Suizid im Alter
von: Sabrina Radtke
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Definitionen
2.1 Definition von Suizid 4
2.2 Definition des Alters 5
3. Theorien des Selbstmordes nach Durkheim 6
3.1 Der egoistische Suizid 6
3.2 Der altruistische Suizid 8
3.3 Der anomische Suizid 9
4. Motive und Ursachen des Alterssuizids 10
4.1 Psychische Erkrankungen 11
4.2 Körperliche Erkrankungen 12
4.3 Soziale Bedingungen 13
5. Selbstmordarten 14
6. Häufigkeit und Verbreitung von Alterssuizid 15
7. Prävention 16
7.1 Mögliche Anzeichen einer Suizidhandlung 18
7.2 Nach dem Suizid – was ist zu tun? 18
8. Fazit 19
Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
Ich möchte mich in meiner folgenden Arbeit mit dem Thema des Suizids im höheren Lebensalter befassen und hauptsächlich auf das Alter ab dem 65. Lebensjahr eingehen, da ab diesem Zeitpunkt eine stetige Zunahme der Suizidrate zu bemerken ist. Aufmerksam auf dieses Thema bin ich einerseits geworden, da ich in meinem persönlichen Freundeskreis schon mit einem Suizidfall konfrontiert wurde und mich dieser sehr schockiert hatte. Speziell auf das Thema des Altersuizids bin ich über meine Mutter gekommen, da sie in der Psychiatrie (Gerontologie) tätig ist und sie mir immer wieder berichtet, dass sich ein älterer Patient das Leben genommen habe. Oftmals sind die Patienten aufgrund eines bereits begangenen Selbstmordversuches in Behandlung, doch kommt es auch vor, dass ein Mensch, der vorher noch nie eine Selbstmordhandlung begangen hat, sich plötzlich und unerwartet das Leben nimmt. Da diese Problematik leider kein Einzelfall ist und der Suizid ubiquitär ist, also überall vorkommen kann, möchte ich mich mit diesem Thema näher beschäftigen.
Es stellt sich mir nun die Frage, warum Menschen im höheren Alter mit dem Gedanken spielen sich das Leben zu nehmen und diesen auch in die Tat umsetzen? Meist ist nicht ein Problem allein der Auslöser, sondern folgt auf das Zusammenwirken verschiedener Probleme oder Ereignisse dieser letzte Schritt. Doch um welche Probleme und Ereignisse handelt es sich dabei konkret? Spielen vielleicht sogar gesellschaftliche Faktoren bei der Entscheidung der Selbsttötung eine wichtige Rolle? Diese Fragen werden in meiner Arbeit den Schwerpunkt darstellen, mit denen ich mich hauptsächlich auseinandersetzen werde.
Trägt tatsächlich die Gesellschaft einen Teil zu der Entscheidung der Selbsttötung bei, stellt sich mir die Frage, wie man diese Beeinflussung durch die Gesellschaft vermindern oder gar unterbinden kann. Entscheidend ist sicherlich, dass man frühzeitig erkennt, wenn ein älterer Mensch mit dem Gedanken spielt, sich das Leben zu nehmen. Daher überlege ich mir, wie man eigentlich einen Suizidgefährdeten Menschen erkennen kann, und wie man Hilfe leisten kann? In dieser Studienarbeit will ich nun versuchen diese Fragen zu beantworten und dabei auch zeigen, dass dieses Thema von der Gesellschaft nicht länger tabuisiert und vor allem nicht bagatellisiert werden darf, sondern alle Menschen den Suizid ernst nehmen und den Gedanken daran nicht verdrängen sollten.
Es handelt sich schließlich um ein Thema, mit dem wir alle konfrontiert werden könnten, da in den kommenden Jahren die Geburtenrate weiterhin zurückgehen und die Zahl der alten Menschen auf Grund der höheren Lebenserwartung stetig steigen wird. Jedoch muss diese Verlängerung des Lebens sicherlich nicht gleichzeitig auch eine angenehme Verlängerung darstellen, da die verschiedenen Alterskrankheiten, wie z.B. Alzheimer, nicht auszuschließen sind und diese das Leben nicht unbedingt wertvoller machen. Die Gesellschaft darf daher die Augen davor nicht länger verschließen, sondern sollte lernen damit umzugehen und richtig darauf zu reagieren. Zuerst möchte ich mich mit der Definition von Suizid und der des höheren Lebensalters näher beschäftigen, um diese im Laufe meiner Arbeit verwenden zu können. Anschließend werde ich die Theorien des egoistischen, altruistischen und des anomischen Suizids von Emile Durkheim untersuchen, da diese soziologisch erklären, welche verschiedene Bedingungen es in einer Sozialstruktur geben kann, die einen Menschen in den Suizid treiben und daher auch die Basis meiner Arbeit darstellen.
In Bezug auf diese Theorien halte ich es für notwendig den möglichen Gründen für den Altersuizid nachzugehen, da diese Hinweise dafür geben könnten, wie sich ein Mensch, mit der Absicht sich zu töten, verhalten könnte. Diese Erklärung der individuellen Suizidhandlung ist das Ziel der psychologischen Theorien, auf die ich aber nicht speziell eingehen möchte, da diese für meine Arbeit nicht maßgebend sind. Zum Schluss werde ich darauf eingehen wie man Suizidhandlungen vorbeugen und entsprechende Hilfe leisten kann. Dabei ist es mir wichtig zu zeigen, dass jeder Mensch in unserer Gesellschaft einen Teil dazu beitragen kann, dass die Suizidrate im Alter nicht weiter ansteigt.
2. Definitionen
2.1 Definition von Suizid
Der Begriff „Suizid“, aus dem Lateinischen abgeleitet, bedeutet „sich selbst töten“. Es gibt für diesen Begriff viele bedeutungsgleiche Wörter wie zum Beispiel „Selbsttötung“ oder die Termini „Freitod“ und „Selbstmord“. Jedoch kann man diesen Begriffen unterschiedliche Wertungen zuschreiben. „Selbstmord“ ist im Gegensatz zu „Selbsttötung“ eher negativ zu bewerten, denn ein Mord ist und bleibt aus der Grundeinstellung des Menschen heraus immer etwas Verwerfliches, das sowohl von der Gesellschaft nicht toleriert, als auch vom juristischen Standpunkt sanktioniert wird. Der Begriff „Freitod“ hingegen ist eher wertneutral, da dieser beinhaltet, dass der Mensch aus freiem Willen seinem Leben ein Ende setzt. Die meisten Menschen tendieren dazu von „Selbstmord“ oder in der Medizin von „Suizid“ zu sprechen, aber der Begriff „Selbsttötung“ ist wohl der sprachlich korrektere und neutralere Ausdruck. 1
Der Selbstmörder, auch Suizident genannt, stirbt an Suizidalität - das ist die Neigung sich selbst das Leben zu nehmen-, wie der Krebskranke an Krebs stirbt.2 „Man nennt Selbstmord jeden Todesfall, der direkt oder indirekt auf eine Handlung oder Unterlassung zurückzuführen ist, die vom Opfer selbst begangen wurde, wobei es das Ergebnis seines Verhaltens im voraus kannte.“ 3
2.2 Definition des Alters
[...]
1 Vgl. dazu: Dr. med. Hans H. Dickhaut; 1995, S. 7
2 Vgl. dazu: Dr. med. Hans H. Dickhaut; 1995, S. 15
3 Durkheim, Emile; 1973, S. 27
Arbeit zitieren:
Dipl.-Soz.päd. (BA) Sabrina Radtke, 2003, Suizid im Alter, München, GRIN Verlag GmbH
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