2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Wahl der Abgeordneten des Deutschen Bundestages 3
2.1 Status und Aufgaben der Abgeordneten 4
2.2 Die Arbeit in den Ausschüssen 5
2.3 Kapazitätsgrenzen der Abgeordneten 5
2.4 Die Opposition 7
3. Bundestag und Öffentlichkeit 9
3.1 Der Bundestag in den Medien - Beispiel Fernsehen 10
3.2 Abgeordnete in den Medien 11
4. Zusammenfassung 12
5. Literaturverzeichnis 15
3
1. Einleitung
„Als Vordenker und systematischer Lehrer der parlamentarischen Geschäftsordnung gilt der Brite Jeremy Bentham (1749-1832). Sein Werk beeinflusste auch die von Robert von Mohl entworfene Geschäftsordnung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche (1848/49).“ 1
So wie die Nationalversammlung im 19. Jahrhundert von einer Geschäftsordnung bestimmt wurde, so wird auch heute noch die Arbeit des Bundestages, der ein Teil des Parlamentes ist, durch eine Geschäftsordnung geregelt. Einige der Vorgaben, die in der Geschäftsordnung stehen, sind schon in der dortigen Form im Grundgesetz zu finden. Neben den grundsätzlichen Bestimmungen, wie zum Beispiel die Art und Weise der Wahl der Abgeordneten des Bundestages 2 oder der Bildung von Ausschüssen, wird auch die Arbeitsweise des Bundestages bestimmt. So wird in Artikel 42 Absatz 1 Grundgesetz festgelegt, dass der Bundestag öffentlich zu verhandeln habe. Im Weiteren soll nun betrachtet werden, wie die grundgesetzliche Verpflichtung zur öffentlichen Arbeit den Bundestag in seiner Arbeitsweise beeinflusst. Vorher soll jedoch die Arbeit der Abgeordneten, gleichgültig, ob sie der Regierungsmehrheit oder Opposition angehören, erläutert werden. Durch diese Betrachtung soll sich am Ende ein Bild ergeben, wie die Abgeordneten des Bundestages arbeiten und welche Rolle die Öffentlichkeit dabei spielt. Es wird zu prüfen sein, ob die Medien Einfluss auf das politische Geschehen haben.
2. Die Wahl der Abgeordneten des Deutschen Bundestages
Der Bundestag ist die Volksvertretung der Bundesrepublik Deutschland. Die Begründung für diese Bezeichnung ergibt sich aus seiner Zusammensetzung. Der Bundestag besteht momentan aus 601 Abgeordneten. 3 Über die Abgeordneten wird in einer allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahl, bei der jeder ab 18 Jahren wahlberechtigt ist, entschieden. 4 Die Anzahl derer, die ein Bundesland repräsentieren, ist abhängig von der Einwohnerzahl des Landes. Gewählt werden die Abgeordneten entweder direkt oder über die Landeslisten der jeweiligen Parteien. Über die Abgeordneten, die über die Landesliste ins Parlament
1 http://www.bundestag.de/parlament/gesetze/go_erl/gescho01.
2 Art. 38 Grundgesetz.
3 www.bundestag.de/mdb15/mdbinfo/zusammen.html.
4 Art. 39 Abs. 1, sowie Art. 38 Abs. 1 und 2 Grundgesetz.
4
einziehen entscheidet die Zweitstimme des Wählers. Die Zweitstimme gibt es erst seit 1953. Seit dieser zweiten Bundestagswahl gibt es das noch heute geltende Wahlverfahren. Es besteht seitdem eine personalisierte Verhältniswahl mit Erst- und Zweitstimme.
Außerdem musste „eine Partei die in den Bundestag einziehen wollte, fortan die 5%-Hürde bundesweit überspringen“. 5 Von dieser Regel ausgenommen sind Kandidaten, die ein Direktmandat errungen haben. Sie durften auch weiterhin mit diesem direkt in den Bundestag einziehen.
2.1 Status und Aufgaben der Abgeordneten
Nach der Wahl sind die Abgeordneten per Gesetz bei ihrer Entscheidungsfindung keiner parteilichen Richtlinie unterworfen, sondern können frei nach ihrem Gewissen entscheiden. 6 Dabei müssen sie bedenken, dass ihnen nicht als einzelner Abgeordneter Wirkkraft zukommt, sondern nur als Fraktionsmitglied und so bilden die Fraktionen die Zentren der politisch-parlamentarischen Willensbildung. Zu den wichtigsten Aufgaben des Bundestages gehört die Wahl der Hälfte der Richter des Bundesverfassungsgerichtes.
Außerdem stellt der Bundestag die Hälfte der Mitglieder der Bundesversammlung, die einen Bundespräsidenten wählt. 7 Die paritätische Beteiligung der Länderparlamente soll bewirken, dass das Staatsoberhaupt die Bundesrepublik mit ihrer Gliederung in Bund und Länder repräsentiert. Ebenso obliegt ihm die Legislative Funktion, was bedeutet, dass er zusammen mit dem Bundesrat Gesetze entwirft. 8 Er kontrolliert die Bundesregierung und alle untergeordneten Dienststellen, was seine Kontrollfunktion ausmacht.
Seine Wahlfunktion spiegelt sich in seiner Möglichkeit wieder zusammen mit dem Bundesrat die direkte oder indirekte personell Besetzung alle anderen staatlichen Organe vorzunehmen. 9
Durch die Mitglieder des Bundestages, die vom Volk gewählt wurden, wird die im
5 http://www.bundestag.de/parlament/geschichte/wahlhist/wg1953.
6 Artikel 48 Absatz 1 Satz 2 Grundgesetz.
7 Artikel 54 Absatz 1 und Absatz 3 Grundgesetz.
8 Vgl. Rudzio, Wolfgang: Das politische System der Bundesrepublik Deutschland, 6. Auflage, Opladen
2003. S. 235.
9 Ebd.: S. 235.
5
Volk vorhandene Meinung wiedergegeben (Artikulationsfunktion). 10 Durch die Freiheit der Abgeordneten so zu entscheiden, wie ihr Gewissen es zulässt, wird die Meinungsvielfalt wiedergegeben.
Der Bundestag entscheidet außerdem über den Bundeshaushalt, ernennt und kontrolliert den Wehrbeauftragten, kann den Verteidigungsfall feststellen und völkerrechtliche Verträge ratifizieren.
2.2 Die Arbeit in den Ausschüssen
Gemäß der Sitzungsstatistik der 14. Wahlperiode gab es vom 26.10.1998 bis 16.10.2002 folgende Sitzungen (Auszug): 253 Plenarsitzungen, 88 Mal tagte der Ältestenrat, 2.519 Ausschusssitzungen, in den Unterausschüssen 329 Sitzungen und dazu noch 584 Fraktions- und 536 Fraktionsvorstandssitzungen. 11 Daraus ergibt sich für jeden Abgeordneten eine geschätzte Gesamtarbeitszeit von 77,9 Stunden während einer Sitzungswoche und in einer sitzungsfreien Woche 78,1 Stunden. 12 Dabei verteilt sich „ein Drittel auf Parlamentstätigkeiten, ein Drittel auf die Wahlkreisarbeit und ein Drittel auf sonstige Verpflichtungen.“ 13
2.3 Kapazitätsgrenzen der Abgeordneten
Um die Abgeordneten zu entlasten, werden Ausschüsse gebildet, da ihnen auch oft das Verständnis für die komplexen Aufgaben fehlt, für die sie die Entscheidungen treffen müssen. Außerdem bedarf nicht jedes Gesetz der öffentlichen Diskussion, wie es eine Plenarsitzung gegebenenfalls zur Folge hätte.
Folgerichtig wird ein Großteil der parlamentarischen Arbeit in den (zumeist) nicht öffentlichen Sitzungen der Ausschüsse erledigt. Jeder Abgeordnete gehört nur einem oder zwei Ausschüssen an. Diese sollten möglichst solche sein, „an deren Aufgaben er aufgrund beruflichen Hintergrunds oder politischer Neigung besonders interessiert ist“. 14
Das dort im Vergleich zum Plenum diskretere Arbeiten erleichtert die Kompromissbildung zwischen Regierung und Opposition, auch da der Zwang zur
10 Ebd.: S. 235.
11 http://www.bundestag.de/parlament/geschichte/stat_02.
12 Vgl. Rudzio 2003: S. 244.
13 Ebd.: S. 245.
14 Ebd.: S. 246.
Arbeit zitieren:
Birte Wachtel, 2005, Der Deutsche Bundestag und seine Arbeitsweise, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Fürst als Notbischof - Luther und die Fürstenreformation
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hausarbeit, 20 Seiten
Die FDP - Porträt einer Partei ohne Zukunft?
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 28 Seiten
Leasing oder traditionelle Finanzierung - Gegenüberstellung anhand ein...
BWL - Investition und Finanzierung
Studienarbeit, 37 Seiten
Die innerparteiliche Neuorientierung der F.D.P. - von der FDP zur F.D....
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 28 Seiten
Auswirkungen des Business Process Management auf die Aufbau- und Ablau...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Examensarbeit, 66 Seiten
Die Suche nach einer Möglichkeit, Wolfsegg ertragen zu können - Thoma...
Diplomarbeit, 112 Seiten
Human Resource Management in the Airline Industry - The Example of Sta...
BWL - Personal und Organisation
Masterarbeit, 84 Seiten
Betriebswirtschaftliche Aspekte des Leasings als Finanzierungsalternat...
Diplomarbeit, 72 Seiten
Kant in der Tagespresse: Gegenwärtige Probleme, kant´sche Lösungen?
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Die Fußballnationalmannschaft zwischen wirtschaftlichen Verbands- und ...
Sport - Sportökonomie, Sportmanagement
Hausarbeit, 23 Seiten
Struktur der PR-Agenturlandschaft in Deutschland
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit, 34 Seiten
Die FDP seit 1998 - Wirtschaftspartei auf populistischen Pfaden?
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Arztbriefe im Gesundheitssystem
Medizin - Gesamtmedizin, allgemeine Grundlagen
Wissenschaftlicher Aufsatz, 54 Seiten
Die Regionalisierung des Mehrebenensystems der EU
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Forschungsarbeit, 25 Seiten
Die Geschichte der FDP bis 1990
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 27 Seiten
Die Entwicklung des deutschen Parteiensystems nach der Vereinigung
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Zwischenprüfungsarbeit, 28 Seiten
Birte Keays's Text Der Deutsche Bundestag und seine Arbeitsweise ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Birte Keays hat den Text Der Deutsche Bundestag und seine Arbeitsweise veröffentlicht
Birte Keays hat einen neuen Text hochgeladen
Kai Gehring, Wolfgang Ismayr, Norbert Lammert, Uli Schöler, Thomas von Winter, Wolfgang Zeh, Uwe Andersen
Datenhandbuch zur Geschichte des Deutschen Bundestages 1990 bis 2010
Ergänzungsband
Michael F. Feldkamp
Der Auswärtige Ausschuß des Deutschen Bundestages 1969-1972
Sitzungsprotokolle 1969 - 1972
Wolfgang Hölscher, Joachim Wintzer
Das politische System Deutschlands
Systemintegrierende Einführung...
Frank Pilz, Heike Ortwein
Nebentätigkeiten und Nebeneinkünfte der Mitglieder des Deutschen Bunde...
Eine Untersuchung möglicher Re...
Anne Käßner
0 Kommentare