Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Tabellenverzeichnis 3
Abk ürzungsverzeichnis 3
1. Einführung
Russland nach 1991: Finanzielle, fiskalische und wirtschaftsstrukturelle Probleme 4
2. Staatsverschuldung vor der Krise 1998 5
2.1 Schuldverpflichtungen der ehemaligen UdSSR 5
2.2 Schuldverpflichtungen der Russischen Föderation 6
2.2.1 IWF Kredite 1995-1997 6
2.2.2 Staatsanleihen GKOs und OFZs 8
3. Die Finanzkrise von 1998 und ihre Folgen 9
3.1 Der Anstieg der Instabilität 9
3.2 Default 12
3.3 Bankenkrise 13
4. Umschuldung nach dem Default von 1998 14
5. Schlussfolgerung 17
6. Literaturliste 17
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1. Währungsreservenverlust, Zinssatz und Geldmenge beim festen Wechselkurs 11
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1. Russische Föderation. Wirtschaftsindikatoren. 4
Tabelle 2: Russland. Wirtschaftssituation nach dem Stabilisierungsprogramm IWF 7
Tabelle 3. Russland. Öffentliche Schuldverpflichtungen. 9
Tabelle 4. Russland: Inlandszinssatz, Änderung der Währungsreserven 10
Tabelle 5. Die Ergebnisse der GKO Umschuldung 14
Tabelle 6. Die Ergebnisse der PRINs und IANs Umschuldung 15
Abkürzungsverzeichnis
BIP: Bruttoinlandsprodukt
COMECON: Council of Mutual Economic Aid (Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe)
EBRD: European Bank for Reconstruction and Development (Die Europäische Bank
für Wiederaufbau und Entwicklung)
USD: United States Dollar (US-Dollar)
UdSSR: Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, kurz Sowjetunion
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1. Einführung:
Russland nach 1991: Finanzielle, fiskalische und wirtschaftsstrukturelle Probleme
Ab dem Jahr 1989, nachdem die sowjetische Planwirtschaft von der freien Marktwirtschaft abgelöst wurde, machte die Russische Föderation eine Serie von traumatischen Entwicklungen durch: einen starken Anstieg des Preisniveaus, einen rapiden Rückgang der Produktion, eine stetig wachsende Staatsverschuldung und letztendlich eine wirtschaftliche Krise und den Default (Zahlungsunfähigkeit) von 1998.
Der erste große Reformschritt im Bereich der Ökonomie bestand in der Liberalisierung der meisten Preise im Januar 1992. Das zentrale makroökonomische Problem dieser Periode in Russland bestand darin, dass die Unternehmen nahezu vollständig autonom einschließlich der Freiheit der Preisfestsetzung agieren konnten, während das Finanzsystem noch nach der Logik der Planwirtschaft arbeitete. Dies bedeutete, dass die Banken die Kreditbedürfnisse der Unternehmen ohne eingehende Prüfung befriedigten. Die Folge der Erhöhung der Autonomie der Unternehmen ohne Reform des Finanzsystems war eine ungezügelte Kreditexpansion. Außerdem musste der Kreditbedarf der öffentlichen Haushalte gedeckt werden. Die außerordentlich hohen Budgetdefizite in Russland konnten nur durch direkte Kredite der Zentralbank und damit über die Notenpresse finanziert werden. Russland geriet in eine Hyperinflation, der reale Wechselkurs stürzte ein (Herr, 2000, Abs. 1). Ein weiterer Schritt zur freien Marktwirtschaft bestand in der Privatisierung der staatlichen Großbetriebe. Die Industriebetriebe wurden jedoch weder umstrukturiert noch zerschlagen, sondern fielen lediglich in die Kontrolle einiger weniger Wirtschaftsmagnaten. Im Gegensatz zu anderen osteuropäischen Ländern wurden in Russland bei der Privatisierung kaum ausländische Partner einbezogen. Außerdem wurde die Regierung durch internationale Kreditgeber wie den Internationalen Währungsfonds (IWF) dazu verleitet, ihre Haushaltsdefizite durch ausländische Darlehen zu finanzieren: je mehr Geldmittel durch Kredite zu Verfügung standen, umso geringer war der Druck zu strukturellen Reformen (Estrin, 1998, S. 3).
Nach dem Ende des Kalten Krieges musste sich die Wirtschaft von der Rüstungsproduktion auf die Produktion von Konsumgütern umorientieren. Die Produktion reduzierte sich zwischen 1991 und 1998 um fast die Hälfte (Santos, 2003, S. 159). Es wurde dabei weiterhin nach staatlichen Vorgaben und nicht nach ökonomischen Kriterien produziert. Der Produktionsrückgang trug zu einem hohen Haushaltsdefizit des Staates durch sinkende Steuereinnahmen bei.
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Ein entscheidendes fiskalisches Problem bestand darin, dass Russland unnötige und verschwenderische Ausgaben (wie z.B. Subventionen für unrentable Unternehmen) auf Kosten der Staatsverschuldung aufrechterhielt und unzureichende Steuereinnahmen eintreiben konnte: die Regierung behielt das Haushaltsdefizit in der Gesamtperiode von 1991 bis 1999 bei (Tabelle 1).
Die Entwicklung der russischen Staatsverschuldung ist ein wichtiger Gesichtspunkt um die Krise und Default von 1998 zu verstehen. Russlands Schuldenlast zur Zeit der Krise war nicht außergewöhnlich hoch - sie bestand zum großen Teil aus Schulden der ehemaligen Sowjetunion, für deren Einforderung die Gläubiger mangelhafte rechtliche Aufforderungsmechanismen hatten. Das Schuldenproblem, das zur Krise und zum Default geführt hatte, bestand hauptsächlich in dem Versäumnis der russischen Regierung, ihre fiskalpolitischen Probleme unter Kontrolle zu bringen (Santos, 2003, S. 154).
Das Ziel dieses Referats ist die Frage zu klären, welchen Einfluss das hohe Haushaltsdefizit auf die Krisenentwicklung ausgeübt hatte und welche weiteren Faktoren bzw. Entwicklungen der jüngsten Geschichte Russlands zur Zahlungsunfähigkeit des Staates geführt hatten.
2. Staatsverschuldung vor der Krise
2.1 Schuldverpflichtungen der ehemaligen UdSSR
Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 vereinbarten alle ehemaligen sowjetischen Republiken im April 1993, dass die Russische Föderation alle Forderungen und Verbindlichkeiten der ehemaligen Sowjetunion übernehmen sollte (die so genannte „zero option“ Formel). Russland erbte demzufolge 105,5 Milliarden USD an Auslandsschulden und 7,5 Milliarden USD an verfügbaren Vermögenswerten (Santos, 2003, S. 156). Russlands Gläubiger waren hauptsächlich Industriestaaten (Paris Club), Geschäftsbanken (London Club), mehrere ehemalige COMECON Länder, FTO (Foreign Trade Organisation), Kapitalanleger der Vneshekonombank der UdSSR und einige andere. Der Anteil der sowjetischen Schulden betrug 1993 90% an dem gesamten Schuldenvolumen Russlands (Santos, 2003, S. 158).
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Arbeit zitieren:
Goulnaz Abdoullaeva, 2006, Default in Russland 1998, München, GRIN Verlag GmbH
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Ursachen und Folgen der Russischen Finanz- und Währungskrise von 1998
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