Meine Untersuchung befasst sich mit der gemeinsamen Beschulung von 10 - 14 - jährigen Kindern mit und ohne geistiger Behinderung in der Unterstufe der Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS).
Neben den gesetzlichen Grundlagen, der Organisation und den Rahmenbedingungen stelle ich die besondere Methodik und Didaktik in dieser speziellen Form der Sekundarstufen - Integrationsklasse dar. Ich versuche weiters die verschiedenen Rollen der Eltern, LehrerInnen und DirektorInnen im Bereich dieser jungen Schulform zu differenzieren und deren Anteile an Entwicklung und Etablierung der AHS - Integration zu hinterfragen.
Als zu Grunde liegende ideologische Vorstellungen stellen sich mir neben der parteipolitisch orientierten Diskussion zur Gesamtschule vor allem das UNESCO - Dokument "Salamanca - Erklärung" und somit ursprünglich die Menschenrechte -als solche - dar.
Aktuelle Zahlen, ein kurzer Ausblick zur Weiterführung der AHS - Integration und die Darstellung meiner persönlichen Position und Funktion als AHS - Integrationslehrerin ergänzen vorliegende Arbeit.
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Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis
2 abstract
3 Vorwort
4 AHS- Integration: Begriffsklärung und Definition
4.1 Gesetzliche Grundlagen
4.2 Organisation und Rahmenbedingungen
4.2.1 Klassenschülerzahl
4.2.2 Klassenzusammensetzung
4.2.3 LehrerInneneinsatz
4.2.4 Lehrplan
4.2.5 Stundentafel
5 Ziele der AHS - Integration
6 Besondere Methodik/ Didaktik
6.1 Lernen am gleichen Thema
6.2 Teamteaching als Voraussetzung
6.3 Schülerorientierte (offene) Formen der Unterrichtsgestaltung
7 Zahlen und Fakten
8 Anteile an der Entwicklung der AHS - Integration
8.1 die bestimmende Rolle der Eltern
8.2 die zurückhaltende Rolle der AHS - LehrerInnen
8.3 die ermöglichende Rolle der AHS - DirektorInnen
8.4 die zersplitterte Rolle der SonderpädagogInnen
8.4.1 Diener zweier Herren
8.4.2 BundeslehrerInnen und LandeslehrerInnen
8.5 Sonderpädagogische Zentren als Drehscheibe der Integration
9 Zu Grunde liegende ideologische Vorstellungen
9.1 Parteipolitische Positionen zur Gesamtschuldiskussion
9.2 Salamanca Erklärung
9.3 Menschenrechte
10 kurzer Ausblick: was kommt nach der AHS – Integration?
10.1 integrative Polytechnische- / Fachmittelschule
10.2 berufsvorbereitende Kurse
10.3 SPZ- „rückführung“
10.4 Bestrebungen zum 9. Schuljahr in der AHS
11 persönlicher Bezug und Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die integrative Beschulung von 10- bis 14-jährigen Kindern mit und ohne geistige Behinderung an der Unterstufe der Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS). Ziel ist es, die organisatorischen Rahmenbedingungen, die didaktischen Herausforderungen sowie die unterschiedlichen Rollen der beteiligten Akteure kritisch zu hinterfragen und den ideologischen Hintergrund der Integrationsbewegung zu beleuchten.
- Gesetzliche Grundlagen und organisationale Rahmenbedingungen der AHS-Integration.
- Methodische und didaktische Ansätze sowie die Bedeutung des Teamteachings.
- Analyse der Akteursrollen: Eltern, LehrerInnen, DirektorInnen und SonderpädagogInnen.
- Ideologische Fundamente wie die Salamanca-Erklärung und Menschenrechtsdiskurse.
- Perspektiven für die Zeit nach der AHS-Integration und aktuelle statistische Daten.
Auszug aus dem Buch
Besondere Methodik/ Didaktik
Der/ die IntegrationslehrerIn übernimmt im gemeinsamen Unterricht schwerpunktsmäßig die sonderpädagogische Förderung und legt dabei das Hauptaugenmerk auf die Gemeinsamkeit im Unterrichtsgeschehen. Auf Grund der gemeinsamen Vorbereitung wird der Unterricht so gestaltet, dass jedes Kind, gleichgültig ob mit oder ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, individuell entsprechend gefördert wird.
Als bildhaftes Erklärungsmodell wird hierfür meist Georg Feuser mit seinem „Baum – Modell“ angeführt: „Der Stamm stellt die äußere thematische Struktur eines Projektes dar. Die Äste (und Zweige) entsprechen einerseits den vielfältigen Herangehens- und Umgangsweisen, die mit dem Vorhaben möglich sind (-> nicht den traditionellen Unterrichtsfächern) und andererseits den in Wahrnehmung, Denken und Handeln der Schüler/innen zum Ausdruck kommenden Entwicklungsniveaus in dem Sinne, dass der Astansatz eine sinnlich-konkrete, auf basale Wahrnehmungen bezogene Tätigkeit repräsentiert und ermöglicht und das Astende eine abstrakt-logische, symbolische, auch in Sprache, Schrift und Formeln kodierte Auseinandersetzung mit dem Vorhaben. Die Wurzeln des Baumes sind die Wissenschaften, die uns ermöglichen, einen im Projekt repräsentierten Ausschnitt der Welt zu erkennen und zu verstehen“.
Zusammenfassung der Kapitel
4 AHS- Integration: Begriffsklärung und Definition: Erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Definition der AHS-Integration in der Sekundarstufe 1.
5 Ziele der AHS - Integration: Beschreibt die gesellschaftlich-soziale sowie die lerntheoretische Perspektive der Integration.
6 Besondere Methodik/ Didaktik: Analysiert Ansätze wie das Lernen am gleichen Thema und die Bedeutung von Teamteaching.
7 Zahlen und Fakten: Bietet einen statistischen Überblick über die Entwicklung der Integrationsklassen seit 1992.
8 Anteile an der Entwicklung der AHS - Integration: Untersucht die Rollen von Eltern, LehrerInnen, Schulleitungen und SonderpädagogInnen im Integrationsprozess.
9 Zu Grunde liegende ideologische Vorstellungen: Thematisiert politische Positionen, die Salamanca-Erklärung und den Bezug zu Menschenrechten.
10 kurzer Ausblick: was kommt nach der AHS – Integration?: Diskutiert schulische Anschlussmöglichkeiten nach der Unterstufe für Kinder mit Förderbedarf.
11 persönlicher Bezug und Zusammenfassung: Reflektiert die Erfahrungen der Autorin als Integrationslehrerin und fasst die Entwicklung der Akzeptanz an ihrem Schulstandort zusammen.
Schlüsselwörter
AHS-Integration, Sonderpädagogik, Gemeinsamer Unterricht, Sekundarstufe 1, Inklusion, Teamteaching, Sonderpädagogische Zentren, Salamanca-Erklärung, Menschenrechte, Schulentwicklung, Förderbedarf, Gesamtschule, Schulpflicht, Unterrichtsgestaltung, Behinderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne geistige Behinderung in der Unterstufe der österreichischen AHS.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Thematisiert werden gesetzliche Rahmenbedingungen, die didaktische Umsetzung, die Rollenverteilung im Lehrerteam sowie die ideologischen Grundlagen der Inklusion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Praxis der AHS-Integration zu beleuchten, Herausforderungen zu identifizieren und die Rolle der beteiligten Akteure kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert eine Analyse gesetzlicher und theoretischer Grundlagen mit einer persönlichen Reflexion ihrer eigenen Praxiserfahrungen als AHS-Integrationslehrerin.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die methodische Unterrichtsgestaltung, die strukturellen Hürden und die komplexen Rollenverhältnisse im Lehrerkollegium.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie AHS-Integration, sonderpädagogischer Förderbedarf, Teamteaching und Schulentwicklung beschreiben.
Warum fühlen sich viele SonderpädagogInnen als „Diener zweier Herren“?
Sie sind rechtlich und organisatorisch an das Sonderpädagogische Zentrum gebunden, müssen jedoch ihren pädagogischen Alltag in der AHS bewältigen, was zu einer Spaltung der Verantwortlichkeiten führt.
Welche Rolle spielt die Salamanca-Erklärung in dieser Arbeit?
Sie dient als wesentlicher ideologischer Bezugspunkt, der das Recht auf integrative Bildung für alle Kinder international untermauert.
- Quote paper
- Sylvia Nösterer (Author), 2002, Gesamtschule durch die Hintertür? Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne geistiger Behinderung in der Allgemeinbildenden Höheren Schule (AHS), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6546