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Inhalt
1 EINLEITUNG 2
2 UNTERSCHIEDE THEATER UND FILM ALLGEMEIN 4
3 ZUCKMAYERS INTENTIONEN. 6
3.1 GENERAL HARRAS 6
3.2 ODERBRUCH. 7
3.3 HARTMANN 8
4 KÄUTNERS FILM DES TEUFELS GENERAL (1955) 9
4.1 DIE GESTAPOHAFT VON HARRAS 9
4.2 DIE FIGUR ODERBRUCH 10
4.3 KLEINERE ÄNDERUNGEN 11
5 CASTORFS THEATERINSZENIERUNG DES TEUFELS GENERAL
(1996) 14
5.1 GENERALIN HARRAS? 15
5.2 DIE VERFREMDUNG. 16
6 FILM UND THEATERSTÜCK IM VERGLEICH. 18
7 SCHLUSSBETRACHTUNG 20
8 LITERATURVERZEICHNIS 22
Des Teufels General ist ein Drama in drei Akten, das 1942 von Carl Zuckmayer im Exil geschrieben wurde. Anstoß für die Figur des General Harras war das Schicksal von Zuckmayers Freund, dem deutschen Fliegergeneral Ernst Udet, der Selbstmord beging. Dies wurde jedoch von den Nationalsozialisten als Unfall vertuscht. Die Uraufführung von Des Teufels General in Zürich im Jahr 1946 mit Gustav Knuth in der Rolle des Harras war ein großer Erfolg in den ersten Nachkriegsjahren. Die Menschen sahen sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und viele konnten sich mit dem jungen Hartmann identifizieren, dessen Glaube an den Nationalsozialismus durch das Beobachten eines Vertilgungskommandos in Polen tief erschüttert wird. Das Stück beinhaltet keine klare Schwarz-Weiß-Malerei, abgesehen von dem BDM-Mädchen Pützchen, das allzu sehr dem Bild eines ‚Herrenmenschen’ gleicht. Trotzdem wurde das Drama nicht immer begeistert aufgenommen. Vor allem die Gestalt des Widerstandskämpfers Oderbruch, der das Leben von Freunden und Landsleuten aufs Spiel setzt um das Regime zu schädigen, wurde kontrovers diskutiert. Das veranlasste Zuckmayer dazu, in Absprache mit dem Regisseur Helmut Käutner, die Figur Oderbruch in der Verfilmung des Dramas weniger problematisch darzustellen.
Im Jahr 1996 griff der Theaterintendant Frank Castorf Zuckmayers Drama wieder auf und versuchte den Mythos vom missbrauchten deutschen Soldaten auszuhebeln. Durch einen Geschlechter- und Rollentausch trieb er das Stück ins Groteske. In einer dreistündigen Inszenierung fand der Zuschauer sich fern der Heimat in einem Raumschiff oder auf dem Mond wieder 1 , von wo aus er die Erde und die Kriegsgeschehnisse nur noch auf einer großen Leinwand verfolgen konnte. Castorf versuchte das Drama durch eine Neuinszenierung auch in der heutigen Zeit interessant zu machen.
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Diese Inszenierung bewegt sich in ihrer ästhetischen und inhaltlichen Ausprägung über den Erkenntnishorizont des Entstehungsjahres 1942 und des Jahres 1955, in welchem der Film erschien, hinaus.
Im Folgenden werden der Film von Helmut Käutner und die Inszenierung von Frank Castorf genauer in Augenschein genommen und einige Unterschiede des Films und der Theaterinszenierung erarbeitet. Zusätzlich wird auch Zuckmayers Drama zur Verdeutlichung der Veränderungen in den Vergleich mit einbezogen. Die Basis für den Vergleich liefern einige Erkenntnisse aus der Medientheorie zur Unterscheidung der zwei Medien Theater und Film. Zusätzlich wird noch auf die Absichten des Autors Carl Zuckmayer eingegangen, die teilweise die Konstruktion des Dramas an sich erklären, ebenso wie deren Umsetzung im Film.
Die ursprüngliche Wortbedeutung des Theaters lässt sich aus dem griechischen ‚theatron’ und lateinischen ‚theatrum’ ableiten, was so viel wie ‚Schauplatz’ bedeutet und ursprünglich mehr den Zuschauerplatz als den Spielort bezeichnete. 2 Die Unterschiede zwischen Theater und Film sind vor allem auf die Nähe zum Publikum zurückzuführen. Das Theater gehört neben anderen Veranstaltungen wie ein Konzert, eine Zirkusvorstellung oder eine Sportveranstaltung in eine Kategorie von Veranstaltungsformen, die sich alle durch ihre Unmittelbarkeit auszeichnen. Diese Unmittelbarkeit wird einerseits erzeugt durch die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger in Form einer Interaktion. Andererseits wird sie auch durch die Synchronie von Raum, Zeit und Ort realisiert. Die Synchronie wird benötigt, um den unmittelbaren Kontakt zwischen der Aktion auf der Bühne und dem Zuschauer herzustellen. Diese Simultaneität ist beim Kino und Fernsehen nicht gegeben. Hier trennen Raum, Zeit und Ort den Sender vom Empfänger. Aufgrund dieser Trennung macht das Spiel vor der Filmkamera das Wiederholen von Sequenzen möglich. Zusätzlich zeigt die Filmkamera niemals alles, sondern oftmals nur Ausschnitte der Handlung wie z.B. eine Nahaufnahme eines Gesichts oder Ähnliches. Im Theater dagegen ist immer die ganze Szene präsent und somit auch der ganze Mensch mit all seinen Bewegungen und Mimiken. Dadurch wird beim Zuschauer das Gefühl der Wirklichkeit durch die reale Anwesenheit des Schauspielers hervorgerufen. Ein weiterer Unterschied offenbart sich in der Wirkung auf die Sinne. Im Theater können zusätzliche Mitteilungsformen eingesetzt werden, die beim Film nicht zur Verfügung stehen. Der Seh- und Gehörsinn ist beiden Umsetzungen zugänglich, der Geruchs- und Tastsinn jedoch nur dem Theater. Zusätzlich kann eine Theateraufführung Teile eines Films enthalten, während sich der Film nicht des unmittelbaren Theaters bedienen kann. Auch der Zuschauerraum ist ein Ausdrucksmittel, das nur dem Theater zugänglich ist.
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Durch die Wahl der Spielorte können beim Zuschauer Empfindungen hervorgerufen werden, die einer filmischen Umsetzung versagt bleiben, da der Zuschauer eines Films sich niemals in der gleichen Umgebung wie der Schauspieler befindet.
Ein Film ist ein Ereignis, das sich jederzeit wiederholen lässt und die Art der Darstellung bleibt dabei immer dieselbe. Eine Theateraufführung ist einmalig, denn in jeder Aufführung spielt der Schauspieler seine Rolle etwas anders. Demnach ist ein Film ein vollendetes Produkt und eine Theateraufführung nicht. Ein Film kann seine technischen Grenzen nicht überschreiten, trotzdem kann sich die Interpretation eines Films im Laufe der Zeit verändern. Der Nachteil des Films ist, dass die Unmittelbarkeit fehlt, er hat jedoch den Vorteil außergewöhnliche Effekte, spektakuläre Ortswechsel oder das Festhalten von Szenen darstellen zu können. Das Publikum bleibt beim Film ausgespart, wohingegen es im Theater eine notwendige Voraussetzung und oftmals auch die Mitgestaltung eines Theaterstücks ausmacht. Es gibt beispielsweise Stücke, in die das Publikum einbezogen wird oder in denen ein Schauspieler plötzlich mitten unter den Zuschauern auftaucht und sie dadurch das Geschehen bewusster erleben lässt. Dabei werden die Grenzen zwischen Publikum und Schauspielern überschritten oder teilweise sogar ganz aufgehoben. 3
Arbeit zitieren:
Bianca Stärk, 2005, Das Drama 'Des Teufels General' als Film (1955) und als Theaterinszenierung (1996), München, GRIN Verlag GmbH
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Sehr sehr gut
am Tuesday, October 28, 2008-