Maja Roseck „Die Studentenbewegungen der 60er Jahre“
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2. Geschichtlicher Hintergrund 3
3. Die Studentenbewegungen der 60er in der Literatur 5
3.1 Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme 5
3.2 Gerd Langguth: Mythos 68 8
3.3 Lothar Voigt: Aktivismus und Rigorismus 11
3.4 Wolfgang Kraushaar: 1968 als Mythos, Chiffre und Zäsur. 13
4. Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 16
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Maja Roseck „Die Studentenbewegungen der 60er Jahre“
1. Einleitung
Fragt man jemanden, was er unter dem Begriff „die wilden 60er“ versteht, fallen Schlagwörter wie „Hippies“ und „Drogen“, „sexuelle Revolution“, „Beat“ und „Popkultur“. Doch zunächst waren die 60er Jahre gar nicht so wild, sondern hatten auch ganz andere Facetten. So konnten sich Mädchen für ihre Zukunft nichts Schöneres vorstellen als eine Familie zu gründen, für Männer hingegen wurde das Auto zum wichtigsten Statussymbol. Erst im Laufe dieses an Veränderungen so reichen Jahrzehnts wurden sowohl politische als auch gesellschaftliche Konventionen hinterfragt und aufgesprengt.
Diese Bestrebungen, die bestehenden Verhältnisse zu verändern, fanden ihren Ausdruck vor allem in den Studentenbewegungen, die in der so genannten „68er-Bewegung“ gipfelte. In einem Artikel des Spiegels heißt es hierzu: „Am Ende der sechziger Jahre gehen weltweit Studenten auf die Barrikaden. Sie kämpfen gegen den Krieg in Vietnam und gegen den "Muff von 1000 Jahren", für eine reformierte Universität und für Emanzipation überall in der Gesellschaft. (http://www.spiegel.de/spiegel/ 0,1518,14878,00.html) Doch woher kam dieses plötzliche Aufbegehren? Und wie kam es zu diesen studentischen Bewegungen, die nicht nur deutschland- sondern sogar weltweit Aufsehen erregten? Was waren die Gründe, was die Voraussetzungen, was wollte man damit erreichen und was erreichte man letzten Endes tatsächlich?
Dies alles sind Fragen, denen auch Eric Hobsbawm in seinem Rückblick auf die Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts nachgeht. Im zehnten Kapitel mit dem Titel „Die soziale Revolution 1945 - 1990“ in seinem Werk „Das Zeitalter der Extreme“ widmet er sich unter anderem jenen studentischen Bewegungen, ihren Ursprüngen und ihren Auswirkungen. Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, anhand Hobsbawms Globalgeschichte des 20. Jahrhunderts einen Blick auf die Studentenbewegungen der 60er Jahre zu werfen. Hierbei sollen einleitend historische Ursachen und Entwicklungen aufgeführt werden, um im Anschluss daran Hobsbawms Sicht der Dinge zu betrachten. Um jedoch nicht nur seine Sicht auf die Geschichte der „wilden 60er“ zu verfolgen, sollen weitere Autoren hinzugezogen werden und ihre Ergebnisse mit denen Hobsbawms verglichen werden, um herauszufinden, ob sie seine Meinung teilen.
Maja Roseck „Die Studentenbewegungen der 60er Jahre“
2. Geschichtlicher Hintergrund
Unter dem Begriff der Studentenbewegung im Allgemeinen und dem Begriff der 68er-Bewegung im Speziellen, fasst man die verschiedenen Strömungen zusammen, die seit Mitte der 1960er Jahre gegen die veralteten Verhältnisse in Politik und Gesellschaft, aber auch in der Kultur, protestierten. Vorläufer der deutschen Studentenbewegung waren vorhergehende oder parallel stattfindende ähnliche Aktivitäten in Warschau, Prag, Rom, Berkeley und Paris, wie beispielsweise die US-Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement), Free Speech Movement, die Bewegung der Vietnam-Kriegsgegner, der Prager Frühling oder die Sexuelle Revolution. Außer den Mai-Unruhen in Frankreich gelang es den Protestbewegungen jedoch nicht, einen Solidarisierungseffekt in der breiten Bevölkerung hervorzurufen. (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Studentenbewegung) Die Forderungen der Studentenbewegung waren ebenso zahlreich wie ihre Ursachen. So verlangte man unter anderem eine Offenlegung der nationalsozialistischen Vergangenheit von Prominenten und Professoren, die Wiederentdeckung des Marxismus als Gesellschaftstheorie, die Anprangerung des imperialistischen Systems sowie eine umfassende Veränderung der Gesellschaft, die in einer Reform des Hochschulsystems ihren Anfang finden sollte.
Zum damaligen Zeitpunkt waren die Leute in Westdeutschland geradezu fixiert auf die Amerikaner, da man mit ihnen die Befreiung von den Nazis sowie die Aufklärung der schrecklichen Naziverbrechen innerhalb der Nürnberger Prozesse verband. Mit ihnen zusammen wurde in Westberlin eine freie Universität gegründet, die später zum Ausgangsort der deutschen Studentenbewegung wurde. Der Mitte der 60er ausbrechende Vietnamkrieg trübte jedoch das gute Verhältnis zu den Amerikanern, vor allem auf Seiten der Studierenden. Die in diesem Krieg angewandten unmenschlichen Methoden wie Dauerbombardement und Napalm lösten in der gesamten Bevölkerung großes Entsetzen aus und führten dazu, dass vor allem die Studenten ihr Vertrauen in die USA verloren und gegen diesen Krieg demonstrierten. Ein weiterer Punkt, der für Unmut sorgte, war die schlechte Situation an den Hochschulen. Noch immer besaßen die Professoren uneingeschränkte Entscheidungsgewalt über Lehrinhalte und Lehrmethoden. Viele von ihnen hatten bereits im Nazideutschland unterrichtet und konnten trotzdem ungehindert ihre Karrieren fortsetzen. Erschwerend kam hinzu, dass die Universitäten sprichwörtlich aus allen Nähten platzen. Ursprünglich waren sie nur für das Studium einer kleinen Elite ausgelegt, nicht jedoch für die beständig wachsende Anzahl der Studierenden.
Maja Roseck „Die Studentenbewegungen der 60er Jahre“
Ein weiterer Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte, war die Bildung einer großen Koalition zwischen der CDU/CSU und der SPD im Jahre 1966 unter Bundeskanzler Kiesinger. Zahlreiche SPD-Anhänger nahmen es ihrer Partei übel, dass sie eine Koalition unter der Leitung eines Altnazi eingegangen war. In Studentenkreisen fürchtete man, dass der Wegfall einer großen Opposition der jungen deutschen Demokratie schaden würde, weshalb es zur Bildung der Außerparlamentarischen Opposition (APO) kam, bestehen aus dem SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) und anderen Protestorganisationen. Bei den angewandten Formen des Protests orientierte man sich hauptsächlich an den USA und so übernahm man beispielsweise das so genannte „Sit-in“. Weitere beliebte Formen des Demonstrierens waren die so genannten „Spaziergangsdemonstrationen“ und die Bildung von Diskussionsgruppen, da die Polizei nicht wusste, wie sie gegen diese vorgehen sollte. Die meisten Bürger in Westdeutschland konnten sich jedoch nicht mit den Zielen und den eben genannten Protestformen identifizieren, was die Atmosphäre in Deutschland erheblich verschlechterte. Die einseitige und unausgewogen negative Berichterstattung des Springer Verlages über die Stundentenbewegung verschärfte die Situation noch, was dazu führte, dass man in Kreisen der Studierenden den Springer Verlag und seine Monopolstellung auf dem Zeitungsmarkt als eine Bedrohung für die Pressefreiheit ansah. Feindbild der Springer Presse war Rudi Dutschke, einer der Anführer der Studentenbewegung. Ein auf ihn verübtes Attentat am 11.04.1968 überlebte er schwer verletzt. Den Grund für dieses Attentat suchte man in der negativen Berichterstattung der Springer Presse, was in einer bundesweiten Aktion gipfelte, bei der man die Auslieferung aller Zeitungen und Zeitschriften des Springer Verlags zu verhindern versuchte.
Zu einer Radikalisierung der Proteste war es allerdings schon vorher gekommen. Sie setzte mit dem Besuch des persischen Schahs Mohammed Reza Pahlawi im Mai 1967 ein. Bereits im Voraus rechnete die Polizei mit großen Protestaktionen da die Studentenbewegung ein erklärter Gegner des Schahs war. Grund hierfür waren die Verfolgung und Folter unschuldiger Menschen innerhalb seines Landes sowie die Unterschlagung der an Persien gezahlten Entwicklungshilfe von zwei Milliarden Dollar durch den Schah. Während seines Besuchs kam es bei Demonstrationen zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Studenten und der Polizei. Am 2. Juni 1967 wurde bei einer solchen Auseinandersetzung der Student Benno Oh-nesorg von einem Polizisten erschossen. Zwar behauptete die Polizei später, dass dieser Schuss nur aus Notwehr gefallen sei, doch dessen ungeachtet war dies der Auslöser für eine zunehmende Radikalisierung der Protestbewegung, weil man der Aussage der Polizei auf Seiten der Studierenden keinen Glauben schenkte.
Arbeit zitieren:
Maja Roseck, 2005, Die Studentenbewegungen der 60er Jahre, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Mencor Olson: Die Logik des kollektiven Handelns
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Referat (Ausarbeitung), 23 Seiten
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