Inhalt:
1. Einleitung 2
2. Gesellschaftliche Bedingungen für Generationenbeziehungen 3
3. Die Verlängerung der Lebensspanne und die Gestaltung des Alterns 5
4. Geburtenrückgang und die Lebensphase der Kindheit 8
4.1 Ursachen für den Geburtenrückgang 8
5. Die Lebensphasen und ihre Bedeutung für Generationenbeziehungen 11
5.1 Die Kindheit 11
5.2 Die mittlere Lebensphase 12
5.2.1 Eheschließung und Ehescheidung 12
5.2.2 Erwerbstätigkeit und Familientätigkeit. 14
6. Bevölkerung nach Lebensformen. 16
7. Altersaufbau und gemeinsame Lebensspanne der Generationen. 18
8. Fazit 20
Quellen : 22
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1. Einleitung
Generationenbeziehungen sind kein Phänomen moderner Gesellschaften, sondern sie existieren vielmehr seit Menschengedenken. In den letzten Jahrzehnten hat es sich die Soziologie unter anderem zur Aufgabe gemacht, demographische Aspekte dieser Beziehungen näher zu untersuchen. Auf diese Weise rückt die Bedeutung von Generationenbeziehungen zunehmend in den Focus kultureller und politischer Aufmerksamkeit.
Im Buch „Generationenbeziehungen in Familie und Gesellschaft“ von Kurt Lüscher und Ludwig Liegle findet sich folgende Definition zu dieser Thematik. „Das Konzept der Generationenbeziehungen bezeichnet wechselseitige, rückbezügliche Prozesse der Orientierung, der Beeinflussung, des Austausches und des Lernens zwischen den Angehörigen von zwei und mehr Generationen (intergenerationelle Beziehungen) sowie innerhalb ein und derselben Generation (intragenerationelle Beziehungen). Form und Dynamik von Generationenbeziehungen ergeben sich aus der Erfüllung von institutionell vorgegebenen Aufgaben, eingeschlossen die Gestaltung der Beziehungen als solche.“ (Lüscher & Liegle 2003, Seite 60)
Francois Höpfinger definiert für den demographischen Wandel der Generationen wie folgt: „ Die Lebenserwatung der schweizerischen Bevölkerung hat sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts deutlich erhöht, und die Menschen von heute können damit rechnen, alt und oft seht alt zu werden.“ (www.generationen.ch)
Höpfinger stellt fest, dass auf Grund des demographischen Wandels die Beziehungen zwischen den Jahrgängen länger erhalten bleiben. Demzufolge werden früher eher seltene Familienkombinationen häufiger. Zum Beispiel könnte eine vierzigjährige Frau gleichzeitig einen heranwachsenden Sohn, eine neugeborene Enkeltochter und betagte Eltern haben. Heutzutage erleben Frauen und Männer den Tod ihrer Eltern oftmals erst im fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt. Daraus folgt, dass sich die gemeinsame Lebenszeit von Großeltern und Enkelkindern weiter ausgedehnt. Zumindest bis ins Teenageralter sind häufig noch alle Großeltern am Leben. Genauso können heutige Kinder erhoffen, dass zumindest die Großmutter ihre Volljährigkeit miterlebt. Dadurch sind Drei-Generationen-Beziehungen, die früher aus demographischen Gründen nicht denkbar waren, überhaupt erst möglicht geworden. (vgl. www.generationen.ch)
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In dieser Arbeit sollen die Konsequenzen der demographischen Aspekte auf Generationenbeziehungen erörtert werden, da diese Thematik immer mehr das öffentliche Interesse weckt. Im ersten Kapitel werden die gesellschaftlichen Bedingungen für Generationenbeziehungen betrachtet, um anschließend im zweiten Kapitel über die Verlängerung der Lebenserwartung und die Gestaltung des Alterns zu berichten. Dabei werde ich näher auf den Geburtenrückgang in den letzten hundert Jahren sowie den Lebensabschnitt der Kindheit und die mittlere Lebensphase eingehen. Abschließend werde ich den Altersaufbau und die gemeinsame Lebensspanne der Generationen näher beleuchten.
2. Gesellschaftliche Bedingungen für Generationenbeziehungen
Die Bevölkerungsdynamik schafft wichtige Bedingungen für das Entstehen von Generationen und deren Beziehungen. Die Bevölkerungsdynamik entsteht aus der Entwicklung der Geburten, der Sterbefälle und den Wanderungsbewegungen. Mit ihrer Hilfe werden der Altersaufbau und das zahlenmäßige Verhältnis der Altersgruppen in der Bevölkerung bestimmt. Im Zeithorizont der letzten drei Jahrhunderte lässt sich folgende Bevölkerungsentwicklung zusammenfassen:
Erstens kommt es zu einer humanitären Verbesserung der Lebensverhältnisse und diese führten schrittweise zum Rückgang der Mortalität, Anstieg der Fertilität und einer Steigerung der Lebenserwartung.
In den letzten Jahrzehnten besserte sich die Lebenserwartung älterer Menschen enorm. Auf diese Weise weitet sich die gemeinsame Lebensspanne zwischen Alt und Jung aus. Ein zweiter Aspekt betrifft die einzelnen Lebensabschnitte. Diese haben an sozialer Gestalt gewonnen. Es wurden gesellschaftliche Regelungen getroffen und Organisationen für verschiedene Altersgruppen gegründet. Beispiele hierfür sind: die
Kinderschutzorganisationen, die Einführung der Schulpflicht und die damit verbundene Abschaffung der Kinderarbeit oder die Ruhestandsregelungen und die dadurch entstandene Institution der Altenpflege. Unter diesen Gesichtspunkten finden auch die mittleren Lebensphasen Beachtung. (vgl. Lüscher & Liegle 2003, Seite 66)
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Im dritten Punkt wäre zu nennen, dass: „Angesichts der Akzentuierung der Altersgruppen und Altersrollen sowie der längeren gemeinsamen Lebensspanne, gewinnen in der Öffentlichkeit die Beziehungen zwischen den Generationen in der Gesellschaft, in den Organisationen und in den Familien von Bedeutung.“ (Lüscher & Liegle 2003, Seite 66) Ein weiterer Aspekt ist in der Änderung der Geschlechterrollen, beziehungsweise dem sozialen und kulturellen Wandel und dem damit zusammenhängenden Verständnis der Geschlechterdifferenz zu finden. Die Forderung lautet hierbei, dass es keine soziale oder politische Ungleichheit geben darf. Dies wird allerdings nicht in allen Kulturen und Gesellschaften dieser Welt anerkannt, was zum Beispiel an den Religionen des Hinduismus oder des Islams sichtbar wird.
Die Qualität und Quantität der Lebensformen hat sich maßgeblich verändert, sie haben in Anzahl und Vielschichtigkeit zugenommen. „Es bestehen auch systematische Unterschiede in der Verteilung nach Region, Stadt und Land sowie Bevölkerungsgruppen, hinsichtlich von Religion, Brauch und Sitte sowie als Folge von Zu- und Abwanderung.“ (Lüscher & Liegle 2003, Seite 67) Weiterhin hat sich der Informationsfluss in unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten enorm erhöht. Ob durch Massenmedien wie Fernsehen, Radio, Internet sind oder Kommunikationsmedien wie Telefon, E-Mail, SMS, Informationen sind weltweit schnell und einfach zugänglich.
Die Suche nach individuellen und kollektiven Sinngebungen sowie nach Möglichkeiten für die Identitätsbildung, erhöht letztlich die Mannigfaltigkeit privater Lebensformen und individueller Lebensläufe. „Die daraus entstehenden Anforderungen, zusammen mit Unwägbarkeiten und den Zufälligkeiten der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung bilden indessen auch den Nährboden für gesellschaftliche Widersprüche und persönliche Ambivalenzen. Ihre Pole sind: Autonomie und Dependenz, Nähe und Ferne, Beharren und Verändern, Geborgenheit und Bindungsunsicherheit. Als eine wichtige Konsequenz ergibt sich, dass soziale Institutionen, insbesondere Ehe und Familie, primär unter pragmatischen Gesichtspunkten betrachtet werden, d.h. im Hinblick auf die damit für den Einzelnen verbundenen Aufgaben und Leistungen sowie deren lebenspragmatischen Nutzen.“ (Lüscher & Liegle 2003, Seite 67-68) Den beiden Autoren zufolge haben sich Normen und Werte in der Gesellschaft zunehmend verändert. Es ergeben sich Widersprüche zwischen dem individuellen Drang nach Selbstverwirklichung und dem Zwang gesellschaftlich auferlegten Normen und Werten gerecht zu werden.
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3. Die Verlängerung der Lebensspanne und die Gestaltung des Alterns
Die Lebenserwartung hat sich in den letzten hundert Jahren nahezu verdoppelt und soll laut Prognosen weiter steigen. K. Lüscher und L. Liegle untermauern den Sachverhalt in ihrem Buch „Generationenbeziehungen in Familie und Gesellschaft“ mit Hilfe der folgenden Statistik: „In Deutschland hatte ein neugeborenes Mädchen, das im Jahre 1901/1911 geboren wurde, eine durchschnittliche Lebenserwartung von 43,3 Jahren, ein Junge eine solche von 44,8 Jahren. Am Ende des Jahrhunderts (1997/1999) liegt sie bei 80,6 Jahren bzw. 74,4 Jahren, 2020 wird sie den zurückhaltenden Annahmen des Statistischen Bundesamtes zufolge 82,6 Jahre bzw. 76,2 Jahre betragen.“ (Lüscher & Liegle 2003, Seite 70) Im Vergleich zu Deutschland wurden in der Schweiz im Jahre 2001 folgende Zahlen ermittelt: Frauen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 82,8 Jahren und Männer von 77,2 Jahren.
Die Werte sind etwas höher als in Deutschland. Die Gründe hierfür könnten sehr vielfältig sein, zum Beispiel die gesündere Lebensführung in der Schweiz. Beide Statistiken belegen, dass die Lebenserwartung im Gegensatz zu Früher stark gestiegen ist. Bei näherer Betrachtung des Sachverhaltes fällt auf, dass sich noch in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts die vorherrschende Anzahl der Sterbefälle auf jüngere Altersgruppen, also Säuglinge und Kleinkinder, bezog. Der Tod eines alten Menschen war vergleichsweise selten. Laut Mortalitätsrate waren weniger als ein Zehntel der Verstorbenen älter als 75 Jahre. (vgl. Lüscher & Liegle 2003, Seite 71)
Im Datenreport 2002 finden sich folgende Zahlen dazu: „In Deutschland werden jedes Jahr weniger Kinder geboren als Menschen sterben. Im Jahr 2001 wurden 94000 mehr Sterbefälle als Lebendgeborene gezählt.“ (Datenreport 2002, Seite 38)
Entsprechend verschiebt sich der Altersaufbau unserer Gesellschaft. Besonders deutlich wird dies mit Hilfe des Sozialberichts 2001 aufgezeigt: „Die Altersstruktur der Bundesrepublik Deutschland wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter deutlich verändern. So verringert sich der Anteil der Jüngeren, unter 20-Jährigen, von heute rund 21% auf rund 16% im Jahre 2050, dagegen erhöht sich der Anteil der 60 Jahre und älteren Frauen und Männer von rund 22% auf 36% spürbar.
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Arbeit zitieren:
Dana Sadler, 2004, Demographische Aspekte der Generationenbeziehungen, München, GRIN Verlag GmbH
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