Sigmund Freud teilt die Entwicklung des Menschen in verschiedene Phasen ein. Diese psychischen Entwicklungsphasen treten bereits nach der Geburt ein. Die Erfahrungen in den ersten sechs Lebensjahren sind die prägnantesten, sie formen den Charakter des Menschen. In diesen Jahren wird das Urvertrauen zu sich selbst und zur Umgebung festgelegt. Das Kind entwickelt ein Selbstwertgefühl und einen Willen, abhängig von der Resonanz auf das Äußern von seinen Entscheidungen und Wünschen.
Erfährt das Kind in diesen Phasen ein Fehlverhalten der Eltern, so kann sich seine Entwicklung nicht entfalten. Um die nächste Phase zu erreichen, muss die vorherige mit Erfolg verarbeitet sein. Die prägenden Handlungen der Eltern werden in der Psychologie mit dem Oberbegriff Gewalt betitelt. Ein wichtiger Aspekt ist die Aufmerksamkeit, welche die Kinder in ihren ersten Lebensjahren erfahren. Die Grenze zwischen Vernachlässigung und zu starker Fixierung der Eltern ist nur schwer fassbar. Selbst kleine Abweichungen in dem Verhältnis Eltern-Kind führen zu Traumatisierungen des Kindes. Die daraus entstehenden Folgen entscheiden das Verhalten des Menschen im erwachsenen Alter. Traumata werden aus Selbstschutz verdrängt und im Unterbewusstsein gespeichert. Ohne sich bewusst darüber zu sein, ist jeder Mensch geprägt durch seine früh-kindlichen Entwicklungsphasen.
Selbstverständlich spielen die Erfahrungen, die man im Laufe des Lebens macht auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung, die früh-kindlichen Erfahrungen entscheiden jedoch über den Umgang mit diesen. Das heißt, die äußeren Reize der Umgebung werden entweder zensiert und ins Unterbewusstsein verdrängt oder sie werden im Bewusstsein gespeichert. Es kann zunächst vorkommen, dass eine Affekt- oder Gefühlsregung wahrgenommen, aber verkannt wird. Sie ist durch die Verdrängung ihrer eigentlichen Repräsentanz zur Verknüpfung mit einer anderen Vorstellung genötigt worden und wird nun vom Bewusstsein für die Äußerung dieser letzteren gehalten. So entstehen individuelle Handlungsmuster. 1
1 Sigmund, Freud: Psychologie des Unbewussten. Studienausgabe. Band III
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Jetzt wird deutlich, dass das Unbewusste nicht ein separater Teil in jedem von uns ist, es hat einen Einfluss auf unsere Handlungen, Gedanken und Gefühle, ohne dass uns das bewusst ist. Der Traum führt genau in die Sphäre des Unterbewussten.
Wir kennen den Traum aus der uns meist fragmentarisch scheinenden Erinnerung, die sich nach dem Erwachen an ihn einstellt. Er ist dann ein Gefüge von meist visuellen, aber auch andersartigen, Sinneseindrücken, die uns ein Erleben vorgetäuscht haben. Was wir als Traum erinnern, das nennt Freud den manifesten Trauminhalt. Derselbe ist häufig völlig absurd und verworren, auch wenn er ganz kohärent ist, wie in manchen Angstträumen, steht er unserem Seelenleben als etwas Fremdes gegenüber, von dessen Herkunft man sich keine Rechenschaft zu geben vermag. Dagegen hat Freud gezeigt, dass der so sonderbare, manifeste Trauminhalt regelmäßig verständlich gemacht werden kann als die verstümmelte und abgeänderte Umschrift gewisser korrekter psychischer Bildungen, die er als latente Traumgedanken bezeichnet. Man verschafft sich die Kenntnis derselben, indem man den manifesten Trauminhalt ohne Rücksicht auf seinen scheinbaren Sinn in seine Bestandteile zerlegt und dann die Assoziationsfäden verfolgt, die von jedem der nun isolierten Elemente ausgehen. Aus der Vergleichung des erinnerten Trauminhalts mit den so gefundenen, latenten Traumgedanken ergibt sich der Begriff der Traumarbeit. Als Traumarbeit wird also die Summe der Vorgänge zu bezeichnen sein, welche in einem Prozess der Umwandlung den latenten Traumgedanken in den manifesten Trauminhalt überführt haben.
Die Leistung der Traumarbeit kann folgender Art beschrieben werden: Ein meist sehr kompliziertes Gefüge von Gedanken, welches während des Tages aufgebaut worden ist, aber auf Grund von Zeitmangel nicht verarbeitet werden konnte, nach Freud ein Tagesrest, hält auch in der Nacht den von ihm in Anspruch genommenen Energiebetrag fest und droht eine Störung des Schlafes.. Dieser Tagesrest wird durch die Traumarbeit in einen Traum verwandelt und für den Schlaf unschädlich gemacht.
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Um der Traumarbeit einen Angriffspunkt zu bieten, muss der Tagesrest wunschbildungsfähig sein. Der aus den Traumgedanken hervorgehende Wunsch bildet die Vorstufe und später den Kern des Traumes. Beim Erwachsenen scheint es eine allgemeingültige Bedingung für den traumschaffenden Wunsch zu sein, dass er dem bewussten Denken fremd, also ein verdrängter Wunsch ist. Die Einwirkung dieses unbewussten Wunsches auf das bewusstseinskorrekte Material der Traumgedanken ergibt nun den Traum. Aufgabe der Traumbildung ist es vor allem, die Hemmung der Zensur zu überwinden, und gerade diese Aufgabe wird durch die Verschiebung der psychischen Energie innerhalb des Materials der Traumgedanken gelöst. 2
Zusammengefasst stellt Freud die These auf, dass alle Formen der Interaktion, darin sind verbale als auch non- verbale Kommunikation enthalten, einer Verschiebung unterliegen. D.h., die bewusste Handlung, der bewusste Ausdruck und die bewusste Vorstellung eines Menschen ist immer chiffriert durch den Einfluss des Unterbewusstseins. Jeder Versprecher, bekannt als Freudscher Versprecher, weist auf bestimmte unbewusste Wunschvorstellungen hin. Jede Verneinung eines Objekts überwindet durch das Nein zuvor die Zensur, welche zur Verdrängung geführt hat, und verdeutlicht somit die fehlende Verarbeitung dieses Objekts.
Sukzessiv gelange ich zu dem Punkt zu behaupten, dass genau diese Verschiebung durch eine Metapher ausgedrückt wird. Wobei die Metapher nicht als rhetorische Figur aufzufassen ist. Es handelt sich eher um eine allgemeine Metapher, welche als solche nicht gleich identifiziert wird. Jede Handlung, jede Interaktionsform, ja sogar jeder bewusste Gedanke ist eine Metapher. Sie ist das Ergebnis der Verschiebung, welche die eigentliche Vorstellung, die subjektive „ Wahrheit “, verbildlicht. Jeder Mensch hat demnach seine eigene Metaphorik. Die Psychoanalyse wäre die Möglichkeit diese zu deuten und zu verstehen. Das folgende Schaubild soll die Verschiebung verdeutlichen, um die darauffolgenden Erläuterungen zu vereinfachen.
2 Sigmund, Freud: Die Traumdeutung. Studienausgabe. Band II
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Arbeit zitieren:
Zahra Botorabi, 2004, Die Psychologie der Metapher Vergleich zur Traumdeutung Sigmund Freuds, München, GRIN Verlag GmbH
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