Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definition Wahlsystem, Wahlbeteiligung 4
3. Welche institutionellen Faktoren des Wahlsystems beeinflussen 5
die Wahlbeteiligung?
3.1 Wahlpflicht 5
3.2 Umrechnungsmodus der Stimmen in Mandate 5
3.3 Registrierungsmechanismen zur Wahl 6
3.4 Zeitpunkt und Länge der Wahl 6
3.5 Häufigkeit der Wahl, electoral salience’ 7
3.6 Andere Einflussfaktoren (Briefwahl und Wahlkreiszuschnitt) 7
4. Empirische Überprüfung der Einflussfaktoren 8
4.1 Wahlpflicht als ein bewährtes Instrument 8
4.2 Mehrheits- oder Verhältniswahlrecht 9
4.3 Automatische- oder freiwillige Registrierung 9
4.4 Wochenendwahlen, mehrtägige Wahlen 10
4.5 Seltene oder häufige Wahlen 10
4.6 Auswirkungen der anderen Einflussfaktoren 11
5. Fazit 11
6. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Die Untersuchung des vorliegenden Sachverhalts geht auf eine lange Tradition zurück. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Schriften von Tingsten (1937) und Hermens (1951) veröffentlicht, die sich mit dem Zusammenhang von Wahlsystem und Wahlbeteiligung befassten. Die vergleichende Studie von Douglas W. Rae (1967) gab dem wissenschaftlichen Diskurs eine neue Richtung. Neue und weit reichende Bestimmungsfaktoren des Phänomens Wahlbeteiligung wurden diskutiert. Die Bedeutung, die dem Wahlsystem zugeschrieben wird, ist dabei konstant hoch. Arend Lijphart etwa schrieb 1994: „The electoral system is the most fundamental element of representative democracy“ (Nohlen 2000: 57). Die Variablen ‚Wahlsystem’ und ‚Wahlbeteiligung’ sollen in der vorliegenden Hausarbeit zusammengeführt werden. Untersucht wird der Einfluss der unabhängigen Variablen Wahlsystem auf die abhängige Variable Wahlbeteiligung.
Zu Beginn der Arbeit werden die Begriffe Wahlsystem und Wahlbeteiligung definiert und der Wirkungszusammenhang erläutert. Um möglichst inklusive Vorraussetzungen zur Analyse zu schaffen, wird der Begriff Wahlsystem im weiten Sinne behandelt. Danach wird untersucht, welche institutionellen Einflussfaktoren des Wahlsystems die Wahlbeteiligung beeinflussen. Diese Fragestellung soll betonen, dass die zentrale Untersuchungsebene die des Neo-Institutionalismus ist und Erklärungsansätze der politischen Kulturforschung oder Wertorientierungen hier nicht betrachtet werden. In diesem dritten Abschnitt werden die einzelnen Variablen benannt und ihre theoretische Begründung geliefert. Der vierte Teil der Arbeit überprüft empirisch die Stärke des Zusammenhangs zwischen den unter Punkt drei aufgestellten Dimensionen und der Wahlbeteiligung anhand statistischer Methoden und unter Zuhilfenahme von mehreren zentralen Studien des Forschungsbereichs (Franklin 1996, Lijphart 1997 und Norris 2004). Im abschließenden Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und auf in dieser Arbeit nicht behandelte Untersuchungsebenen des Themas hingewiesen. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass es in der vorliegenden empirisch-statistischen Arbeit, bei der Masse an Untersuchungsansätzen, nur um Fragen der konkreten Wirkungsbeziehung hinsichtlich „first-order elections“ (Norris 2004: 163) geht. Darunter versteht man die regierungsbildenden Wahlen eines Staates, also Parlaments-und Präsidentschaftswahlen (vgl. Norris 2004: 163).
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2. Definition Wahlsystem, Wahlbeteiligung
Zur Bearbeitung des vorhandenen Kausalzusammenhangs ist eine eindeutige Definition der Variablen unerlässlich. Unter Wahlsystem wird in dieser Arbeit „[…] a set of essentially unchanged election rules under which one or more successive elections are conducted in a particular democracy“ (Lijphart 1994: 13) verstanden. An einer anderen Stelle heißt es: “electoral systems being defined as a set of elections held under basically the same rules” (Lijphart 1990: ). Diese Regeln bedürfen nun einer genauen Beschreibung: Wie in der Einleitung erwähnt, soll die unabhängige Variable ‚Wahlsystem’ in einem weiten Sinne konzeptualisiert werden. Das bedeutet, dass nicht nur der Translationsprozess von Stimmen in Sitze als Wahlsystem verstanden wird, sondern dass viel mehr auch Teile des Wahlrechts und der Wahlorganisation umfasst werden (vgl. Nohlen 2000: 53). Die Dimensionen der unabhängigen Variable ‚Wahlsystem’ sind: Wahlpflicht, Umrechnungsmodus der Stimmen in Mandate, Registrierungsmechanismen zur Wahl, Zeitpunkt und Länge der Wahl, Häufigkeit der Wahl und ‚electoral salience’, Briefwahl und Wahlkreiszuschnitt. Auf diese einzelnen Teile wird im nächsten Kapitel genauer eingegangen. Mit der weiten Konzeptualisierung soll ein größerer Betrachtungsraum erschlossen werden, was dem Überblickcharakter dieser Arbeit geschuldet ist.
Die zweite zu definierende Variable ist ‚Wahlbeteiligung’. Sie ist die direkteste Form der politischen Partizipation, des „lifeblood of democracy“ (Franklin 1996: 216). Die Wahlforschung ist deshalb von zentraler Bedeutung, weil sie nur einen geringen Aufwand erfordert und gleichzeitig eine große Masse an Bürgern betrifft (vgl. Franklin 1996: 216). Ihre Aussagekraft ist dementsprechend hoch. Die Vermutung, dass die Wahlbeteiligung von den historischen Zusammenhängen und dem Alter der Demokratie abhängt, kann an dieser Stelle ausgeräumt werden und wird im weiteren Verlauf der Arbeit empirisch nachgewiesen (vgl. Norris 2004: 151). Technisch wird die Wahlbeteiligung konsistent als Anteil der abgegebenen Stimmen (vote) im Verhältnis zur Bevölkerung in wahlfähigem Alter (voting age population) gemessen und mit der Formel Vote/VAP beschrieben (Lijphart 1999: 284).
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3. Welche institutionellen Faktoren des Wahlsystems beeinflussen
die Wahlbeteiligung?
Mit der Feststellung, dass „turnout varies much more from country to country than it does between different types of individuals” (Franklin 1996: 218), erklärte bereits der angesehene Wissenschaftler Mark N. Franklin, weshalb es sich lohnt, den Fokus der Betrachtung nicht auf individuelle Einflussgrößen (z.B. Politikverdrossenheit) für Wahlbeteiligung zu legen, sondern auf Faktoren der Makroebene zu schauen. Das ist die Aufgabe dieses Kapitels, welches die theoretische Herleitung der einzelnen Unterpunkte in Hypothesen bündelt.
3.1 Wahlpflicht
Die Frage, ob Wahlpflicht geeignet ist, die Wahlbeteiligung zu steigern wird, in der Forschung adversativ diskutiert. Allgemein geteilt wird die Meinung, dass die Ausübung von Zwangsgewalt zur Stimmabgabe kein adäquates demokratisches Mittel ist. Vielmehr kann der Staat seine Bürger nur dazu verpflichten, am Wahltag im Wahlbüro vorständig zu werden. Dem Bürger ist es dann freigestellt, seine Stimme abzugeben oder dies zu unterlassen (vgl. Lijphart 1997: 2). Grundsätzlich ist Wahlpflicht mit der Tatsache zu begründen, dass in einer Demokratie die Wahl der Legislative/Exekutive in den Händen des Volkes liegt. Die Ernennungskompetenz stellt aber nicht nur ein Recht dar, sie ist gleichermaßen eine Pflicht. Wird diese Pflicht durch Nichtteilnahme verletzt, liegt das klassische Trittbrettfahrer-Problem vor: Der Bürger nutzt die Arbeitsergebnisse der gewählten Institutionen, ist aber nicht bereit, durch Partizipation dieses Kollektivgut zu pflegen. Die Wahlpflicht ist diesem Argument folgend eine logische Konsequenz (vgl. Lijphart 1997: 9). Derzeit gilt in 23 Staaten weltweit die Wahlpflicht. Ob diese Länder eine höhere Wahlbeteiligung haben, soll mit Hilfe der folgenden Arbeitshypothese überprüft werden: Wahlpflicht steigert die Wahlbeteiligung.
3.2 Umrechnungsmodus der Stimmen in Mandate
Dieser Teil der Arbeit befasst sich mit Formen der Allokation von Sitzen. Hierbei wird zwischen insgesamt vier verschiedenen Arten unterschieden: majoritarian systems, plurality systems, proportional representation (PR) und semi-proportional representation. Die ersten beiden Umrechnungsformen werden gemeinhin als Mehrheitswahl charakterisiert, die letzten beiden sind als Verhältniswahl bekannt. Analog zum Forschungsstand soll in diesem Text jedoch auf die vierstufige Unterscheidung zurück gegriffen werden (vgl. Norris
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Arbeit zitieren:
Florian Pretz, 2006, Welchen Einfluss hat das Wahlsystem auf die Wahlbeteiligung?, München, GRIN Verlag GmbH
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