Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Definitionen
2.1 Zum Genrebegriff 3
2.2 Zum Programmbegriff 3
2.3 Zum Formatbegriff 4
3 Der Prozess der Formatierung 6
4 Weiterentwicklung der Genres 10
4.1 TV- Movie 10
4.2 Serie 11
5 Resümee 14
6 Literaturverzeichnis 16
1
1 Einleitung
Das Fernsehen hielt als audio-visuelles Massenmedium erstmals in den 50er Jahren Einzug in private Haushalte und bestimmte von nun an den Alltag seiner Nutzer entscheidend mit. In zentraler Rolle prägte das Fernsehen als neues, zunehmend allgegenwärtiges Medium die Wahrnehmungs- und Handlungsschemata seiner Rezipienten. Mittlerweile hat das Fernsehen bereits den Status erreicht, zu den Grundbedürfnissen des Menschen zu zählen und ist nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Aufgrund dessen, dass das Medium Fernsehen sich zu einem Leitmedium in unserer Gesellschaft etablierte und die meisten Bürger und Bürgerinnen sich ihre Meinung, unter anderem basierend auf den im Fernsehen gesendeten Informationen bilden, ist es von Wichtigkeit sich stets einen kritischen Standpunkt gegenüber diesen zu bewahren.
Im Vordergrund der vorliegenden Arbeit soll die Beschreibung und Erläuterung des Prozesses der TV- Formatierung stehen. Vom Konflikt der einzelnen Sendeanstalten, Programmgestalter und Produzenten zwischen der Herstellung von Produkten von künstlerisch-ästhetischem Wert und ökonomischer Verwertbarkeit des Produkts soll maßgeblich die Rede sein. Hierbei werde ich speziell auf das fernsehspezifische Genre des TV-Movies und das Format der Serien eingehen. Zwar steht die Fernsehentwicklung in maßgeblicher Abhängigkeit zu technischen Neuerungen und Innovationen, doch werde ich aufgrund des engen Rahmens auf diesen Aspekt in der vorliegenden Arbeit verzichten.
Die Arbeit beginnt mit der Definition einiger wesentlicher Begriffe, die für die weiteren Ausführungen relevant sind.
2
2 Definitionen
2.1 Zum Genrebegriff
Um noch einmal Bezug zu dem zugrundeliegenden Seminar zu nehmen, wird zunächst der Begriff des Genre definiert.
Der Genrebegriff wird umgangssprachlich häufig mit dem Gattungsbegriff gleichgesetzt. Um die Unterschiedlichkeit der beiden Begriffe deutlich zu machen, will ich zunächst eine klare Definition liefern.
Unter >Genres< werden in der Filmtheorie solche Filmgruppen verstanden, die gekennzeichnet sind „ z.B. durch eine typisch soziale oder geographische Lokalisierung, durch spezifische Milieus oder Ausstattungsmerkmale, Figuren- oder Konfliktkonstellationen oder durch besondere Themen oder Stoffe“. 1 Bestimmend für ein Genre sind also wiederkehrende Erzählmuster, Themen und Motive. Genres stimulieren bestimmte Erwartungen beim Zuschauer. Das Krimigenre beispielsweise wird durch das Vorhandensein wesentlicher Handlungskonstellationen - Verbrechen und Aufklären des Verbrechens - definiert. Dieses Genre kann in unterschiedlichen Film-Gattungen, z.B. Spielfilm, Animationsfilm, etc., vertreten sein. Der Krimi ist als Genre auch in anderen Medien vertreten, wie dem Roman und der Erzählung, dem Hörspiel, dem Fernsehspiel, dem Drama und als Bühnenaufführung.
Die inhaltlich-strukturelle Bestimmung kennzeichnet also das Genre und grenzt es von der Gattung ab.
Genres sind demnach grundsätzlich keine medienspezifischen Formen, sondern treten übergreifend in vielen Medien (Literatur, Film, Fernsehen, Kunst etc.) auf, wenn auch mit unterschiedlicher Dominanz.
In unserem Zusammenhang sind die Genrebegriffe Verständigungsbegriffe, die als Klassifikation unterschiedlicher Filme und der Kommunikation über Filme dienen, sowohl auf der Rezipienten - als auch auf der Produzentenseite sowie zwischen beiden Seiten.
1 Hickethier 1993, S.64
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2.2 Zum Programmbegriff
Das Programm ordnet das Produkt in Sparten und fügt aktuelle Erscheinungen in die laufende Angebotsstruktur ein. Es folgt einer zeitlichen Abfolge an einem einheitlichen medialen Ort (Sender). Bezeichnet werden entweder das Programm eines Tages (Abschnitts), eines spezifischen Senders, z.B. des Kinderkanals, oder eines Senders auf längere Zeit, z.B. das ARD-Programm. 2 Die Verflechtung einzelner Programmteile führt dazu, dass nicht die einzelne Sendung, sondern das Programm das eigentliche Produkt des Fernsehens darstellt. Untersucht man die Tages- und Wochen- Programme der aktuellen Sender stellt man fest, dass der Programmaufbau dem Aufbau der Spannungskurve der Dramaturgie gleicht. Im Vormittags- und Mittagsprogramm finden sich hauptsächlich Morgenmagazine, Wiederholungen von Vorabendfilmen und Talk-Shows. Dieses Programm richtet sich an wenige Zuschauer, vor allem Hausfrauen und Menschen, die zu dieser Tageszeit nicht arbeiten. Die „Prime Time“ des Tagesprogramms beginnt um 20.15 Uhr. Dann werden vornehmlich Fernseh- und Kinofilme, Sport-Events bzw. andere herausragende Ereignisse gezeigt. Als retardierende Momente im Wochenprogramm lassen sich beispielsweise das „Montagskino“ oder der „Freitagskrimi“ des ZDF festmachen. Dieser Aufbau ist auf den Genrefilm zurückzuführen.
Programmveränderungen stehen immer im Spannungsfeld von Entgrenzung und Verfestigung, da sich einerseits die geschlossenen Einheiten in Bruchstücke unterteilen und das Programm andererseits bestimmte Normen und Standards erfüllen muss, um publikumswirksam zu bleiben.
2.3 Zum Formatbegriff
Das Konzept der Formatierung stammt ursprünglich aus dem Hörfunk. Der Vorgang der Programmformatierung liegt in der Vereinheitlichung der Sendungstypen, um eine Kontinuität des Programms, also den Programmfluss zu betonen. Man akzentuiert das Angebot auf ein bestimmtes Publikumssegment, richtet sich ganz
2 vgl. Hickethier 1993, S.204f
4
Arbeit zitieren:
Eva Heckelsberg, 2005, TV-Formatierung - Veränderungen in den Fernsehprogrammformen der Unterhaltung und Fiktion, München, GRIN Verlag GmbH
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