Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (S.3-4)
2. Rechtsstatus der Sklaven im Römischen Reich (S.5-7)
3. Sklaverei in Gallien (S.8)
3.1 Sklaverei in der Landwirtschaft (S.8-10)
3.2 Das Töpferhandwerk und die Sklaverei (S.10-11)
3.3 Sklaven im Hüttenwesen (S.12-13)
3.4 Sklaven in Salzbergwerken und Marmorsteinbrüchen (S.13-14)
4. Resumée (S.15)
5. Quellen- und Literaturverzeichnis (S.16)
6. Quellenanhang
2
1. Einleitung
„Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von
Klassenkämpfen. Freier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener,
Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem bald
offenem Kampf […].
In den früheren Epochen der Geschichte finden wir fast überall eine vollständige
Gliederung der Gesellschaft in verschiedene Stände, eine mannigfaltige Abstufung der
gesellschaftlichen Stellungen. Im alten Rom haben wir Patrizier, Ritter, Sklaven […]
und noch dazu in fast jeder dieser Klassen wieder besondere Abstufungen.“ 1
Wie man auch immer zu Marx und Engels stehen mag, so ist ihre Aussage, fast allen menschlichen Gesellschaften lag ein mehr oder minder hierarchischer Aufbau zugrunde, wohl wahr.
Um dieses räumlich und zeitlich bereits sehr komplexe Phänomen einzuengen, beschränke ich mich hier auf die römische Sklaverei im 1.-3. Jahrhundert nach Christus. Es soll nicht das vorrangige Ziel sein, das Verhältnis von Patrizier und Sklaven zu verdeutlichen. Vielmehr sollen hier die unterschiedlichen Formen der Sklaverei in der römischen Provinz Gallien herausgearbeitet werden.
Erst einmal soll der Rechtsstatus der Sklaven im Imperium erörtert werden. Eine Differenzierung zwischen Freien, Freigelassenen und Sklaven wird nötig sein. Die Griechen, zumindest Aristoteles, gingen davon aus, dass ein Sklave seine soziale Stellung von Natur aus besaß. Die Römer hingegen vertraten die Meinung, Sklaverei sei eine Erfindung der Zivilisation und von Natur aus seien alle Menschen gleich. Man muss folglich auch den Rechtsstatus der Sklaven klären, dem dann die Realität gegenüber gesetzt wird. Der eigenen Übersetzung ins Deutsche habe ich mithilfe von Fussnoten die englische Vorlage hinzugefügt. Nun stellt sich die Frage, worauf man sein Augenmerk zu richten hat, will man einen gallischen Sklaven, mit einem anderen gallischen Sklaven vergleichen. Eine Frage wird lauten müssen: Wie konnte man zum Sklaven werden? Weiterhin ist auch die Tätigkeit der Sklaven von Interesse. Denn eines kann man vorwegnehmen. Sklave war nicht gleich Sklave, auch falls die dem gleichen Herrn in ein und derselben Provinz dienten. Diese und eventuell auch andere Frage, die sich im Verlauf der Arbeit vielleicht noch herausstellen werden, sollen ein Bild davon zeichnen, wie differenziert das Sklaventum im römischen Gallien gewesen ist.
1 K. Marx/F. Engels, Mannifest der Kommunistischen Partei, London 1848 (dreißigseitige Ausgabe); aus: K.
Marx/F. Engels, Werke, Band 4, Berlin. Der hier zitierten Ausgabe liegt der Text der letzten von Friedrich
Engels besorgten deutschen Ausgabe von 1890 zugrunde.
3
Zur Literatur und den Quellen möchte ich noch Folgendes sagen. Im Kapitel über den „Rechtsstatus der Sklaven im Römischen Reich“ bieten die Institutionen von Justinian einen guten, kompakten Einblick. Die zugrunde liegende Ideologie der Römer wird hier sehr schön beleuchtet. Im darauf folgenden Kapitel war der Text von N. N. Belova sehr hilfreich, ebenso wie die Inschriften aus der CIL. Inschriften sind sowohl auf Grabsteinen, als auch auf Werkzeugen, etc. zu finden. Dies sind somit die drei zentralen Hilfsmittel, die ich zur Erstellung dieser Arbeit verwand habe. 2
2 Zu näheren Angaben bezüglich Quellen und der Literatur vergleiche das Literatur- und Quellenverzeichnis.
4
2. Rechtsstatus der Sklaven im Römischen Reich
Im folgenden Kapitel möchte ich mich dem Rechtsstatus der römischen Sklaven widmen. Hier dienten mir die Institutionen von Justinian 3 als Quelle. Zunächst gehe ich auf den Naturzustand ein (the law of nature 4 ). Das Gesetz der Natur ist jenes Gesetz, dass von ihr (der Natur) in alle Lebewesen eingeflößt wurde. Es ist nicht nur für die Menschheit vorhanden, sondern für alle Lebewesen des Himmels, der Erde und des Wassers. 5 […] Die Römer gingen, im Gegensatz zu den Griechen, also davon aus, dass alle Menschen von Natur aus gleichwertig sind. Niemand ist bei seiner Geburt, bzw. durch seine Geburt Herr oder Sklave.
[…] In der Quelle wird weiterhin erklärt, dass der Zustand der Menschen, wie er in der Wirklichkeit herrschte, ihn (den Menschen) dazu veranlasste, einige Institutionen einzuführen. Als Folge dessen brachen Kriege aus. Menschen wurden gefangen genommen und zu Sklaven gemacht, was im Gegensatz zum Naturzustand, bzw. Naturrecht steht. Denn laut Naturrecht (so die Römer) sind anfangs alle Menschen frei geboren. 6 […] Die Hauptdifferenzierung in Bezug auf die Klassifikation von Personen ist die folgende: Alle Menschen sind Freie oder Sklaven. […] Freie Menschen sind solche, die die natürliche Freiheit besitzen, so zu agieren wie sie wollen, solange sie nicht vom Gesetz oder einer anderen Kraft daran gehindert werden. Auf der anderen Seite existieren Sklaven. Sie wurden durch die Gesetze der Menschen als solche institutionalisiert. Diese Bestimmungen führen dazu, dass Menschen zum Eigentum anderer werden, was wiederum steht im Gegensatz zum Naturrecht steht. 7 […]
Sklaven sind entweder als solche geboren oder erst nach ihrer Geburt versklavt wurden. Der Nachwuchs einer Sklavin ist automatisch ein geborener Sklave. Versklavung kann durch das Völkergesetz, also durch Gefangenname erfolgen; oder durch das Gesetz eines
3 Birks, P./ McLeod, G., Justinian´s Institutes, London 1987.
4 Birks, P./ McLeod, G., Justinian´s Institutes, London 1987, S. 37.
5 ebenda; In der englischen Vorlage: The law of nature is the law instilled by nature in all creatures. It is not
merely for mankind but for all creatures of the sky, earth and sea.
6 ebenda; In der englischen Vorlage: The reality of the human condition led the peoples of the world to introduce
certain institutions. Wars broke out. People were captured and made slaves, contrary to the law of nature. By
the law of nature all men were initially born free.
7 ebenda, S. 39; In der englischen Vorlage: The main classification in the law of persons ist his: all men are
either free or slaves.1. […] free men - denotes a man´s natural ability to do what he wants as long as the law or
some other force does not prevent him. 2. Slavery on the other hand is an institution of the law of all people; it
makes a man the property of another, contrary to the law of nature.
5
Arbeit zitieren:
Simon Ratz, 2003, Sklaverei im römischen Gallien (1. bis 3. Jhd n. Chr.), München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Simon Ratz hat den Text Sklaverei im römischen Gallien (1. bis 3. Jhd n. Chr.) veröffentlicht
Simon Ratz hat einen neuen Text hochgeladen
Sklaverei und Freilassung im römischen Recht
Symposium für Hans Josef Wieli...
Thomas Finkenauer
Die römische Armee von Caesar bis Constantin (44 v. Chr. - 333 n. Chr....
Michael Simkins, Ron Embleton
Narrative of the Life of Frederick Douglass, an American Slave & Incid...
Frederick Douglass, Harriet A. Jacobs
0 Kommentare