Inhaltsverzeichnis
1 E i n l e i t u n g S e i t e 2
2. Philipp II. Seite 3
2.1 Philipps Regierungsjahre Seite 3
2.2 Philipps letztes Regierungsjahr Seite 5
2.3 Philipps Tod Seite 6
3 A l e x a n d e r d e r G r o ß e S e i t e 7
3.1 Alexanders Machtantritt Seite 7
3.2 Beseitigung politischer Gegner während des Persienfeldzuges Seite 8
3.3. Innere Auseinandersetzungen während den Feldzügen in den östlichen
S a t r a p i e n u n d I n d i e n S e i t e 1 0
3.4 Letzte Maßnahmen Alexanders Seite 12
4 F a z i t S e i t e 1 3
5. Literatur- und Quellenverzeichnis Seite 15
5 1 Q u e l l e n S e i t e 1 5
5 2 L i t e r a t u r S e i t e 1 5
2
1. Einleitung
Alexander der Große gehört zu den wenigen historischen Persönlichkeiten, deren Bekanntheit bei Menschen aller Bildungsgrade noch nach Jahrtausenden wie selbstverständlich scheint. Zumindest der Name ist jedem Europäer bekannt. Diese Ehre teilt Alexander nur mit wenigen anderen historischen Persönlichkeiten wie Caesar, Dschingis Kahn oder Napoleon. Philipp II., Vater Alexanders, ist eine solche Ehre bisher nicht zu Teil geworden. Außerhalb der historischen Forschung ist sein Name weniger bekannt. Es heißt, dass Alexander Zeit seines Lebens seinen Vater überflügeln wollte. Dies scheint ihm zumindest in der Erinnerung der Nachwelt gelungen zu sein. Sein Leben hat sowohl in der Antike wie in der Neuzeit Historiker und Literaten zu einer unüberschaubaren Masse an Werken inspiriert. Gibt man in der Internet Movie Database 1 Alexander als Suchbegriff ein, so bekommt man ein gutes Dutzend Filmtitel, die sich alle samt mit großem Budget und Aufwand dem Leben Alexanders widmen. Zu Philipp II. findet man keinen Filmtitel.
Ein Blick in die historische Forschung vermittelt oft andere Bilder, so auch in diesem Fall. Zwar ist rein quantitativ in der geschichtswissenschaftlichen Publizistik ein klares Übergewicht der Alexander-Biographien gegenüber den Philipp-Biographien festzustellen, aber kaum ein Historiker vergisst zu erwähnen, dass die Eroberung des Perserreiches unter Alexander ohne die Reformen in Makedonien und die Erringung der Hegemonialstellung in Hellas unter Philipp nicht möglich gewesen wäre. „Das Werk der beiden Makedonenkönige ist nicht voneinander zu trennen. Auf dem was Philipp geschaffen hat, konnte Alexander aufbauen“ 2 . Begreift man die Zeit zwischen 359 und 323 v. Chr., also die Zeit zwischen Philipps Regierungsantritt und Alexanders Tod, als eine Einheit, so muss es Kontinuitäten geben von Philipps zu Alexanders Regierungsjahren. Ich werde mich in dieser Hausarbeit mit den innermakedonischen Konflikten zur Zeit Philipps II. und Alexander des Großen beschäftigen, d.h. vor allem mit den Konflikten zwischen König und makedonischem Adel, und diesen Aspekt ihrer Regierungsjahre auf Kontinuitäten untersuchen. Am Schluss der Arbeit soll also möglichst die Frage beantwortet werden, ob Alexanders Umgang mit der makedonischen Elite auf Philipps Politik aufbaut oder mit ihr bricht.
Um die Frage am Schluss zu beantworten werde ich zunächst in chronologischer Reihenfolge Philipps und Alexanders Politik gegenüber den Makedonen und dem Adel darstellen. Auf
1 Internet Movie Database, kurz IMDB. Umfassenste Filmdatenbank im Internet: http://german.imdb.com/
2 Hermann Bengtson, Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. München 1985. S. 79.
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bedeutende außermakedonische Ereignisse wird dabei Bezug genommen, wenn die Verständlichkeit es verlangt.
2. Philipp II.
2.1 Philipps Regierungsjahre
Philipp kam im Jahre 359 v. Chr. zunächst als Regent für Amyntas, einem noch unmündigen Sohn Perdikkas III., an die Macht. Makedonien war in einer schwierigen Situation. Perdikkas III. fiel 360 v. Chr. in einer Schlacht gegen die Illyrer zusammen mit 4000 Hetairoi. Das Heer und die politischmilitärische Elite des Landes waren stark dezimiert. Daher nimmt die Aushebung neuer Truppenverbände und die Reform des Heeres eine hohe Priorität in seinen ersten Regierungsjahren ein. Er orientiert sich bei der Reform sowohl an griechische wie an persische Kriegführung und greift von beiden Elemente auf. Er professionalisiert das Heer zunehmend, damit es auch in schwierigen Formationen diszipliniert zusammenhält: „er führte eine zweckmäßige Schlachtordnung ein, versah die Truppen mit allen im Felder nötigen Waffen und stellte immerfort Waffenproben und Kriegsübungen an“ 3 .
Außerdem wertet er die Hetairenreiterei strategisch enorm auf, indem er ihr Zusammenwirken mit den Fußtruppen effektiver gestaltet. Da die Hetairen sich ausschließlich aus dem Adel rekrutierten und sie die Heerführung auf mittlerer und oberster Ebene inne hatten, hatte der Adel sowieso schon einen entscheidenden Anteil an der Kriegführung der Makedonier. Die strategische Aufwertung der Hetairenreiterei dürfte die Abhängigkeit des Königs vom Adel noch verstärkt haben. Da leider wenig über innermakedonische Angelegenheiten aus dieser Zeit überliefert ist, kann keine sichere Aussage darüber getroffen werden, wie teuer Philipp die Loyalität und Disziplin des Adels erkaufen musste. Allerdings müssen sowohl Philipp wie auch der Adel ein großes Interesse daran gehabt haben, innere Stabilität zu gewährleisten, da die Bedrohung der makedonischen Grenzen durch benachbarte Völker sehr akut war.
Von den wenigen bekannten inneren Auseinandersetzungen der ersten Regierungsjahre Philipps berichtet Diodor: „Auch suchte ein gewisser Pausanias, ein Verwandter des Königshauses, mit Hilfe des Königs der Thraker auf den Thron von Makedonien zu gelangen; und ebenso die Athener, die dem Philipp abgeneigt waren, den Argaius als König einsetzen wollten und dazu den Feldherren
3 Diodor 16,3,3.
4
Mantias mit dreitausend Schwerbewaffneten und einer beträchtlichen Flotte abgeschickt hatten“ 4 . Scheinbar war es für die angrenzenden Mächte wie selbstverständlich in die inneren Angelegenheiten Makedoniens einzugreifen, um ihre Interessen zu wahren. Philipps Lösung dieser Probleme ähnelt ihrer Entstehung: Pausanias weitere finanzielle Unterstützung durch die Thraker unterbindet er, indem er den thrakischen König durch „Geschenke“ auf seine Seite zieht 5 . Argaius wird militärisch geschlagen, nach dem dieser keine Unterstützung im Volk fand 6 . Diodor berichtet ebenfalls davon, dass Philipp sehr großen Wert auf eine gute Beziehung zu seinem Volk gelegt hat. Er soll zu diesem Zweck beständig Volksversammlungen abgehalten haben und „wusste sich durch Geschenke und Versprechungen bei dem Volk sehr beliebt zu machen“ 7 . Aus diesen wenigen Quellenstellen Diodors lässt sich keine umfassende Herrschaftssicherungsstrategie Philipps rekonstruieren, selbst wenn man Diodor nicht quellenkritisch liest, sind das zu wenige Informationen.
Es ist nicht bekannt, zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise Philipp sich seines Mündels Amyntas entledigt hat. Überhaupt ist es auffällig, dass die Quellen für die folgenden Jahre von keinen größeren innermakedonischen Auseinandersetzungen oder bedeutenderen Oppositionsbestrebungen gegen Philipp berichten. Auch wird von keinen weiteren Versuchen außermakedonischer Mächte berichtet, Philipps Herrschaft durch die Unterstützung vermeintlicher starker Oppositionelle zu destabilisieren. Philipp schafft es sogar dieses Verhältnis umzukehren und zunehmend auf die inneren Verhältnisse griechischer Poleis Einfluss zu gewinnen 8 . Dies sind starke Indizien dafür, dass Philipp einen stabilen Kompromiss zwischen den Interessen des Adels, des Volkes und seinen eigenen als König aushandeln konnte. Die ständigen Feldzüge und Phasen langer Abwesenheit in Thrakien oder Griechenland wären sonst auch nicht ohne Weiteres möglich gewesen. Andersherum kann angenommen werden, dass Philipp als Besitzer aller eroberten Ländereien und Bodenschätze 9 , genug Beute an Adel und Volk verteilen konnte, um deren Bedürfnisse und Interessen zu befriedigen, ohne dabei selbst einen Machtverlust hinnehmen zu müssen. Im Gegenteil, ihm war damit in Phasen der Expansion ein mächtiges Steuerungsinstrument für die innermakedonsichen Machtverhältnisse an die Hand gegeben.
Der oben erwähnte Kompromiss zwischen Volk, Adel und König wurde aber sicher nicht nur durch die Verteilung eroberter Gebiete aufrechterhalten. Arrian berichtet in Form einer angeblichen Rede
4 Diodor 16,2,5.
5 Diodor 16,3,10.
6 Gerhard Wirth, Philipp II. Geschichte Makedoniens Bd. 1, Stuttgart u.a. 1985. S. 27.
7 Diodor 16,3,5.
8 Gerhard Wirth, Philipp II. Geschichte Makedoniens Bd. 1, Stuttgart u.a. 1985. S. 40.
9 Zu Struktur des makedonischen Staates und der Rolle des Königs: Sabine Müller, Maßnahmen der Herrschaftssicherung gegenüber der makedonischen Opposition bei Alexander dem Großen, Frankfurt 2003. S. 17 -21. und : Nicho las Hammond, Alexander der Große. Feldherr und Staatsmann. Berlin München 2001.S.27 f.
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Arbeit zitieren:
Andreas Wiedermann, 2006, Philipp II. und Alexander der Große und ihre Politik gegenüber dem makedonischen Adel, München, GRIN Verlag GmbH
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Bill klinski
thanks, das brauchte ich für meine geschichtshausaufgaben
am Monday, May 17, 2010-
Fabian Wilhelmi
Gute Arbeit, die allerdings sehr sparsam mit Fußnoten umgeht.
am Friday, August 20, 2010-