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Die folgenden Ausführungen beschäftigen sich mit der Entstehung und Entwicklung von innovativen Agglomerationsräumen. Dazu werden die beiden US-amerikanischen Industriecluster Silicon Valley und Route 128 miteinander verglichen und die räumlichen Entwicklungsunterschiede dargestellt. Es wird dabei hauptsächlich auf die empirischen Arbeiten von AnnaLee Saxenian eingegangen.
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1. Einleitung. 1
2. Cluster - oder warum Konkurrenten gerne Nachbarn sind. 2
3. Die historische Entwicklung zweier US-amerikanischer Industriecluster 3
3.1 Amerikas Technologie-Autobahn: Die Route 128. 3
3.2 Das Tal der VWDUWXSV: Das Silicon Valley. 4
4. Die Ursachen der räumlichen Entwicklungsunterschiede im Silicon Valley und
entlang der Route 128. 5
4.1. Die Organisationsstruktur: Netzwerk versus Abgeschlossenheit. 5
4.2. Das Humankapital: Gründerkultur versus Traditionen. 7
4.3. Weitere raumdifferenzierende Faktoren. 9
5. Die negativen Folgen der Agglomeration. 10
6. Fazit: Die Lehren für die Zukunft. 11
Anhang: Abbildungen. 13
Literaturverzeichnis. 16
II
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Abb. 1: Region Greater Boston.
Abb. 2: Die am schnellsten wachsenden Unternehmen der USA 1985-1990.
Abb. 3: Region San Francisco
Abb. 4: Hochtechnologie-Beschäftigte Silicon Valley und Route 128 1959-1990.
Abb. 5: Wagniskapital in Nord-Kalifornien und Massachusetts 1981-1989.
III
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In den 1970er Jahre rückten, ausgelöst durch die Expansion und den wirtschaftlichen Boom des Silicon Valley, Agglomerationen von innovativer Hochtechnologie verstärkt in den Focus von Wissenschaftlern und Raumplanern. Es entwickelten sich eine Reihe von Erklärungsansätzen für die Entstehung dieser sog. Industriecluster, die überwiegend auf raumdifferenzierenden Faktoren oder Vorteile in der Produktion basierten 1 . Der in meiner Arbeit beschriebene Ansatz beruht auf den empirischen Untersuchungen von SAXENIAN [1994]. Saxenian geht davon aus, dass diese traditionellen mikroökonomischen Ansätze nicht mehr ausreichend sind, um die Entwicklung innovativer Agglomerationen, zu erklären. Vielmehr wird die Entstehung innovativer Regionen mit Hilfe eines kollektiven, dynamischen Prozesses vieler Akteure in einer Region, die ein Netzwerk synergieerzeugender Verflechtungen bilden, erklärt. Durch die regionale Zusammenarbeit verschiedenartiger Akteure, wie Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Politik und Verwaltung entsteht ein günstiges Umfeld für Innovationen und es verbessert sich die Anpassungsfähigkeit der lokalen Wirtschaft an sich verändernde globale Rahmenbedingungen. Das herausragendste Beispiel für solche komplexen innovativen Netzwerke ist das Silicon Valley in Kalifornien.
Im Rahmen meiner Arbeit werde ich zunächst erläutern, was im Allgemeinen unter einem Cluster verstanden wird. Die Ausführungen Saxenians werde ich dann anhand eines Vergleiches zwischen dem Silicon Valley und der Route 128 verdeutlichen. Im dritten Kapitel werde ich zunächst darlegen, dass eine divergierende historische Entwicklung in den beiden betrachteten Clustern zu beobachten war, um im vierten Kapitel zu erläutern, warum sich diese Regionen so unterschiedlich entwickelt haben und dabei insbesondere die Wichtigkeit eines funktionsfähigen Netzwerkes herausstellen. Hierbei weiche ich leicht von den Ausführungen von SAXENIAN [1994] ab, indem ich den Vergleich in die Punkte Organisationsstruktur, Humankapital und weitere raumdifferenzierende Faktoren gliedere und dann bei jedem dieser Punkte die Unterschiedlichkeiten erläutere. Im fünften Kapitel werde ich, bezugnehmend auf die Ausführungen von SAXENIAN [1985], auf die negativen Agglomerationseffekte eingehen, um im Fazit ein zusammenfassendes Bild der Industriecluster zu zeichnen und die sich laut Saxenian daraus ergebenen zukünftigen politischen Implikationen darzustellen.
1 Für eine weitergehende Beschäftigung mit den Theorien verweise ich auf STERNBERG [1995] Kap. 3.
1
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Nach herrschender Meinung sind Cluster, wie z.B. PORTER [2000] ausführt, Anballungen verschiedener Unternehmen miteinander verwandter Industrien in geographisch begrenztem Raum. Jeder Cluster stützt sich auf seine regionalen Besonderheiten. Dies kann die geographische Lage, das soziale oder wirtschaftliche Klima, rechtliche Voraussetzungen oder die politische Situation beinhalten. Um Wettbewerbsvorteile zu schaffen, sind Unternehmen gezwungen, sich den Umweltbedingungen anzupassen. Durch Interaktion von Unternehmen, Institutionen und Arbeitskräften werden die Unsicherheiten während technologischer Paradigmenwechsel reduziert. Dieses erfolgreiche Wechselspiel erzeugt eine synergetische Dynamik. Die Produzenten erzielen Agglomerationsvorteile, indem sie auf einen großen Pool von Produktionsfaktoren gemeinsam zugreifen, wie Infrastruktur und Dienstleistungen, den Arbeitsmarkt, spezialisierte Zulieferer und technisches Wissen. Das Erfolgsrezept von Clustern ist eine aktive Interdependenz von Wettbewerb und Kooperation. Die räumliche Nähe erleichtert die intensive Zusammenarbeit und den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen, aber auch zwischen den Unternehmen und dem öffentlichen Sektor. Am erfolgreichsten, so die Kernaussage Saxenians, sind die Cluster, in denen die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den Unternehmen mit Hilfe von Netzwerken geschieht. Diese Netzwerke sollten nicht nur in den Unternehmen existent sein, sondern das ganze Cluster umspannen. Vom innovativen Cluster abgegrenzt wird das innovative Milieu. Hierbei werden auch regionsbezogene Verflechtungen verschiedenartiger Industrien verstanden, die z.B. innerhalb einer Stadt auftreten und dabei zusätzlich wirtschaftssoziologische Aspekte mit in die Überlegungen einbezogen. Der Milieu-Gedanke wurde Mitte der 1980er Jahre von Regionalökonomen der GREMI-Gruppe entwickelt 2 . In beiden Ansätzen wird jedoch versucht zu erklären, welche Faktoren bei der Entstehung von innovativen Agglomerationen eine Rolle spielen. Das Silicon Valley und die Route 128 sind zwei klassische Beispiele für Industriecluster. Nach SAXENIAN [2000] sind sie sich selbst verstärkende Agglomerationen verschiedener Unternehmen der gleichen Branche und gekennzeichnet durch eine extrem hohe Konzentration von technischem Wissen, Wagniskapital, hoch spezialisierten Zulieferern und Dienstleistern. Die hervorragende Infrastruktur und die Diffusion von Wissen, die durch die räumliche Nähe Nähe zu bedeutenden Universitäten verstärkt wird, prägen in entscheidender Weise diese Regionen. Durch einen Vergleich zwischen dem Silicon Valley und der Route 128 lässt sich jedoch
2 Für ausführlichere Beschreibungen verweise ich auf Maillat [1998]
2
Arbeit zitieren:
Thorsten Wilke, 2002, Agglomeration und Innovation am Beispiel zweier amerikanischer Industriecluster, München, GRIN Verlag GmbH
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