Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die drei Typen von Qualifikationsangeboten 5
2.1 Hochschulstudiengänge 5
2.1.1 Diplom-Ingenieur für Medientechnik Multimedia 6
2.1.2 Diplom-Designer Diplom-Gestalter für Medien 7
2.1.3 Diplom-Informatiker für Medieninformatik 8
2.1.4. Diplom-Medienwirt 9
2.2 Die duale Ausbildung 10
2.2.1 Mediendesign 11
2.2.2 Mediengestalter für Digital- und Printmedien 13
2.2.2.1 Fachrichtung Medienberatung 14
2.2.2.2 Fachrichtung Mediendesign 15
2.2.2.3 Fachrichtung Medienoperating 16
2.2.2.4 Fachrichtung Medientechnik 17
2.2.3 Mediengestalter Bild und Ton 18
2.3 Private Aus- und Weiterbildungen 19
3 Der Arbeitsmarkt der Multimedia-Branche 21
3.1 Das Arbeitsmarktmodell nach Lutz P. Michel 21
3.2 Stellenmarkt für Multimediafachkräfte 22
3.3 Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit 23
4 Der Schnittstellenmanager Flexible Spezialisten 29
5 Schluss 31
6 Quellenangaben 32
6.1 Literatur 32
6.2 Elektronische Quellen 33
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Berufsbildern, den Qualifikationsan-forderungen und der Arbeitsmarktsituation im Bereich Multimedia.
Zunächst sollte der Begriff „Multimedia“ geklärt werden. „Unter Multimedia wird im Allgemeinen der Austausch, die Verteilung und Bearbeitung von Informationen unter Einbeziehung sämtlicher möglicher Text- sowie Bild- und Tondokumente verstanden“ (Methner, H.; 1997:55). In der Literatur ist allerdings keine eindeutige Begriffsklärung zu finden. Einigkeit besteht in vielen, besonders in den aktuelleren Definitionen lediglich darüber, dass digitale bzw. interaktive Medien gemeint sind. Als Grundlage für die vorliegende Arbeit soll der Begriff Multimedia „... im Sinne der Integration von Texten, Daten, Grafiken, Bewegtbildern und Klängen auf einer digitalen Basis“ (Michel, L.P.; 2002:26) verwendet werden.
Aus der gerade erwähnten Schwierigkeit, dass keine volle Übereinstimmung über den Begriff Multimedia besteht und sich sogar die Fachliteratur nicht einig ist, entsteht auch die Problematik, welche Berufe diesem Überbegriff zugeordnet werden können. Auch hier gibt es keine eindeutige Regel. So erhält man bei der Eingabe des Suchbegriffes Multimedia auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de; Stand: 20.01.05) über 200 mögliche Berufe, unter anderem auch Berufe wie Kundendienstberater, Event-Manager oder Radio- und Fernsehtechniker. Diese sollen aber nicht Gegenstand dieser Arbeit sein. Weiterhin werden auch viele Berufe aufgelistet, die mehr in den Bereich der IT- oder Softwareberufe fallen, wie zum Beispiel Software- oder Kommunikations-techniker, d.h. Berufe, die mehr technischen Charakter besitzen. Diese sollen hier ebenfalls nicht berücksichtigt werden.
Im Folgenden soll versucht werden, einen Überblick über eine Auswahl an Qualifikationsangeboten und die Situation am Arbeitsmarkt Multimedia zu geben.
Waren die Mitarbeiter der Multimediabranche anfangs nur sog. „Freaks“ oder Autodidakten, so kommen heute nicht wenige derselben aus dem Hochschulbereich. Dieser soll zu Anfang des zweiten Kapitels besprochen werden. Aus dem System der dualen Ausbildung, die heute auch einen hohen Stellenwert genießt, werden anschließend sechs Qualifikationsmöglichkeiten betrachtet. Dem folgt ein kurzer Abriss über die privaten Aus- und Weiterbildungen. Kapitel drei befasst sich mit dem Arbeitsmarkt der Multimedia-Branche, angefangen mit dem Arbeitsmarktmodell nach Lutz P. Michel und dem Stellenmarkt für Multimedia-Fachkräfte. Abschließend werden hier noch die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit besprochen. Das vierte Kapitel soll, als Konsequenz aus den Arbeitsmarktanforderungen, die in der Literatur eingeführten Begriffe der „Schnittstellenmanager“ und der „flexiblen Spezialisten“ erläutern. Kapitel fünf liefert letztendlich eine Zusammenfassung sowie ein Fazit der bereits besprochenen Themengebiete.
2 Die drei Typen von Qualifikationsangeboten
Um sich für einen Multimediaberuf zu qualifizieren gibt es in Deutschland drei Wege: Zugang über diverse Hochschulstudiengänge, über die duale Ausbildung und zahlreiche Aus- und Weiterbildungsangebote privater Anbieter. Im Folgenden werden einige Möglichkeiten beispielhaft erläutert.
2.1 Hochschulstudiengänge
„Den Besuch einer Hochschule schätzen die Unternehmen primär wegen der breiteren Allgemeinbildung sowie der im Studium erworbenen Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu bewältigen und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren“ (Michel, L.P.; 2002:37). Auch wenn vielen Hochschulabsolventen Mangel an praktischer Erfahrung nachgesagt wird, sind die Erfolgschancen im Bereich Multimedia nach dem Studium relativ gut, da die meisten Studienfächer an Fachhochschulen angeboten werden, wo das theoretisch vermittelte Wissen durch Praktika und Projektarbeiten untermauert wird. „Deshalb raten auch fast die Hälfte der Befragten in den berufsbiographischen Interviews zum Studium“ (Michel, L.P.; 2000:280). Ein Nachteil der Hochschulstudiengänge ist jedoch, dass deren Inhalte sehr schnell wieder überholt sind und die Entwicklung neuer Unterrichtsinhalte zu lange dauert, um einigermaßen am Puls der Zeit zu bleiben. Diese Tatsache ist gerade in der sich sehr schnell entwickelnden Multimedia-Branche ein großes Hindernis. Um dieselbe Flexibilität wie die duale Ausbildung zu erreichen, gibt es nun auch eine neue Form von Hochschulangeboten: „In Deutschland werden immer mehr «dualisierte Studiengänge» eingeführt: Studium und betriebliche Ausbildung werden kombiniert, Wissen und Anwendung werden verknüpft“ (http://www.bmbf.de/pub/berufsausbildung_sichtbar_gemacht.pdf; Stand:
20.01.05). Doch nicht diese sollen Gegenstand dieser Arbeit sein, sondern nur eine Auswahl traditioneller Studiengänge.
2.1.1 Diplom-Ingenieur für Medientechnik / Multimedia In der Druck- und Medienindustrie gelten Medientechniker als die Generalisten, da sie je nach gewähltem Schwerpunkt sowohl gestalterische, technische, organisatorische als auch wirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen können.
„Die Absolventen des Studienganges Medientechnik sollten in der Lage sein, auf Basis naturwissenschaftlicher Kenntnisse technisch optimale Lösungen für Medienprodukte sowie Geräte- und Softwarelösungen unter Berücksichtigung interdisziplinärer Einflussgrößen wie Design, Management und Ökonomie anzubieten und die Aufgaben einer Medienproduktion ingenieurgerecht zu realisieren“ (Jäger, M.; Jäger, W.; 2000:139). Studienschwerpunkte sind deswegen: Mathematik, praktische und technische Informatik, Elektrotechnik, Kommunikations- und Medientechnik, Gestaltung und Organisation sowie Medienrecht und –kalkulation. Je nach Universität bzw. Fachhochschule werden weitere Optionsmodule angeboten.
Meist sind diese Ingenieure in der Produktionsleitung tätig. Sie übernehmen dort die Planung, die Arbeitsvorbereitung oder die Disposition. Sie sind allerdings ebenso gut für technische Aufgaben zuständig, wie beispielsweise für die Planung und Installation von Sende- und Regieräumen, die Ausstattung von Medienzentren etc.
Auch im Multimedia-Bereich sind die Medientechniker von der Konzeption über die Gestaltung bis hin zur Produktion eines Produktes einsetzbar. Sie entwerfen Konzepte für den gestalterischen Aufbau, gestalten Programmoberflächen, wirken teilweise auch an der Programmierung interaktiver Produkte mit und bearbeiten Audio- und Videodaten. Im organisatorischen Bereich beraten die Medientechniker auch die Kunden bei Vertriebs- und Marketingfragen, erstellen Kalkulationen, planen und steuern den Projektablauf.
„Der ideale Ingenieurtyp ist also derjenige, der gleichzeitig beraten, überzeugen, gestalten, planen und führen kann, kurz: ein Alleskönner bzw. eine Alleskönnerin“ (http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/D/B6079100aufgaben_t.html; Stand:
20.01.05).
Genauso vielfältig wie ihre Kenntnisse sind demnach auch die Einsatzgebiete für Medientechniker. Sie sind tätig bei Rundfunkveranstaltern, Werbe- und Medienagenturen, Theater- und Konzertveranstaltern, im Verlagsgewerbe bis hin zu Tonstudios.
Für diesen Beruf sind ebenfalls folgende Bezeichnungen üblich:
o Ingenieur/in – Medienbetriebstechnik
o Ingenieur/in – Medientechnik o Ingenieur/in – Medientechnologie o Ingenieur/in für Fernseh- und Tontechnik o Ingenieur/in für Film- und Fernsehtechnik o Ingenieur/in für audiovisuelle Medien o Medieningenieur/in
2.1.2 Diplom-Designer / Diplom-Gestalter für Medien
Der Studiengang zum Diplom-Designer bzw. Diplom-Gestalter für Medien ähnelt inhaltlich in großem Maße der Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien Fachrichtung Mediendesign.
Die grundlegenden Lerninhalte dieses Hochschulstudiums sind Grafikdesign, Illustration / Animation, Designgrundlagen, Entwurfslehre, Typographie und Mediengeschichte. Da dieses Studienfach meist nicht an Universitäten, sondern mehr an Fach- und Kunsthochschulen gelehrt wird, werden diese Kurse noch durch fachspezifische Praktika und praxisorientierte Projektarbeiten ergänzt. „Die berufspraktischen Tätigkeiten stellen den Bezug zwischen dem Hochschulstudium und der Berufspraxis her. Sie fördern die Aneignung von Kenntnissen und Erfahrungen im Umgang mit Materialien, elektronischen Daten, handwerklichen, industriellen und elektronischen Arbeitsmitteln und Produktionsverfahren“ (Jäger, M.; Jäger, W.; 2000:165).
Zum Aufgabengebiet des Diplom-Designers gehört es, die Wünsche seiner Kunden zu ermitteln. Auf dieser Grundlage können dann Entwürfe gefertigt werden. „Mediendesigner/innen müssen von der einfachen Bleistiftzeichnung über die verschiedensten Formen der Malerei bis zu Radierungen und Fotografien eine Vielzahl von Techniken beherrschen“ (http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/D/B8334138aufgaben_t.html; Stand:
20.01.05). Sind die Entwürfe ausgereift, so überträgt sie der Designer in eine reproduktionsfähige, meist digitale Form. In Zusammenarbeit mit anderen Projektbeteiligten „begleitet“ der Designer das Layout bis zur Fertigstellung des Produktes. Dieses können Anzeigen, Werbespots, Firmenlogos, Websites oder aber auch Lernprogramme, virtuelle Szenarien und Computeranimationen für Film und Fernsehen sein.
Die Bereiche Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind die hauptsächlichen Einsatzgebiete von Diplom-Designern bzw. Diplom-Gestaltern. Sie arbeiten in Multimedia- und Werbeagenturen, in Design-Büros und Werbeabteilungen großer Unternehmen, genauso wie in Film- und Fernsehproduktionsgesellschaften.
Auch übliche Berufsbezeichnungen sind:
o Designer/in für audiovisuelle Medien o Designer/in für visuelle Kommunikation o Kommunikationsdesigner/in o Mediendesigner/in o Mediengestalter/in
2.1.3 Diplom-Informatiker für Medieninformatik
Der Studiengang zum Diplom-Informatiker für Medieninformatik ist einer der wenigen Studiengänge im Bereich Multimedia, die auch an der Universität angeboten werden.
Zu den allgemeinen Studieninhalten gehören die theoretische und praktische Informatik (inklusive Programmierung), Mathematik, Medientechnik und -theorie,
Datenbanken, Autorensysteme, die Gestaltung von Mediensoftware und Softwareoberflächen, Elektrotechnik und Mediengestaltung. Anhand von Projektarbeiten werden praktische Erfahrungen gefördert.
Zu den Aufgaben eines Medieninformatikers gehört beispielsweise die Konzeption und Gestaltung von Medieninformationssystemen, Multimediaanwendungen und CBTs (Computer-based-Training-Programme). Allein das zuletzt genannte Tätigkeitsfeld kann eine Reihe von Aufgaben für den Medieninformatiker beinhalten. So ist er nicht nur zuständig für die Planung, Entwicklung und Fertigstellung eines solchen Schulungs- oder Informationssystems, es ist für ihn ebenfalls selbstverständlich den bzw. die Kunden im Umgang mit diesen Programmen zu schulen. Auch die Anpassung eines Standardprogramms an spezielle Kundenwünsche und die Programmierung von Webshops gehört zu seinem Repertoire.
„Die Absolventen arbeiten in Multimedia-Häusern als Mediensystemberater, Information Broker, Multimedia-Conceptioner, Online-Redakteure oder Screen- / Videodesigner. Die Tätigkeitsfelder reichen vom elektronischen Publizieren über digitale Filmproduktion, 3D-Grafikprogrammierung, Telemedizin und Electronic-Commerce bis zur Entwicklung von Telelernsystemen“ (Jäger, M.; Jäger, W.; 2000:119).
Diplom-Informatiker für Medieninformatik werden auch unter folgenden Berufsbezeichnungen aufgeführt:
o Medieninformatiker/in o Medienmanager/in
2.1.4. Diplom-Medienwirt
Der letzte hier besprochene Hochschulstudiengang ist der des Diplom-Medienwirtes. Dieser wird sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen angeboten. Unter den hier erläuterten Studiengängen ist er wohl derjenige, der am meisten theoretisch orientiert ist.
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Fabienne Meyer, 2005, Berufsbilder, Qualifikationsanforderungen und Arbeitsmarktsituation im Bereich Multimedia, Munich, GRIN Publishing GmbH
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