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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2.1 Erläuterung und Definition des Begriffs „Stereotyp“ 4
2.2 Vorstellung des Buches: „Amerika - alt und neu, Geschichten aus USA.“ 5
2.3 Analyse des Amerikabildes dieses Buches 8
3. Schlussbetrachtung 15
4. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
„Frühjahr 1935. Über die weiten amerikanischen Ebenen fegt der Staubsturm. Nach der Uhr ist es Mittag, aber überall brennen die elektrischen Lampen, die Sonne ist zu einer bläulich roten Scheibe geworden, die keine Leuchtkraft hat. Der Staub dringt in alle Ritzen und knirscht in den Zähnen der Menschen und Tiere. Niemand kann sich vor die Tür wagen, es wäre sein Tod.
Der Blick reicht keine hundert Meter weit, und auch drinnen in den Häusern schützt man sich durch nasse Tücher vor Nase und Mund vor den schrecklichen Wirkungen der allerfeinsten Staubteilchen. Die Landstrassen sind verlassen, die Eisenbahnzüge schleichen nur noch vorwärts. Das Vieh ist verstört, weil es nicht begreift, was plötzlich in der Natur vorgeht. Die kleinen Kinder und die an Lungenentzündung erkrankten Erwachsenen, die sich nicht rechtzeitig in volle Sicherheit bringen konnten, sterben schnell dahin.
Das ist schlimmer als ein Tornado, als sengende Hitze und eisige Winterskälte, das ist das Furchtbarste was die Menschen in Amerika je erlebt haben. Wenn der Wind sich legt, ist die Gefahr noch längst nicht vorüber, denn dann senkt sich immer noch der Staub tagelang hernieder und tötet alles ungeschützte Leben. Das ist die Strafe für menschliche Gier und Geldsucht.“ 1
Dieses Zitat aus dem Buch „Amerika alt und neu - Geschichten aus USA“ über den Zusammenhang zwischen den Naturgewalten und dem Schicksal einiger amerikanischer Einwohner zeugt von einer kritischen Einstellung des Autors gegenüber den USA und stammt aus der Zeit des Dritten Reiches. Die Natur „rächt“ sich an seinen Einwohnern für „das Unrecht“, welches sie, in diesem Fall durch den Kriegseintritt im ersten Weltkrieg, begangen haben. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren über einige Jahrhunderte von verschiedenen, meist jedoch mehr negativen als positiven Stereotypen gekennzeichnet.
1 Stoye, Johannes: Umwertung aller Werte, in: von Holzbrink, Georg (Hrsg.), Bibliothek der Unterhaltung und
des Wissens, Amerika - alt und neu, Geschichte aus USA (63. Jahrgang), Deutsche Verlags-Expedition:
Stuttgart 1938, S. 81.
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Reiseberichte, genauso wie Briefe von europäischen Auswanderern, als auch Werbebroschüren amerikanischer Bürger verbreiteten in Europa seit der Entdeckung der „Neuen Welt“ umfangreiche, aber auch unterschiedliche Bilder über „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“.
Während der Zeit des Nationalsozialismus jedoch lässt sich verhältnismäßig wenig Literatur über die USA finden. Das hängt natürlich zum einen mit der immer weiter voranschreitenden Pressezensur zusammen, und außerdem stimmte der ‚American way of life’ überhaupt nicht mit der Ideologie der Nationalsozialisten überein.
In dieser Hausarbeit wird deswegen ein Buch aus dem Jahre 1938 auf die Sichtweise der damaligen Zeit über Amerika untersucht. Wie schon oben erwähnt handelt es sich um das Buch „Amerika - alt und neu, Geschichten aus USA“. Dieser Band stammt aus der Reihe „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, das spezielle Amerikabild, welches sich dem Leser dieses Buches bietet, herauszuarbeiten und zu analysieren, inwieweit es sich bei dieser Sichtweise um altbekannte Stereotypen oder um Propagandamittel aus der Zeit des Dritten Reichs gegen einen politischen Gegner handelt.
Dazu wird zunächst der Begriff Stereotyp etwas näher erläutert. Anschließend wird das Buch in aller Kürze vorgestellt um schließlich das Amerikabild dieses Buches genauer zu untersuchen.
2.1 Erläuterung und Definition des Begriffs „Stereotyp“
In der Einleitung wurde bereits der Begriff „Stereotyp“ in Bezug auf die europäische Sichtweise der USA verwendet. Obwohl dieser Ausdruck heutzutage schon mehr oder weniger zum allgemeinen Vokabular gehört, ist die genaue Bedeutung doch meist nicht ganz klar. Was genau ist überhaupt ein Stereotyp?
Eine recht umfangreiche Definition beschreibt einen Stereotyp als „ein strukturiertes System von zugeschriebenen Merkmalen, das relativ wenige, eine bestimmte Gruppe charakterisierende Merkmale enthält, auffällige, häufig sogar zu Unrecht zugeschriebene Merkmale betont, zumeist mit negativer oder positiver Wertung belastet ist und sich schließlich gegenüber differenzierender oder widersprechender Erfahrung oder Information als äußerst änderungsresistent erweist.“ 2
2 Gewecke, Frauke: Exkurs: Begegnung mit dem Fremden. Zur sozialpsychologischen Grundlegung ethnischer
Stereotype, in: Dies.: Wie die neue Welt in die alte kam, München dtv/Klett-Cotta, 1992, S. 274.
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So kompliziert sich diese Definition auch anhören mag, sie beschreibt den Begriff relativ umfassend und genau. Ein Stereotyp ist also ein System von Merkmalen, welches einer bestimmten Gruppe, im Falle dieser Hausarbeit ‚den Amerikanern’, von einer anderen Gruppe zugeschrieben wird, hier also von ‚den Deutschen’. Weiterhin werden häufig nur wenige und nur eine bestimmte Gruppe der Amerikaner charakterisierende Merkmale genannt, die für Außenstehende sehr auffällig sind, aber dieser Gruppe oftmals zu Unrecht zugeschrieben werden. Stereotypen enthalten außerdem zumeist eine positive oder negative Wertung, und sie zeigen sich über gewisse Zeiträume hinweg als sehr änderungsresistent oder stabil. Stereotypen sind also „Bilder einer fiktiven Welt, einer Scheinwelt, eines Kunstprodukts.“ 3 Sie sind somit „pictures in our head“, wie Walter Lippmann sie auch beschreibt. Durch sie werden oftmals nur Scheinwissen vermittelt und Vorurteile geprägt. 4 Zu Stereotypen gehören also auch die Amerikabilder aus der alten Welt, die Bilder und Vorstellungen, die Europäer über Amerika und seine Bewohner hatten.
2.2 Vorstellung des Buches: „Amerika - alt und neu, Geschichten aus USA.“
Welche Vorstellungen hatten also Europäer vor mehr als sechzig Jahren von den Menschen jenseits „des großen Teiches“, und vor allem welche Vorstellungen und Bilder hatten gerade die Deutschen von Amerika und seinen Bewohnern?
Da es nicht ‚ein’ Amerikabild gibt, sondern sehr viele und verschiedene, über die Jahrhunderte hinweg entstandene und immer wieder neu aufkommende Stereotypen, die versuchen das Land USA in einer gewissen Weise darzustellen oder zu präsentieren, muss der zeitliche wie auch der räumliche Rahmen doch relativ eingegrenzt werden um vor diesem Hintergrund eine genauere Analyse vornehmen zu können.
Wie also in der Einleitung schon erwähnt beziehe ich mich im Folgenden auf die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Noch genauer gesagt untersuche ich ein Buch aus dem Jahre 1938 bezüglich seiner Perzeptionen von den USA.
3 Ebd., S. 274.
4 Ebd., S. 275.
Arbeit zitieren:
Tobias Herbst, 2003, Stereotypen oder Propaganda - Analyse eines Amerikabildes aus der Zeit des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Propaganda der Krise: Goebbels Reden 1943
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Seminararbeit, 38 Seiten
Tobias Herbst hat den Text Stereotypen oder Propaganda - Analyse eines Amerikabildes aus der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht
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