Inhaltsverzeichnis
1. Das Leben von Émile Durkheim 4
2. „Die Regeln der soziologischen Methode“ Eine Zusammenfassung 6
3. Zum Werk „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ 10
3.1 Zielstellung des Werkes 10
3.2 Inhalt des Buches (Wichtiges aus der Einleitung) 10
4. Ein Höhepunkt des religionswissenschaftlichen Buches: Analyse der
Seelenvorstellung primitiver Völker 16
5. Anschließende Kontrolle des wirklichen Vorgehens Durkheims und Fazit 21
Literaturverzeichnis 24
Primärliteratur 24
Sekundärliteratur 24
Internetquellen 24
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Einleitung
Emile Durkheim ist sowohl ein klassischer Vertreter der Soziologie, als auch maßgebender Forscher in der Religionswissenschaft und Ethnologie seiner Zeit. Er wagte den Versuch, Religion mit funktionalistischer Methodik herzuleiten. Spekulationen über jenseitige Wirklichkeiten bedarf es zu vermeiden. Religion „von außen“ zu beschreiben, unbefangen und frei von subjektiven Einflüssen, ist sein Ziel als Religionswissenschaftler. Nach unzähligen Versuchen ist es bis heute noch nicht gelungen, eine einheitliche, allgemein gültige Definition von Religion zu bilden.
Meine Aufgabe wird es nun sein, zu beweisen, dass Durkheim sein Vorgehen, das er in seinem Werk „Die Regeln der soziologischen Methode“ (1985) explizit herausarbeitete und wegbereitend für sein Fachgebiet der Soziologie seiner Zeit war, auch in einem seiner weiteren Werke Formen annimmt. Hält sich Durkheim an seine eigene Methodik?
Als vergleichendes Werk für meine Analyse habe ich mir seine Schrift „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ gewählt. Mein Interesse für dieses Buch wurde im ersten Semester meiner bisherigen Studienzeit in einem Proseminar des Fachgebietes der Religionswissenschaft, Klassiker der Religionswissenschaft, geweckt. Wegen des geringeren Umfangs, den diese Hausarbeit annehmen soll, greife ich mir lediglich ein Kapitel aus Durkheims Arbeit heraus.
Beginnen werde ich mit einer knappen Einführung in die Biografie des Klassikers. Daraufhin gehe ich auf seine Regeln der soziologischen Methode näher ein. Nachdem ich mit Hilfe seiner eigenen Einführung aus dem Buch „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ einen Überblick auf Gliederung, Inhalt und Zielstellung des Werkes gegeben habe, gelange ich zum Hauptteil meiner Untersuchung. Als einen Höhepunkt seiner Forschung von 1912 greife ich mir den Begriff der Seele aus seinem Buch heraus. Chronologisch werde ich den Text bearbeiten und auf diesem Weg feststellen, ob Durkheim sein eigens aufgestelltes Regelwerk befolgt. Zum Abschluss wird ein Fazit Antwort auf diese „spannende“ Frage geben.
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1. Das Leben von Émile Durkheim
Als Sohn eines Rabbiners wurde Émile Durkheim am 15.04.1858 in Epinal in den Vogesen geboren. Ab 1879 ging er drei Jahre an die École Normale Supérieure in Paris. Dort begann er sein Studium bei einem Althistoriker namens Fustel de Coulange. Nach seinem Abschluss in Philosophie nahm er die Lehramttätigkeit an einem Gymnasium in Paris auf. 1885/86 brach der junge Franzose nach Deutschland auf, um dort die Universitäten Marburg, Leipzig und Berlin zu besuchen. Während dieser Studienreise sollte die Bekanntschaft mit Willhelm Wundts Ethik 1 1887, so Hans G. Kippenberg, den jungen Studenten Durkheim in seinem Forschungsdenken stark geprägt haben. Doch als Durkheim 1906/07 verdächtigt wurde, „deutsches Gedankengut“ 2 in die französische Universität von Sorbonne eingeschleust zu haben, wohin er 1902 berufen wurde und wo er 1906 ein Ordinariat erhielt, berief sich der bedrängte Soziologe auf Robertson Smith. Durch ihn habe er 1905 in einer seiner Vorlesungen eine „regelrechte Offenbarung“ 3 erlebt. Seine Erkenntnis beruht hierbei auf Smiths Untersuchung von öffentlicher und privater Religion. Auch Durkheims Mitarbeiter H. Hubert und M. Mauss arbeiteten an diesem Ansatz. Religion passiert einerseits öffentlich in Form von ritualisierten Handlungen und andererseits findet Magie als private Angelegenheit im Geheimen statt, durch eigennützlichen Missbrauch übernatürlicher Macht. Smiths Opfertheorie interessierte Durkheim sehr, weshalb er dem Totemismus in seinem Werk „Die elementaren Formen des religiösen Lebens“ ein ganzes Kapitel gab.
Durkheims Studienzeit kann als religiöser Umbruch bezeichnet werden. Obwohl seine politische Wahlverwandtschaft mit dem deutschen Forscher W. Wundt Anfang des 20. Jahrhunderts seiner jüdischen Herkunft wegen gefährlich werden konnte, sollte dies nicht der Grund sein, weshalb sich Durkheim empathisch zu Smiths Auffassungen bekannte.
Nur einmal mischte er sich in politische Angelegenheiten ein: in der Dreyfus - Affäre. Mit seinem Einsatz für den zu Unrecht verurteilten Offizier Dreyfus nahm Durkheim deutlich für den Individualismus Partei, dessen Methodik ihn sonst abstieß.
1 Michaels, A.: Klassiker der Religionswissenschaft. Von Friedrich Schleiermacher bis Mircea Eliade. München
2004, 2.Auflage, 103. Wundts gesamtes Werk heißt Ethik. Eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens. Stuttgart, 1886
2 Ebd., 106.
3 Durkheim, E.: Die Regeln der soziologischen Methode. Frankfurt a. M., 1984, 62 und 70
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Er wandte sich moralisch an den Staat mit der Forderung, das individuelle Freiheitsrecht zu sichern. Er rechtfertigte seine Hilfemaßnahmen für Dreyfus folgendermaßen: „So verteidigt der Individualist, der die Interessen des Individuums verteidigt, zugleich die vitalen Interessen der Gesellschaft.“ 4 Den Individualismus verglich er mit einer Religion, in der der Mensch Gläubiger und Gott zugleich sei. Der Individualismus sähe im Menschen etwas Heiliges und die verbindende Moral. 5
Im Jahr 1896 gründete der Soziologe die Zeitschrift L’Année Sociologique. Im Vorwort des ersten Bandes beschreibt er ihre Aufgabe: Informationsverbreitung über Studien der Wissenschaften Recht, Religion, Moral, Wirtschaft. Das Anliegen seiner Zeitschrift sollte es sein, die Auffassungen der sozialen Tatsachen in Zusammenarbeit mit den eben genannten Wissenschaften zu bringen.
Emile Durkheim verstarb am 15.11.1917. Den Tod seines auf dem Balkan gefallenen Sohnes André hat er nie verwunden. Er hinterließ seine Frau Luise, geb. Dreyfus, und eine Tochter, Marie. 6
Folgende Werke sind als die bedeutendsten aus Durkheims Schaffen zu sehen:
• Über die soziale Arbeitsteilung. Studie über die Organisation höherer Gesellschaften, 1893
•
Die Regeln der soziologischen Methode, 1895
• Der Selbstmord, 1897
• Die elementaren Formen des religiösen Lebens, 1912
Neben den oben genannten Arbeiten finden sich noch viele weitere in seinem Repertoire.
4 Michaels 2004, 108.
5 Vgl. ebd., 108.
6 Vgl. ebd., 109.
5
2. „Die Regeln der soziologischen Methode“ – Eine Zusammenfassung
Im Folgenden werde ich meine Untersuchung auf die im Seminar behandelten Kapitel beschränken. In der zentralen Fragestellung des Textes geht es darum, welche Methode sich zum Studium soziologischer Tatbestände eignet. Durkheims Zielstellung ist es, das Wesen sozialer Tatbestände eindeutig zu klären. Wie können diese betrachtet werden? Wie sieht eine Erklärung eines soziologischen Tatbestandes aus?
Durkheim selbst beschreibt ihn folgendermaßen:
„[…]Ein soziologischer Tatbestand ist jede mehr oder minder festgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den Einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben; oder auch, die im Bereich einer gegebenen Gesellschaft allgemein auftritt, wobei sie ein von ihren individuellen Äußerungen unabhängiges Eigenleben besitzt.[…]“ 7
Zunächst soll Durkheims Begriff, seinem Zitat zufolge, äußerlich sein, wie die Pflichten als Bürger, Bruder oder Gatte, die im Recht begründet sind. Damit existiert er außerhalb einer Person. Es sind die „[…] besondere[n] Arten des Handelns, Denkens, Fühlens, deren wesentliche Eigentümlichkeit darin besteht, daß (sic!) sie außerhalb des individuellen Bewusstseins existieren. […]“ 8 Weiterhin beschreibt Durkheim die Eigenschaft des Zwanghaften. So wären Rechtsnormen, bei deren Nichteinhaltung Sanktionen drohen, eindeutige Einflüsse, die dem Individuum normgerechtes Verhalten aufdrängen. Soziologische Tatbestände sind von „gebieterischer Macht“ 9 , nach Durkheim. Gefühlszustände, die jeder im Kollektiv erlebt, Gewohnheiten und Glaubensvorstellungen, die von früher übernommen, anerkannt und gepflegt werden, beschreibt er als den allgemeinen Charakter soziologischer Tatbestände. „[…]Es ist ein Zustand der Gruppe, der sich bei den Einzelnen wiederholt, weil er sich ihnen aufdrängt. […] [In dem Moment] wenn etwas allgemein ist, so ist es das, weil es kollektiv ist; und nicht umgekehrt ist es kollektiv, weil es allgemein ist.[…]“ 10
7 Durkheim, E.: Die Regeln der soziologischen Methode, Frankfurt a. M., 1985, S.114.
8 Ebd. S.106.
9 Ebd.
10 Ebd. S. 111.
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Quote paper:
Carolyn Scheerschmidt, 2006, Untersuchung E. Durkheims Regeln der soziologischen Methode am Kapitel des Seelenbegriffs im eigenen Werk 'Die elementaren Formen des religiösen Lebens', Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Emile Durkheim. Ein Überblick über sein Werk
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Emile Durkheim - Die Regeln der Soziologischen Methode
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Der Begriff der sozialen Ungleichheit in der Soziologie
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Termpaper, 17 Pages
Hat die Bildungsexpansion zum Abbau der sozialen Ungleichheit beigetra...
Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Die Realität der Massenmedien als Soziales System nach Niklas Luhmann
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
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