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Bilinguale und Fremdsprachenkonzepte in der schwedischen Schule

Title: Bilinguale und Fremdsprachenkonzepte in der schwedischen Schule

Seminar Paper , 1993 , 39 Pages , Grade: ausgezeichnet (1+)

Autor:in: Dr. Klaus Geyer (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit handelt von den bilingualen und den Fremdsprachenkonzepten innerhalb der schwedischen Schule. Dabei werde ich mich besonders auf diejenigen Konzepte konzentrieren, die von dem in Deutschland Bekannten abweichen. Dies ist zum einen das hochgesteckte Ziel einer "aktiven Zweisprachigkeit" für Einwandererkinder, d.h. daß diese sowohl die Sprache ihres Herkunftslandes als auch Schwedisch auf muttersprachlichem Niveau erlernen sollen, zum anderen der verhältnismäßig frühe Unterrichtsbeginn in der obligatorischen ersten Fremdsprache Englisch.
In zwei vorbereitenden Abschnitten wird zuerst die allgemeine, gesellschaftliche Sprachsituation in Schweden kurz skizziert, danach folgen einige Erläuterungen zum schwedischen Schulsystem. Bei der Diskussion der verschiedenen Sprachunterrichte beschränke ich mich auf den Unterricht in der Primarschule. Der Deutlichkeit halber habe ich mich entschlossen, nach mutter- und fremdsprachlichem Unterricht zu unterscheiden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch über diese Grenze hinweg auf einer kritischen Überprüfung der Verwirklichung des Konzeptes der aktiven Zweisprachigkeit, sowohl im Hinblick auf den Unterricht in der Muttersprache als auch in der Zweitsprache Schwedisch.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung

2. Die sprachliche Situation in Schweden

2.1 Überblick

2.2 Schweden als sprachlich homogenes Land bis ca. 1965

2.3 Vier Migrationsbewegungen nach Schweden

2.3.1 Arbeitsimmigration Mitte der 60er Jahre

2.3.2 Aufnahme von Flüchtlingen

2.3.3 Adoption von Kindern

2.3.4 Zuzug von Angehörigen

2.4 Geographische Verteilung und Altersstruktur

2.5 Herkunftsländer

2.6 Unterschiede sowohl zwischen als auch innerhalb der Einwanderergruppen

2.7 Interkulturelle Ehen

2.8 Bildungspolitik für Einwandererkinder

3. Das schwedische Schulsystem

3.1 Vorbemerkung

3.2 Allgemeines zur ungdomskola

3.3 Die grundskola

3.4 Die gymnasieskola

3.5 Politische Steuerung und Verwaltung

3.6 Finanzierung

4. Sprachunterricht in der ungdomsskola

4.1 Mutter-, Zweit- und Fremdsprachen

4.2 Formen des Spracherwerbs

4.3 Muttersprachlicher Unterricht

4.3.1 Schwedisch

4.3.2 Hemspråk

4.3.2.1 Großer Bedarf an hemspråk-Unterricht

4.3.2.2 Hemspråk sind ca. 160 verschiedene Sprachen

4.3.2.3 Verschiedene Unterrichtsformen für Einwandererkinder - Rückblick

4.3.2.4 Hemspråk für die Mehrheit der Minderheiten

4.4 Fremdsprachlicher Unterricht

4.4.1 Schwedisch als Zweitsprache (Sv2)

4.4.1.1 Sv2 als "Nachhilfeunterricht"

4.4.1.2 "Stödfilosofi" führt zu Problemen

4.4.2 Fremdsprache Englisch

4.4.2.1 Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Unterrichtsbeginn

4.4.2.2 Das EPÅL - Projekt

4.4.2.3 Exkurs: Die These des "optimalen Alters" für den Fremdsprachenerwerb

5. Resumé

6. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert bilinguale und Fremdsprachenkonzepte im schwedischen Schulsystem, wobei der Fokus insbesondere auf der kritischen Überprüfung des Ziels der "aktiven Zweisprachigkeit" für Einwandererkinder liegt, das über deutsche Konzepte hinausgeht.

  • Analyse der sprachlichen Situation und Migrationsgeschichte Schwedens.
  • Darstellung des schwedischen Schulsystems (Grund- und Gymnasieskola).
  • Untersuchung des muttersprachlichen Unterrichts (Hemspråk) und dessen organisatorischer Hürden.
  • Kritische Diskussion von Schwedisch als Zweitsprache (Sv2).
  • Evaluation von Fremdsprachenkonzepten, insbesondere Englisch an der Primarschule.

Auszug aus dem Buch

4.5.2.3 Exkurs: Die These des "optimalen Alters" für den Fremdsprachenerwerb

Sein hauptsächliches Augenmerk richtet Holmstrand auf die These, daß Kinder sehr viel leichter und effektiver Fremdsprachen erwerben als Erwachsene, bes. daß ein umfassender Fremdsprachenerwerb nach dem Ende der Pubertät kaum mehr möglich ist. Holmstrand zeigt auf, daß sich die theoretischen Untersuchungen widersprechen und v.a., daß die Theorie des "optimalen Alters" einer fundierten empirischen Grundlage entbehrt.

Viberg vertritt die gleiche Position, er hebt bes. die Überbewertung des Aussprachemoments beim Fremdsprachenerwerb hervor. Er führt aus:

"Eine populäre Auffassung ist, daß Kinder leichter Sprachen erlernen als Erwachsene. Auch wenn in dieser Auffassung ein Stück Wahrheit liegt, muß man eine Unterscheidung treffen zwischen unterschiedlichen sprachlichen Ebenen wie Aussprache, Grammatik und Wortschatz, verschiedenen Fertigkeiten - v.a. das Sprechen in Relation zum Lesen und Schreiben - und schließlich zwischen der Geschwindigkeit des Spracherwerbs und dem Endniveau."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielsetzung: Einführung in die Thematik der schwedischen Bilingualitätskonzepte und Definition der zentralen Forschungsfrage.

2. Die sprachliche Situation in Schweden: Skizze der historischen Entwicklung von der Homogenität zur Einwanderungsgesellschaft und Analyse der Migrationsfaktoren.

3. Das schwedische Schulsystem: Überblick über die Strukturen der Grund- und Gymnasieskola, inklusive politischer Steuerung und Finanzierung.

4. Sprachunterricht in der ungdomsskola: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Sprachkategorien (Mutter-, Zweit- und Fremdsprache) und der jeweiligen Unterrichtspraxis.

5. Resumé: Zusammenfassende Bewertung der schwedischen Sprachpolitik unter Berücksichtigung ökonomischer und pädagogischer Aspekte.

Schlüsselwörter

Schweden, aktiver Bilingualismus, Fremdsprachenkonzepte, Hemspråk, Schwedisch als Zweitsprache, Einwandererkinder, Schulsystem, Spracherwerb, Migrationsbewegungen, interkulturelle Bildung, Sprachprestige, Grundskola, Gymnasieskola, Sprachunterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Konzepte für bilingualen und Fremdsprachenunterricht innerhalb des schwedischen Schulsystems und analysiert, wie das hochgesteckte Ziel der "aktiven Zweisprachigkeit" für Einwandererkinder praktisch umgesetzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Sprachsituation in Schweden, den Strukturen des Schulsystems (Grund- und Gymnasieskola) sowie einer kritischen Analyse des Unterrichts in der Muttersprache (Hemspråk) und als Zweitsprache (Schwedisch).

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist eine kritische Überprüfung des schwedischen Anspruchs, Einwandererkindern durch aktive Zweisprachigkeit eine kompetente Beherrschung sowohl der Herkunftssprache als auch des Schwedischen auf Erstsprachniveau zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse bildungspolitischer Rahmenbedingungen, Gesetze und bestehender Forschungsprojekte (wie das EPÅL-Projekt), um die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und schulinterner Realität aufzuzeigen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Migrationsbewegungen, eine detaillierte Beschreibung des schwedischen Schulwesens sowie eine tiefgehende Untersuchung der Unterrichtsfächer Hemspråk, Schwedisch als Zweitsprache und Englisch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie aktiver Bilingualismus, schwedisches Schulsystem, Hemspråk, Spracherwerb, Migration und Sprachprestige charakterisieren.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Hemspråk-Unterricht?

Der Autor sieht den Hemspråk-Unterricht als eher zufällige Ansammlung von Maßnahmen, die oft aufgrund organisatorischer und finanzieller Defizite nicht zur angestrebten aktiven Zweisprachigkeit führen und häufig nur ein "Feigenblatt" für politische Ziele darstellen.

Welche Rolle spielt die Diskussion um das "optimale Alter" für den Fremdsprachenerwerb?

Der Autor führt an, dass die Theorie des optimalen Alters für den Spracherwerb wissenschaftlich umstritten ist und oft ein "Aussprache-Mythos" vorherrscht, wobei Erwachsene im Bereich der kognitiven und grammatikalischen Lernprozesse durchaus deutliche Vorteile gegenüber Kindern haben.

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Details

Title
Bilinguale und Fremdsprachenkonzepte in der schwedischen Schule
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Proseminar: Spracherwerb
Grade
ausgezeichnet (1+)
Author
Dr. Klaus Geyer (Author)
Publication Year
1993
Pages
39
Catalog Number
V6481
ISBN (eBook)
9783638140423
Language
German
Tags
Schule Didaktik Schweden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Klaus Geyer (Author), 1993, Bilinguale und Fremdsprachenkonzepte in der schwedischen Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6481
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