Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung 2
2. Historische Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland nach 1945 5
2.1 Entwicklungen in der ehemaligen DDR und BRD im Vergleich 5
2.2 Entwicklungen in den neuen Bundesländern nach 1989 7
3. Strukturwandel in der Bevölkerung Ostdeutschlands 9
3.1 Abwanderung ostdeutscher Frauen 9
3.2 Demografischer Wandel in Ostdeutschland 11
4. Gesellschaftliche Entwicklungen in Ostdeutschland 13
4.1 Arbeitsplatzveränderung in ausgewählten Berufsgruppen 13
4.2 Bildung und Qualifikation der Frauen heute 14
5. Ökonomische Problematik des Arbeitsmarktes 15
5.1 Die ostdeutschen Frauen auf dem Arbeitsmarkt 15
5.2 Diskriminierung und Rollenkonflikt 15
6. Vergleichende Bewertung und Fazit 16
Literatur 18
1
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 2 Kinderbetreuung nach der Versorgungsform 7
Abbildung 7 Geburtenstatistik 1950-2000 11
Tabellenverzeichnis
Tabelle 3 Erwerbstätige Frauen in Ostdeutschland 13
1. Einleitung und Problemstellung
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In der ehemaligen DDR lag die Erwerbsquote (entspricht dem Anteil der Erwerbspersonen an der Bevölkerung) im Jahre 1989 bei ca. 90% (Engelbrech, 1992). In der Europäischen Gemeinschaft (EG) lag diese Quote im Vergleich hierzu deutlich niedriger, nur in der männlichen Bevölkerung wurde diese Quote annähernd erreicht. Im Jahr 2003 erreichte die Frauenerwerbsquote in Ostdeutschland lediglich 73,2% (Statistisches Bundesamt, 2004). Hierbei ist zu beachten, dass die Erwerbsquote sich aus den Erwerbspersonen zusammensetzt. Die Erwerbspersonen des Mikrozensus setzen sich zusammen aus den Erwerbstätigen und den Erwerbslosen. Die weiterhin hohe Erwerbsquote lässt sich mit der Zunahme der Erwerbslosen in den neuen Bundesländern erklären, denn die Arbeitslosenquote betrug 2003 bereits 20,1% (vgl. Abb.1).
Abbildung 1
Arbeitslosenquote Ost- und Westdeutschland 1991-2004, eigene Darstellung
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg, 2006
Die Erwerbstätigenquote der Frauen in Ostdeutschland lag 1991 bei 66,8%, im Jahre 2003 nur noch bei 58,3% (vgl. Tabelle 1). Die Erwerbstätigenquote spiegelt den Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung wieder. Diese Quoten zeigen, in wie weit sich die Schere der Erwerbstätigkeit in den letzten Jahre nach der Wiedervereinigung geöffnet hat.
3
Erwerbsquote und Erwerbstätigenquote 1991-2003 in Ostdeutschland
Quelle: Statistische Bundesamt, Stand: 11.2004
Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, womit sich der starke Rückgang der Frauenerwerbstätigkeit in Ostdeutschland seit der Wende erklären lässt. Dabei steht der Vergleich der Verhältnisse in der ehemaligen DDR und BRD im Mittelpunkt. Im weiteren Verlauf werden zuerst die Daten der ehemaligen DDR dargestellt und die aktuellen Daten dann auf die Rahmenbedingungen der neuen Bundesländer übertragen. Zum besseren Vergleich werden die Daten der damaligen DDR bzw. den neuen Bundesländern zusätzlich noch mit den Daten von Westdeutschland verglichen. Folgende Fragestellungen gilt es dabei aufzudecken: Ist die Familienpolitik heute nicht mehr vergleichbar mit der Familienpolitik der damaligen DDR? Waren die Frauen in der ehemaligen DDR überqualifiziert oder eher zu spezifisch qualifiziert, um in den heutigen Berufsgruppen Fuß fassen zu können? Welche Rolle spielt die Bildung der Frauen auf dem heutigen Arbeitsmarkt? Welche Ausstrahlungseffekte können sich daraus ableiten? In der Fachliteratur gibt es eine Vielzahl von möglichen Erklärungsansätzen für das Problem der sinkenden Frauenerwerbstätigkeit. Es geht hier um Systemunterschiede zweier Länder, die scheinbar nicht miteinander vereinbar sind. Um die eingangs gestellten Fragen zu klären, sollen im Folgenden zuerst Erklärungsansätze aus dem Bereich der Familienpolitik, der Bildung und der allgemeinen Arbeitsplatzsituation der Frauen in Ostdeutschland anhand statistischer Daten dargestellt werden. Die möglichen Erklärungsansätze können dabei den Kategorien Strukturwandel in Ostdeutschland, gesellschaftliche Entwicklungen und ökonomische Problematik auf dem Arbeitsmarkt zugeordnet werden.
4
2. Historische Entwicklung der Erwerbstätigkeit in Deutschland nach 1945 2.1 Entwicklungen in der ehemaligen DDR und BRD im Vergleich
In der ehemaligen DDR galt die -zumindest quantitativ- fast vollständige Integration von Frauen in das Erwerbssystem jahrzehntelang als Garant für einen nahezu unaufhaltsamen Aufstieg der Frauen und für die erreichte Gleichberechtigung der Geschlechter (Engelbrech, 1992). Nach dem Krieg hatte die ehemalige DDR Reparationszahlungen zu leisten, die sie mit den vorhandenen Arbeitskräften nicht erfüllen konnten. Daher sollten die Frauen für den Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt dienen, da nicht zu letzt jeder die Pflicht hatte zu arbeiten. Neben der wirtschaftlichen Notwendigkeit, die Frauen einzubinden, war es vor allem der Marxismus-Leninismus, der diese Anstrengungen der ehemaligen DDR prägte, da nach dem Verständnis dieser Lehre eine volle Persönlichkeitsentfaltung nur durch Teilnahme am Erwerbsprozess möglich war (Lampert, 2001). Die Vollbeschäftigung hatte oberste politische Priorität und das allgemeine Recht auf Arbeit wurde in der Verfassung der DDR im Artikel 24 zugesichert. Dieses offizielle Ziel wurde 1949 in der DDR-Verfassung so wie auch im Grundgesetz der Bundesrepublik schriftlich verankert. Allerdings wurde in der ehemaligen DDR im Gegensatz zur Bundesrepublik die Erwerbstätigkeit der Frauen schon in den 50er Jahren durch Frauenförderpläne in den Betrieben gefördert. Frauen sollten in die sozialistische Produktion und in das gesellschaftliche Leben integriert werden. Für eine verbesserte Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie wurden soziale Dienstleistungseinrichtungen sowie flächendeckende Kinderbetreuungsstätten geschaffen. Mutterschaft war besonders schutzwürdig (Artikel 38, DDR-Verfassung). Eine Qualifizierung der Arbeitskräfte wurde unabdingbar. Daraufhin schuf man nach der Facharbeiterqualifikation auch ein Frauensonderstudium, das es den berufstätigen Frauen mit Kindern erlaubte, sich zu qualifizieren, indem die Frauen die Möglichkeit hatten, das Studium in Form eines Fern- und Abendstudiums zu absolvieren. Allerdings wurde den Frauen in erster Linie die „Reproduktionsarbeit“ zugewiesen, daher war die Rollenverteilung immer noch sehr traditionell. Der Arbeitsmarkt war dadurch stark segmentiert in frauen- und männerspezifische Berufe (Trappe, 1995). Die Familienpolitik spielte in der ehemaligen DDR eine wichtige Rolle. Im Jahr 1965 wurde das Leitbild einer „sozialistischen Familie" festgeschrieben, die im Dienste der
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Arbeit zitieren:
Diplom Ökonomin / MBA Alice Mut, 2006, Frauenerwerbstätigkeit in der DDR - Frauenerwerbstätigkeit im internationalen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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