Inhalt
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Einleitung 03
1 Trends der Bevölkerungsentwicklung 05
2 Die Thematisierung des demographischen Wandels als
politisches Problem 07
3 Die (verkannte) gesellschaftliche Bedeutung der Familie 08
4 Auswirkungen des demographischen Wandels auf Sozialstaat,
Markt und Familie 10
4.1 Kulturelle Dimensionen der Bevölkerungsentwicklung 10
4.2 Strukturelle Dimensionen der Bevölkerungsentwicklung 11
4.2.1 Asymmetrien im Erwerbsleben 11
4.2.2 Asymmetrien zwischen den Generationen 12
4.2.3 Asymmetrien in den Geschlechterverhältnissen 15
4.2.4 Asymmetrien zwischen Eltern und Kinderlosen 17
4.3 Implikationen 19
Schlusswort 21
Quellenverzeichnis 22
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Einleitung
Der demographische Wandel erfreut sich momentan in der Publizistik einer ausgesprochen hohen Aktualität. Mit Metaphern wie der »Vergreisung der Gesellschaft« oder dem »Land ohne Leute« werden Krisenszenarien der gesellschaftlichen Entwicklung an die Öffentlichkeit herangetragen, die in der wissenschaftlichen Debatte häufig einer leidenschaftslosen und nüchternen Analyse weichen müssen. Auch in der Politik finden neuerdings häufiger Argumente Eingang, die sich auf die Bevölkerungsentwicklung berufen. Der demographische Wandel nimmt auf alle gesellschaftlichen Teilbereiche Einfluss, was den öffentlichen Diskurs aber auch Expertendebatten so schwierig macht.
Diese Arbeit soll den Versuch unternehmen darzulegen, worin die eigentliche Problematik der Bevölkerungsentwicklung, für die Bundesrepublik Deutschland, besteht. Die Arbeit soll dabei die Argumente von Wissenschaftlern und Experten aufgreifen und verarbeiten, die zum Thema, im Rahmen einer Vortragsreihe am Institut für Soziologie und Demografie der Universität Rostock, in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll-Stiftung, Gastvorträge hielten.
Das erste Kapitel liefert anhand einiger Daten einen kurzen Überblick über die Bevölkerungsentwicklung und zeigt ihre vermeintliche Wirkungsrichtung an. Das zweite Kapitel wird einige Ansätze nennen, die eine Erklärungskraft für die relativ späte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Bevölkerungsentwicklung haben. Im dritten Kapitel soll ein Bewusstsein geschaffen werden, für die Relevanz der Familie als kleinste gesellschaftliche Einheit, soll auf Leistungen hingewiesen werden, die in der meist ökonomisch dominierten Perspektive zu kurz kommen oder gar übersehen werden. Dieses Kapitel bildet ein wichtiges Fundament für die folgenden Kapitel. Kapitel vier widmet sich etwas umfangreicher den Folgen der Bevölkerungsentwicklung für die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Zunächst werden im ersten Unterteil die kulturellen Dimensionen des demographischen Wandels skizziert. Der zweite Unterteil soll strukturelle Dimensionen aufzeigen.
Letzterer soll in verschiedenen Teilkapiteln auf die vorhandenen Ungleichgewichte in der Arbeitswelt, zwischen jungen und alten Menschen, in den Geschlechterverhältnissen und zwischen Kinderlosen und Eltern, aufmerksam machen.
Ein dritter Unterteil des vierten Kapitels wird die Grundaussagen der Vorträge, bezüglich der Problematik des demographischen Wandels, noch einmal kurz zusammenfassen und einen
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Bezug zur gegenwärtig verfolgten Politik herstellen um zu zeigen, inwieweit das Wissen und die Argumentation der Experten berücksichtigt wird.
Das Schlusswort wird die Vorträge noch einmal auf eine einzelne Aussage reduzieren und einige abschließende Gedanken beifügen.
Grundlage und wesentliche Referenzgruppe der Arbeit ist, wie schon angemerkt, die Vortragsreihe: Bevölkerung, Geschlecht und Politik, der Demographische Wandel als „Problem“, in Zusammenarbeit der Heinrich Böll-Stiftung und der Universität Rostock. Als Basisliteratur diente außerdem eine erst kürzlich erschienene Publikation von Xaver Kaufmann. Des Weiteren fand auch statistisches Datenmaterial Eingang in die Arbeit. Genauere Angaben sind dem Quellenverzeichnis zu entnehmen.
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1 Trends der Bevölkerungsentwicklung
Während die Weltbevölkerung bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts gewachsen ist, ist das einundzwanzigste Jahrhundert bereits von Schrumpfungsprozessen gekennzeichnet. Zwar wächst die Weltbevölkerung insgesamt weiter, dies tut sie aber viel langsamer als in der Vergangenheit. Auch von demografischer Alterung sind heute nahezu alle Gesellschaften betroffen, auch in Entwicklungsländern, weil weltweit die Fruchtbarkeitsraten sinken. Die modernen Gesellschaften (dazu zählen heute auch die Transformationsländer des ehem. Ostblocks) sind jedoch in einzigartiger Weise von demographischen Veränderungen betroffen. Ihre Geburtenraten zählen zu den niedrigsten weltweit, gleichzeitig sinken die Mortalitätsraten aufgrund der steigenden Lebenserwartung von Männern und Frauen. Kurz: die Bevölkerungen aller modernen Gesellschaften schrumpfen. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man zunächst der Annahme erliegen, eine schrumpfende Bevölkerung bedeute die Zunahme des individuellen Wohlstands weil sich das Volkseinkommen auf weniger Köpfe verteile und der Konkurrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt unter günstigeren Bedingungen für nachwachsende Generationen ausgetragen werden kann. Mit Nichten! Die Geburtenraten haben sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast halbiert, die Lebenserwartung dagegen seit Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts mehr als verdoppelt (bpb 2004: 17). Im Jahr 2050 wird die Zahl der über 60-jährigen drei Mal so hoch sein wie die der unter 20-jährigen (Abb. I) (ebd. 22). Bereits heute ist über die Hälfte aller Menschen in der Bundesrepublik Deutschland älter als vierzig Jahre (Goldmann). Der Fortgang dieser Entwicklung führt zu der Schlussfolgerung dass unter gegebenen Bedingungen der Versorgungsaufwand für die über 60 Jährigen und Älteren „pro Kopf eines Menschen in der Altersgruppe 20 bis unter 60 um mehr als das Doppelte gesteigert werden müsste“ (bpb 2004: 22). Kurzfristig wird das Arbeitsangebot steigen, mehr ältere Arbeitnehmer werden sich anbieten, langfristig wird es jedoch an qualifiziertem und innovativem Rekrutierungspotential fehlen. Als eine besondere Krise ist bereits die steigende Nachfrage nach stationärer und ambulanter Krankenpflege sowie ausreichender medizinischer Versorgung absehbar, die einem rasch schwindenden Fachkräftepersonal gegenübersteht (Goldmann) 1 . Ein Bevölkerungsrückgang beeinträchtigt das Wirtschaftswachstum, wirtschaftliche Stagnation führt vor dem Hintergrund sich verschiebender Generationenverhältnisse zu lohn- und sozialpolitischen Verteilungskonflikten (vgl. Kaufmann 2005: 61). Der demographische Wandel ist inzwischen nicht mehr von der
1 Monika Goldmann zeigt anhand von statistischen Kennzahlen, dass insbesondere Pflegekräfte, trotz
entsprechender Qualifikation, überdurchschnittlich früh aus ihrem Beruf aussteigen (2005).
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Hand zu weisen, er erzeugt Handlungsdruck, stellt aber keine Ressourcen bereit. Aus rein liberaler Perspektive ist der demografische Wandel dann unproblematisch, wenn das zu erwartende Wegbrechen der Nachfrage durch einen höheren Grad technologischen Fortschritts kompensiert werden kann. Die Marktkräfte finden die jeweils optimale Lösung. Diese Perspektive vernachlässigt aber wohlfahrtspolitische und sozioökonomische Gesichtspunkte, derer Einbeziehung sich die Politik nicht länger verschließen kann. Die alternden Gesellschaften aller Wohlfahrtsstaaten müssen sich die Frage stellen, an wen sie ihre Ansprüche richten wenn große Teile aus der Erwerbstätigkeit austreten und die staatlichen Umverteilungssysteme nicht auf die Leistungen nachwachsender Generationen zurückgreifen können. Das solide Fundament der Nachfrage, ginge den auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaften langfristig verloren, in dessen Folge Investitionsschwächen und Wirtschaftskrise zu steigender Arbeitslosigkeit führen, argumentiert Kaufmann (2005: 65ff). Das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und nicht mehr Erwerbstätigen erfährt eine Asymmetrie, die auch die Erfüllung öffentlicher Aufgaben nicht mehr gewährleisten kann. Abbildung I
Quelle: bpb; Informationen zur politischen Bildung; 2004
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Arbeit zitieren:
Bachelor Patrice Jaeger, 2006, Was ist eigentlich problematisch am demographischen Wandel?, München, GRIN Verlag GmbH
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Patrice Jaeger's Text Was ist eigentlich problematisch am demographischen Wandel? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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