Gliederung:
1 Eröffnung
2 Begriffsklärungen
2.1 Outsourcing
2.2 Insourcing
2.3 Cosourcing
2.4 Singelsourcing/Doublesourcing
2.5 Offshoring
2.6 Nearshoring
3 Outsourcingprozess
3.1 Gründe für Outsourcing, Chancen und Risiken
3.2 Outsourcingformen
3.3 Vorgehensweise
3.4 Entscheidungshilfen für Controller
4 Insourcing
4.1 Gründe für Insourcing
4.2 Insourcing versus Outsourcing
5 Beispiele aus der Praxis
5.1 Outsourcing in der Automobilindustrie
5.2 Gibt es einen Trend zum Insourcing in der Automobilindustrie?
5.3 Internationales Outsourcing
5.4 Outsourcing in der Verwaltung
5.5 Re-Insourcing aus Polen
6 Resümee
2
1 Eröffnung
Das Wort Globalisierung ist heute in aller Munde. Die Chancen die sich für Unternehmen durch die Globalisierung ergeben sind enorm und schon Adam Smith bewies in seinem Buch „Der Wohlstand der Nationen“, das reges und freies Handeln für den Gesamtwohlstand auf der Erde verantwortlich sei. Viele Menschen, besonders in den heutigen Industrieländern, verbinden mit dem Wort Globalisierung auch Ängste, welche auf Outsourcing, Offshoring, Nearshoring u.s.w. zurückzuführen sind. Leider sehen die wenigsten darin auch Möglichkeiten für sich und ihre Unternehmen. In dieser Arbeit soll einmal das Thema Outsourcing, mit seinen Chancen und Risiken und das Insourcing, was häufig aus einem fehlerhaften Outsourcing hervorgeht, erläutert werden. Zusätzlich möchte der Autor einige Beispiele aus der Praxis bringen, um die Realität des Sourcen`s einmal aufzuzeigen.
2 Begriffsklärungen
Durch die Komplexität die auch auf das Outsourcing zutrifft haben sich im Laufe der Zeit die verschiedensten Begriffe herausgebildet, welche anhand der folgenden Übersicht einmal dargestellt werden sollen.
Abb. 1: Die ephorie.de IT-Sourcing-Map
3
Zum besseren Verständnis ist es notwendig sich zumindest einige relevante Begriffe einmal näher anzuschauen und zu beschreiben.
2.1 Outsourcing:
Ist ein anglo - amerikanisches Kunstwort und setzt sich zusammen aus den Worten Outside, Resource, Using. Das bedeutet die Inanspruchnahme von Gütern oder Leistungen, die nicht im eigenen Unternehmen sondern extern bezogen oder erbracht werden. Im Sprachgebrauch, wie auch in der Literatur werden Ausgliederung und Auslagerung häufig als Synonyme für Outsourcing benutzt. Hierbei ist jedoch klar abzugrenzen, dass das Unternehmen bei einer Ausgliederung von Prozessen an eine neue Gesellschaft immer noch Kontroll- und Entscheidungsfunktionen behält.
Bei Auslagerungen von Prozessen handelt es sich, um eine vollständige Übertragung, die die direkte Einflussnahme eines Unternehmens ausschließt. 1
2.2 Insourcing:
Ist das Gegenstück zum Outsourcing, wo alle Leistungen (inhouse) erbracht werden. Meistens spricht man von Insourcing, wenn früher extern bezogene Leistungen in das Unternehmen zurückgeholt werden.
2.3 Cosourcing:
Zusammenlegung von gleichen Leistungen aus verschiedenen Unternehmen, um eventuell Skaleneffekte zu erzielen, z.B. gemeinsames beziehen von Hilfsstoffen zweier Chemiebetriebe.
2.4 Singelsourcing/Doublesourcing:
Hier wird die Zahl der Zulieferer bzw. Lieferanten auf ein bis zwei gesenkt, was zu Skaleneffekten führen kann, jedoch ist die Abhängigkeit von den Lieferanten enorm, was ein hohes Risiko für das Unternehmen darstellt. 2
1 Vgl. “Outsourcing muss gelernt sein und Insourcing hilft dabei“ BIT, www.phil.uni-erlangen.de/economics/ bwl/lehrbuch/kap3/outsour/outsour.pdf, 08 Mai 2006
2 Vgl. Marcus Hodel, „Outsourcing - Management“ 1999, Seite 17
4
2.5 Offshoring:
Auch Offshore genannt bedeutet die Verlagerung von (arbeits- und zeitintensiven) Tätigkeiten aus lohnintensiven Ländern in Länder mit geringeren Kostenstrukturen (Billiglohnländer). 3
3 Outsourcingprozess
3.1 Gründe für Outsourcing, Chancen und Risiken
Durch immer globaler agierende Unternehmen und international wachsende Märkte stehen die Unternehmen vor neuen Herausforderungen. Vor allem Unternehmen aus den Industrieländern sehen sich zunehmend mit dem globalen Wettbewerb konfrontiert. Beispiel: Ein deutsches Unternehmen aus z.B. München das Elektronikartikel herstellt, konkurriert nicht mehr nur mit Unternehmen aus Hamburg, den Niederlanden oder Frankreich, sondern auch mit Unternehmen aus Osteuropa oder Asien, wo die Kostenstrukturen erheblich geringer sind. Dies zwingt Unternehmen neben ständig neuen Innovationen und Produktivitätssteigerungen auch nach kostengünstigeren Strukturen zu suchen
Eine Möglichkeit hierbei bietet das Outsourcing, wobei verschiedene Motive eine Rolle spielen.
Kostenmotiv: Ziel ist hier die Umwandlung von Fixkosten in variable Kosten. Bei z.B. stark schwankenden Kapazitätsansprüchen, bietet das Outsourcing, durch eine Leistungsvergütung beim Vertragspartner an die vorherigen eigenen fixen Kosten in eigene variable Kosten umzuwandeln.
Know-how Motiv: Zielt auf die Nutzung externer komparativer Konkurrenzvorteile (KKV`s).
4 Besonders deutlich wird dieses Beispiel in der Automobilindustrie, wo ein Hersteller von Navigationssystemen, „Outsourcingpartner für Autohersteller“, ständig auf den aktuellen
3 Vgl. http://www.bwclub.de/lexikon/o/offshoring,, 08 Mai 2006
4 Vgl. Peter A. Cunningham/Friedrich Fröschl, „Outsourcing“, 1 Auflage 1995, Seite 73-75
5
Stand ist und sein Know-how d.h. seine neuen Entwicklungen in die aktuellen Serienmodelle mit einbringt, was auch auf einen höheren Qualitätsstandart schließen lässt. Kapazität: Mit Hilfe von Kapazitätsauslagerungen bemächtigt man sich der neuer Kapazitäten beim Dienstleister. Dies ist vor allem, bei Kapazitätsspitzen sehr sinnvoll, wo es nicht immer lohnt gleich neue Ressourcen aufzubauen.
Absatzwirtschaftliche Gründe: Hier nutzt der Auftraggeber das bessere Vertriebsnetz des Dienstleisters z.B. Vertriebsgesellschaften. Wird auch häufig eingesetzt beim Fehlen der finanziellen Mittel für eine Lagerhalle oder Transportmittel.
Finanzwirtschaftliche Gründe: Vor allem der öffentliche Sektor, von der Müllabfuhr bis zur Kinderbetreuung, greift durch die aktuelle finanzielle Situation immer wieder auf externe Dienstleister zurück. Dadurch bekommt er liquide Mittel und den Abbau von Kapazitäten. Risiko: Immer mehr Hersteller vor allem in der Technikbranche versuchen durch das Outsourcing auch das Risiko für sich zu minimieren, wie z.B. das Bestandsrisiko oder das Haftungsrisiko.
Flexibilität: Durch die Fremdvergabe von z.B. Vorleistungen, behält man eine gewisse Flexibilität, da man die Produktionsplanung eigentlich komplett entfällt und man durch Just in Time Lieferungen flexibel je nach Bedarf ordern kann.
Konzentration auf das Kerngeschäft: Durch das Outsourcen von Vorleistungen kann das gebundene Kapital in Bereiche gelenkt werden die auf der Kernkompetenz des Unternehmens beruhen und somit voll für die eigentliche Wertschöpfung eingesetzt werden. 5
5 Uwe Klemm, Diplomarbeit, „Entscheidungsfindung, Planung und Realisierung eines Outsourcing-Projektes am Beispiel der Magna Steyr Powertrain AG&Co.KG, 2002, Seite 18-21
6
Quote paper:
Marco Schumann, 2006, Insourcing - Outsourcing, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Transaktionskostentheorie der neuen Institutionenökonomik
Scholary Paper (Seminar), 30 Pages
Der Outsourcing Prozess und seine Entscheidungs- und Anwendungsmöglich...
Engineering - Industrial Engineering and Management
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 28 Pages
Kommunikation und Informationsaustausch in Netzwerkorganisationen am B...
Communications - Miscellaneous
Diploma Thesis, 113 Pages
Analyse und Optimierung betrieblicher Kommunikation
Computer Science - Miscellaneous
Thesis (M.A.), 91 Pages
Merkmale und Instrumente des Suppy Chain Controlling
Business economics - Controlling
Scholary Paper (Seminar), 31 Pages
Kompetenzanalyse und Kompetenzentwicklung in vernetzten Unternehmen
Business economics - Personnel and Organisation
Diploma Thesis, 84 Pages
Bewertung von Krisenunternehmen (insbesondere die DCF-Methode und Risi...
Business economics - Controlling
Scholary Paper (Seminar), 47 Pages
Organizational culture and the case of Google
What is organizational culture...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 19 Pages
Gemeinkostenwertanalyse und Zero-Base-Budgeting im Vergleich
Business economics - Controlling
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 28 Pages
Die Transaktionskostentheorie im Überblick
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Research Paper, 21 Pages
Luhmann: Vertrauen. Eine Methode der Reduktion sozialer Komplexität - ...
Communications - Interpersonal Communication
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 19 Pages
Strategische Bewertungsverfahren - Zero Base Budgeting im Handel
Business economics - Trade and Distribution
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Outsourcing-Strategien im Facility Management
Communications - Miscellaneous
Bachelor Thesis, 98 Pages
Marco Schumann's text Insourcing - Outsourcing is now available as a printed book
Marco Schumann has published the text Insourcing - Outsourcing
Marco Schumann has uploaded a new text
Practical Software Estimation: Function Point Methods for Insourced an...
M. A. Parthasarathy, N. R. Narayana Murthy
Outsourcing and Insourcing in an International Context
Marc J. Schniederjans, Ashlyn M. Schniederjans, Dara G. Schniederjans
Outsourcing -- Insourcing: Can Vendors Make Money from the New Relatio...
Per Jenster, Patricia Plackett, Henrik Stener Pedersen
Outsourcing & Insourcing in an International Context
Marc J. Schniederjans, Ashlyn M. Schniederjans, Dara G. Schniederjans
Management-Fallstudien im Controlling
Ernst Troßmann, Alexander Baumeister, Clemens Werkmeister
0 comments