Gliederung
1. Einleitung
2. Vergleich der Aussagen beider Autoren
2.1 „Wein bei Heidegger“
2.2 „Tisch bei Kant“
3. Zusammenfassung und Fazit
1. Einleitung
Diese Arbeit beinhaltet eine Untersuchung des Phänomens der französischen Tischgesellschaft am Beispiel unterschiedlicher, aber universalistischer Denksysteme und Theorien der Autoren Kant und Heidegger.
Primär wird hierzu der Aufsatz „Das Ding“ aus Martin Heideggers Werk „Vorträge und Aufsätze“ 1 , erschienen 1980, analysiert und anschließend mit der Sekundärliteratur von Arnolf Niethammer „Kants Vorlesung über Pädagogik: Freiheit und Notwendigkeit in Erziehung und Entwicklung“ 2 , publiziert 1980, verglichen.
Die Analyse und der Vergleich beider Autoren dienen dem Verständnis der hier zu Grunde liegenden philosophischen Ansätze und ihrem Bezug zum Phänomen der französischen Tischgesellschaft, genauer gesagt, dem Phänomen des Tisches an sich.
Es ergibt sich hieraus die Frage, ob Parallelen zwischen einer deutschen und französischen Tischkultur vorhanden sind. Aufgrund der deutschen Herkunft, jedoch unterschiedlichen universalistischer Denkweise beider Autoren, ist eine Gegenüberstellung hier sehr vorteilhaft.
2. Vergleich der Aussagen beider Autoren
2.1 „Wein bei Heidegger“
Die Unterscheidung zwischen Nähe und Ferne muss im Zuge der heutigen Industrialisierung neu definiert werden. Technisch fortschreitende Innovationen ermöglichen ein immer komplexer werdendes Verständnis von derartigen Begriffen. Grundsätzlich muss eine reale Entfernung oder Nähe
1 Heidegger, M.: Vorträge und Aufsätze. 10. Aufl., Stuttgart 2004.
2 Niethammer, A.: Kants Vorlesung über Pädagogik. Freiheit und Notwendigkeit in Erziehung und
Entwicklung, Frankfurt am Main 1980, (Europäische Hochschulschriften; Reihe XI).
3
von einer emotionalen unterschieden werden, was Heidegger kompensiert zu Anfang seines Textes herauszustellen versucht, da der Mensch „… bisher das Ding als Ding so wenig bedacht hat wie die Nähe“ (Heidegger 2004, S. 158).
Was ein „Ding“ ist, lässt sich am Beispiel eines Kruges am Besten verdeutlichen. Er ist fassbar und hat etwas Fassendes, was ihn zu etwas Selbstständigen, Dinghaften werden lässt. Dadurch ist er nicht automatisch Gegenstand, denn dazu muss er zusätzlich durch den Menschen wahrgenommen werden. Das Fassende steht in sich, heißt bezogen auf den Krug, dass dieser zunächst hergestellt werden muss. Besagtes geschieht aus Erde und ermöglicht dem Krug, danach auf der Erde zu stehen. Er steht in sich, das heißt selbstständig. Folglich ergibt sich aus der Gefäßwand und dem Gefäßboden der Krug, die Leere 3 beschreibt das Dinghafte des Gefäßes und die Summe all dessen das eigentliche Gefäß. Durch die Füllung des Kruges mit Wein vereint dieser Himmel und Erde. Der Wein ist das Geschenk für die Sterblichen als Trunk und für die Göttlichen als Trank. „Im Geschenk des Gusses weilen zumal Erde und Himmel, die Göttlichen und die Sterblichen“ (Heidegger 2004, S. 166). Der Wein bringt also das Geviert (Himmel, Erde, die Göttlichen, die Sterblichen) einander näher. 4
Die Wesen der jeweiligen Komponenten der Welt wirken gegenseitig aufeinander und nähern sich dem Dinghaften an. Die Verknüpfung der Wesen des Gevierts bildet das Gering. Es vereinigt das Wesen des Spiegel-Spiels und das Nähern zum Dinghaften wieder. Ein Erfolg stellt sich nicht automatisch ein. Das Nähern zum Dinghaften hin stellt die einzige wirkliche Dimension dar.
3 Die physikalische Definition der Leere steht im Widerspruch zur philosophischen. Die Philosophie
stellt einen Wirklichkeitsanspruch, dem die physikalische Wissenschaft nicht gerecht werden kann.
Die Leere ist zweifach ausgeprägt, nämlich durch das Nehmende und das Behaltende. Beide
Ausprägungen ermöglichen erst das Ausgießen, welches primär durch das Wesen des Kruges und die
Leere bestimmt wird. Das Geschenk des Gusses gibt das Krughafte des Kruges wieder.
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Arbeit zitieren:
Thomas Grimme, 2006, Das "Ding" - mehr als ein simples Phänomen - Eine vergleichende Analyse von Heidegger und Kant, München, GRIN Verlag GmbH
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