Universität Paderborn
Fakultät für Naturwissenschaft
- Sportwissenschaft -
Adipositas im Kindes- und Jugendalter - Prävention und Intervention durch Bewegung und Ernährung
Nadine Haddenhorst
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 4
2 Adipositas im Kindes- und Jugendalter ... 7
2.1 Definition und Bestimmung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter ... 7
2.2 Prävalenz von Adipositas im Kindes- und Jugendalter ... 10
2.3 Ätiologie ... 15
2.3.1 Metabolischer Hintergrund ... 15
2.3.2 Biologische Faktoren ... 17
2.3.3 Ernährungsverhalten ... 19
2.3.4 Körperliche Aktivität ... 23
2.3.5 Soziale Faktoren ... 26
2.4 Folgen von Adipositas im Kindes- und Jugendalter ... 28
2.4.1 Physische Folgen ... 28
2.4.2 Psycho-soziale Folgen ... 31
3 Bewegung im Kindes- und Jugendalter ... 34
3.1 Die Bedeutung von Bewegung für Kinder und Jugendliche ... 34
3.2 Veränderte Kindheit ... 36
3.3 Bewegungsstatus von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ... 39
4 Ernährung im Kindes- und Jugendalter ... 42
4.1 Grundlagen der Ernährungslehre ... 42
4.2 Ernährungserziehung und Ernährungsgewohnheiten ... 45
4.3 Die optimale Mischkost: opimiX ... 47
4.4 Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ... 50
5 Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei Adipositas im Kindes- und Jugendalter ... 52
5.1 Begriffsbestimmung Prävention und Intervention ... 52
5.2 Allgemeine Präventions- und Interventionsmaßnahmen ... 53
5.3 Therapieansätze ... 55
5.3.1 Verhaltenstherapeutische Ansätze ... 55
5.3.2 Bewegungstherapeutische Ansätze ... 55
5.3.3 Ernährungstherapeutische Ansätze ... 57
5.4 Aktuelle Programme ... 58
5.4.1 Projekte der Primärprävention ... 58
5.4.2 Projekte der Sekundärprävention ... 62
5.5 Präventionsmaßnahmen und gesundheitspolitische Forderungen ... 64
6 Präventive Maßnahmen in der Schule ... 67
6.1 Schulinterventionen ... 67
6.2 Ernährung in der Schule ... 69
7 Schlussbetrachtung ... 73
8 Literaturverzeichnis ... 77
1 Einleitung
Die WHO warnt, bald stürben erstmals ebenso viele Menschen an den Folgen von Überernährung und Bewegungsmangel wie an denen von Hunger; britische Fettforscher wagen gar die These, die jetzige Generation sei die erste, die weniger zu leben habe als ihre Eltern. […] In den USA, wo Wissenschaftler zum ersten Mal die „Generation XXL“ ausmachten, erklärte ein Regierungssprecher jüngst, Fettsucht bei Kindern könne die Nation ähnlich bedrohen wie der Terror. Aufgerüttelt schreiben Lehrer im Bundesstaat Arkansas ihren Schülern in diesem Jahr auch Gewicht und Body-Mass-Index ins Zeugnis. („Bewegte Kindheit“, Spiegel, 40, 2004, S.175f.)
Diese Szenarien, sollten sie auch ein wenig überspitzt bzw. dramatisch erscheinen, weisen auf eines der derzeitig größten Gesundheitsprobleme der Industrieländer hin: Übergewicht und Adipositas.
Zunehmend mehr Menschen leiden unter Übergewicht und Adipositas. Hierzulande nimmt die Prävalenz der Adipositas seit Jahrzehnten kontinuierlich zu (vgl. Leitlinien AGA, 2004, S. 10). Den Ergebnissen des WHO-MONICA Projektes zufolge ist in Deutschland jeder zweite Erwachsene übergewichtig und etwa 20 Prozent sind adipös. Für das Jahr 2030 wird gar prognostiziert, dass mehr als die Hälfte aller Europäer von Adipositas betroffen sein wird, sollte sich die derzeitige Entwicklung unbeeinflusst fortsetzen (vgl. Fromme, 2002, Einleitung, S. X).
Alarmierend ist vor allem, dass auch die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Heranwachsenden weltweit in dramatischer Weise zunimmt. In Deutschland sind je nach Definition bis zu 20 Prozent aller Kinder übergewichtig (vgl. Wabitsch/Kunze, 2001, S. 149).
Für eine Adipositaserkrankung gibt es eine Vielzahl an Gründen. Als fundamentale Ursachen für diese chronische Krankheit werden eine genetische Disposition in Verbindung mit verändertem Ernährungsverhalten und Bewegungsmangel genannt, Faktoren, die oftmals Resultat der veränderten Lebensbedingungen einer Kindheit in der heutigen Zeit sind.
Adipositas gilt als der wichtigste Risikofaktor für eine Reihe von chronischen Krankheiten, wie Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus Typ II und Gicht. In den USA werden ca. 280 000 Todesfälle pro Jahr auf die Adipositas und ihre Folgeerkrankungen zurückgeführt. Sie ist damit, nach dem Rauchen, die zweithäufigste Todesursache im Erwachsenenalter. In Deutschland können etwa 75 000 Todesfälle pro Jahr der Adipositas zugeschrieben werden (vgl. Wirth, 2003, S. 2).
Ungeachtet dessen werden Übergewicht und Fettleibigkeit speziell im Kindesalter auch heute noch oft verharmlost und nicht als gesundheitliches Risiko betrachtet. Angesichts der Tatsache jedoch, dass Adipositas mittlerweile die am meisten verbreitete Ernährungsstörung ist, darf der Krankheitswert nicht unterschätzt werden. Im Kindes- und Jugendalter führt Übergewicht nicht nur zu gesundheitlichen Risiken, sondern auch zu psychosozialer Benachteiligung, wie auch die zuvor angeführten Zitate verdeutlichen. Sie alle weisen nicht nur auf ein ungünstiges Ernährungs- und Bewegungsverhalten hin, sondern machen gleichzeitig auf die gesundheitlichen und emotionalen Probleme, einschließlich der erniedrigenden Äußerungen des Umfeldes, mit denen adipöse Kinder und Jugendliche konfrontiert werden, aufmerksam.
In dieser Arbeit soll Adipositas im Kindes- und Jugendalter thematisiert werden. Mein Anliegen besteht darin, die Krankheit in all ihren Facetten darzustellen. Was ist Übergewicht und Adipositas und wie lassen sich die zwei Begriffe von einander abgrenzen? Was sind die Ursachen für diese Krankheit und die steigenden Prävalenzraten der letzten Jahre? Mit welchen Folgen werden die Betroffenen konfrontiert? Was kann und muss getan werden, um der fortschreitenden Ausbreitung der Krankheit entgegenzuwirken bzw. sie erst gar nicht entstehen zu lassen und welche gesellschaftlichen und politischen Bereiche müssen dazu aktiviert werden?
Wenn man bedenkt, dass einer Studie zufolge jeder dritte übergewichtige oder adipöse erwachsene Amerikaner auch im Kindesalter übergewichtig war (vgl. AGA-Leitlinien, 2004, S. 6), erscheint es umso wichtiger, dass Prävention und Intervention schon im Kindesalter beginnen muss und von signifikanter Bedeutung ist. Daher ist ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit, Möglichkeiten und Maßnahmen zur Prävention und Intervention darzustellen, wobei besonders Bewegung und Ernährung in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen, da sie einerseits entscheidenden Einfluss auf die Entstehung und Manifestation haben und andererseits auch in der Therapie und Prävention einen großen Stellenwert einnehmen.
Im Folgenden wird kurz der Aufbau der Arbeit erläutert. Zunächst werden im zweiten Kapitel alle wichtigen Aspekte der Adipositas erörtert, dazu zählen die Definition und Begriffsbestimmung der Krankheit im Kindes- und Jugendalter, ihre Prävalenz, ebenso die Ursachen für die Entstehung der Krankheit sowie Folgen physischer und psycho-sozialer Art. Da speziell Bewegung und Ernährung in der Prävention und Intervention von Adipositas relevante Komponenten sind, werden diese Themen im dritten und vierten Kapitel genauer untersucht. Das vierte Kapitel befasst sich mit Präventions- und Interventionsmaßnahmen und stellt Therapieansätze sowie aktuelle Programme zur Primär- und Sekundärprävention vor. Überdies beschreibt es allgemeine Präventionsmaßnahmen und gesundheitspolitische Forderungen. Vor dem Hintergrund, dass Kinder und Jugendliche sehr viel Zeit in der Schule verbringen, werden im fünften Kapitel Maßnahmen dargestellt, die von Seiten der Schule angeboten werden können. In der Schlussbetrachtung werden abschließend noch einmal die wichtigsten Ergebnisse zusammenfasst und ein thematischer Ausblick skizziert.
[...]
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Nadine Haddenhorst, 2005, Adipositas im Kindes- und Jugendalter - Prävention und Intervention durch Bewegung und Ernährung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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