Titelseite
Leasing als Alternative zu anderen Fahrzeugfinanzierungen
Untersuchung anhand der Möglichkeiten im deutschen Autohaus
Name der Autorin : Simone Dommer
Unterrichtseinheit : IT4 BD03, Individual Topics
Institut : Fontys Internationale Hogeschool Economie
Studiengang : Betriebswirtschaft
Studienphase : Hauptstudium
Ort und Datum der Erstellung : Nettetal, 28.April 2006
Zusammenfassung
Das deutsche Autohaus ist ein Gewerbebetrieb aus der Kfz-Branche, dessen Kerngeschäft der Fahrzeugverkauf (Neuwagen) ist. Meist handelt es sich um einen Vertragshändler, der nur Neuwagen eines bestimmten Fahrzeugherstellers vertreibt. Zurzeit locken nicht nur die Autohäuser potentielle Käufer eines Neuwagens mit attraktiven Angeboten. Wer sich für den Kauf eines Neuwagens entscheidet, muss abwägen, welche Finanzierungsform zu ihm passt. Daher stellt sich die Frage: Welche Alternative bietet das Leasing im Vergleich zu den anderen Finanzierungsmöglichkeiten?
Ziel ist es, einen Vergleich zwischen Kfz-Leasing und den anderen Fahrzeugfinanzierungen anzustellen und mögliche Gemeinsamkeiten/Unterschiede bzw. Vor- und Nachteile des Kfz-Leasings gegenüber den anderen Fahrzeugfinanzierungsformen herauszustellen. Die Auswirkungen des Leasings für die gewerblichen Kunden werden nur kurz betrachtet. Die Untersuchung bezieht sich viel mehr auf die zwei marktbeherrschenden Formen des Leasings. Zunächst erfolgen eine Einzelbetrachtung des Leasings und der Finanzierungsformen und die Darstellung der Praxisbeispiele.
Die Auswahl der Beispiele basiert auf den Kriterien Häufigkeit in der Praxis, Angebot mit dem durchschnittlichen Effektivzins und Verzicht auf Sonderangebote für bestimmte Modelle. Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit werden für alle Varianten der gleiche Anschaffungswert, die gleiche Laufzeit sowie Afa und abzugsfähige Zinsanteile auf Gesamtbasis in Anlehnung an die Durchschnittswerte laut DAT-Report 2005 gewählt. Die populärste Variante des Leasings wird anschließend den einzelnen Finanzierungsformen gegenübergestellt, so dass ein direkter Vergleich zum Leasing gewährleistet wird. Betrachtet werden die Kriterien Anzahlung, Rabatt auf Kaufpreis, monatliche Rate, Schlussrate, durchschnittliche Laufzeit, Eigentum am Fahrzeug, Eigentumsvorbehalt und Auswirkungen bei gewerblichen Kunden (Liquidität, Bilanz, Steuern).
Die Gegenüberstellung zeigt, dass letztlich das Grundmotiv bei der Fahrzeugbeschaffung entscheidend ist. Die zentrale Entscheidung lautet: Nutzung oder Eigentumserwerb? Im Falle des Fokus auf die Nutzung des Fahrzeugs erweist sich Leasing als die günstigste Alternative. Weitere Vorteile des Leasings sind keine Anzahlung nötig, niedrigste monatliche Raten (hohe Liquidität), voll steuerlich abzugsfähige Leasingraten (höchste Steuerminderung), Bilanzneutral. Für gewerbliche Kunden bietet Leasing demnach die ideale Wahl, während für die Privatkunden vor allem der niedrige Gesamtaufwand und sehr niedrige monatliche Raten attraktiv wird. Sowohl bei gewerblichen und privaten Kunden muss jedoch beachtetet werden, dass am Ende der Laufzeit Sonderzahlungen auftreten können (Differenzen zur angestrebten Kilometerleistung, zum angestrebten Restwert).
Ist das Grundmotiv der Fahrzeugerwerb, zeigt sich Leasing als schlechtere Alternative. Zwar bleiben die Vorteile bezügliche niedrigster monatlicher Rate (hohe Liquidität), voll steuerlich abzugsfähige Leasingraten (höchste Steuerminderung durch Leasing möglich) und Bilanzneutral bestehen, aber der Gesamtaufwand liegt deutlich über dem Gesamtaufwand der anderen Finanzierungsmöglichkeiten.
Bei der kritischen Betrachtung der Untersuchung muss bedacht werden, dass die Auswirkungen des Leasings für die gewerblichen Kunden nur sehr kurz abgehandelt werden. Des Weiteren wurden bei der Auswahl der zwei der marktbeherrschenden Formen des Leasings bewusst Varianten wie das Nullleasing oder speziell auf das gewerbliche Leasing bezogene Angebote (Flottenleasing, Full-Service Leasing etc.) ausgeblendet. Auch bei der Vergleichbarkeit der einzelnen Leasing bzw. Finanzierungsvarianten gibt es Einschränkungen bezüglich verschiedener durchschnittlicher Laufzeiten und der Darstellung der steuerlich abzugsfähigen Aspek- te Afa und Zinsaufwendungen, die je auf Gesamtbasis und nicht pro Jahr betrachtet werden.
Vorwort
Im Rahmen des Studiums an der Fontys Internationale Hogeschool Economie schreiben die Studenten entweder im dritten oder vierten Studienjahr eine wissenschaftliche Arbeit über ein Thema ihrer Wahl, das im Zusammenhang mit dem Studiengang des Studenten steht. Dieser Individual Topics Bericht bietet den Studenten die Möglichkeit einen Einblick in die von ihnen gewählte Thematik zu erhalten und somit ihre berufspezifischen Kompetenzen zu erweitern. Ziel ist die Erstellung eines Berichts und die Verteidigung der Endergebnisse in einer Abschlussdiskussion, die gemeinsam mit dem betreuenden Dozenten und anderen Studenten stattfindet.
Der vorliegende Bericht stellt das Endprodukt der Bearbeitung des Individual Topics mit dem Titel „Leasing als Alternative zu anderen Fahrzeugfinanzierungen - Untersuchung anhand der Möglichkeiten im deutschen Autohaus“ dar. Im Wesentlichen soll der Bericht die Dozenten und andere Studenten über die Möglichkeiten des Leasings im Vergleich zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten beim Autokauf informieren und auf Vor- und Nachteile des Leasings hinweisen.
An dieser Stelle sei ausdrücklich ein großer Dank an die betreuende Dozentin der Fontys Internationale Hogeschool Economie U. Redeker für ihre Hilfe und Betreuung während der Erstellung des Berichts gerichtet.
Nettetal, 28. April 2006 Simone Dommer
Inhaltsverzeichnis
TITELSEITE
ZUSAMMENFASSUNG
VORWORT
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 6
2 ALLGEMEINE STRUKTUR DES DEUTSCHEN AUTOHAUSES 7
2.1 ORGANISATION / ABTEILUNGEN UND DEREN FUNKTIONEN 7
2.2 FINANZIERUNGSFORMEN FÜR AUTOS 8
3 KFZ-LEASING 9
3.1 BETEILIGTE PARTEIEN. 9
3.2 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 9
3.3 LEASINGARTEN 10
3.4 MARKTBEHERRSCHENDE VERTRAGSFORMEN 11
3.4.1 Kfz-Leasingvertrag mit Gebrauchtwagenabrechnung. 11
3.4.2 Kfz-Leasingvertrag mit Kilometerabrechnung 12
3.5 EFFEKTE BEIM GEWERBLICHEN LEASING 12
4 ALTERNATIVE KFZ-FINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN 13
4.1 BARKAUF OHNE FREMDFINANZIERUNG. 13
4.2 FINANZIERUNG ÜBER HAUSBANK (BARKAUF MIT FREMDFINANZIERUNG) 13
4.3 FINANZIERUNG ÜBER DIE HERSTELLERKREDITBANK. 14
4.3.1 Annuitätendarlehen. 14
4.3.2 Darlehen mit Ballonrate (3-Wege-Finanzierung) 15
4.3.3 Kombination mit Autoansparplänen 16
5 PRAXISBEISPIELE. 17
5.1 AUSGANGSLAGE UND AUSWAHL DER PRAXISBEISPIELE 17
5.2 KFZ-LEASINGVERTRAG MIT KILOMETERABRECHNUNG. 18
5.3 BARKAUF 18
5.4 FINANZIERUNG ÜBER HAUSBANK (BARKAUF MIT FREMDFINANZIERUNG) 19
5.5 FINANZIERUNG ÜBER DIE HERSTELLERKREDITBANK. 19
5.5.1 Teilfinanzierung. 19
5.5.2 Vollfinanzierung 20
5.5.3 Darlehen mit Ballonrate 20
6 VERGLEICH DES LEASINGS MIT ALTERNATIVEN FINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN
21
6.1 AUSWAHL DER VERGLEICHSKRITERIEN 21
6.2 LEASING VS. BARKAUF 21
6.3 LEASING VS. FINANZIERUNG ÜBER DIE HAUSBANK. 22
6.4 LEASING VS. FINANZIERUNG ÜBER DIE HERSTELLERKREDITBANK. 23
6.4.1 Leasing vs. Teilfinanzierung 23
6.4.2 Leasing vs. Vollfinanzierung. 23
6.4.3 Leasing vs. Ballonfinanzierung. 24
7 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND KRITISCHE WÜRDIGUNG 25
LITERATURVERZEICHNIS. 26
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. 27
TABELLENVERZEICHNIS. 28
VERZEICHNIS DER ANHÄNGE 29
ANHANG 1: BEZAHLUNG BEI PRIVATKUNDEN DIFFERENZIERT NACH GESCHLECHT 30
ANHANG 2: ANDERE LEASINGINSTITUTIONEN 31
ANHANG 3: LEASINGARTEN 32
ANHANG 4: ÜBERSICHT ÜBER DURCHSCHNITTLICHEN RESTWERT 34
ANHANG 5: ÜBERSICHT ÜBER PRAXISBEISPIELE. 35
ANHANG 6: FAKTORTABELLE 36
ANHANG 7: KREDITABFRAGE RATENKREDIT BEI DER HAUSBANK. 37
ANHANG 8: RATENKREDIT MIT DEM EFFEKTIVEN JAHRESZINS 6,5 38
ANHANG 9: ÜBERSICHT ÜBER EFFEKTIV-ZINS DER HERSTELLERBANKEN. 39
ANHANG 10: TEILFINANZIERUNG MIT DEM EFFEKTIVEN JAHRESZINS 4,9 40
ANHANG 11: VOLLFINANZIERUNG MIT DEM EFFEKTIVEN JAHRESZINS 4,9 41
ANHANG 12: BALLONFINANZIERUNG MIT DEM EFFEKTIVEN JAHRESZINS 4,9 42
ANHANG 13: KFZ-LEASING UND ANDERE FAHRZEUGFINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN 43
6
1 Einleitung
Der vorliegende Bericht ist im Rahmen des Moduls Individual Topics entstanden und bildet den Abschluss. Während des dritten Studienjahres erhalten die Studenten des Studiengangs Betriebwirtschaft an der Fontys Internationale Hogeschool Economie, Venlo, die Möglichkeit, über ein Thema ihrer Wahl eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen. Aufgabe dabei ist, die Vertiefung der bereits erlernten Kompetenzen sowie die selbstständige Bearbeitung des gewählten Themas.
Der vorliegende Bericht beschäftigt sich mit dem Thema Leasing als Alternative zu anderen Fahrzeugfinanzierungen, wobei die Untersuchung anhand des deutschen Autohauses durchgeführt wird.
Potentielle Käufer eines Neuwagens werden zurzeit von allen Seiten umworben. Egal ob Barkauf, Finanzierung über die Hausbank, über die herstellerabhängige Bank oder Leasing, überall wird mit günstigen Angeboten geworben. Wer sich für den Kauf eines Neuwagens entscheidet, muss abwägen, welche Finanzierungsform zu ihm passt. Ist genug Geld vorhanden, einen Barkauf zu tätigen oder wird ein Kredit benötigt? Nimmt man lieber den Kredit bei der herstellerabhängigen Bank mit niedrigen Zinsen und ohne Rabatt auf den Kaufpreis oder lieber das Kreditangebot seiner Hausbank mit marktüblichem Zins, bei dem sich aber die Möglichkeit ergibt, beim Händler einen guten Rabatt auszuhandeln? Auch Leasing ist möglich und erfreut sich gerade in Deutschland immer größerer Beliebtheit: „Leasing wird zur beliebtesten Finanzierungsform in Deutschland.“ (O.V. 2006, S. 21).
Ziel des Berichts ist es, einen Vergleich zwischen Kfz-Leasing und den anderen Fahrzeugfinanzierungen anzustellen und mögliche Gemeinsamkeiten/Unterschiede bzw. Vor- und Nachteile des Kfz-Leasings gegenüber den anderen Fahrzeugfinanzierungsformen herauszustellen. Im Mittelpunkt der Betrachtung sollen jedoch nicht nur die theoretischen Grundlagen zum Kfz-Leasing bzw. den verschiedenen Finanzierungsformen stehen, sondern auch ein praxisnaher Vergleich erzielt werden. Dabei müssen jedoch folgende Restriktionen beachtet werden:
Die Auswirkungen des Leasings für die gewerblichen Kunden werden nur kurz betrachtet, die Untersuchung bezieht sich auf die zwei marktbeherrschenden Formen des Leasings, zur Schaffung der Vergleichbarkeit wird für alle Varianten eine Laufzeit von 36 Monaten angestrebt und die Betrachtung der steuerlichen Abzugsfähigkeit erfolgt auf Gesamtdreijahresbasis.
Der Aufbau des Berichts gliedert sich wie folgt:
Die Untersuchung ist in sieben Kapitel unterteilt. Zu Beginn gewährt das Kapitel Einleitung dem Leser einen Überblick über den Inhalt und die Bedeutung der Untersuchung. Als nächstes werden im zweiten Kapitel die Organisation, die Abteilungen und ihre Funktionen in dem für die Untersuchung relevanten deutschen Autohaus vorgestellt. Hier soll auch ein kurzer Überblick über die Finanzierungsformen gegeben werden. In Kapitel drei folgt die Beschreibung des Kfz-Leasings, wobei die Beteiligten, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Leasingarten, die marktbeherrschenden Vertragsformen und die Effekte beim gewerblichen Leasing detailliert beschrieben werden. Anschließend folgt im vierten Kapitel die Darstellung der verschiedenen Fahrzeugfinanzierungsformen Barkauf, Finanzierung über die Hausbank und Finanzierung über die herstellerabhängige Bank. Nach der theoretischen Betrachtung in Kapitel drei und vier stehen im fünften Kapitel Praxisbeispiele für die zuvor dargestellten Möglichkeiten im Mittelpunkt der Betrachtung. Das sechste Kapitel greift den direkten Vergleich auf, wobei Leasing einzeln dem Barkauf, der Finanzierung über die Hausbank und der Finanzierung über die herstellerabhängige Bank gegenübergestellt wird. Das letzte Kapitel des Be- richts enthält die Schlussfolgerungen und die kritische Würdigung.
7
2 Allgemeine Struktur des deutschen Autohauses
Das zweite Kapitel stellt die Struktur des deutschen Autohauses vor, das den Rahmen für die Untersuchung bildet. Dabei wird in Subkapitel 2.1 auf die Organisation und deren Funktionen und in Subkapitel 2.2 auf die Finanzierungsmöglichkeiten eingegangen.
2.1 Organisation / Abteilungen und deren Funktionen
Das deutsche Autohaus ist ein Gewerbebetrieb aus der Kfz-Branche. Typischerweise handelt es sich um einen Vertragshändler, d.h. es besteht ein Vertrag mit einem bestimmten Fahrzeughersteller und nur von diesem werden Neuwagen verkauft.
Im Autohaus gibt es vier Bereiche: die Verkaufsabteilung, die Verwaltung, das Lager und den Werkstattbetrieb. Alle Abteilungen unterstehen der Geschäftsleitung wie Abbildung 1: Organigramm eines deutschen Autohauses zeigt. Abbildung 1: Organigramm eines deutschen Autohauses
In der Verkaufsabteilung arbeiten die Fahrzeugverkäufer und die Disponenten. Die Verkäufer haben direkten Kundenkontakt und führen die Verkaufsgespräche. Dabei kann es notwendig sein, dass der Kunde zum eigentlichen Fahrzeugkauf auch über Finanzierungs- oder Leasingangebote informiert wird. Die Verkäufer haben erheblichen Einfluss auf die Kaufentscheidung des Kunden und darauf, wie dieser sein Auto finanziert. Vier von fünf Neuwagenkäufer wünschen maßgeschneiderte Finanzierungsangebote und 42% würden ihre Kaufentscheidung aufgrund eines solchen Angebots ändern (vgl. Mauritz 2006, S. 8ff.). Bei Barzahlung können die Verkäufer - innerhalb eines bestimmten Rahmens - über Rabatte entscheiden. Einige Kunden wünschen, dass ihr Altfahrzeug in Zahlung genommen wird. In diesem Fall kann die Zahlung für das Altfahrzeug als Anzahlung für das Neufahrzeug genutzt werden. Weiterhin ist es Aufgabe des Verkäufers, über das Zubehör und die Serviceleistungen zu in-formieren. Serviceleistungen können unter anderem auch mit Leasingverträgen in Verbindung stehen. Der Disponent ist für die EDV-unterstützte Fahrzeugbestellung und Fahrzeugverwaltung zuständig. Hierzu zählt auch die Fahrzeugzulassung und -abmeldung von Kundenfahrzeugen bei den zuständigen Kfz-Zulassungsstellen.
Die Verwaltung beinhaltet die Buchhaltung. Hier werden die Unternehmenserfolge und die Finanzlage ermittelt. Außerdem werden hier die Lohn- und Gehaltsabrechnungen der Beschäftigten des Unternehmens erstellt.
Zum Werkstattbetrieb gehört zunächst die Fahrzeugannahme (direkter Ansprechpartner der Kunden). Hier werden Termine vereinbart, Fahrzeugmängel reklamiert und nach erfolgter Reparatur, die Rechnungen erläutert. Die Garantieabwicklung mit dem Fahrzeughersteller erfolgt ebenfalls von hier aus.
Das Ersatzteillager hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass alle von der Werkstatt benötigten Ersatz- und Zubehörteile rechtzeitig beschafft und gegebenenfalls als Dauerartikel in den Lagerbestand aufgenommen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Geschäftsleitung einen geringen Lagerbestand anstrebt. Über den Thekenverkauf werden auch hier Kunden bedient.
8
2.2 Finanzierungsformen für Autos
Das zu betrachtende Kerngeschäft des Autohauses ist der Fahrzeugverkauf (Neuwagen). Der Kunde hat die Wahl zwischen Leasing, Barzahlung und verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten.
Die Zahlungsmodalitäten sollten vom Verkäufer gemeinsam mit dem Kunden für dessen persönliche finanzielle Situation maßgeschneidert werden. Hierbei besteht für den Kunden allerdings die Gefahr, dass er viel über sich und seine Privatsphäre preisgibt. In diesem Zusammenhang sollte die Macht des Verkäufers nicht unterschätzt werden (vgl. 2.1). Laut Auto-Ratgeber 1/99 sind die verschiedenen Bezahlmöglichkeiten bei Betrachtung aller Kunden (keine Differenzierung nach Privat oder Gewerbe) (vgl. Abbildung 2: Verteilung der Bezahlungsarten) gleichmäßig mit je rund einem Drittel vertreten. Betrachtet wurde die Bezahlung bei Neuwagenzulassungen der letzten zwei Jahre. Abbildung 2: Verteilung der Bezahlungsarten im Gesamtkundensegment
Quelle: Eigene Darstellung auf Basis Auto-Ratgeber 1/99
Eine Befragung durch die Zeitschrift Autokaufmann Nr. 6 2006 zeigt bei den Privatkunden eine ganz andere Bedeutung von Barzahlung und Leasing.
Abbildung 3: Verteilung der Bezahlungsarten im Privatkundensegment
Quelle: Eigene Darstellung auf Basis Autokaufmann Nr. 6 2006
Ein Drittel der Privatkunden nützt die Finanzierung. Rund die Hälfte bevorzugt die Barzahlung. Leasing ist jedoch bei Privatkunden der Verlierer mit nur 18% und hat bis jetzt ganz klar eine nachrangige Bedeutung (auch unabhängig vom Geschlecht; vgl. Anhang 1: Bezahlung bei Privatkunden differenziert nach Geschlecht). Trotzdem rechnen Branchenexperten damit, dass „der Leasingmarkt in den kommenden drei Jahre weiter wachsen wird“ und dass „speziell aus dem Segment der Privatkunden zusätzliche Impulse“ kommen werden (Mauritz 2006, S. 10f.).
Daher stellt sich die Frage: Welche wirkliche Alternative bietet das Leasing im Vergleich zu den anderen Finanzierungsmöglichkeiten?
Arbeit zitieren:
Simone Dommer, 2006, Leasing als Alternative zu anderen Fahrzeugfinanzierungen - Untersuchung anhand der Möglichkeiten im deutschen Autohaus, München, GRIN Verlag GmbH
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