I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Grafikverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis IX
1. Ausrichtung der Arbeit 1
1.1 Situation und Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 4
1.3 Abgrenzung der Arbeit 4
1.4 Gang der Arbeit 6
2. Kommunikationsbedingungen in England im Vergleich zu Deutschland 10
2.1 Geographie und Demographie 10
2.2 Ökonomische Eckwerte 16
2.3 Werbegesetze 22
2.4 Medienlandschaft 31
3. Kulturdimensionen und deren Wirkung auf die Werbung 39
3.1 Hofstede 41
3.2 Trompenaars 44
3.3 Hall 48
4. Basis meines Vergleichs 50
4.1 Untersuchungsdesign 50
4.2 Gang der Arbeit 54
4.3 Ergebnisdarstellung 54
5. Globalisierung der Kernbotschaft 57
II
6. Gestaltung der Botschaftsinhalte 61
6.1 Art der Konsumentenansprache 61
6.2 Einsatz von Testimonials 62
6.3 Anwendung der Slice-of-life-Technik 63
6.4 Einsatz von Humor 64
6.5 Gebrauch erotischer Stimuli 66
6.6 Verwendung emotionaler Erlebniswerte 69
6.7 Einbezug des Herkunftslandes eines Produktes 70
7. Gestaltung der Botschaftsform 76
7.1 Sprachliche Umsetzung 76
7.2 Visuelle Umsetzung 80
7.3 Akustische Umsetzung 84
8. Schlussbemerkungen 86
8.1 Kommunikationsbedingungen in England 86
8.2 Anpassung der Werbebotschaft 87
Anhang 95
ACNielsen Gebiete Großbritanniens 95
The Commonwealth 96
Klassenaufteilung nach ESOMAR 97
Nord -Süd-Einteilung Großbritanniens 98
Output by industry - gross value added 1 , UK 99
Struktur der Ko-Regulierung im Vereinigten Königreich 100
Produktgruppen untersuchter Anzeigen aus Frauen- und Männerzeitschriften 101
Nicht -Standardisierte Anzeigen 107
Standardisierte Anzeigen (außer der sprachlichen Komponenten) 117
Standardisierte Anzeigen 128
III
Deutsche Kenntnisse der Engländer 134
Adressen 137
Quellenverzeichnis 140
Eidesstattliche Versicherung 147
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Anteile des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz einzelner Branchen
Abbildung 2: Kulturelle Anpassung von Werbezielen und Werbebotschaft
Abbildung 3: Umweltbedingte Wirkungen auf internationales Marketing
Abbildung 4: Großbritannien, das Vereinigte Königreich und die Britische Inseln
Abbildung 5: Determinante der Standardisierung
Abbildung 6: Internationaler Planungsprozess
Abbildung 7: Globalisierung der Werbebotschaft
Abbildung 8: Wie die Europäer die Engländer betrachten
Abbildung 9: Hauptabnehmerländer Englands 2004
Abbildung 10: TV-Spot von Halifax
Abbildung 11: Gillette Anzeigen mit dem englischsprachigen Slogan
Abbildung 12: Beispiele ausgewählter Anzeigen für Tabakwaren in Deutschland
Abbildung 13: TV-Spots von Walker's Crisps
Abbildung 14: Kellogg's nutzte schon mal die Unsicherheiten von Kinder aus
Abbildung 15: Werbeausgaben als Prozentsatz vom BIP
Abbildung 16: Werbeausgaben Deutschlands
Abbildung 17: Anzeige für eine der bekannte Fernsehnserie Coronation Street’
Abbildung 18: Origins, Elements, and Consequences of Culture
Abbildung 19: Kulturdimensionen von Hofstede für Großbritannien und Deutschland
Abbildung 20: Akzeptanz der Machtdistanz in ausgewählten Ländern
Abbildung 21: Unsicherheitsvermeidung ausgewählter Länder
Abbildung 22: Kollektivismus versus Individualismus
Abbildung 23: Feminität versus Maskulinität ausgewählter Länder
Abbildung 24: Kurzfristige versus langfristige Orientierung
Abbildung 25: Kulturdimensionen nach Trompenaars für das Vereinigte Königreich und
Deutschland
Abbildung 26: Zugeschriebener versus erreichter Status ausgewählter Länder
Abbildung 27: Emotionalität versus Neutralität ausgewählter Länder
3
Abbildung 28: Englische und deutsche Printanzeigen für Braun CruZer
Abbildung 29: Struktur zwischenmenschlicher Beziehungen
Abbildung 30: Diffusheit versus Spezifität ausgewählter Länder
Abbildung 31: Zeitverständnis von Trompenaars
Abbildung 32: Kontextorientierung ausgewählter Länder
V
Abbildung 33: FHM Deutschland Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 34: Matador Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 35: InStyle Deutschland Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 36: JOY Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 37: FHM UK Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 38: Esquire Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 39: InStyle UK Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 40: Essentials Ausgaben Mai - Juli 2006
Abbildung 41: Anzeige für Crest Zahnpasta (UK) und aronal und elmex (Deutschland)
Abbildung 42: Englische Printanzeigen für Volkswagen Fox 'What's stopping you?'
Abbildung 43: Englische Printanzeige für Volkswagen Fox 'What's stopping you?'
Abbildung 44: Deutsche Printanzeige für Volkswagen Fox
Abbildung 45: TV Spot für den Volkswagen Touareg
Abbildung 46: Gary Lineker wirbt für Walker's Crisps
Abbildung 47: TV-Spot für Ariel mit Tim Henman (links) und Zeitschriftanzeige für Ralph
Lauren
Abbildung 48: Printanzeige für Uncle Ben's (Teatime-Ritual der Engländer)
Abbildung 49: TV-Sport für die Finanzdienstleister egg
Abbildung 50: Alter und neuer TV-Spot für Becks in England
Abbildung 51: Lustige Printanzeigen
Abbildung 52: Englische Anzeige für Kondome
Abbildung 53: Opium Werbung, teilweise verboten
Abbildung 54: Englische und deutsche Printanzeigen für Palmolive Duschgel
Abbildung 55: TV-Spot für Palmolive Duschgel
Abbildung 56: Anpassung der Nacktheit
Abbildung 57: Tassimo Anzeigen in England
Abbildung 58: Deutsche Busse ersetzen die englischen Doubledeckers
Abbildung 59: Englische Printanzeige von Audi Q7
Abbildung 60: Englische Printanzeige für Volkswagen Touareg
Abbildung 61: TV-Spot für Dr. Oetker Ristorante Pizza
Abbildung 62: Printanzeige für Richmond Sausages
Abbildung 63: Englische Printanzeige für den Volvo C70
Abbildung 64: Deutsche Printanzeige für den Volvo C70
Abbildung 65: KLM Werbeanzeigen
Abbildung 66: TV-Spot von Prudential Insurance Services
VI
Abbildung 67: Englische und deutsche Printanzeigen für K Swiss
Abbildung 68: Englische Printanzeigen für Dove Sunshine Body Lotion
Abbildung 69: Deutsche Printanzeigen für Dove Sunshine Body Lotion
Abbildung 70: TV-Spot für Iceland
Abbildung 71: TV-Spots für Clover Butter und Müller Joghurt
Abbildung 72: Englisch TV-Spots mit Musik integriert
Abbildung 73: Übertragbarkeit von Werbeelementen
Abbildung 74: Nielsen-Gebiete für Großbritannien
Abbildung 75: Commonwealth 1912
Abbildung 76: Commonwealth heitzutage
Abbildung 77: Nord-Süd-Einteilung Großbritanniens
Abbildung 78: Struktur der Ko-Regulierung im Vereinigten Königreich
Abbildung 79: Englische und deutsche Printanzeigen für das Parfum euphoria von Calvin
Klein
Abbildung 80: Englische und deutsche Printanzeigen für Clarins Men Produkte
Abbildung 81: Englische Printanzeigen für Dove Sunshine Body Lotion
Abbildung 82: Deutsche Printanzeigen für Dove Sunshine Body Lotion
Abbildung 83: Englische und deutsche Printanzeigen für K Swiss
Abbildung 84: Englische und deutsche Printanzeigen für das Handy Chocolate von LG
Abbildung 85: Englische Printanzeige für L'Oreal couleur experte
Abbildung 86: Deutsche Printanzeige für L'Oreal couleur experte
Abbildung 87: Englische Printanzeigen für Nissan Micra
Abbildung 88: Deutsche Printanzeige für Nissan Micra
Abbildung 89: Englische und deutsche Printanzeigen für Nivea Sun Self Tan Wipes
Abbildung 90: Englische und deutsche Printanzeigen für Nokia NServies
Abbildung 91: Englische und deutsche Printanzeigen für das Nokia N91
Abbildung 92: Englische Printanzeigen für den SEAT Ibiza
Abbildung 93: Deutsche Printanzeigen für den SEAT Ibiza
Abbildung 94: Deutsche Printanzeige für den SEAT Ibiza
Abbildung 95: Englische und deutsche Printanzeigen für Vero Moda
Abbildung 96: Englische Printanzeigen für den Volkswagen Fox
Abbildung 97: Englische Printanzeige für den Volkswagen Fox
Abbildung 98: Deutsche Printanzeigen für den Volkswagen Fox
3
Abbildung 99: Englische und deutsche Printanzeigen für Braun CruZer
Abbildung 100: Englische und deutsche Printanzeigen für Chanel Précision
VII
Abbildung 101: Englische und deutsche Printanzeigen für Dove Color Care Produkte
Abbildung 102: Englische und deutsche Printanzeigen für den Ford Focus ST
Abbildung 103: Englische Printanzeige für Lancôme Lipcolor
Abbildung 104: Deutsche Printanzeige für Lancôme Lipcolor
Abbildung 105: Englische Printanzeige für L'Oréal Collagen Filler
Abbildung 106: Deutsche Printanzeige für L'Oréal Collagen Auffüller
Abbildung 107: Englische Printanzeige für L'Oréal Elvive
Abbildung 108: Deutsche Printanzeige für L'Oréal Elvital
Abbildung 109: Englische Printanzeige für L'Oréal Glam Shine
Abbildung 110: Deutsche Printanzeige für L'Oréal Glam Shine
Abbildung 111: Englische und deutsche Printanzeigen für Magnum
Abbildung 112: Englische Printanzeige für Mazda
Abbildung 113: Deutsche Printanzeige für Mazda
Abbildung 114: Englische und deutsche Printanzeigen für Pioneer
Abbildung 115: Englische und deutsche Printanzeigen für das Parfum 'terre d'hermès'
Abbildung 116: Englische und deutsche Printanzeigen für Venus Vibrance
Abbildung 117: Englische Printanzeigen für den Volco C70
Abbildung 118: Deutsche Printanzeige für den Volvo C70
Abbildung 119: Englische Printanzeigen für Sony Ericsson
Abbildung 120: Deutsche Printanzeigen für Sony Ericsson
Abbildung 121: Englische und deutsche Printanzeigen für Burberry Parfums
Abbildung 122: Englische und deutsche Printanzeigen für das Parfum von David Beckham
Abbildung 123: Englische und deutsche Printanzeigen für Emporio Armani
Abbildung 124: Englische und deutsche Printanzeigen für Gucci Uhren
Abbildung 125: Englische Printanzeigen für Gucci Uhren
Abbildung 126: Englische und deutsche Printanzeigen für das Parfum 'Classique'
von Jean Paul Gaultier
Abbildung 127: Englische und deutsche Printanzeigen für Prada
Abbildung 128: Englische und deutsche Printanzeigen für Prada
Abbildung 129: Englische und deutsche Printanzeigen für Prada
Abbildung 130: Englische und deutsche Printanzeigen für Ray Ban Sonnenbrillen
Abbildung 131: Englische und deutsche Printanzeigen für Skechers Footwear
Abbildung 132: Englische und deutsche Printanzeigen für Tommy Hilfiger Footwear
Grafikverzeichnis
Grafik 1: Bevölkerung nach Alter und Geschlecht für England und Wales_____________ 11 Grafik 2: Bevölkerungsaufbau in England und Wales versus Deutschland 2001 ________ 12 Grafik 3: Bevölkerungsentwicklung des Vereinigten Königreichs ____________________ 13 Grafik 4: Ethnische Zusammensetzung Englands________________________________ 14 Grafik 5: Bevölkerung nach sozialen Klassen ___________________________________ 15 Grafik 6: Religionszugehörigkeit Englands_____________________________________ 16 Grafik 7: Bruttosozialprodukt und Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs ___ 17 Grafik 8: Output nach Industriezweig ________________________________________ 18 Grafik 9: Inflationsrate und Arbeitslosigkeit im Vereinigten Königreich, Deutschland und EU-Durchschnitt ______________________________________ 18 Grafik 10: Household final consumption expenditure*, UK 2003 ___________________ 20 Grafik 11: Hauptlieferländer Englands 2004 ___________________________________ 21 Grafik 12: Einfuhr und Ausfuhr des Vereinigten Königreichs 2004 nach Haupthandelsgütern _________________________________________________________________ 22 Grafik 13: Aufgliederung von Beschwerden 1996 - 2004 __________________________ 24 Grafik 14: Werbeausgaben des Vereinigten Königreichs __________________________ 33 Grafik 15: Annual media cost inflation (2000 = 100)_____________________________ 34 Grafik 16: Auflagestärkste Zeitungen und Zeitschriften im Vereinigten Königreich______ 37 Grafik 17: Produktgruppen englischer und deutscher Zeitschriften __________________ 55 Grafik 18: Botschaftsinhalte englischer Printanzeigen ____________________________ 55 Grafik 19: Botschaftsinhalt deutscher Printanzeigen _____________________________ 56 Grafik 20: Deutsche Ausfuhrgüter nach Großbritannien __________________________ 70 Grafik 21: Produktgruppe je nach Monat in englischen und deutschen Zeitschriften____ 101 Grafik 22: Produktgruppen nach Herkunft der Zeitschrift________________________ 102 Grafik 23: Produktgruppen englischer Printanzeigen ____________________________ 103 Grafik 24: Produktgruppen deutscher Zeitschriften _____________________________ 104 Grafik 25: Botschaftsinhalte englischer und deutscher Zeitschriftenanzeigen __________ 104 Grafik 26: Botschaftsinhalte englischer Zeitschriftenanzeigen _____________________ 105 Grafik 27: Botschaftsinhalte deutscher Zeitschriftenanzeigen ______________________ 105 Grafik 28: Botschaftsinhalte nach Herkunft der Zeitschriften _____________________ 106
IX
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Fläche und Bevölkerung Englands und Deutschlands 11
Tabelle 2: Bevölkerung nach ACNielsen-Gebieten 12
Tabelle 3: Haushaltzusammensetzung Englands und Deutschlands 13
Tabelle 4: BIP pro Kopf des Vereinigten Königreichs und Deutschlands 17
Tabelle 5: Consumers' expenditure 19
1 20
Tabelle 6: Zahlungsbilanz des Vereinigten Königreichs
Tabelle 7: TV-Spots von Fanta Z und KFC 25
Tabelle 8: Leitfaden für Werbung für Kinder 30
Tabelle 9: Werbeausgaben pro Kopf (2004) 32
Tabelle 10: Beispiele der Kosten ausgewählter Zeitschriften (1/1 vierfarbige Anzeige) 33
Tabelle 11: Ausgewählte technologiebezogene Kennzahlen 36
Tabelle 12: Aspekte, die die Effektivität der Werbung steigern bzw. schaden 37
Tabelle 13: Eignung für die Produkteinführung (in ) 38
Tabelle 14: Kulturdimensionen nach Hofstede, Trompenaars und Hall 40
Tabelle 15: Die drei dominanten emotionalen Erlebniswerte in der
Werbung für alkoholische Getränke in führenden Illustrierten 69
Tabelle 16: Kommunikative Präferenzen der Engländer gegenüber den Deutschen 76
Tabelle 17: Willkommene und zu vermeidende Gesprächsthemen mit dem Geschäftspartner
in England 77
Tabelle 18: Rhetorische Stile Englands und Deutschlands 78
Tabelle 19: Zusammenfassung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten 91
Tabelle 20: Internationale und interkulturelle Übertragbarkeit und
Nicht übertragbarkeit von Werbebotschaften 93
Tabelle 21: Unterschiede in britischen und deutschen Präsentationen 94
Tabelle 22: Social grades 97
Tabelle 23: Output by industry 99
1. Ausrichtung der Arbeit
1.1 Situation und Problemstellung
Immer mehr Unternehmen agieren heutzutage in einem globalen Markt. Auf der einen Seite steht der Trend der Globalisierung der Märkte und auf der anderen die Notwendigkeit deutscher Unternehmen wegen schlechter Binnenkonjunktur ins Ausland zu gehen (vgl. Wambach 2005, S.1). Das folgende Schaubild gibt Auskunft über die Anteile des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz einzelner deutscher Branchen:
Abbildung 1: Anteile des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz einzelner Branchen
Unternehmen schalten Werbung, um Konsumenten auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Werbung hat das Ziel, das Verhalten zu beeinflussen, so dass der Beeinflusste ein Produkt kauft (vgl. Kroeber-Riel; Esch 2004, S.35) und teilweise eine emotionale Bindung mit dem Produkt eingeht. Globale Rahmenbedingungen erschweren die Aufgaben eines Marketing-Managers. Beim Zutritt auf internationale Märkte müssen sich Unternehmen mit einer komplexeren Situation als auf den heimischen Markt befassen (vgl. Reiter; Santana 1992, S.186). Um Erfolge zu erzielen, müssen die Marketing-Manager die Zielgruppe(n) gut verstehen. Deshalb ist die Marketingabteilung im Gegensatz zu den anderen Unternehmensabteilungen tendenziell dezentralisierter (vgl. Whitelock; Chung 1989, S.294). Während alle
Instrumente der Kommunikationspolitik, außer Werbung, auf die jeweilige Zielgruppe angepasst werden müssen, da ein direkter Kontakt mit den Konsumenten besteht, besteht bei der Werbung die Möglichkeit zur Standardisierung, weil Werbung eine Art einseitiger Kommunikation ist (vgl. Dmoch 1997, S.6). Marketingakteure stehen deshalb besonders vor den Herausforderungen der Internationalisierung, da sie sich mit den Verhalten und Einstellungen der Konsumenten auseinander setzen müssen. Der Manager steht dem Problem gegenüber, ob und inwieweit er die Werbebotschaft ändern soll, wenn er Werbung in einem anderen Land schalten will (vgl. Whitelock; Chung 1989, S.291). Interkulturelle Kompetenz ist mehr als denn je gefragt. Dass das Geschäft schief gehen kann, wenn man die Unterschiede zwischen der englischen und deutschen Kultur ignoriert, wird anhand von zwei Beispielen sichtbar: C&A und Marks & Spencer. 1997 beschloss C&A seine Einkaufs- und Marketingaktivitäten in Europa zu standardisieren. Drei Jahre später wurden alle 109 C&A-Stores im Vereinigten Königreich wegen erheblichen Verlusten geschlossen. (Übrigens dezentralisierte C&A Ende 2000 seine in Kontinentaleuropa betriebenen Einkaufs- und Marketingaktivitäten.) Marks & Spencer standardisierte 2000 seine in Europa differenzierte Werbung - Ergebnis: Ende 2001 zog sich Marks & Spencer vom kontinentaleuropäischen Markt zurück. Die europäischen Geschmäcker waren einfach zu unterschiedlich (vgl. De Mooij 2005, S.17). Diese Firmen haben es erfahren, wie schmerzhaft und vor allem wie teuer es sein kann, wenn man die Unterschiede ignoriert. Trotz gleicher bzw. ähnlicher Ausgangssituation der deutschen und englischen Märkte ist die Schlussfolgerung gleichen Konsumentenverhaltens nicht darauf abzuleiten.
Werbung soll zum Verkaufserfolg beitragen und muss deshalb an die neue Kultur angepasst werden (vgl. Müller; Gelbrich 2004, S.643), wie aus der Abbildung 2 zu sehen ist:
Marieke De Mooij bringt es auf den Punkt: „Markets are people, not products. There may be global products, but there are no global people. There may be global brands, but there are no global motivations for buying these brands.” (De Mooij 2005, S.4 f.) Nicht nur die Herausforderungen der Internationalisierung erschweren die Aufgaben eines Marketing-Managers, sondern auch Herausforderungen, die auf dem heimischen Markt zu finden sind. In einer Zeit, in der die Informationsüberlastung über 90% beträgt, ist es umso wichtiger, dass die Werbung von Konsumenten verstanden wird. Unter Informationsüberlastung oder Informationsüberschuss versteht man „den Anteil der nicht beachteten Informationen an den insgesamt angebotenen Informationen.“ (Kroeber-Riel; Esch 2004, S.13)
Des weiteren sind die Märkte Englands und Deutschlands weitgehend gesättigt, so dass das Marktpotenzial mehr oder minder ausgeschöpft ist. Im Allgemeinen sind die Produkte ausgereift und austauschbar, was ein nachlassendes Informationsinteresse als Folge hat (vgl. Kroeber-Riel; Esch 2004, S.22 ff.). All dieser Faktoren machen es unentbehrlich, dass Werbung bei der jeweiligen Zielgruppe gut ankommt, um zum Verkaufserfolg beizutragen.
1.2 Zielsetzung
Ausgehend von der genannten Problemstellung besteht die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit in der Darstellung der Hauptunterschiede und -ähnlichkeiten zwischen deutscher und englischer Werbung und in der Darstellung der Aspekte, die der deutsche Marketing-Manager beachten soll, wenn er in England werben will. Um kostenrelevante Aspekte zu berücksichtigen, ist es wichtig, nicht nur die Unterschiede zu erkennen, sondern auch die Ähnlichkeiten zwischen England und Deutschland (siehe Abbildung 3). Die Ähnlichkeiten sind meist schwerer zu erkennen, jedoch teilweise wichtiger als die Unterschiede. Deshalb besteht das Ziel zusätzlich darin, in welchen marketingrelevanten Aspekte diese zwei Kulturen anders sind und ob Überlappungsmerkmale bestehen:
1.3 Abgrenzung der Arbeit
Erstens ist es wichtig, dass dem Leser bewusst ist, dass ich mich bei dieser Arbeit mit dem Land England befasse, und nicht mit Großbritannien oder dem Vereinigten Königreich, obwohl der Unterschied auch vielen Briten nicht bekannt ist. Großbritannien umfasst die Länder England, Schottland und Wales. Das Vereinigte Königreich hingegen umfasst England, Schottland, Wales und Nordirland (auf Englisch heißt das Vereinigte Königreich voll ausgesprochen: The United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland) (siehe Abbildung 4). Die Kulturen der Länder
Großbritanniens bzw. des Vereinigten Königreichs weisen Ähnlichkeiten auf, aber auch gravierende Unterschiede, die viel mit der Vergangenheit zu tun haben. Dieser Unterschied ist für die Völker Schottlands, Irlands und Wales von großer Bedeutung, da sie sich beleidigt fühlen, wenn man sie als Englisch bezeichnet.
Abbildung 4: Großbritannien, das Vereinigte Königreich und die Britische Inseln
Quelle: Von Ziegésar 2000, S.9
Es ist ferner wichtig, seine eigene Kultur zu verstehen, wenn man eine andere Kultur näher betrachtet, um die Unterschiede und Ähnlichkeiten zu erkennen. Im Rahmen dieser Arbeit kann ich nur oberflächlich auf die Kultur Deutschlands eingehen. Um tiefgehende Erkenntnisse über die deutsche Kultur zu erlangen, empfehle ich zwei Bücher: ‚Gebrauchsanweisung für Deutschland’ von Maxim Gorski und ‚Germany: Unrivaling an enigma’ von Greg Nees. Darüber hinaus empfehle ich ein Buch über die Engländer für Leser, die nicht nur an der englischen Kultur interessiert sind, sondern auch warum die Engländer so sind, wie sie sind: ‚Typisch englisch. Wie die Briten wurden, was sie sind’ von Hans-Dieter Gelfert.
Die Entscheidung, ob und inwieweit man die Instrumente des Marketingprogramms standardisiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die in Abbildung 5 veranschaulicht werden. Im Rahmen dieser Arbeit ist es nicht möglich, auf all diese Faktoren näher einzugehen, da viele Entscheidungen von unternehmensinternen bzw. marktspezifischen Faktoren weitgehend beeinflusst werden. Diese Arbeit befasst sich mit dem Faktor ‚market position’, unter dem die kulturellen Unterschiede eine Rolle spielen.
1.4 Gang der Arbeit
Dieser Arbeit wird weitgehend so gestaltet, dass sie dem Planungsprozess ähnelt (siehe insbesondere Phase 1 und 2):
Quelle: Cateora; Graham 2005, S.322
Die Entscheidung, ob die Werbung standardisiert nach England übertragen werden soll oder nicht, kann erst gefällt werden, wenn die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bekannt sind (vgl. Dallmann 1998, S.1). Daher erfolgt zunächst ein Überblick über die Kommunikationsbedingungen in England. Es ist hier anzunehmen, dass die Kommunikationsbedingungen in Deutschland dem Marketing-Manager bewusst sind, so dass ich hauptsächlich über die englischen Bedingungen spreche, während die deutschen im Hinterkopf behalten werden sollen. Als Überblick, und um Vergleiche zu erleichtern, werden einige deutsche, englische und europäische durchschnittliche Eckwerte in Tabellen und Grafiken aneinander gegenübergestellt. Diese Kommunikationsbedingungen sind von grundlegender Bedeutung, da sie alle weiteren Entscheidungen beeinflussen (vgl. Quack 1997, S.6).
In Punkt 3 werden einige kulturellen Dimensionen dargelegt, die eine Wirkung auf Werbung haben. Dieser Teil stützt sich auf die Arbeiten von drei Autoren, die ausführlich über Kultur geschrieben haben: Hofstede, Trompenaars und Hall. In den folgenden Punkte werde ich immer auf diese Kulturdimensionen zurückgreifen, um die Unterschiede in der Werbung zu erklären.
Im nächsten Teil - Punkt 4 - wird die Basis meines Vergleichs kurz dargelegt. Meine Analyse deutscher und englischer Anzeigewerbung aus Frauen- und Männerzeitschriften bildet den Hauptteil meines Vergleichs. Als Ergänzung werden Beispiele aus der Vergangenheit, hauptsächlich aus dem Fernsehen und der Presse, zum Verständnis geliefert.
Nachdem die Rahmenbedingungen festgestellt wurden, muss man sich Gedanken darüber machen, wie Werbung in Deutschland für den englischen Markt angepasst werden sollte. Deshalb werde ich anschließend in Teile 5 - 7 auf einige Aspekte der Umsetzung einer internationalen Werbekonzeption eingehen (siehe Abbildung 7).
Die Standardisierung der internationalen Werbung unterteilt man die drei Stufen, weil man sich erstens Gedanken machen muss, ob und inwieweit die Kernbotschaft angepasst werden muss. Zweitens muss man sich mit der Globalisierung des Inhalts der Werbebotschaft und drittens mit der Globalisierung der Form der Werbebotschaft befassen. Dieses Stufenmodell ist notwendig, da es durchaus attraktiv sein kann, dieselbe Kernbotschaft in verschiedenen Ländern zu benutzen, aber die Umsetzung dieser Botschaft anders erfolgt muss. In Punkt 5 wird die Globalisierung der Kernbotschaft erläutert. In den Punkten 6 und 7 werden die Unterschiede in der Umsetzung des Inhalts und der Form von Werbebotschaften beschrieben. In Punkt 5 bis 7 werden einige Aspekte der englischen Kultur beschrieben. Es ist dabei wichtig zu erkennen, dass diese Stereotypen sind. In einer Kultur bestehen Paradoxen, die oft das Gegenteil beweisen.
Im Schlussteil werden die Hauptunterschiede und -ähnlichkeiten zusammengefasst dargelegt, welche ein Marketing-Manager eines deutschen Unternehmens beachten muss, wenn er Werbung in England schalten will. Wie ich in Punkt 1.2 erläutert habe, sind die Ähnlichkeiten zwischen Deutschland und England genauso wichtig wie die Unterschiede. In Punkt 5 - 7 werden hauptsächlich die Unterschiede beschrieben, während ich in der Schlussfolgerung auch die Ähnlichkeiten ansprechen werde.
2. Kommunikationsbedingungen in England im Vergleich zu
2.1 Geographie und Demographie
Geographie: Das größte Land Großbritanniens ist England mit einer Gesamtfläche 2 . Territorial umfasst England fast zwei Drittel der Gesamtfläche von 130.281 km
Großbritanniens (57%). England hat hauptsächlich zwei Arten von Landschaften: gebirgig im Norden und Westen, Hügelländer und Tiefebenen im Süden und Osten. Klimatisch ist England allgemein mild und gemäßigt. Die Temperatur steigt selten über 32°C und fällt selten unter -10°C. Niederschlag fällt überwiegend im Western und in höher liegenden Regionen. An der Nord-Ostküste ist das Wetter kalt und windig. Im Südosten Englands ist es sonniger mit weniger Regen, und im Südwesten herrscht das mildeste Klima. Das englische Wetter ist tatsächlich wechselhaft, aber so schlecht, wie es gerne dargestellt wird, ist es nicht.
Demographie: England hatte 2004 eine Bevölkerung von 50 Millionen Menschen. England stellt neunmal so viele Einwohner im Vergleich zu den anderen Nationalitäten des Vereinigten Königreichs. Dementsprechend ist die Bevölkerungsdichte in England sehr hoch:
Quelle: Office for National Statistics 2004, S.1 ff.; Beauftragte der
Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
Wie man aus Grafik 1 und 2 ableiten kann, steht England der Alterung der Bevölkerung nicht so gravierend wie in Deutschland gegenüber.
Quelle: Eigene Darstellung nach Zahlen von UK Neighbourhood Statistics (Census 2001)
Grafik 2: Bevölkerungsaufbau in England und Wales versus Deutschland 2001
In Anhang befindet sich eine Karte von Großbritannien mit den ACNielsen Gebieten. Die Aufteilung der Bevölkerung nach diesen Regionen sind wie folgt:
Nach Angaben der Weltbank ergibt sich die folgenden Schätzungen für die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs bis 2050. Im Vergleich zu Deutschland, deren Bevölkerung bis 2050 um ca. 18% schrumpft, verkleinert sich die britische Bevölkerung nur um ca. 2,5%.
Tabelle 3 zeigt die Zusammensetzung der Haushalte im England. Mit Ausnahme der Ein-Personen-Haushalte zeigt das Vereinigte Königreich eine ähnliche Zusammensetzung. Die Anzahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte im England steigt seit Jahren.
Quelle: UK Neighbourhood Statistics (Census 2001); World Advertising Research Center 2006, S.171
England ist durch eine ethnische Vielfalt gekennzeichnet. 91% der Bevölkerung sind weiß. Die ethnischen Gruppen stammen meistens aus dem ehemaligen Commonwealth (siehe Anhang für eine Karte). Bis zum Jahre 1962 konnten sich Mitglieder des Commonwealth im Vereinigten Königreich ohne Formalitäten niederlassen. Die ethnische Zusammensetzung wird in der folgenden Abbildung dargestellt:
Quelle: Eigene Darstellung nach Zahlen von UK Neighbourhood Statistics (Census 2001) Die ethnische Vielfalt Englands hat die Kultur und das Leben der Engländer bereichert. Heutzutage ist das Lieblingsgericht der Engländer nicht mehr Fish & Chips, sondern Curry!
Klassengesellschaft: Als ‚class-ridden’ wird die englische Gesellschaft oft bezeichnet. Die Klassenzugehörigkeit des einzelnen Bürgers wird bewusster wahrgenommen als in anderen westlichen Ländern (vgl. Gelfert 2002, S.101). Im Gegensatz zu Deutschland, wo der Dialekt die regionale Herkunft preisgibt, können englische Dialekte die Zugehörigkeit einer Klasse verraten. Das Vokabular hat dieselbe Wirkung. Beispielsweise ‚lunch’ oder ‚dinner’; ‚pudding’, ‚sweet’ oder ‚afters’; ‚sofa’ oder ‚settee’; ‚loo’ oder ‚toilet’. Ferner helfen die Tischmanieren. Wie man Erbsen mit der Gabel isst, sagt mehr als man denkt.
Benutzt man die Klassenaufteilung A bis E3 (siehe Anhang für Erklärung) ergibt sich die folgende Aufteilung der britischen und deutschen Gesellschaft:
North South Divide: Zwischen Nord und Süd Englands besteht sowohl eine wirtschaftliche als auch eine kulturelle Teilung (siehe Anhang für eine Karte). Südengland wird als überlegen wahrgenommen in Sachen Vermögen, Kultiviertheit und die gesellschaftliche Stellung. Hier sind die Leichtindustrien und Hi-Tech-Institute angesiedelt. Schwere Industrie, Maschinenbau, Bergbauindustrie und Arbeitslosigkeit sind eher für Nordengland signifikant (vgl. Mole 1992, S.97). Menschen sehen sich entweder als ‚Northerners’ oder ‚Southeners’. Religion: Im Rahmen der Volkszählung 2001 gaben 75% der Bevölkerung an, dass sie einer Religionsgruppe gehört. Im Gegensatz dazu zählt man bei Kirchenbesuchen 8- 11%. (Life in the United Kingdom Advisory Group 2006, S.50)
Zusammengefasst: England hat über 50 Millionen Menschen, deren Bevölkerung in den nächsten Jahren nur geringfügig schrumpft. Die englische Gesellschaft ist ethnisch vielfältig und die Klassenzugehörigkeit ist jedem bewusst.
2.2 Ökonomische Eckwerte
In den 80er Jahren, während der Amtzeit des Premiers Margaret Thatcher, privatisierte die Regierung weitläufig staatliche Unternehmen und stärkte damit die britische Wirtschaft. Heute zählt das Vereinigte Königreich zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Seit Mitte der 90er Jahre ist das Vereinigte Königreich in einer gesamtwirtschaftlichen Aufschwungsphase (vgl. Rosenboom 2005, S.46) (siehe Grafik 7 und Tabelle 4). Jedoch hatte die britische Wirtschaft im Jahre 2005 die niedrigste Wachstumsrate mit 1,7% (vgl. bfai 2005c, S.1).
Grafik 7: Bruttosozialprodukt und Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs
Quelle: World Advertising Research Center 2006, S.426, 172 (Wechselkurs: 1 GBP = 1,45249 EUR) * Zahlen für Deutschland sind auf Tausend abgerundet.
Wie in Grafik 8 zu sehen ist, hat die britische Wirtschaft einen überproportional hohen Dienstleistungsanteil. Dazu zählen insbesondere Bankdienstleistungen, das Versicherungswesen und die Börse. Eine detaillierte Aufteilung der britischen Wirtschaft findet man im Anhang dieser Arbeit.
Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zu Deutschland niedrig, jedoch nimmt sie wegen hoher Gesamtbeschäftigung und Zuwanderung leicht zu. Die Anzahl der Menschen, die Leistungen vom Staat beantragen, sind seit 30 Jahren am niedrigsten. Grund ist die Politik der Regierung, die als ‚New Deal’ bekannt ist. Diese Politik zielt darauf ab, die Verringerung der Arbeitslosigkeit durch Angebote von Schulungen, staatliche Finanzierung von Arbeitsplätzen und freiwillige Arbeit durch Arbeitslose zu erreichen. Obwohl das Vereinigte Königreich 1992 den Europäischen Wechselkursmechanismus verlassen musste und die europäischen Konvergenzkriterien nicht erfüllen muss, sind die Inflationsraten im Vereinigten Königreich und Deutschland vergleichbar:
Die englischen Verbraucher bleiben im Gegensatz zu den Deutschen besonders ausgabefreudig. Die Briten sind die „konsumfreudigste Nation Europas.“ (Jungclaussen 29.07.2004) Britische Haushalte haben zusammen umgerechnet 1,5 Billionen Euro Schulden. Zwei-Drittel sind dadurch zu erklären, dass mehr als 60% der Briten ihr eigenes Zuhause besitzen; das restliche Drittel ist durch zum Beispiel Überziehungskredite und Kreditkartenschulden zu erklären. Übrigens finden 75% aller Kreditkartentransaktionen in Europa im Vereinigten Königreich statt (vgl. Jungclaussen 29.07.2004). Die „Kaufkraft der Haushalte [ist]... in den letzten Jahren u.a. aufgrund rückläufiger Arbeitslosigkeit und realer Lohnzuwächse gestiegen.“ (Rosenboom 2005, S.61) 2005 sah man allerdings eine Abflachung der Konsumdynamik, die teilweise wegen geringeren Einkommenszuwächse erklärt wurde (vgl. bfai 2005c, S.5).
Für welche Produkte bzw. Dienstleistungen die Engländer ihr Geld ausgeben, zeigt die nächste Abbildung. Die Briten geben ihr Geld am meisten für Transport, Wohnung und Freizeit aus:
Nach Angaben der OECD war 2003 das Vereinigte Königreich außenwirtschaftlich das fünfgrößte Handelsland, hinter Amerika, Deutschland, Japan und Frankreich. Der Export von Waren und Dienstleistungen betrug 25% des BIP zu Marktpreisen (vgl. Office for National Statistics). Wegen des hohen Dienstleistungsgrades der Wirtschaft (siehe Grafik 8) ist der Handelsbilanz des Vereinigten Königreichs seit Jahren im Defizit. Wie die Zahlungsbilanz des Vereinigten Königreichs aussieht, zeigt die folgende Tabelle:
Quelle: Office for National Statistics, 2004, S.379
Das Vereinigte Königreich richtete sich in der Vergangenheit stark nach ihren Handelspartnern des ehemaligen britischen Commonwealth. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Zeit, in der das Empire zerbrach, wandte sich das Vereinigte
Königreich vielmehr dem europäischen Kontinent zu. Auch heutzutage besteht eine starke Bindung zwischen England und Amerika: hauptsächlich auf die ‚gemeinsame’ Sprache zurückzuführen. Auf europäischer Ebene ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Englands:
Die nächste Grafik zeigt die Einfuhr und Ausfuhr nach Haupthandelsgütern. Daraus lässt sich ableiten, dass der Handel zwischen England und seinen Handelspartnern intra-industriell ist, d.h. innerhalb derselben Industrien.
Arbeit zitieren:
Cheryl Wells, 2006, Vergleich der Werbung in England und Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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