Universität Leipzig Jan Griesbach
Historisches Seminar
Hauptseminar: Zur politischen Kultur des Autoritarismus in Lateinamerika
Wintersemester:2005/06
Hausarbeit
HS: Zur politischen Kultur des Autoritarismus in Lateinamerika
Mit dem Teilgebiet:
Gewalt in Lateinamerika
eingereicht von:
Jan Griesbach
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen zur Gewalt in Lateinamerika
2.1 Zum Begriff der Gewalt
2.2 Arten von Gewalt
2.3 Was ist politische Gewalt, was soll sie bewirken und wie kann sie in LA eingeordnet werden?
2.4 Merkmale der Gewalt in Lateinamerika
3 Die Gewalt Mexikos im 20. Jahrhundert und ihre Auswirkungen
3.1 Politische Lage Mexikos im 20. Jahrhundert
3.2 Die Politische Gewalt und die Sicherheitsorgane in Mexiko
3.3 Der Zapatistenaufstand in Chiapas als der Gewalthöhepunkt in Mexiko
3.4 Die Entstehung der Kaziken in Mexiko und deren politische Stellung
3.5 Der Wandel der katholischen bzw. protestantischen Kirche in Lateinamerika und ihrem Einfluss in Mexiko
4 Abschließende Betrachtung
Literaturverzeichnis
1 Einleitung
Das 20. Jahrhundert ist gerade erst zu Ende gegangen und erinnert an eine Menge Gewaltkonflikte auf der ganzen Welt. Obwohl die Weltkriege Lateinamerika keine zu massiven Auswirkungen auf die Menschen und deren Leben wie in Europa hatten, nimmt dennoch die Gewalt in Lateinamerika stetig zu. Die Gewalt in Lateinamerika hat jedoch eine andere Geschichte und Struktur wie die von Westeuropa. Für einen Außenstehenden Beobachter muss diese Gewalt einen fürchterlichen Eindruck hinterlassen und ist nur schwer zu begreifen.
Diese vorliegende Arbeit beinhaltet zum einen die Thematik der Gewalt und ihrer Struktur. Zum anderen wird dies in dem gewählten Beispiel Mexikos konkret wiedergegeben. Dabei sollen besonders die verschiedenen Arten und der Einsatz von Gewalt erläutert werden. Dies wird einerseits durch den Staat und andererseits durch nichtstaatliche Organisationen und Verbänden aufgezeigt.
Das Kapitel 3 umfasst bestimmte Gewaltphänomene, bspw. der Aufstand in Chiapas Mexiko oder auch die Stellung der Kaziken in Mexiko und deren Stellung zum Staat. In der abschließenden Betrachtung erfolgt ein kurzes Fazit zur Gewalt in Lateinamerika.
2 Theoretische Grundlagen zur Gewalt in Lateinamerika
2.1 Zum Begriff der Gewalt
In Europa wird der Begriff Gewalt meist mit physischer Gewalt gleichgesetzt, indem Gewalt nur vom Staat monopolistisch ausgeübt werden darf. (vgl. Höpken, Wolfgang; Rieckenberg, Michael; Politische und ethnische Gewalt in Südosteuropa und Lateinamerika S.25) Dagegen wird die violencia in Lateinamerika meist negativ bestückt, da sie eine feindselige physische Gewalt beschreibt, wo die Gewalt eher zerstörender Natur ist, als dass sie regulierend oder auch als ordnende Kraft eingesetzt wird. (vgl. Rieckenberg, Michael; Gewaltsegmente S.19) Infolgedessen muss bei der Untersuchung der Gewalt in Lateinamerika ein anderer Ansatz verfolgt werden, als man dies in Westeuropa machen würde. Denn schon Clausewitz definierte die Gewalt "als ein Mittel durch das Menschen andere zur Erfüllung ihres Willens zu zwingen versuchen." (vgl. Rieckenberg, Michael; Gewaltsegmente S.19) Somit ist die Gewalt an dieser Stelle als Mittel zur Machtgewinnung oder auch Erhaltung über andere Menschen gedacht. Während in Europa die Gewalt nur von bestimmten Personen (Gruppen) unter besonderen Umständen ausgeübt werden darf, z.B. der Polizei bei Straftaten oder deren Vereitelung, ist dies in Lateinamerika nicht der Fall. In Lateinamerika hat zwar der Staat auch das "theoretische Monopol" auf die Gewaltanwendung, jedoch nur theoretisch. In Lateinamerika muss nach bestimmten Machteliten unterschieden werden, welche Gewalt praktizieren, einerseits von staatlichen und andererseits von parastaatlichen Machtorganen. Allerdings kann nicht immer genau unterschieden werden, ob es sich um staatliche oder parastaatliche Einheiten bei der Gewaltausübung handelt. Denn es sind oftmals Polizisten, die tagsüber dem Staat dienen und nachts in so genannten "Todesschwadronen" Gewalt gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen verüben. (vgl. Tobler, Hans Werner;Waldmann, Peter; Staatliche und parastaatliche Gewalt in Lateinamerika S.35) Gerade dieses verschmelzen ist schwierig, um bestimmte Gewalttaten aufzuschlüsseln und zuzuordnen. Im allgemeinen ist festzustellen, dass beide Formen von Gewalt, staatliche wie parastaatliche Gewalt, handlungsorientiert sind und es einen gewaltsamen Hintergrund gibt, aufgrund dessen sie ausgeübt werden. Zu den Hintergründen wird noch im Verlauf der vorliegenden Arbeit näher eingegangen.
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Arbeit zitieren:
Jan Griesbach, 2006, Gewalt in Lateinamerika, München, GRIN Verlag GmbH
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