Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zum Begriff der Suburbanisierung 4
2.1 Formen der Suburbanisierung 4
2.2 Sonderformen der Suburbanisierung 5
3. Die Ursachen der Suburbanisierung 6
4. Die Entwicklung der Suburbanisierung in Deutschland 8
4.1 Von der Industrialisierung bis zur Nachkriegszeit 8
4.2 Die 60er und 70er Jahre 9
4.3 Die 80er und 90er Jahre 11
4.4 Die Entwicklung in Ostdeutschland 12
5. Die Folgen und Probleme des Suburbanisierungsprozesses 14
5.1. Die ökonomischen Folgen 14
5.2 Die soziostrukturellen Folgen 15
5.3 Die ökologischen Folgen 16
6. Gegensteuerungsmöglichkeiten 17
7. Zusammenfassung 19
Literaturverzeichnis 21
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1. Einleitung
Am 14. Juli dieses Jahres beschloss die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf, durch den die Eigenheimzulage für Neuverträge vom kommenden Jahr an komplett gestrichen werden soll. Dies löste den zu erwartenden Protest der Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter des Baugewerbes aus, die negative wirtschaftliche Folgen für den Bausektor befürchten. Umweltverbände begrüßten die Streichung dieser Subvention hingegen, da diese ohnehin nur die zunehmende Flächenversiegelung und Zersiedelung der ländlichen Gebiete fördere. Der Eigenheimzulage wird also eine Wirkung unterstellt, deren Folgen unterschiedlich bewertet werden. So soll sie die Entstehung von Eigenheimen fördern, womit eine Ausdehnung der Siedlungen im Umland der Ballungszentren verbunden ist. Doch ob diese Einzelsubvention wirklich zusätzliche Bautätigkeit erzeugt und somit einen Effekt auf die Siedlungsexpansion hat, ist offen. Im Folgenden sollen nicht die Wirkungen dieser Einzelsubvention evaluiert werden. Vielmehr geht es um die Frage, ob der Prozess der Stadt-Umland-Wanderung überhaupt steuerbar ist. Dies erfordert zunächst eine Begriffsbestimmung und die Betrachtung des Prozesses der Suburbanisierung. Im dritten Kapitel werden dann die Ursachen der Stadt-Umland-Wanderung dargestellt. Anschließend wird die Entwicklung in Deutschland aufgezeigt. Diese beginnt mit der Industrialisierung Preußens im 19. Jahrhundert und endet im heutigen wiedervereinigten Deutschland. Im fünften Kapitel werden die ökonomischen, soziostrukturellen und ökologischen Folgen des Suburbanisierungsprozesses thematisiert. Die daraus resultierenden Probleme erfordern Gegenmaßnahmen. Eine Auswahl von sinnvollen Möglichkeiten der Gegensteuerung wird abschließend präsentiert und im Einzelnen erläutert.
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2. Zum Begriff der Suburbanisierung
Laut Friedrichs (1995: 11) versteht man unter Suburbanisierung die Verlagerung von Nutzungen und Bevölkerung aus der Kernstadt, dem ländlichen Raum oder anderen metropolitanen Gebieten in das städtische Umland bei gleichzeitiger Reorganisation der Verteilung von Nutzungen und Bevölkerung in der gesamten Stadtregion des metropolitanen Gebiets.
Dieser Prozess der Verlagerung bezieht sich räumlich auf das metropolitane Gebiet, dessen Zentrum der Stadtkern bildet. Von diesem ausgehend findet eine Verlagerung in das umliegende Gebiet statt, das Umland. Beide Flächen werden durch die administrative Grenze des Stadtkerns voneinander getrennt. Ein Zusammenhalt ergibt sich aus einer gegenseitigen funktionalen Abhängigkeit der Bereiche voneinander, z.B. durch Pendlerverflechtungen. Die äußere Grenze des Umlands beginnt dort, wo diese funktionale Verbindung verschwindet. Eine weitere Möglichkeit der Grenzziehung stellt die Bildung von konstanten Entfernungszonen um die Kernstadt oder das Heranziehen der an dem Umland anliegenden Landkreise als Grenze dar (vgl. Friedrichs 1995: 100). Der Wanderung aus anderen Gebieten als dem Stadtkern in den suburbanen Raum wurde in der Theorie bislang wenig Einfluss auf den Suburbanisierungsprozess attestiert. Neueren Studien zufolge wächst der Anteil dieser Migration aber (vgl. Aring 1999: 283). Friedrichs Definition impliziert eine weitere Facette der Suburbanisierung. Mit einer Verlagerung von Bevölkerung und Nutzungen in den suburbanen Raum ist gleichzeitig eine Neuordnung der Verteilung dieser im gesamten metropolitanen Gebiet verbunden. In diesem Zusammenhang kann man zwischen unmittelbaren und mittelbaren Dekonzentrationen, also Verlagerungen als solche und Erscheinungen als Folge von Verlagerungen unterscheiden (vgl. Friedrichs/v. Rohr 1975: 29).
2.1 Formen der Suburbanisierung
Die oben beschriebene Entwicklung bezieht sich nicht nur auf die Bevölkerung. Sie lässt sich vielmehr in mehre Teilprozesse gliedern, die sich teilweise gegenseitig beeinflussen können. Neben den Privathaushalten sowohl der sekundäre als auch der tertiäre Sektor beteiligt. Daraus ergeben sich die Begriffe Wohn-, Industrie- und Dienstleistungs-
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suburbanisierung. Wohnsuburbanisierung bezeichnet ausschließlich den Prozess der Verlagerung der Wohnfunktion aus dem Stadtkern in das Umland. Bei der Industriesuburbanisierung bezieht sich diese Verlagerung auf Produktionsstätten und folglich auch auf Arbeitsplätze. Wohn- und Industriesuburbanisierung verlaufen zwar zeitlich parallel (vgl. Friedrichs 1980: 172), ein Zusammenhang zwischen ihnen ist allerdings nicht nachweisbar (vgl. v. Rohr 1975: 119). Die Dienstleistungssuburbanisierung kann hingegen durch die der Bevölkerung beeinflusst werden. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Verlagerung von Wohnfunktionen zu einer Verlagerung von ergänzenden Funktionen wie die des Handels oder der öffentlichen Verwaltung führen (vgl. Aring 1999: 72) Die Suburbanisierung des tertiären Sektors folgt somit zeitlich der der Bevölkerung.
2.2 Sonderformen der Suburbanisierung
Neben diesen drei Arten der Suburbanisierung haben sich im Laufe der Zeit zahlreiche Sonderformen herausgebildet. Die Freizeitsuburbanisierung ist eine davon. Diese meint die Niederlassung von Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Kinos, Großdiscotheken, Spaß- und Erlebnisbäder, Musical-Theater oder andere Veranstaltungshallen im suburbanen Raum. In Bezug auf den Ansiedlungsprozess lässt sich diese Entwicklung durchaus mit der der Einzelhandelsgroßbetriebe in der Bundesrepublik in den 60/70er Jahren vergleichen (vgl. Hatzfeld 2001: 82). Weitere Beispiele für die Nutzung von Vorstadträumen im Zuge der Suburbanisierung sind so genannte Knowledge Citys oder Aerovilles. Erstgenannte sind die Folge von Universitätsansiedlungen im suburbanen Raum, die weitere Ansiedlungen nach sich ziehen. Dadurch entstehen „Wissensindustriegebiete“ (Kunzmann 2001: 217). Aerovilles stellen Agglomerationen dar, die um einen Flugplatz herum entstehen.
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3. Die Ursachen der Suburbanisierung
Im letzten Kapitel wurde deutlich gemacht, dass sich der Gesamtprozess der Suburbanisierung in verschiedene Teilbereiche gliedert. Die Erscheinungsformen dieser Entwicklung sind dadurch sehr vielfältig. In den Ursachen ähneln sie sich allerdings. So existiert eine Reihe von gemeinsamen Gründen. Die drei wichtigsten sind: 1. steigender Flächenbedarf 2. sinkende Bedeutung physischer Nähe 3. niedrige Bodenpreise im Umland
Im sekundären Sektor wird der steigende Flächenbedarf durch technischen Fortschritt oder Wachstum der Wirtschaftsleistung ausgelöst (vgl. Friedrichs 1980: 173). Da die Bodenpreise im suburbanen Raum niedriger sind als im Stadtkern, kommt es zu einer Dezentralisierung des zweiten Sektors und zu Standorten jenseits der administrativen Grenzen des Stadtkerns. Im tertiären Sektor kommt es einerseits zu einer Konzentration an Standorten mit hoher Zentralität, andererseits aber auch zu Verlagerungstendenzen in das Umland. Für ersteres sind wissensbasierte Dienstleistungen beispielhaft. Sie konzentrieren sich an zentralen Orten und profitieren von den daraus entstehenden Agglomerationsvorteilen (vgl. Bathelt/Glückner 2002: 105). Durch solche Büro- und Geschäftsraumnutzungen lassen sich höhere Mieten erzielen, wodurch es zu einer Verdrängung der Wohnbevölkerung aus den Innenstädten kommen kann. In den 60er Jahren geschah genau dies in der Stadt Frankfurt. Der Dienstleistungssektor breitete sich dort von der Innenstadt ausgehend über den Stadtteil Westend aus, was immense Probleme mit der dortigen Wohnbevölkerung auslöste (vgl. Bathelt/Glückner 2002: 106). Gewerbliche Stadtrandstandorte werden von Unternehmen aus den Bereichen Handel, Logistik und Bau bevorzugt (vgl. Karsten/Usbeck 2001: 71), da deren hoher Flächenbedarf dort durch ein großes Angebot an günstigen Baugebieten gedeckt werden kann. Die hohen Mieten im Stadtkern verdrängen die Wohnbevölkerung in das Umland. Dort sind Mieten und Bodenpreise niedriger (vgl. Friedrichs 1995: 181). Hinzu kommen steigenden Flächenansprüche der Wohnbevölkerung, die hauptsächlich durch eine veränderte Stellung im Lebenszyklus ausgelöst werden (vgl. Friedrichs 1975: 60).
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Arbeit zitieren:
Fabian Mesecke, 2004, Suburbanisierung in Deutschland: Ursachen, Entwicklung und Folgen, München, GRIN Verlag GmbH
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