Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Neue Kindheitsforschung 3
3 Methoden in der Kindheitsforschung 4
3.1 Fragebogenstudien 5
3.2 Interviews 6 Interviews...............................................................................6
3.2.1 Situationsnahe Interviews................................................8
3.2.2 Sequenz-Interviews 8
3.2.3 Lebensweltliche Interviews 9
3.2.4 Biographische Interviews.................................................9
3.2.5 Symbolische Interviewformen..........................................9
3.3 Gruppendiskussionen 10
3.4 Beobachtung 11
3.5 Non-reaktive Verfahren........................................................12
3.6 Triangulation 12
4 Kinder legen Zeugnis ab - eine empirische Untersuchung über
Kinder im Kontext von häuslicher Gewalt 13
5 Fazit 15
6 Literaturverzeichnis 17
2
1 Einleitung
Im Rahmen meines Studiums habe ich verschiedene Methoden der Sozialforschung kennen gelernt. In den Seminaren beschäftigten wir uns überwiegend mit qualitativen und quantitativen Verfahren, deren Untersuchungsgruppe in der Regel Jugendliche und Erwachsene waren. Die Zielgruppe der Kinder wurde bisher kaum bzw. gar nicht thematisiert. Wenn ich an Forschung über Kinder denke, fallen mir zuerst Methoden wie die Beobachtung oder die Befragung der „Experten/innen“ bzw. der BetreuerInnen der Kinder (z.B. Erzieherinnen) ein, bei denen das Verhalten, die Interessen der Kinder etc. untersucht wurde. Es stellt sich mir nun die Frage, welche weiteren Methoden der Sozialforschung in der Kindheitsforschung anwendbar und gleichzeitig auch sinnvoll sind? Welche Unterschiede werden in der Forschung über Kinder im Vergleich zu der Forschung über Erwachsene gemacht? Wann sind Kinder in der Lage interviewt zu werden? Wo stößt man Grenzen in der Forschungsarbeit mit Kindern?
In dieser Hausarbeit möchte ich die unterschiedlichen Methoden der Kindheitsforschung darstellen. Dabei begrenze ich mich auf die neue Kindheitsforschung. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Methode des Interviews in der Kindheitsforschung. Im letzen Teil stelle ich exemplarisch Forschungsergebnisse und Forschungserfahrungen, die im Rahmen einer empirischen Untersuchung über Kinder gesammelt wurden, dar.
2 Neue Kindheitsforschung
Die neue Kindheitsforschung hat sich insbesondere unter Beteiligung der Soziologie und der Erziehungswissenschaft seit Mitte der 1980er etabliert. Sie ist eine Forschungsrichtung, „die explizit nach der Perspektive der Kinder fragt und deren erklärtes Ziel es ist, nicht nur über Kinder zu forschen." (Mey, 2006, S.1) Wenn man heutzutage die Lebenswelt der Kinder untersuchen möchte, reicht es nicht mehr aus, die medizinisch, psychologisch, pädagogisch und alltagsweltlich geschulten Erwachsenen, die von vornherein wissen, was für Kinder richtig ist und wie die Kindheit aussieht, zu befragen. In der neuen Kindheitsforschung werden die Kinder vielmehr als eigenständige Personen, mit eigenen Rechten, Interessen und Ansichten, gesehen, die ihr Leben aktiv mitgestalten und deren Meinungen und Wünsche gehört und berücksichtigt werden müssen.
Das zunehmend zu „beobachtende Interesse an Methodenfragen in der Kindheitsforschung ist mit dem Wandel des Bildes von Kindheit eng verbunden.“ (Fuhr, 2000, S.88)
3
Das Verhältnis von politischen und pädagogischen Motiven hat sich gegenüber der Kindheitsforschung um 1900 umgekehrt. Pädagogik und Psychologie standen zu dieser Zeit im Vordergrund des Interesses, politische Motive waren zweitrangig. In der heutigen Kindheitsforschung „geht es um politisch-gesellschaftliche Ziele, um den politischen und gesellschaftlichen Status von Kindern und von Kindheit zu verbessern.“ (Zinnecker, 1999, S.74) „Mit einer Reihe von ethnographischen Mitteln wie Teilnehmende Beobachtung, Dokumentenanalyse, aber auch mittels Befragungen von Kindern in ihrer alltäglichen Umwelt wird versucht, die alltagskulturellen Praktiken der Kinder zu erfassen und die subjektiven Bedeutungen der kindlichen Lebenswelten zu entschlüsseln.“ (Fuhr, 2000, S.88)
3 Methoden in der Kindheitsforschung
Kindheitsforschung ist in der „Regel Forschung mit Kindern, in deren Rahmen diese beobachtet, befragt oder kindliche Produkte“ wie z.B. Zeichnungen „genutzt werden, um Einblicke in Kinderwelten und Kinderbiographien zu erhalten.“ (Mey, 2006, S.2) Innerhalb der Kindheitsforschung können grundsätzlich beinahe alle sozialwissenschaftlichen Methoden eingesetzt werden: Verfahren aus der quantitativen Forschung wie Fragebögen, Tests, standardisierte Beobachtungen und auch Methoden der qualitativen Forschung wie beispielsweise Interviews, Gruppendiskussionen und teilnehmende Beobachtung.
Es zeigt sich, dass in der Praxis Befragungen und Interviews sowie standardisierte Methoden bevorzugt werden und im Ganzen quantitative Verfahren gängiger sind als qualitative Verfahren.
Die Methoden der Sozialforschung können nicht eins zu eins in die Kindheitsforschung übertragen werden. Unter Berücksichtigung der zu untersuchenden Kinder müssen die Methoden angepasst bzw. abgewandelt werden. Nur vereinzelt sind Verfahren standardisiert und auf die Untersuchungsgruppe Kinder ohne Veränderungen übertragbar. Bestimmte Methoden können auf Grund ihrer „natürlichen Grenze“ nicht immer angewendet werden. Zum Beispiel können Fragebogenuntersuchungen erst von Kindern im lese- und schreibfähigen Alter eigenständig beantwortet werden. (vgl. Mey, 2006, S.2)
Die folgenden aufgeführten Verfahren beziehen sich direkt auf Kinder bzw. sprechen Kinder als Kinder an. Nicht erwähnt werden Methoden in der Kindheitsforschung, bei denen Erwachsene zu ihrer eigenen Kindheit befragt oder historische Dokumente wie
4
Fotographien, Bilder, Filme, Aufzeichnungen, statistische Kenndaten etc., die zur Rekonstruktion von Kindheit dienen, eingesetzt werden.
3.1 Fragebogenstudien
In den letzten Jahren werden in der Kindheitsforschung zunehmend Fragebogenstudien, mit dem Ziel „die Sicht der Kinder, ihre Wünsche, ihre Lebenskontexte und Weltverständnisse repräsentativ zu ermitteln“ und „Kinder als Mitgestalter in öffentliche Meinungsbildungsprozesse einzubeziehen“ (Mey, 2006, S.3) eingesetzt. Als einer der ersten repräsentativen Studien in der Kindheitsforschung nennt Mey die Untersuchung von Zinnecker & Silbereisen "Kindheit in Deutschland". In dieser Studie wurden von 1993 bis 1996 bundesweit 700 Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren längsschnittlich untersucht.
Beim Einsetzen von Fragebögen sollten folgende methodische Gesichtspunkte berücksichtigt werden:
die Fragen sollten möglichst konkret gestellt werden und sich auf den
unmittelbaren Erfahrungsbereich der Kinder beziehen
für Kinder verständliche Formulierungen
eine für Kinder ansprechende Gestaltung des Fragebogens
die angefragten Themenbereiche möglichst konkret kindliche Belange berühren
Bei Fragebogenuntersuchungen treten regelmäßig Differenzen zwischen den Aussagen von Eltern oder älterer Geschwister und Kindern auf. Häufig wird angenommen, dass die Angaben der älteren Befragten angemessener sind. Jens Lipski ist in einer Literaturübersicht zu Fragebogenuntersuchungen der Ansicht, diese „Differenz als Ausdruck unterschiedlicher Weltsichten anzuerkennen und nachzuvollziehen.“ (Mey, 2006, S.4)
Außerdem wird vielfach empfohlen, die Kinder zusätzlich zu den Fragebogen zu interviewen. Die Forschenden erhalten dadurch weiteres bzw. ergänzendes Datenmaterial, „das für die Interpretation kindlicher Perspektiven nützlich ist.“ (Mey, 2006, S.4)
5
Arbeit zitieren:
Anke Mauch, 2006, Kindheitsforschung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Selbstmanagement als essentielles Element effektiver Führung: Zeitmana...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hauptseminararbeit, 23 Seiten
Aktuelle Konzepte der Lehr-Lernforschung und ausgewählte Aspekte zur S...
Hauptseminararbeit, 27 Seiten
Leistungsmessung in Schulen - Standardisierte Schulleistungsmessungen
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hauptseminararbeit, 17 Seiten
Ein Vergleich zwischen "Don Juan - Der Verführer von Sevilla und ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 32 Seiten
Theorien der Kindheitsforschung: Ein Paradigmenstreit
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Studienarbeit, 16 Seiten
Übergang vom Kindergarten in die Grundschule in Montessori-Einrichtung...
Examensarbeit, 214 Seiten
Die Not des Angestellten Pinneberg ("Kleiner Mann - was nun?&quo...
Darstellung der gesellschaftli...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 22 Seiten
Das Schulkapitel in den Buddenbrooks. Hanno Buddenbrooks Scheitern am ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 18 Seiten
Zum Wandel der Kindheit vom Ausgang des Mittelalters bis an die Schwel...
Soziologie - Kinder und Jugend
Ausarbeitung, 11 Seiten
Geschlechtsspezifische Lesesozialisation - Betrachtung und Diskussion ...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hauptseminararbeit, 23 Seiten
Übergang Kindergarten - Grundschule
Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
Hausarbeit, 37 Seiten
Kinder und sozialer Wandel - Kindheit in der medialen Konsum- und Werb...
Soziologie - Kinder und Jugend
Hausarbeit, 17 Seiten
Hanno Buddenbrook und Direktor Wulicke - Fiktiver Antagonismus als Spi...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Anke Mauch hat den Text Kindheitsforschung veröffentlicht
Anke Mauch hat einen neuen Text hochgeladen
Grundlagen, Zugänge und Method...
Vera Bamler, Jilian Werner, Cornelia Wustmann
Kindheitsforschung und kommunale Praxis
Praxisnahe Erkenntnisse aus de...
Christian Klöckner, Ulrich Paetzel
Einführung in die Kindheitsforschung
Ursula Stenger, Cornelie Dietrich, Heike Deckert-Peaceman
0 Kommentare