Philipps-Universität Marburg Fachbereich Geographie Unterseminar „Stadtgeographie“ SS 2001
Referentinnen: Kathrin Schmidt und Gesa Mann
08. Mai 2001
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Einleitung
1. Geschichte der Entwicklung der Stadtmodelle 1.1 Die Chicagoer Schule der Sozialökologie
2. Die drei bekanntesten Stadtstrukturmodelle 2.1 E. W. Burgess 2.1.1 Ringmodell der Stadtentwicklung 2.2 Homer Hoyt 2.2.1 Modell der Sektorentheorie 2.3 C. D. Harris und E. L. Ullman 2.3.1 Mehr-Kerne-Modell
3. Kritik an den klassischen Stadtentwicklungsmodellen bzw. -theorien
4. Vorstellungen und Begriffe der Sozialökologie
5. Modell der vertikalen und horizontalen Nutzungsdifferenzierung
6. Bodenrentenmodelle
7. Literaturangaben
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Stadtgeographische Modelle dienen dazu, in überschaubarer Form die räumliche Organisation einer Stadt und die Struktur ihrer Gesellschaft und Wirtschaft zu veranschaulichen und Erklärungszusammenhänge zu erläutern.
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Während der Stadtentwicklung in den Industrie- und Entwicklungsländern, konnte man bestimmte Strukturen erkennen, nach denen sich die einzelnen Städte weiter ausdehnten und differenzierten. Um diese Strukturen zu verdeutlichen und genauer zu erläutern, entwarf man sogenannte Stadtstrukturmodelle, die zunächst nur die Aspekte der gesellschaftlichen Entwicklung in Verbindung zu ökonomischen und sozialen Verhältnissen aufzeigten. Dieser unvollkommenen Modelle widmeten sich vor allem die Anhänger der sogenannten „Chicagoer Schule“.
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Die Chicagoer Schule wurde 1875 von einer Gruppe von Architekten gegründet. Einige Anhänger der Chicagoer Schule hatten sich zu Beginn des Jahrhunderts und insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg das Ziel gesetzt, anhand von Modellen der Stadtentwicklung das Städtewachstum und die Stadtstruktur zu differenzieren, und somit neue Erkenntnisse über diesen Themenkomplex zu erlangen.
Als Forschungsfeld diente Chicago selbst, da dort erhebliche soziale und ökonomische Konflikte, durch ein hohes zu- und einwanderungsbedingtes Bevölkerungswachstum bei gleichzeitig hohem Anteil ethnischer Gruppen, zu verzeichnen waren. Neben der Betrachtung der städtischen Bevölkerungsverteilung nach Dichte und Sozialstruktur, wurden Gebiete innerhalb von (nordamerikanischen) Städten ausgegliedert, die sich bezüglich bestimmter Grund- und Aufrissformen und soziologischer bzw. funktionaler Merkmale als relativ homogen erwiesen.
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Das erste dieser drei Stadtstrukturmodelle wurde 1925 von E.W. Burgess entwickelt. Am Beispiel von Chicago stellte Burgess ein Modell auf, das lange Zeit als GDV Strukturmodell in
der Stadtforschung galt.
Dabei ging er von zwei grundlegenden Annahmen aus:
1. „Städte verändern sich unter dem Einfluss der Konkurrenz um die Standortvorteile.“ 2. „Städte sind integrale Einheiten, in denen sich kein Teilgebiet verändern kann, ohne dass daraus Folgen für die anderen Teilgebiete entstehen.“
Entworfen hat Burgess schließlich das Ringmodell - auch Zonenmodell genannt. Das Modell ist wie alle anderen Modelle um den Stadtkern („/RRS“, „&%'“)zentriert. Dieser Kern wird als Mittelpunkt der Stadt in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht aufgefasst und ist das Zentrum des tertiären Sektors.
In konzentrischen Kreisen legen sich die weiteren Zonen um den CBD. Insgesamt schließen sich drei Zonen an.
Die Zone rund um den CBD bezeichnet Burgess als „zone in transition“ - der sogenannten hEHUJDQJV]RQH. Diese ist geprägt von einer Bevölkerung von jungen, alleinstehenden
Erwachsenen und ethnischer und sozialer Minderheiten, Verfall, „Verslumung“, Prostitution und hoher Kriminalität. Während der Gründung der Stadt siedelten hier zwar noch Betriebe der Leichtindustrie an, doch mit den Einwanderungswellen ab 1890 begannen sich vor allem Zuwanderer in diesen von Verfall bedrohten Wohngebieten anzusiedeln. An diese Übergangszone schließen sich die $UEHLWHUZRKQJHELHWH („zone of working-men’s
home“) an.
Die Häuser stammen meist aus der Zeit um die Jahrhundertwende, waren in Chicago meist zweigeschossig und wurden häufig zu Mehrfamilienhäusern aufgeteilt. In den großen Zuwanderungswellen ließen sich dort viertelsweise Portugiesen, Italiener, Griechen, Polen, Mexikaner etc. nieder.
An diese Zone knüpfen die 0LWWHOVFKLFKW:RKQJHELHWH („ residential zone“) an. Sie sind
ursprünglich reine Einfamilienhausgebiete, in denen Geschäfte und Geschäftszentren die Hauptverkehrsstraßen säumen.
Arbeit zitieren:
Gesa Mann, 2001, Modelle der Stadtentwicklung/-struktur, München, GRIN Verlag GmbH
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