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1. Einleitung 1
1.1 Begriffsklärung Grammatik 2
1.2 Beispiele verschiedener Grammatiken 3
2. Didaktische Konzepte für Grammatikunterricht 4
verschiedene didaktische Methoden
3. Grammatikunterricht beim Mediengestalter 7
3.1 Der Ausbildungsrahmenlehrplan 8
für den Ausbildungsberuf des Mediengestalters
3.2 Begründung der Themenwahl 10
Einführung in die Werbesprache
3.3 Ein Unterrichtsentwurf zum Thema: 12
Einführung in die Werbesprache
3.3.1 Unterrichtsvoraussetzungen 12
3.3.2 Unterrichtsziele 14
3.3.3 Methodisch-praktische Realisierung 15
4. Schluss 20
Literaturverzeichnis
1
Didaktik des Grammatikunterrichts
1 Einleitung
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Thema Grammatikunterricht. Insbesondere soll auf den Grammatikunterricht an Berufsbildenden Schulen im Bereich der Medien- gestaltung eingegangen werden. Als Themenschwerpunkt für einen exemplarischen Grammatikunterricht in diesem Ausbildungszweig wurde die Werbesprache ausgewählt. Im folgenden Abschnitt wird einführend eine Definition des Begriffes Grammatik ausgearbeitet. Verschiedene Grammatiken - wie zum Beispiel die funktionale und die rezeptive Grammatik - sollen erklärt werden.
Im zweiten Kapitel werden didaktische Konzepte bezüglich Grammatikunterricht erklärt. Der Begriff Grammatikunterricht soll zunächst unter Berücksichtigung von Vorstellungen verschiedener Didaktiker erörtert werden. Didaktische Methoden zur praktischen Umsetzung von Grammatikunterricht werden anschließend dargestellt.
Aufbauend auf dieser Grundlage soll am Beispiel des Themenkomplexes Werbesprache ein Unterrichtsentwurf im 3. Kapitel ausgearbeitet werden. Da ich diese Unterrichtssequenz speziell für den Ausbildungsberuf des Mediengestalters 1 vorbereite, soll der Rahmenlehrplan untersucht werden. Anhand dieses Lehrplans soll erarbeitet werden, wo das Unterrichtsthema Werbesprache in die Ausbildung eingebettet werden kann.
Anschließend möchte ich eigene Gründe nennen, die die Notwendigkeit des Grammatik- unterrichts bzw. die Behandlung des oben genannten Unterrichtsstoffes für diese Berufsgruppe begründet. Es soll deutlich werden, dass Grammatikunterricht beim Mediengestalter u.a. als Einführung in das Thema Werbesprache stattfindet. Um einen Unterrichtsentwurf zu diesem Lernfeld zu erarbeiten, müssen zunächst die Unterrichtsvoraussetzungen beschrieben werden. Diese beziehen sich auf die inhaltlichen Vorkenntnisse der Schüler bezüglich Werbung sowie auf räumliche Gegebenheiten. Zur Umsetzung der Unterrichtsstunde sind außerdem gewisse Medien erforderlich. Die Unterrichtsziele werden detailliert für diesen Unterrichtsentwurf erläutert. Der Entwurf für die Unterrichtssequenz Einführung in die Werbesprache (Kapitel 3.3.3) ist tabellarisch dargestellt. Der Tabelle kann man die einzelnen Unterrichtsschritte und -ziele entnehmen; das erforderliche Unterrichtsmaterial und die geplante Zeit für einzelne Unterrichtsschritte sind dort angegeben. In diesem Abschnitt werden ebenfalls didaktische Überlegungen zum Unterrichtsentwurf diskutiert.
Der Schlussteil fasst meine Überlegungen zu dieser Ausarbeitung zusammen. Anregungen, welche Themen in weiteren Unterrichtsstunden bearbeitet werden können, werden in diesem
1 Im Folgenden werden Mediengestalter und Mediengestalterinnen zusammengefasst, ebenso Schüler und Schülerinnen,
Lehrer und Lehrerinnen etc. Des weiteren wird die Bezeichnung „Mediengestalter“ synonym zum Begriff des Schülers
bzw. des Auszubildenden verwendet.
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Didaktik des Grammatikunterrichts
Kapitel gegeben. Ein übergeordnetes Lernziel, welches in einem Projekt rund um die Werbesprache erreicht werden kann, wird hier genannt.
Abschließend möchte ich mein persönliches Fazit formulieren. Da ich selbst eine Ausbildung in diesem Berufsfeld abgeschlossen habe, möchte ich von eigenen Erfahrungen bezüglich Deutschunterrichts an Berufsbildenden Schulen berichten. Diese Erfahrungen sollen die Notwendigkeit von Grammatikunterricht und vom Unterrichtsthema Werbesprache beim Mediengestalter begründen.
1.1 Begriffsklärung "Grammatik"
Der Begriff Grammatik stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Buchstabe“. In der griechischen Antike stellte die Grammatik vor allem eine Stilistik des guten Schreibens und Sprechens dar, und nicht, wie wir sie heute oft verstehen, ein systematisches und formales Regelwerk. Im Mittelalter wurde die Grammatik in das trivium der „septem artes liberales“ eingeordnet - vermittelt wurden allerdings vor allem Lateinkenntnisse bzw. lateinische Grammatik; erst in der frühen Neuzeit wurde deutsche Grammatik als Unterrichtsfach an „Lateinschulen“, später auch an den Hochschulen, aufgenommen.
Die deutsche Grammatik ist bis heute strukturell der lateinischen angelehnt. Bis in die 50er Jahre hinein war diese eine Mischung aus der lateinischen Grammatik und deutschen Termini (z.B. Wortkategorien und Satzfunktionen). Viele Begrifflichkeiten sind noch heute aktuell 2 .
Es finden sich viele Definitionen zum Begriff Grammatik; zwei von diesen sollen kurz vorgestellt werden: Auf der einen Seite kann unter Grammatik ein Werk, in dem Sprachregeln aufgezeichnet sind, also ein Buch zur Sprachlehre, verstanden werden, auf der anderen Seite geht man allgemein von einem der Sprache zugrunde liegenden Regelsystem aus. Die letztgenannte Definition soll näher erklärt werden.
Die Grammatik stellt also ein Regelsystem dar, welche die folgenden Gegenstandsbereiche umfasst:
„1.Wortlehre, Formenlehre, Satzlehre (begrenzt auch noch:
2 nach: Eichler, Wolfgang: Grammatikunterricht. S. 227f.
3 aus: Boettcher, Wolfgang/Sitta, Horst: Grammatik in Situationen. S. 203
3
Didaktik des Grammatikunterrichts
Zusätzlich muss man die Morphologie als Bestandteil der Grammatik einbeziehen. Die Morphologie befasst im sich mit den kleinsten bedeutungstragenden Einheiten der Sprache. Verglichen mit der Phonologie, die im Zitat als „Lautlehre“ umschrieben wird, beschäftigt man sich dort mit den kleinsten bedeutungsdifferenzierenden Einheiten der Sprache.
Wenn von „Schulgrammatik“ gesprochen wird, meint man im Regelfall die Darbietung von „Erkenntnissen, Verfahrensweisen und Ergebnissen der Sprachforschung“. Was in der Schulgrammatik vernachlässigt wird, ist die Tatsache, dass Menschen die Grammatik geschaffen haben. Die Grammatik ist ein Teil der Sprachforschung, der durch Prozesse entstand. 4
1.2 Beispiele verschiedener Grammatiken
Grammatik als sprachlicher Bestandteil, dessen „Regelmäßigkeiten“ in der Linguistik planmäßig erfasst werden sollen, kann in verschiedene Formen unterschieden werden: Deskriptive Grammatiken legen die „in einer Sprache erkennbare Phänomene“ dar, normative Grammatiken bestimmen eine „formgerechte“ Sprech- und Schreibweise. 5
An dieser Stelle möchte ich exemplarisch zwei weitere Unterscheidungen in Bezug auf Grammatik als Regelsystem erörtern:
a) die funktionale Grammatik
b) die rezeptive Grammatik.
zu a) Nach W. SCHMIDT lassen sich grammatische Mittel in der funktionalen Grammatik in Form und Funktion unterteilen. Unter Form versteht man die Lautform (also den phonologischen/phonetischen Aspekt) und dessen Art der Anordnung, unter Funktion das Semantische. Form und Funktion wirken gemeinsam als „Medien“, als grammatische Mittel - die Form dient als Verständigungszweck, die Funktion ist der Effekt.
Als Beispiel eines grammatischen Mediums wird die Pluralbildung angeführt: Substantive können u.a. mit dem Morphem -er eine Pluralform bilden. Stammorphem und Morphem -er erzeugen also die Formstruktur. Die Funktion ist hierbei die Tatsache, dass Stamm- und Pluralmorphem zusammen eine Mehrzahl ergeben. 6 zu b) Die rezeptive Grammatik ist dadurch gekennzeichnet, dass sie den Rezipienten, den Empfänger der Sprache, in den Mittelpunkt stellt und nicht den Produzenten. Dadurch entsteht ein Perspektivwechsel. Die rezeptive Grammatik versucht, „Methoden für das
4 nach: Menzel, Wolfgang: Grammatikwerkstatt. S. 8
5 nach: Henrici, Gerd: Probleme des Sprach- und Grammatikunterrichts. S. 231
6 nach: Rank, Bernhard: Wege zur Grammatik und zum Erzählen. S. 15f.
4
Didaktik des Grammatikunterrichts
Verstehen jedes denkbaren Satzes“ zu entwerfen. Der Kerngedanke hierbei ist die Schwierigkeit des Rezipienten bezüglich der Sprache und somit insbesondere Probleme des Empfängers bei grammatischer Analyse.
Für den Rollenwechsel vom Produzenten zum Rezipienten kann man folgendes Beispiel angeben: in einer nicht rezeptiven Grammatik findet man ein Deklinationsschema zu einem Substantiv des neutralen Geschlechts:
Demzufolge sind die Formen von Nominativ und Akkusativ sowohl im Singular als auch
im Plural identisch. Um dies gemäß der rezeptiven Grammatik darzustellen, werden
die Schwierigkeiten abgebildet, in diesem Fall die Mehrdeutigkeit: 7
Nominativ Singular
das Haus
die Häuser
Akkusativ Plural
Neben diesen beiden kurz vorgestellten Grammatiken findet man zahlreiche weitere
Vorschläge. Doch darauf soll nicht näher eingegangen werden. Ausführlicher sollen statt-
dessen die Methoden zum Grammatikunterricht im folgenden Kapitel erörtert werden.
2. Didaktische Konzepte für Grammatikunterricht
- Verschiedene didaktische Methoden -
In diesem Kapitel sollen verschiedene didaktische Positionen zum Grammatikunterricht
diskutiert werden. Bevor ich auf diese detailliert eingehe, sollen die Begriffe Didaktik und
Methodik erklärt werden:
Unter Didaktik fasst man alle Theorien, die jeweils eine Unterrichtswirklichkeit beschreiben,
erklären, planen und steuern sollen, zusammen. Die Didaktik der deutschen Sprache muss
sowohl Ergebnisse der Fachwissenschaft, in diesem Fall der linguistischen Theorien, als
auch soziale und psychische Aspekte einbeziehen. Demgegenüber bezweckt die Methodik
die Vermittlung der Inhaltsgegenstände. 8
Zur Didaktik des Grammatikunterrichts soll einleitend eine Erklärung von GLINZ angegeben
werden:
7 nach: ebd. S. 19f.
8 nach: Eichler, Wolfgang/Henze, Walter: Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik. S. 101f.
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Didaktik des Grammatikunterrichts
„Grammatik unterrichten heißt daher: die Schülerinnen und Schüler dazu
Hier wird also davon ausgegangen, dass der Schüler ein intuitives grammatisches Grund-
wissen vorweist, und sprachliche Reflektion dort gefördert wird, wo der Schüler (noch)
sprachliche Probleme hat.
Grammatik ist gleichzusetzen mit Reflexion über Sprache. Diese Reflexion richtet sein
besonderes Interesse auf „geltende Regeln des Sprachgebrauchs und die Grundstruktur der
deutschen Sprache“. Und diese Reflexion ist nicht auf den Unterricht beschränkt; Reflexion
über Sprache findet in allen Kommunikationsprozessen des Alltags statt. 10
Warum sollten dem Schüler überhaupt grammatische Grundkenntnisse vermittelt werden?
Warum sollte Reflexion über Sprache im Unterricht stattfinden?
Als grobe Lernziele können vorerst festgelegt werden: Grammatikunterricht sollte ein
systematisches Grundkonzept haben, für andere Fächer und Lernfelder jedoch funktional
vorgesehen sein und bei Thematisierungen grammatischer Schwierigkeiten im Sinne einer
Unterrichtsrichtlinie situativ (auch in fiktiven Situationen) stattfinden. Etwas ausführlicher
werden an dieser Stelle Lernziele für den Grammatikunterricht aus der Sicht W. EICHLERS
betrachtet. Als „kulturgüteorientiertes Ziel“ sieht dieser ein Verständnis im Schüler vom Bau
und von der Struktur der deutschen Sprache. Ein für alle Unterrichtsfächer (z.B.
Fremdsprachen) geltender Fachbegriffkatalog soll dem Schüler vermittelt werden. Außerdem
soll der Schüler zum logischen Denken motiviert werden und einen Abstand „zum Einge-
bundensein in kommunikative Prozesse“ gewinnen, um zu lernen, analytisch denken zu
können. Um sprachliche Verläufe und Texte zu untersuchen und zu interpretieren, werden
dem Schüler objektive Merkmale übermittelt. Zuletzt soll der Schüler zu einem „bewussteren
Sprachverhalten“ angeregt werden. 11
Dieser Ansicht steht die von B. WEISGERBER gegenüber: Er ruft einige Fragen hervor, die Anlass
zum Überdenken der Lernziele geben. So bestreitet er beispielsweise, dass durch schulischen
Grammatikunterricht eine „Verbesserung oder Korrektur des Sprachgebrauchs“ eintritt, da
man grammatische Grundsätze im sprachlichen Handeln nicht reflektierend bedenkt, sondern
intuitiv anwendet. Auch im Fremdsprachenunterricht ist grammatisches Wissen nicht zwingend
von Vorteil, da man dieses Wissen nicht immer von der Muttersprache auf eine Fremdsprache
9 Quelle: http://www.sprachtheorie.de/Glinz1a.html. 28.02.2003
10 nach: Eichler, Wolfgang: Grammatikunterricht. S. 226
11 nach: ebd. S. 235ff.
Quote paper:
Tina Schröder, 2003, Didaktik des Grammatikunterrichts - Werbesprache: Ein Beispiel für den Grammatikunterricht im Berufsfeld des Mediengestalters, Munich, GRIN Publishing GmbH
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