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1. Einleitung 4
2. Darstellung und Interpretation des achten Briefes hEHUGLHlVWKHWLVFKH 7
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3. Resümee 17
4. Literaturverzeichnis 19
4
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,,Schillers Briefe hEHUGLHlVWKHWLVFKH(U]LHKXQJ³ sind der Dank für ein dreijähriges
Stipendium des Prinzen Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Augustenburg, das den durch eine langwierige, niemals ausgeheilte Krankheit in Not geratenen Autor [Schiller] eine zeitlang von materiellen Sorgen befreite. Der Prinz und sein Minister, Graf Schimmelmann, waren durch den dänischen Schriftsteller Jens Baggesen auf Schiller aufmerksam geworden.“ 1 Das Stipendium ermöglichte ihm, ,,zum ersten Mal eine freie, nicht von Existenzsorgen belastete Entfaltung seiner Kräfte. Am 9. Februar 1793 teilt Schiller dem Prinzen mit, daß er an einer ,,Kunsttheorie“ 2 arbeite. 1792/1793 war diese Theorie Thema eines Briefwechsels mit Körner 3 , den Schiller unter dem Titel Ä.DOOLDV RGHU EHU GLH 6FK|QKHLW³ veröffentlichen wollte. Der Briefwechsel
blieb jedoch ein Fragment, seine Fragen und Probleme werden weiter diskutiert in der ersten großen philosophischen Abhandlung Schillers hEHU$QPXWXQG:UGH³. Auch
zu Beginn der Briefe an den Augustenburger beschäftigt Schiller immer noch der Plan, eine neue Ästhetik zu entwerfen. Die Ausführungen stehen zunächst ganz im Zeichen dieses Vorhabens:“ 4 ,,Ich wünschte meine Ideen über die Philosophie des Schönen, eh ich sie dem Publikum selbst vorlege, in einer Reihe von Briefen an Sie richten [...] zu dürfen.“ 5 ,,Diese Philosophie des Schönen verbindet sich jedoch bald mit gesellschaftsbezogenen Analysen und den Entwurf des klassischen Humanitätsideals. Schillers Briefe wurden am 26. Februar 1794 beim Brand des königlichen Schlosses in Kopenhagen vernichtet. Die Mehrzahl hat sich jedoch in Abschriften erhalten, die erstmals 1875/1876 in der 'HXWVFKHQ5XQGVFKDX³veröffentlicht wurden. Nach dem
Brand entschloß sich Schiller zu einer Neufassung. Es entstanden die 27 Briefe ,,hEHU GLHlVWKHWLVFKH(U]LHKXQJ³, die 1795 in den +RUHQ³ veröffentlicht wurden.“ 6
Schiller begründet seine Wahl des Themas und der literarischen Form in seinem Einleitungsbrief vom 9. Februar 1793 an den Prinzen Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Augustenburg: ,,Diese freiere Form wird dem Vortrage derselben
2 Schiller 2000, Augustenburger Brief v. 9. Februar 1793, S.128 Z.11
3 Körner, Christian Gottfried ist der Freund von Schiller
4 Düsing 1981, S.125
5 Schiller 2000, Augustenburger Brief v. 9. Februar 1793, S.130 Z.18-21
6 Düsing 1981, S.125/126
5
mehr Individualität und Leben, und der Gedancke, daß ich mit Ihnen rede und von Ihnen beurtheilt werde, mir selbst ein hoeheres Interesse an meiner Materie geben.“ 7 Er nennt sein Vorhaben selbst ,,etwas kühn“ 8 , aber die Entwicklung der Philosophie drängt ihn geradezu in diese Richtung des Themas: ,,Die Revolution in der philosophischen Welt hat den Grund, auf dem die Ästhetik aufgeführt war, erschüttert, und das bisherige System derselben [...] über den Haufen geworfen. Kant 9 hat schon,
wie ich Ihnen mein Prinz, gar nicht zu sagen brauche in seiner &ULWLNGHUDHVWKHWLVFKHQ 8UWKHLOVNUDIW angefangen, die Grundsätze der kritischen Philosophie auch auf den
Geschmack anzuwenden und zu einer neuen Kunsttheorie die Fundamente, wo nicht gegeben, doch vorbereitet. Aber so wie es jetzt in der philosophischen Welt aussieht, dürfte die Reihe wohl zuletzt an die Aesthetik kommen, eine Regeneration zu erfahren. [...] Die Kunstphilosophie scheint also von dieser Seite wenig Licht aufzugehen, und zu einer Zeit, wo der menschliche Geist alle Felder des Wissens beleuchtet und mustert, scheint sie allein in ihrer gewohnten Dunckelheit verharren zu müssen “ 10 Schiller erklärt sich selbst zum ,,Ritter“ 11 der Kunsttheorie und beruft sich auf seinen Vorteil gegenüber Kant: ,,Zur Gründung einer Kunsttheorie ist es, däucht mir, nicht hinreichend, Philosoph zu seyn; man muß die Kunst selbst ausgeübt haben, und dieß, glaube ich, giebt mir einige Vortheile über diejenigen, die mir an philosophischer Einsicht ohne Zweifel überlegen seyn werden. Eine ziemlich lange Ausübung der Kunst hat mir Gelegenheit verschaft der Natur in mir selbst bey denjenigen Operationen, die nicht aus Büchern zu erlernen sind, zuzusehen. Ich habe mehr, als irgend ein anderer meiner Kunstbrüder in Deutschland durch Fehler gelernt, und dieß, däucht mir, führt mehr als der sichere Gang eines nie irrendes Genies zur deutlichen Einsicht in das Heiligthum der Kunst. Dieß ist es ohngefähr, was ich zu Rechtfertigung meines Unternehmens weiß; der Erfolg selbst muß das übrige entscheiden.“ 12 Schiller war der Ansicht, dass ,,eine dauerhafte, positive Veränderung der Verhältnisse nicht die Politik, sondern nur eine Reform der Erziehung gewährleisten kann. In der Französischen Revolution und einer damit verbundenen neuen Verfassung sieht Schiller nur einen Anfang.“ 13 Das Ereignis jedoch, das die letzten Hoffnungen zerstörte, die er noch mit der Französischen Revolution verband, war die Hinrichtung
7
Schiller 2000, Augustenburger Brief v. 9. Februar 1793, S.130 Z.21-25
8 ebd., S.127 Z.31
9 Kant, Immanuel (1724-1804), deutscher Philosoph und Prof. für Logik und Metaphysik in Köngisberg
10 Schiller 2000, Augustenburger Brief v. 9. Februar 1793, S.128 Z.03-22
11 ebd., S.128 Z.24
12 ebd., S.128/129 Z.28-06
6
Ludwig XVI. am 21. Januar 1793. ,,Schiller war im wahrsten Sinne des Wortes ,,angewidert“ von den Begleitumständen der französischen Revolution, insbesondere von der Hinrichtung des Königs, und er teilt den Optimismus Lessings hinsichtlich der menschlichen Natur nicht,“ 14 der 15 Jahre früher in § 4 der ,,Erziehung des Menschengeschlechts“ schrieb:
14 Mein 2000, S.198
15 Lessing 1997, S.10
16 vgl. Mein 2000, S.197-201
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Sonja Gerdes, 2001, Darstellung und Interpretation Schillers 8. Briefes - Über die ästhetische Erziehung des Menschen -, München, GRIN Verlag GmbH
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