Individuum und Gesellschaft in Death of a Salesman und All my sons
von Silke Nufer
Inhalt
1. Einleitung
2. Inhaltsangaben
2.1. All my sons
2.2. Death of a Salesman
3. kurzer biographischer Abriss über das Leben von A. Miller
4. die amerikanische Nachkriegsgesellschaft
4.1. Die moderne Gesellschaft
4.1.1. Weltbild
4.1.2. Soziale Struktur
4.1.3. Erziehung
4.1.4. Struktur der Lebensplanung
4.1.5. Gefahren des Versagens
4.1.6. Bezug des Individuums zur Gesellschaft
4.1.7. Lebensführungskriterien
4.2. Entwicklung zur Massengesellschaft
5. Der Mythos des American Dream
5.1. Antithese zwischen Traum und Realität in "Death of a Salesman"
5.2. Der "Salesman" im American Dream
6. Familiärer Einfluss auf das Individuum in gesellschaftsbezogener Hinsicht
6.1. Die Familie in der vorindustriellen Zeit
6.2. Veränderung der Familie als Sozialverband
6.3. Die Rolle der Familie in Arthur Millers Dramen
7. Das Individuum als Produkt und als Gestalter der Gesellschaft
7.1. Das Individuum als Träger sozialer Rollen
7.2. Konditionierung des Individuums durch die Gesellschaft
7.3. Verantwortung des Individuums gegenüber sich selbst und der Gesellschaft
7.4. Zwiespalt des Individuums
8. Die Problematik der Identitätsfindung und Identitätsverlust in Miller′s Stücken
8.1. Momente der Selbstverleugnung in All my sons
8.1.1. Joe Keller′s Selbstbetrug
8.1.2. Die Rolle von Kate Keller
8.1.3. Erhaltung der Individualität durch Einzigartigkeit : Chris Keller
8.2. Identitätsfindung und Identitätsverlust am Beispiel Willy Loman
8.2.1. Willy Lomans Normen und Werte
8.2.2. Willy Lomans Realitätsverlust
8.2.3. Identitätssuche durch Vorbilder
8.2.4. Unvereinbarkeit von Willys Werten
9. Endbemerkung
10. Bibliographie
1. Einleitung
Arthur Miller zählt zu einem der bedeutendsten Vertretern des amerikanischen Nachkriegstheaters. Miller will sich selbst als Gesellschafts- und Zeitkritiker verstanden wissen. Arthur Miller schwebt ein neues social drama vor, welches nicht nur die gesellschaftliche Unfreiheit und Determiniertheit des Subjekts analysiert und erkennt, sondern außerdem dazu in der Lage ist, zu hinterfragen:
Was ist eine mögliche Quelle für gesellschaftliche Wertestandards?
Welche Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind dazu geeignet, ein Gefühl von Sinnerfülltheit und Selbstrespekt zu schaffen? Das dem griechischen Drama zugrundeliegende Menschenbild, in welchem das Individuum mit seiner sozialen Rolle einen festen Bestandteil der antiken polis darstellt- hilft Miller bei der Fundierung seines Humanismus. Der Mensch steht im Mittelpunkt.
In seinen social plays legt Miller sein Augenmerk vor allem auf die Gesellschaft als eine dynamische Entität und auf die Vielzahl von Individuen. Diese konstituieren eine Gesellschaft, in der sie agieren und auf der anderen Seite reagieren. Zur Existenz als Individuum gehört die Identität des Einzelnen. Auf die Problematik der Identitätsfindung und des Identitätverlustes wird am Beispiel der Protagonisten von All my sons und Death of a Salesman eingegangen. Bei dieser Untersuchung ist die Rolle der Familie nicht unerheblich, denn Miller bedient sich bei der Figurenkonstellation in vieler seiner Stücke einer Familie.
In der amerikanischen Gesellschaft spielt insbesondere der Mythos des American Dream eine wichtige Rolle. Auch Miller greift diesen Mythos in seinen Dramen auf, jedoch verdeutlicht er in seiner Rolle als Gesellschaftskritiker auch dessen Schattenseiten.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll auf einer soziologischen, psychologischen und gesellschaftskritischen Betrachtung der Stücke All my sons und Death of a Salesman liegen.
2. Inhaltsangaben
2.1. All my sons
Oberflächlich kann die Handlung von All my sons einfach wiedergegeben werden. Das Stück erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Geschäftsmanns im Mittleren Westen, welcher Flugzeugteile herstellt. Der Geschäftsmann Joe Keller verschickt wissentlich fehlerhafte Zylinderköpfe, welche für die US-Army während des Zweiten Weltkriegs bestimmt sind. Einundzwanzig amerikanische Piloten sterben, als durch die beschädigten Zylinderköpfe Flugzeuge zum Absturz gebracht werden. Joe Keller wird von der Gerichtsbarkeit verschont und ist darauf bedacht, sein Leben in aller Normalität weiterzuleben, als ob dieses Verbrechen nie begangen worden wäre. Die Harmonie innerhalb der Familie ist gewährleistet, bis sein Sohn Chris selbst unter Druck gerät, als er dem Bruder seiner Verlobten Rechenschaft über seine Rolle bezüglich der dubiosen Geschäfte im Betrieb seines Vaters ablegen soll. Chris, welcher selbst tapfer im Krieg gekämpft hatte, hat eine von seinem Vater abweichende Auffassung bezüglich der Verantwortung, welches das Individuum für die Gesellschaft tragen muß. Nach einigen beeindruckenden Szenen mit emotionsgeladenen Debatten über die Beziehung des Individuums zur Gesellschaft belastet Chris schließlich seinen Vater und überzeugt diesen von seiner Schuld und fordert ihn dazu heraus, Verantwortung für seine Taten zu tragen. Bis sein Sohn ihn jedoch dazu zwingt, sein Fehlverhalten einzugestehen, hält Keller vehement an seiner Unschuld fest und rechtfertigt sein unsoziales Verhalten damit, daß er die Firma vor dem Untergang bewahrt und seiner Familie das Überleben gesichert hätte. Letztlich gelingt es Chris, seinen Vater davon zu überzeugen, daß er der Gesellschaft gegenüber auch Pflichten habe. Keller erkennt letztendlich, daß seine Taten Konsequenzen haben und daß das Tragen von Verantwortung über die Familie hinausgeht. Keller will dieser für ihn unakzeptablen Situation entkommen und jagt sich am Ende eine Kugel in seinen Kopf. Das Stück endet mit einem entsetzten Chris, welcher seine eigene Komplizenschaft bezogen auf die Selbstzerstörung seines Vaters erkennt. Kellers Tod am Ende des Stücks offenbart unsoziales Verhalten, begründet im Privatismus der amerikanischen Gesellschaft (Centola, 51).
2.2. Death of a Salesman
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Silke Nufer, 2001, Individuum und Gesellschaft in Death of a Salesman und All my sons, Munich, GRIN Publishing GmbH
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