INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung. 3
2. Darstellung der theoretischen Hintergründe und praktischen Durchführungen in der NS-
Behindertenpolitik. 6
2.1 Theoretische Hintergründe der NS-Behindertenpolitik 6
2.1.1 Sozialdarwinismus. 7
2.1.2 Eugenik und Rassenhygiene. 7
2.1.3 Erbbiologie 8
2.3 Praktische Durchführungen in der NS-Behindertenpolitik 9
3. Aufzeigen der Funktionen und Aufgaben der Institution Hilfsschule im
nationalsozialistischen Staatsystem. 11
3.1 „Sammelbecken“ für Erbkranke. 13
3.2 Wirtschaftliche und militärische Brauchbarmachung. 14
4. Kritische Reflexion über die Rolle der Hilfsschullehrer im Nationalsozialismus 16
5. Anhang 19
5.1 Literaturverzeichnis 19
5.2 Anmerkungen 21
1. Einleitung
Nach heutigem Kenntnisstand wird die Institution Hilfsschule und ihre Lehrerschaft zur Zeit des Nationalsozialismus zunehmend kritisch betrachtet. Die Tatsache, dass die Mehrheit der Hilfsschulpädagogen trotz der inhumanen Behandlung und Maßnahmen gegen ihrer Schülerschaft durch das NS-Regime keine grundsätzliche Ablehnung gegen die nationalsozialistische Politik zeigte, ist gleichermaßen erschreckend als auch zu hinterfragen. Die Fragestellung dieser Ausarbeitung beleuchtet aus diesem Grund, welche Ursachen für dieses Verhalten der Hilfsschulpädagogen verantwortlich sind. In diesem Rahmen werden ebenso die Funktionen und Aufgaben der NS-Hilfsschule erläutert, welche die Annahme unterstreichen, dass es sich bei dieser Institution um eine schulische Einrichtung mitaus heutiger Sicht - „unpädagogischen“ Wesenszügen handelte. Es wird sich zeigen, dass die Handlungs- und Denkstruktur der Hilfsschulvertreter vornehmlich vom Gedanken der Existenzsicherung und Etablierung innerhalb des gesellschaftlichen Systems geprägt war.
Bei der Auseinandersetzung mit der NS-Hilfsschulthematik wurden Quellen verwendet, die als Primärliteratur aus der damaligen Zeit anzusehen sind. Zudem wurde Sekundärliteratur aus der heutigen Zeit verwendet, die diese Thematik ebenso beleuchten. Die verwendeten Texte sind sowohl aus dem Bereich der Pädagogik als auch aus der Geschichte.
Um dem Ziel dieser Ausarbeitung gerecht zu werden, sollen im Vorfeld die theoretischen Hintergründe der NS-Behindertenpolitik aufgezeigt werden. Diese Darstellungen verdeutlichen, auf welchen ideologischen Entwicklungen das
„rassenhygienische Gedankengut“ der Nationalsozialismus aufbaute. Anschließend wird auf die Praxis der NS-Behindertenpolitik in Bezug auf die Hilfsschule eingegangen. Dieses soll deutlich machen, inwiefern die zuvor dargestellten theoretischen Grundlagen vom NS-Regime umgesetzt wurden.
In den letzten Abschnitten wird auf die Bedeutung der Hilfsschule für den Nationalsozialismus eingegangen sowie ein kritischer Blick auf die Rolle des Hilfsschullehrers zur damaligen Zeit geworfen. Zunächst wird hierbei dargestellt, inwiefern die Vertreter der Hilfsschule darum bemüht waren, die Legitimation ihrer Institution im nationalsozialistischen Herrschaftssystem zu verdeutlichen, um anschließend der Fragestellung nachzugehen, welche Ursachen dieses hatte.
2. Darstellung der theoretischen Hintergründe und praktischen
Durchführungen in der NS-Behindertenpolitik
Um die Denk- und Argumentationsstruktur der Mehrheit organisierter Hilfsschullehrer im Nationalsozialismus nachvollziehen zu können, bedarf es einer Darstellung der theoretischen Hintergründe des rassenhygienischen Gedankenguts dieser Zeit. Die Sichtweisen der NS-Behindertenpolitik dürfen hierbei keinesfalls als Erscheinungen verstanden werden, die sich erst im Zuge der „Machtergreifung“ 1933 entwickelten. Ihre Grundlegung und deren Verbreitung erfolgten bereits weitaus früher. Unbestritten ist jedoch die Tatsache, dass sie erst im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt erreichten. Im Folgenden werden die entscheidenden theoretischen Hintergründe der NS-Behindertenpolitik dargestellt. Anschließend wird deren Durchführung in der Praxis beschrieben. Hierbei wird ausführlich auf das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ eingegangen sowie die Formen und Auswirkungen der NS-Euthanasie skizziert.
2.1 Theoretische Hintergründe der NS-Behindertenpolitik
Die theoretischen Grundlagen der NS-Behindertenpolitik stützten sich im Wesentlichen auf die folgenden ideologischen Grundsätze:
• Sozialdarwinismus
• Rassenhygiene
• Eugenik
• Erbbiologie
Diese Theorien werden im Folgenden näher dargestellt. Es sei darauf hingewiesen, dass die Begrifflichkeiten inhaltlich nicht voneinander zu trennen sind.
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Stephan Lange, 2005, Die Funktionen und Aufgaben der Hilfsschule - Eine kritische Betrachtung des Hilfsschullehrers zur Zeit des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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