, U. (2000): S. 511ff.; WIPPER, H. (2003):
S. 89ff.
24 Vgl. WIPPER, H. (2003): S. 91.
25 Vgl. DUDEN, 2000, S 559.
2 Sport und Medien 16
zurückgegangen, obwohl in diesem Bereich immer noch die meisten Sportjournalisten ihre Arbeit verrichten.
Der Präsident des Verbandes deutscher Sportjournalisten, Erich LAASER, skizziert die Entwicklung der Sportpresse wie folgt:
Inwiefern sich dieser Trend nachhaltig auf die Sportberichterstattung in den Printmedien ausgewirkt hat, soll am Beispiel des Wochenmagazins DER SPIEGEL untersucht werden. Ferner sollen unter diesem Aspekt die Fragen behandelt werden, ob komplementäre Sportberichterstattung
Themenkomplexe aufgreift, die in audio-visuellen Medien eher vernachlässigt werden, oder ob sich DER SPIEGEL den aktuell vorherrschenden Themen in den audio-visuellen Medien trotzdem nähert und diese komplementär aufbereitet.
2.6 Zusammenfassung
Die lukrative Beziehung zwischen den drei Subsystemen Sport, Medien und Wirtschaft hat sich zu einer einflussreichen Interessengemeinschaft entwickelt. Sie stimmen ihre unterschiedlichen Angebotspotenziale und
26 Auszug eines Experten-Interviews mit Erich Laaser, VdS-Präsident, am 14.09.2000. Zitiert
nach WIPPER, H. (2003): S. 120.
2 Sport und Medien 17
Erwartungshaltungen präzise untereinander ab, um das gemeinsame Ziel der Gewinnmaximierung und der Aufmerksamkeitssteigerung zu erreichen. Die Selektions- und Interpretationskriterien haben sich unter den Sportjournalisten immer mehr angeglichen, so dass auf der einen Seite ein recht wirklichkeitsfernes Bild des Mediensports entstanden ist, auf der anderen Seite aber ein überaus einheitliches Medienbild existiert. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist die Konzentration der Medien auf den Spitzensport der gängigste Kritikpunkt an der journalistischen Darstellung des Sports. Die Einseitigkeit und Verzerrung der Berichterstattung macht es für den Rezipienten immer schwerer, sich ein realistisches Bild vom Sport zu machen.
Der hohe Aktualitätsgrad der audio-visuellen Medien im Allgemeinen und des Internets im speziellen werden für die Printmedien nie zu erreichen sein. Jedoch darf dies auch nicht als Maßstab gelten. Die Berichterstattung über die von Fernsehen und Hörfunk bereits übertragenen Sportereignisse fällt für die Printmedien nämlich keinesfalls weg. Die Printmedien erfüllen in der Sportberichterstattung eine komplementäre Funktion, die es ihnen erlaubt, über Hintergründe zu berichten oder komplizierte Sachverhalte genauer zu erklären, die beispielsweise für das Fernsehen in den obligatorischen anderthalb Minuten nur schwer zu vermitteln wären.
Arbeit zitieren:
Diplom-Sportwissenschaftler Tim Kemmerling, 2006, Themenkarrieren des Sports in der Zeitschrift DER SPIEGEL im Zeitraum von 1983 - 2003 - eine empirische Längsschnittanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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