(auf einem 7,57 m Seitenlänge messenden Quadrat). Die Zeigerlängen betragen 3,30 m bzw. 2,25 m .... Die Ziffernhöhe ist ein Meter.“ Diese Angaben finden ihre Bestätigung in einer Bauausführungszeichnung, die im Archiv des Veritas Gewerbeparks vorliegt. Aus ihnen errechnet sich die Fläche des Quadrats zu 57,30 m² und die des Zifferblattes zu 41,83 m². So ist der Durchmesser des Wittenberger Zifferblattes und die Kantenlänge des Quadrats größer, als das bei Big Ben der Fall ist, die Fläche der die Zifferblätter tragenden Quadrate in Wittenberge ist 10,24 m² größer, die Fläche der Zifferblätter übertrifft die in London um 4,89 m². Der Touristenführer 2006 „Wittenberge in der Elbtalaue“ nennt auf S. 31 für den Durchmesser des Zifferblattes allerdings fälschlich 7,57 m und gibt die Ziffernhöhe („Stundenzeichen“) mit 1 m x 0,40 m an. Diesen zu großen Durchmesser nennt schließlich auch das 2003 im Eulenspiegel-Verlag erschienene „Das Rekordbuch. Besonderheiten, Kuriositäten & Superlative aus dem Osten“, S. 78, wo es diese Uhr gar als die größte Uhr Deutschlands bezeichnet. Der Verfasser meinte dazu: „Es gibt halt vielfach Informationen, die, einmal in die Welt gesetzt, ewigen Bestand zu haben scheinen, obwohl - wie in diesem Falle - die Angaben nicht korrekt sind. Die Angaben, auf die ich mich bezog, entstammen Veröffentlichungen des einstigen Rates des Kreises zu Sehenswürdigkeiten in der Westprignitz und auch des Fremdenverkehrsamtes ... Unzählige (meiner Quellen) konnte ich nachrecherchieren, bei der Wittenberger Uhr sah ich keine Veranlassung (ich hätte auch keinen Ansprechpartner gewußt), da ich selbst aus der Westprignitz stamme (Dorf Dallmin nahe Karstädt), und alle, aber auch alle felsenfest davon überzeugt waren, es handle sich um die größte Uhr Deutschlands.“ Sehr sauber und zuverlässig sind die korrekten Größenangaben der „Wittenberger Uhr“ in der Ausstellung im Uhrenturm selbst dargestellt, ausgerichtet vom Freundeskreis Nähmaschine e. V. Ist die Wittenberger Uhr also gar die größte Turmuhr Europas?
Bei der Länge der Zeiger kann die Wittenberger Turmuhr, die kein Schlagwerk besitzt, mit Big Ben allerdings nicht konkurrieren, ebenso wenig bei der Schönheit des Gesamteindrucks der Uhr. Aber die Wittenberger Turmuhr ist eine Fabrik- oder Industrieuhr, und ihr primärer Zweck war nicht, einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen. Trotzdem ist sie eine Augenweide. Zur Zeit ihrer Entstehung war sie der Fläche nach zweifellos die gegenüber Big Ben größere europäische Turmuhr. Übrigens, wenn der große Zeiger nach jeweils sechzig Sekunden um eine Minute vorrückt, legt er dabei eine Strecke von 34,5 cm zurück.
Nicht wenig beigetragen zu der Fragestellung nach der „Rangordnung“ der Wittenberger Turmuhr hat „Das neue Guinness Buch der Rekorde 1995. Guinness Book of Records Deutsche Ausgabe.“ Dort wird in einem Abschnitt über Maschinenbau/Zeitmesser auf S. 114/115 mitgeteilt: „Die größte öffentliche Uhr Deutschlands ist die 1928 am Wasserturm des Nähmaschinenwerks Wittenberge (BR) angebrachte Turmuhr. Ihr Durchmesser beträgt 7,57 m, der Minutenzeiger ist 3,3 m und der Stundenzeiger 2,25 m lang.“ Damit wird der Durchmesser des Zifferblattes ebenso falsch wiedergegeben und mit der Kantenlänge des Quadrats verwechselt. Da jedoch das Guinness Buch nur
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Angaben veröffentlicht, die ihm mitgeteilt werden, muss die Redaktion diese ungenauen Angaben von irgendjemand erhalten haben. Das allerdings war bisher nicht zu ermitteln. Übertroffen wird die Turmuhr in Wittenberge jedoch - und das löst Erstaunen aus, da es bisher nicht zur Kenntnis genommen wurde - von der Uhr an dem Kirchturm von St. Michaelis in Hamburg, dem Hamburger „Michel“. Die Homepage dieser Kirche teilt mit, dass die dortige Uhr ursprünglich nach einigen Entwürfen einen Durchmesser von 10 m haben sollte, dann aber im 18. Jahrhundert mit einem Zifferblattdurchmesser von 8 m gebaut wurde. Sie wird dort ausdrücklich als „größte Turmuhr Deutschlands“ bezeichnet. Mehrere Uhrwerke wurden durch Brand zerstört, seit 1868 verfügt die Uhr auch über Minutenzeiger, während sie bis dahin nur Stundenzeiger hatte. Auch 1906 zerstörte ein Brand das Uhrwerk; die „fast 5 m langen Minutenzeiger“ zieren die 1911 neu geschaffene Uhr. Beim Kirchenvorstand waren genaue Maßangaben zu erlangen: Durchmesser des Zifferblattes 7,80 m, Länge der Minutenzeiger 4,95 m und die der Stundenzeiger 3,65 m. Das Gewicht der größten ihrer sechs Glocken wird mit 7,5 t angegeben, sie wurde erst im Jahr 2000 gegossen. Sie ist wirklich die größte Turmuhr Deutschlands, übertrifft sie doch auch die Turmuhr in Wittenberge, die damit tatsächlich auf den zweiten Platz - in Deutschland, nicht in Europa - rückt. Übrigens, mit den Maßen dieser beiden Uhren kann die des Wittenberger Rathauses nicht mithalten. Die „Chronik der Stadt Wittenberge“, Wittenberge 1997, nennt auf S. 97 in der Anmerkung 183 für den Durchmesser der Zifferblätter 3,25 m, was eine Fläche von 8,29 m² ergibt, die großen Zeiger haben eine Länge von 2 m, die kleinen eine von 1,45 m.
Das zitierte Guinness Buch gibt auf der gleichen Seite auch an: „Die größte Armbanduhr war eine Swatch von 162 m Länge und 20 m Durchmesser, hergestellt von D. Thomas Feliu. Sie wurde vom 7. bis 12. Dezember 1985 am Gebäude der Bank von Bilbao in Madrid angebracht.“ Sie ist deshalb aber nicht die „größte europäische Turmuhr“. Bernhard Schmidt, Verfasser des Buches „Turmuhrwerke“, herausgegeben 2001 vom Fachkreis Turmuhren in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie in Stuttgart, teilte im Mai 2006 auf Anfrage mit: „Ihre Fragen betreffen hauptsächlich die Größe des Ziffernblattes, der Zeiger usw. Maßgeblich für die Größe einer Turmuhr ist jedoch die Größe der anzuschlagenden Glocken. Die brauchen eine bestimmte Größe von Glockenhämmern, die dann wiederum soundsoviel Gewicht haben. Die Schlagwerke der Uhr sind also von der Glockengröße abhängig und auch die gewünschte Schlagfolge spielt eine Rolle, insbesondere wenn die Turmuhr noch mechanisch aufgezogen werden musste. Das Gangwerk für den Zeigerantrieb spielt dann nur eine untergeordnete Rolle, da ein Verhältnis besteht zwischen Glockengröße und damit meist auch Turmgröße. Zur Auslösung großer Schlagwerke wird auch vom Gangwerk eine größere Kraft gebraucht. Man kann also die Frage nach der ‚größten Turmuhr’ nicht ohne weiteres beantworten, muß vielmehr viele Dinge miteinander abwägen.“
Die Uhr „Big Ben“ ist, laut der oben genannten Broschüre, bis heute eine Pendeluhr mit einer Pendellänge von 6 m und einem Gesamtgewicht von 300 kg, das Pendel allein wiegt 200 kg und
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Lehrer Armin Feldmann, 2006, Turmuhr Wittenberge, München, GRIN Verlag GmbH
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Jens Lehmann
Leider keine wissenschaftliche Arbeit!.
Der Autor vergleicht die Turmuhr in dieser Stadt nur anhand von darstellenden Publikationen mit den anderen Uhren in Europa, was keine wissenschaftliche Arbeit darstellt!
Leider!
Jens Lehmann, St. Augustin
am Friday, November 23, 2007-
Christian Borck
Turmuhr Wittenberge.
Die Bezeichnung Turmuhr ist an sich irreführend, Autor und Kommentator meinen die sichtbaren Zifferblätter. Die die Zeiger antreibende Turmuhr dahinter ist im Fall des Londoner Parlamentsgebäudes eine zwar elektrisch aufgezogene aber ansonsten mechanische Uhr, im Fall Wittenberge pro Zifferblatt ein elektromechanischer Antrieb.
Die Rangfolge der Größe der Zifferblätter ist schon für England nicht ganz korrekt, denn die vier Londoner Zifferblätter sind um 2 Fuß (gerundet ca.61cm) Durchmesser kleiner als die auf dem Gebäude der Royal Liver Society, Insurance Company in Liverpool, mit je 25 Fuß.
Christian Borck,
AK Turmuhren der DGC, Deutsche Gesellschaft für Chronometrie
am Tuesday, May 20, 2008-