1. EINLEITUNG. 1
2. MACHIAVELLIS HISTORISCHES UMFELD. 1
3. DAS MENSCHENBILD MACHIAVELLIS 2
3.1 DIE VORAUSSETZUNGEN. 2
3.2 DIE GRENZEN. 3
4. DIE POLITISCHE ERZIEBARKEIT DES MENSCHEN 3
4.1 KONZEPT DER POLITISIERUNG 3
4.2 POLITISCHEN UMGEBUNG 4
5. SCHLÜSSELBEGRIFFE DER POLITISCHEN ANTHROPOLOGIE NACH
MACHIAVELLI 4
5.1 DIE EIGENSCHAFT DER ZEITLÄUFE 5
5.2 DIE NOTWENDIGKEIT. 5
5.3 PERSÖNLICHE TÜCHTIGKEIT 5
5.4 GÜNSTIGES GESCHICK 6
5.5 DER EHRGEIZ UND DIE HABSUCHT. 6
6. SCHLUßBEMERKUNG. 6
7. LITERATURVERZEICHNIS 7
1. Einleitung
Diese als Ergebnisprotokoll verfasste Hausarbeit unternimmt den Versuch die Anthropologie Machiavellis deskriptiv zu erfassen. Um dieses Ziel zu erreichen beschreibt der Autor, ausgehend vom historschen Kontext die unterschiedlichen Phasen die zur Entstehung des machiavellistischen Menschenbildes beitragen. Hierbei werden auch exemplarisch einige Schwachstellen in Machiavellis Argumentation aufgezeigt. Anschließend werden einige zentrale Schlüsselbegriffe aus den Werken Machiavellis („Der Fürst“ und „Discorsi“) erläutert, die zum Verständnis unerläßlich sind und es ermöglichen eine Einordnung vorzunehmen. In der Schlußbemerkung werden die wichtigsten Eckpunkte noch einmal zusammengefaßt und der Versuch unternommen die Charakteristika des machiavellistischen Menschenbildes in einen moderen Kontext zu rücken um deren heutige Gültigkeit zu überprüfen.
2. Machiavellis historisches Umfeld
Zum Verständnis der Schriften und des äußertst pessimistischen Menschenbildes Machiavellis ist es unabdingbar den historischen Kontext zu erläutern. Die gegenseitig konkurrierenden italienischen Fürstentümer dieser Zeit zeichneten sich durch eine selbstständige und stark individualisierte Kultur aus. Im Wesentlichen hatte sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts in Italien „ein politisches Gleichgewicht zwischen fünf größeren Mächten herausgebildet“ 1 . Neben diesen „großen“ Stadtstaaten existierten noch eine Vielzahl von Klein- und Kleinststaaten, die durch dieses Mächtegleichgewicht leben konnten, da jeder darauf achtete, dass sich der andere nicht unverhältnismäßig vergrößerte. Die Ursache für die territoriale Zerklüftung des heutigen Italien in Klein- und Kleinststaaten liegt in der kulturellen Vielfalt und im Reichtum der Stadtstaaten begründet. Aufgrund dieses Kulturpluralismus war es nicht möglich das italienische Volk zu Einen und zu einer Nation zu formen. Bereits zu Lebzeiten Machivellis gerät Italien in den Fokus der Eroberungspolitik Frankreichs, Spaniens und des Habsburger Hofes. Dadurch ändert sich Italiens Weltgeschichtliche Rolle vollständig.
1 Günther, Horst: Nachwort, In: Machiavelli Niccolo: Der Fürst, Insel Verlag, Frankfurt a. Main 2001, S.
150, Neben Machivellis Heimatstadt Florenz zählen zu diesen Mächten noch Mailand, Venedig, Rom und
Neapel
1
3. Das Menschenbild Machiavellis
Niccolo Machivelli gilt allgemein hin als Vertreter eines anthropologischen Realismus. Das bedeutet, dass er nicht versucht zu zeigen wie Menschen sein sollen, sondern dass er beschreibt wie Menschen wirklich sind. Das ist die zentrale Herangehensweise Machiavellis und daraus resultiert ein pessimistisches bzw. negatives Menschenbild. Die politische Konsequenz dieser Vorgehensweise ist eine realistische Aufklärung, die die wahren Motive und das wahre Verhalten der Menschen untersucht. Damit übt Machiavelli Kritik am Bildungshumanismus. Auch der Bürgerhumanismus mit seinen aristotelischen Zügen wird von Machiavelli kritisiert. Seiner Meinung nach werden Menschen gerade in politischen Krisensituationen zu Individuen mit selbstsüchtigen Interessen und zerstörerischen Leidenschaften.
3.1 Die Voraussetzungen
Nach Machiavellis Überzeugung bleibt der Mensch in seinem innersten Wesen immer gleich und ändert sich nie. Die Natur des Menschen ist so veranlagt, dass es keinen Fortschritt gibt sondern sie sich im Prinzip auf zwei wesentliche Herausforderungen beschränkt, nämlich Macht und Einfluß zu erlangen und sich gleichzeitig gegen all jene zu wappnen, die genau das zu verhindern versuchen. Der politisch ambizionierte Mensch will nach Machiavelli jederzeit sich selber und seine Ziele durchsetzen und wird deshalb jedes geeignete Mittel hierfür einsetzen. Hierzu zählen Güte, Gradlinigkeit und Milde aber auch Betrug, List und als letztes Mittel auch der politische Mord. Die Politk dient also letztlich nur zur Erreichung des jeweiligen Ziels, Moral und Ethik spielen im machiavellistischen Kontext keine Rolle. Ein Fürst wird als notwendiger Lenker der Massen angesehen, da der Durchschnittsmensch keinerlei ethische Normen besitzt und gewissenlos ist. So führt Machiavelli in seinem Werk „Der Fürst“ aus, dass die Menschen schlecht sind und es in der Welt nur gemeine Pöbel gibt. Jedoch versteht es selbst der Pöbel nicht gänzlich schlecht zu sein. 2
2 Blum, Wilhelm: Niccolo Machivelli 1469 - 1527, In: Bayrische Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit (Hrsg.): Politische Philosophen, München 1997, S. 98
2
Arbeit zitieren:
Oliver Ziesemer, 2006, Die Anthropologie Machiavellis, München, GRIN Verlag GmbH
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