Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
1 Einleitung 4
2 Grundlagen 5
2.1 Die Wurzeln der Arbeit von F Schulz von Thun 5
2.1.1 Die Individualpsychologie nach Alfred Adler 5
2.1.2 Die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn 6
2.2 Zum Begriff Kommunikation und Nachricht 6
2.3 Ausgangsmodelle 7
2.3.1 Das Modell von Bühler 8
2.3.2 Das Sender-Empfänger Modell 8
2.3.3 Das Modell von Watzlawick 10
3 Die vier Seiten einer Nachricht 11
3.1 Die Anatomie einer Nachricht 11
3.2 Die Sachseite einer Nachricht 12
3.2.1 Die Bedeutung der Sachseite 12
3.2.2 Typische Probleme auf der Sachseite 12
3.2.3 Ansätze zur Lösung 13
3.3 Die Selbstoffenbarungsseite einer Nachricht 15
3.3.1 Die Bedeutung der Selbstoffenbarungsseite 15
3.3.2 Typische Probleme auf der Selbstoffenbarungsseite 15
3.3.3 Ansätze zur Lösung 16
3.4 Die Appellseite einer Nachricht 17
3.4.1 Die Bedeutung der Appellseite 17
3.4.2 Typische Probleme auf der Appellseite 17
3.4.3 Ansätze zur Lösung 19
3.5 Die Beziehungsseite einer Nachricht 19
3.5.1 Die Bedeutung der Beziehungsseite 20
3.5.2 Typische Probleme auf der Beziehungsseite 21
3.5.3 Ansätze zur Lösung 22
4 Zusammenfassung und Schlussbemerkung 23
Literaturverzeichnis 24
2
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Das Organonmodell 8
Abb 2: Das Sender-Empfänger Modell 9
Abb 3: Die vier Seiten der Nachricht 11
3
1 Einleitung
In der heutigen Zeit hoher Dynamik, Komplexität und Flexibilität werden immer wie- der neue Anforderungen an den Menschen und an seine Fähigkeit, sich schnell an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen, gestellt, welches durch ständig stei- genden Koordinationsaufwand noch verstärkt wird. Die Tatsache, dass im Laufe ei- nes Arbeitslebens der Arbeitgeber häufiger, sei es gewollt oder ungewollt, gewech- selt wird, ist ebenso selbstverständlich, wie die Forderung nach Mehrsprachigkeit durch Annäherung der verschiedensten Kulturen und nach lebenslangem Lernen in Folge von Fusionen oder Organisationsveränderungen in Unternehmen. Hinzu- kommend verlagert sich der Wirtschaftsschwerpunkt unserer Gesellschaft in Rich- tung Dienstleistungssektor, dessen wesentliches Produkt letztendlich Wissen und Kommunikation ist. Diese immer mehr an Bedeutung gewinnende Kommunikation kann dabei in verbaler, nonverbaler Form oder auch in Schrift- oder Präsentations- form auftreten. Der Druck auf den Menschen durch heutige Prozesse wie Change Management, Reorganisation oder Organisationsentwicklung verstärkt sich noch durch die daraus folgende erhöhte Belastung im privaten Bereich und führt auch hier zu häufigen Schwierigkeiten im Umgang mit seinen Mitmenschen und der Fami- lie. Es fühlt sich der eine vom anderen unverstanden oder nicht respektiert und die Verteilung der häuslichen Belastung wird auch nicht selten als überaus einseitig empfunden. Damit ist das Thema der zwischenmenschlichen Kommunikation so ak- tuell wie nie zuvor, was sich nicht zuletzt an dem großen Angebot an entsprechen- der Beratung und Dienstleistung ablesen lässt. Der wesentliche Faktor dieser Kom- munikation ist der Mensch, mit der Konsequenz, dass die Kommunikation an sich so vielseitig ist wie der Mensch selbst. Hierin ist auch das riesige Konfliktpotential der Kommunikation begründet. Jeder Mensch kommuniziert anders und fasst eine ver- meintlich objektiv identische Kommunikation subjektiv anders auf. Was für den ei- nen klar verständlich gesagt und gemeint wurde, ist für den anderen völlig vernach- lässigt und überhaupt nicht transportiert worden. Mit dieser Thematik befassen sich viele Psychologen und Kommunikationswissenschaftler bereits seit dem frühen letz- ten Jahrhundert und ein Ende der Forschung scheint mehr denn je unerreichbar zu sein. Im Rahmen dieser Arbeit soll einer der bedeutendsten Ansätze zur Beschrei- bung der Kommunikation und Empfehlungen zu deren Verbesserung von Friede- mann von Schulz von Thun vorgestellt werden, welches von ihm als „Die vier Seiten einer Nachricht“ oder auch als „Das Kommunikationsquadrat“ bezeichnet und 1977 das erste mal vorgestellt wurde.
Die Wurzeln der Arbeit von Schulz von Thun
2 Grundlagen
2.1 Die Wurzeln der Arbeit von F. Schulz von Thun
Friedemann Schulz von Thun wurde am 6. August 1944 in Soltau geboren und studier- te in den Jahren von 1967 bis 1971 Psychologie, Philosophie und Pädagogik in Ham- burg. 1973 promovierte er über „Verständlichkeit der Wissens- und Informationsvermitt- lung“ bei Reinhard Tausch und wurde mit Abschluss seiner Habilitation 1977 in Ham- burg zum Univ. Professor berufen, wo er noch heute als Psychologie-Professor mit dem Studienschwerpunkt „Beratung und Training“ lehrt und die zwischenmenschliche Kommunikation erforscht. Zudem führt er die Forschung und Praxis verbindende Ar- beitskreise durch und ist hoch aktiv in Beratung und Training im privaten und unter- nehmerischen Bereich. Mit dem erneuten Studium der Ansätze Alfred Adlers zu des- sen Individualpsychologie und einer persönlichen Lehrzeit bei Ruth Cohn in den Jahren 1977 bis 1984 vertiefte Schulz von Thun nach eigenen Angaben sein Verständnis für zwischenmenschliche Vorgänge und legte damit die Grundlagen für die Erarbeitung seines Modells (Quelle: www.schulz-von-thun.de/vita.html, Stand 26.09.2006). Diese Grundlagen werden im weiteren Verlauf zunächst kurz vorgestellt.
2.1.1 Die Individualpsychologie nach Alfred Adler
eingeteilt (Horster, 1984, S. 32).
Die Individualpsychologie nach Alfred Adler ist heute ein wesentlicher Bestandteil der psychologischen Forschung und beratenden Praxis und „...geht von einem ganzheitli- chen Menschenbild aus und vertritt eine persönlichkeits-, gemeinschaftsfördernde und ermutigende Grundhaltung.“ (Quelle: www.alfredadler.ch, Stand 15.09.2006).
Die Wurzeln der Arbeit von Schulz von Thun
2.1.2 Die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn
Ruth Cohn wurde im Jahre 1912 in Berlin mit deutsch-jüdischer Abstammung geboren, studierte ab 1931 bis 1933 Nationalökonomie und Psychologie in Heidelberg und schloss ihr Studium nach ihrer Flucht aus Deutschland in Zürich ab. Sieben Jahre spä- ter verließ sie Europa in Richtung USA und entwickelte dort das Konzept der Themen- zentrierten Interaktion (TZI). Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz 1974 hat sie die TZI in Deutschland und der Schweiz etabliert, wofür ihr 1979 die Ehrendoktorwürde der Psy- chologischen Fakultät der Universität Hamburg verliehen wurde (auf Initiative u.a. von Friedemann Schulz von Thun).
Die Themenzentrierte Interaktion ist eine von vielen Methoden, die sich aus der Psy- choanalyse entwickelt hat und richtet sich vor allem an Praktiker, welche sich selbst und die verschiedensten Formen von Gruppen leiten müssen und wollen (Cohn, 1981, S.8). Diese Methode nutzt die Kenntnis von Gruppenstrukturen und –prozessen und wendet diese auf verschiedenste praktische Zielrichtungen an. Das Strukturmodell der
TZI umfasst: „Ich“, „Wir“, „Es“ und das umfassende „Globe“, die eine Gruppe konstituie-
ren (Langmaack, 2001, S. 49). Daraus und aus verschiedenen Axiomen leiten sich nun zwei für die TZI bedeutende Postulate ab.
„Sei dein eigener Chairman, der Chairman deiner selbst.“ (Cohn ,1981, S. 120)
„Störungen haben Vorrang!“ (Cohn, 1981, S. 122)
Im Laufe der Entwicklung der TZI haben sich eine Reihe von Hilfsregeln finden lassen, welche zum Teil universell einsetzbar, zum Teil auch nur in ganz spezifischen Fällen nutzbar sind. In Folge des hier nur begrenzt zur Verfügung stehenden Umfanges sei für ein vertiefendes Studium zur TZI auf die einschlägige Literatur (z.B. Langmaack, 2001) verwiesen und hier die Begrenzung auf zwei Hilfsregelbeispiele wie „Sei zurück- haltend mit Verallgemeinerungen.“ (Cohn, 1981, S.126) und „Nur einer zur gleichen Zeit bitte.“ (Cohn, 1981, S. 127) erlaubt. Die TZI wird heute in den verschiedensten Be- reichen wie Management, Beratung und Therapie, Erziehung oder Pädagogik ange- wandt und vom Ruht Cohn Institut ständig weiter entwickelt.
2.2 Zum Begriff Kommunikation und Nachricht
Die Begriffe „Kommunikation“ und „Nachricht“ sind so eng in den täglichen Sprachum- gang integriert, dass sich die Suche nach einer einzigen und allgemeingültigen Defini- tion sehr bald als unmöglich herausstellt. So hat Merten (1977, zitiert nach Wahren 1987, S. 28) bereits vor fast dreißig Jahren in seiner Begriffsanalyse 160 verschiedene Definitionen zum Kommunikationsbegriff zusammengestellt, wobei feststeht, dass die- se Aufzählung heut längst nicht mehr komplett ist. Nach Shannon und Weaver (1949,
Die Wurzeln der Arbeit von Schulz von Thun
zitiert nach Wahren, 198, S. 29) bedeutet Kommunikation die Übertragung einer Nach- richt von einem Sender zum Empfänger, wobei die Nachricht ein Zeichen ist, welches wiederum aus geordneten, relativ komplexen Einzelzeichen zusammengesetzt sein kann und in Form von Wörtern, Sätzen aber auch Tönen, Bildern oder Gebärden auf- treten kann (Wahren, 1987, S. 29). Für die Kommunikation als menschliche Tätigkeit gelten nach Steinmüller (1977, S. 19) die gleichen Strukturmerkmale allen menschli- chen Handelns, nämlich Motivation, Planung, Durchführung und Zielgerichtetheit. Hatte der Kommunikationsbegriff nach Richardson (1992, S. 12) ursprünglich eine religiöse Bedeutung und stammt von Kommunion ab, so stellen andere Quellen hingegen einen Ursprung aus dem Lateinischen wie „communicare“ oder „cum moenia“ fest (Schüchter & Görres, 2005, S. 5). Im Rahmen dieser Arbeit soll der Definition von Maltzke (1963) gefolgt werden, der feststellt:
„Kommunikation steht für die Tatsache, dass Lebewesen untereinander in Be- ziehung stehen, dass sie sich verständigen können, dass sie imstande sind, in- nere Vorgänge oder Zustände auszudrücken, ihren Mitgeschöpfen Sachverhal- te mitzuteilen oder auch andere zu bestimmten Verhalten aufzufordern.“ (Maltz- ke, 1963, S. 37)
Bedeutend für die weitere Betrachtung ist zudem, dass es nach Watzlawick, Beavin und Jackson (2003, S. 53) nicht möglich ist, nicht zu kommunizieren, was sie als meta- kommunikatives Axiom bezeichnet. Danach hat jegliches menschliches Verhalten Mit- teilungscharakter, unabhängig davon, ob der Sender diesen will oder nicht. Daraus er- gibt sich, dass es zur Betrachtung verschiedener Kommunikationsausschnitte schwer möglich ist, einen Anfang zu bestimmen, oder exakt festzulegen, welches Verhalten in- nerhalb dieser Interaktion bereits die Reaktion auf eine vermeintlich erhaltene Nach- richt ist.
2.3 Ausgangsmodelle
Wie eingangs bereits erwähnt wurde, ist eine einfache Definition der Kommunikation die Tatsache, dass ein Sender seine Nachricht als erkennbare Zeichen dem Empfän- ger übermittelt, die auch von Schulz von Thun genutzt wird (Schulz von Thun, 2006, S. 25). Hier sind bereits Teile der Sprachtheorie von Bühler (1933) mit dem Sender- Empfänger-Modell von Shannon & Weaver (1949) verwoben. Aus diesen Modellen und unter Rückgriff auf den Inhalts- und den Beziehungsaspekt einer Nachricht von Watz- lawick (1969/2003) entwickelte Schulz von Thun seinen Ansatz zur Beschreibung der Kommunikation, welcher zusätzlich von Konzepten der humanistischen Psychologie, dem systemischen Denken, der Transaktionsanalyse sowie der Gestalttherapie beein- flusst wurde (Schüchter & Görres, 2005, S. 33).
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Matthias Schrameier, 2006, Analyse und Prävention von Kommunikationsstörungen: Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun, Munich, GRIN Publishing GmbH
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