Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG. 2
2 AUSGANGSSITUATION UND PROBLEMSTELLUNG 3
3 THEORIE UND FORSCHUNGSSTAND ZUM ALTERSKONSERVATISMUS. 5
3.1 ZUSAMMENGEFASSTE FORSCHUNGSERGEBNISSE NACH TEWS 5
3.2 FORSCHUNGSERGEBNISSE NACH PLUM UND SCHLEUSENER 8
3.3 FORSCHUNGSERGEBNISSE NACH MAYER 8
3.4 FORSCHUNGSERGEBNISSE NACH BÜRKLIN 9
3.4.1 Exkurs: Lebenszyklusthese und Generationsthese 10
3.5 FORTSETZUNG FORSCHUNGSERGEBNISSE NACH BÜRKLIN 10
3.6 ZUSAMMENGEFASSTE FORSCHUNGSERGEBNISSE NACH KÜNEMUND 11
4 FRAGESTELLUNG, VORANNAHMEN UND HYPOTHESEN 13
5 DEFINITION VON BEGRIFFEN. 14
6 GEEIGNETE METHODE 16
7 STICHPROBE. 18
8 ENTWICKLUNG DES LEITFADENS 19
8.1 LEITFADENINTERVIEW 19
8.1.1 Personenhintergrund - Fragen für das erste Interview 20
8.1.2 Fragen zur Erfassung des Untersuchungsgegenstandes - Indikatoren für Konservatismus 21
9 THEORIE ZUR AUSWERTUNG DER INTERVIEWS. 22
LITERATURVERZEICHNIS 24
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1 EINFÜHRUNG
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung eines Erhebungsinstruments zur Untersuchung des Zusammenhangs von Alter und Konservatismus. Dabei soll die Hypothese eines Alterskonservatismus empirisch untersucht werden. Inhaltlich werden dabei alle Phasen des Forschungsprozesses bis zum Pretest bearbeitet. Vom Ausgangspunkt der begrifflichen Präzisierung soll die Bestimmung der Dimensionen von Konservatismus geschlossen werden. Dabei werden der aktuelle Forschungsstand sowie die vorhandenen Definitionen von Konservatismus einbezogen. Daraus folgend werden die Indikatoren, die den definierten Konservatismus indizieren können, entwickelt. Hieraus kann dann die Konstruktion von Messinstrumenten zur Untersuchung der Fragestellung des Zusammenhangs von Alter und Konservatismus zur Verifizierung bzw. Falsifizierung der Hypothesen sowie die Entwicklung einer Theorie erfolgen.
Eine Durchführung des entwickelten Untersuchungsinstrumentes ist in diesem Zusammenhang nicht vorgesehen.
2
2 AUSGANGSSITUATION UND PROBLEMSTELLUNG
Der Anteil älterer Menschen nimmt durch die demografische Entwicklung stetig zu. „Die demographische [sic] Alterung wird in den kommenden Jahrzehnten zu einem bestimmenden Element der demographischen [sic], sozioökonomischen und politischen Entwicklung Deutschlands werden.“ (Mai 2003, S.9).
Nach Japan, Italien und der Schweiz ist Deutschland das Land mit dem weltweit vierthöchsten Durchschnittsalter der Bevölkerung. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahrzehnten weiter fortsetzen, begleitet von der gleichzeitigen Abnahme der Bevölkerungszahl (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2002, S.55).
Abbildung 1:Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
(vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2002, S.55). In der Betrachtung der Entwicklung der Bevölkerung über einen langen Zeitraum, ergibt sich das Bild einer deutlichen Ausdehnung der Alterspopulation. Um 1910 wurde von der so genannten Alterspyramide 1 gesprochen. Bis zum Jahr 2040 wird sich die Alterspyramide in eine Urnen- beziehungsweise Pilzform 2 verändern (vgl. Backes, Clemens 1998, S.32).
Abbildung 2: Veränderung der Bevölkerungsstruktur in Deutschland
35%
30%
25%
20%
15%
10%
5%
0%
(vgl. Backes, Clemens 1998, S.34).
1 Menschen jüngeren Alters sind stärker als die nächst Älteren vertreten.
3
Diese Statistik zeigt das stetige Steigen der Anzahl älterer Menschen und das Sinken der Anzahl junger Menschen im Vergleich deutlich.
Die Alterung der Bevölkerung hat auf drei verschiedenen Ebenen stattgefunden: Die erste Ebene ist das Steigen der absoluten Zahl der älteren Menschen. Die zweite Ebene ist das relative Wachstum des Anteils älterer und alter Menschen, was bedeutet, dass das Verhältnis zwischen jungen und alten Menschen sich verschoben hat (vgl. Backes, Clemens 1998, S.36).
Abbildung 3: Entwicklung des Verhältnisses junger zu alten Menschen
80%
60%
40%
20%
0%
(vgl. Backes, Clemens 1998, S.36).
Die dritte Ebene der Bevölkerungsalterung ist das Ansteigen der Zahl der hochaltrigen Menschen (vgl. Backes, Clemens 1998, S.37).
Insbesondere die Hochaltrigkeit wird in Zukunft eine noch bedeutendere Rolle spielen. Derzeit sind in Deutschland 2,9 Millionen Menschen 90 Jahre und älter. Im Jahr 2020 werden es um die 5,1 Millionen Menschen sein. Im Jahre 2050 rechnet das Statistische Bundesamt sogar mit circa 8 Millionen Menschen die 80 Jahre und älter sind. Das wird etwa 11% der Bevölkerung entsprechen(vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2002, S.55).
Eine homogene Gruppe „der Alten“ gibt es nicht. Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter bilden eine heterogene Gruppe mit verschiedensten Lebenserfahrungen und Biografien, welches wiederum Auswirkungen auf Ihre Werte, Normen und Einstellungen hat (vgl. Mai 2003, S.13).
Lebenslagen im Alter sind also sehr differenziert. Dominierende Faktoren hierbei sind die materielle Lage, der Gesundheitszustand und die sozialen Netzwerkbeziehungen. Auch die Dimensionen des Wohnens, gesellschaftliche Partizipation und allgemeines Wohlbefinden spielen eine bedeutende Rolle. Diese Faktoren im Zusammenhang bilden die Lebenswelt älterer Menschen (vgl. Backes, Clemens 1998, S.241). 2 Die Anzahl junger Menschen nimmt gegenüber den Älteren ab.
4
Die Frage, ob Alter und Konservatismus sich gegenseitig bedingen ist also in Anbetracht der demografischen Entwicklung eine bedeutender Aspekt. Denn die große gesellschaftliche Gruppe „alter Menschen“ hat einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf Gesellschaft, Soziales und Politik. Ob bestimmte Einstellungen und Verhaltensweisen bei Älteren zunehmend konservativ geprägt sind, kann deren mögliche Einflüsse auf die oben genannten Bereiche ggf. erklären und dem Potential entsprechend Rechnung tragen. In diesem Zusammenhang sind auch mögliche Risiken zu benennen, die von einer „Übermacht“ der Alten ausgehen könnte: Stillstand und Unfähigkeit zur Veränderung durch Alterskonservatismus und dem Drang zur Wahrung vorhandener Verhältnisse und Sicherung des Status Quo. Dies ist die Ausgangslange zur Untersuchung des Zusammenhangs von Alter und Konservatismus. Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang dieser beiden Faktoren, müsste dies in Anbetracht der demografischen Entwicklung berücksichtigt werden. Nicht nur auf der politischen, sondern auch auf der gesellschaftlichen Ebene von Werten, Normen und Einstellungen hätte dies erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklungsfähigkeit eines Landes und dessen Gesellschaft 3 .
3 THEORIE UND FORSCHUNGSSTAND ZUM ALTERSKONSERVATISMUS
Es ist davon auszugehen, das der Alterskonservatismus nicht abschließend empirisch untersucht ist 4 . Es gibt einige Forschungen, die sich mit dem Thema befasst haben und konkurrierende Ergebnisse je nach Forschungsansatz hervor gebracht. Jedoch ist an dieser Stelle anzumerken, dass sich die vorliegenden Untersuchungen ausschließlich auf die politische Dimension von Konservatismus beziehen und weitere Aspekte nicht berücksichtigten. Im Folgenden sollen die wichtigsten Ergebnisse dargestellt werden.
3.1 ZUSAMMENGEFASSTE FORSCHUNGSERGEBNISSE NACH TEWS
Tews nennt vier Schwerpunkte nach Campbell und Strate, die der Alterskonservatismus beinhaltet:
• Die ideologische Identifikation (konservative Selbsteinschätzung),
• das Wählerverhalten und Wahlpräferenzen,
3 „Der Wandel politischer Einstellungen, der aktiven politischen Partizipation und des politischen
Interesses im Alter sowie die Repräsentanz der Älteren sind gegenwärtig zentrale Themen im
Bereich Alter und Politik.
Dies hängt vor allem mit dem Interesse zusammen, die zukünftige Entwicklung der politischen
Präferenzen im Zusammenhang mit den anstehenden demographischen Veränderungen ab-schätzen zu können: Das "Altern der Gesellschaft" gibt den Älteren z.B. insgesamt ein stärkeres
politisches Gewicht.“ (Künemund 2004).
4 „Eine entsprechende Untersuchung mit einem altersspezifischen und umfassenden Konservatismus-
Konzept ist mir nicht bekannt geworden.“ (Tews 1987, S.149).
5
• Einstellung zu Themen, die in Bezug auf das politische System als konservativ gesehen werden sowie
• Inhaltlich konservative politische Themen (vgl. Tews 1987, S.146). Tews (1987, S.146) merkt an, dass der politische Konservatismus nur als ein begrenzter Ausschnitt von Alterskonservatismus gesehen werden kann. In diesem Zusammenhang wird ein Überblick über die verschiedenen Dimensionen von Konservatismus und die entsprechenden Forschungsergebnisse geben: Selbsteinschätzung und politische Polarisierung
Die Untersuchung von Campbell und Strate kommt zu dem Ergebnis, dass bei einer Selbsteinschätzung die älteren Altersgruppen sich als konservativer als die jüngeren einschätzten 5 . Stadie nutzt als Konservatismus-Indikator die Einstellung gegenüber den GRÜNEN. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass die über 60 jährigen, diese am wenigsten favorisieren. Die Zustimmung zu den GRÜNEN bei den Anhängern anderer Parteien ist bei den CDU/CSU-lern am geringsten, bei den SPD-lern am höchsten. Plum und Schleusner beurteilen in ihrer Untersuchung die politische Richtung als sozialisationsbedingt, wobei eine Verfestigung mit zunehmendem Alter festzustellen ist (vgl. Tews 1987, S.149f.). Zufriedenheit und Akzeptanz des politischen Systems
„Die Älteren vertrauen eher darauf, daß [sic] der Staat das Richtige für die Bürger tut.“ (Tews 1987, S.159). Diese Aussage konnten Stadie, Plum und Scheusener in ihren Untersuchungen damit belegen, dass mit zunehmendem Alter eine höhere Zufriedenheit mit dem politischen System herrscht. Wobei sich in diesem Zusammenhang die Frage stellt, ob die Zufriedenheit objektiv vorhanden ist, oder ob dieser eine fraglose Zustimmung bzw. empfundene Einflusslosigkeit zu Grunde liegt (vgl. Tews 1987, S.150).
Politische Macht- und Meinungslosigkeit
Edinger kam in seiner Untersuchung zu dem Ergebnis, dass über 60 jährige ihre politischen Einflussmöglichkeiten als sehr gering einschätzen. Dies führt dazu, dass allein die regelmäßige Wahl als ausreichendes Instrument zur Entfaltung der Demokratie bei über etwa der Hälfte der über 60 jährigen betrachtet wird. In jüngeren Altersgruppen ist diese Haltung wesentlich weniger verbreitet (vgl. Tews 1987, S.150).
5 Siehe Rechts-Links-Selbsteinschätzung nach Bürklin.
6
Arbeit zitieren:
Andrea Schulz, 2006, Zum Begriff und Erhebungsmöglichkeiten eines altersbedingten Konservatismus, München, GRIN Verlag GmbH
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Derridas Kritik an Carl Schmitts Begriff des Politischen in "Poli...
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