Einleitung
Business to Business Marktplätze entstanden im Jahr 2000 in einem sehr rasanten Tempo und gewannen für die Teilnehmer und Initiatoren immer mehr strategische Bedeutung. Ständig wurde über Initiativen und Aktivitäten berichtet, Unternehmen, Geschäftspartner, Verkäufer und Käufer auf virtuellen Handelsplattform zusammenzubringen. Von Anlagebanken, Unternehmensberatern und weiteren Institutionen wurden zahlreiche Prognosen erbracht, die dem Bereich der elektronischen Marktplätze und dem über sie abgewickelten Transaktionsvolumen eine glänzende Zukunft voraussagten.
Werbespots, wie die der Firma IBM, in denen asiatische Firmen auf deutsche Geschäftspartner im Schwarzwald treffen oder ein Fischer aus dem hohen Norden seinen Fang gleich online von seinem Boot verkauft, spielen auf wesentliche Vorteile an, die mit dem Handel über das Internet in Verbindung gebracht werden. Kostensenkungspotentiale und das Auffinden neuer Kunden sind dabei wesentliche Nutzen, die vielversprechend klingen und zu einem regelrechten Gründerboom von Business to Business Marktplätze führten.
Doch die anfängliche Euphorie ist schnell verflogen, nachdem sich die ersten Zahlungsunfähigkeiten und Insolvenzanträge auf dem neuen Markt ankündigten und eine Vielzahl von Business to Business Marktplätzen wieder schließen musste. (1) Der Business to Business Marktplatz Efdex.com war einer der ersten Business to Business Marktplätze in Europa. Er hat in relativ kurzer Zeit an die 135 Mio. DM für seine Finanzierung verbraucht und wurde im September letzten Jahres liquidiert. Das Ziel, mehr als 40.000 Teilnehmer zu gewinnen, war sehr hoch gesteckt und konnte bei weitem nicht erreicht werden.(2) Der Niedergang weiterer Business to Business Marktplätze folgte, da sich die Einrichtung und der Betrieb problematischer und oft kapitalintensiver darstellte als vorher angenommen wurde.
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1 Aufschlussreich für das Auf und Ab im Bereich des B2B E-Commerce ist der Chart des Wertpapierfonds DWS FDS B2B.com SICAV der Fondsgesellschaft DWS, vgl. http://www.multichart.com/cgi-bin/itz-koeln/mcwebclient.hist? [...]
2 vgl. zur Liquidation des Business to Business Marktplatzes Efdex.com Counsell, A., B2B-Marktplätze-Vorsicht Rutschgefahr, in: Connectis, 2001, Nr.11, S. 23-Beilage der Fachzeitung Financial Times Deutschland, 2.Jg., 2001, Nr. 102/22.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Business to Business Marktplätze
2.1 Definition und Begriffserklärungen
2.2 Entwicklungsphasen der Business to Business Marktplätze
2.3 Kategorisierung von elektronischen Business to Business Marktplätzen
2.3.1 Allgemeiner Aufbau eines Business to Business Marktplatzes
2.3.2 Branchenorientierung
2.3.3 Initiatoren
2.4 Entwicklungspotential von Business to Business Marktplätzen
2.5 Nutzen für die Marktteilnehmer
2.5.1 Nutzen auf Verkäuferseite
2.5.2 Nutzen auf Käuferseite
2.5.3 Einnahmequellen für die Marktplatzbetreiber
3. Wesentliche Erfolgsfaktoren elektronischer Business to Business Marktplätze
3.1 Marktplatzspezifische Erfolgsfaktoren
3.1.1 Effiziente Transaktionsabwicklung
3.1.2 Zusatzdienstleistungen
3.2 Unternehmensspezifische Erfolgsfaktoren
3.2.1 Neutralität
3.2.2 Art und Zahl der Marktteilnehmer
3.2.3 Strategische Partnerschaften
3.2.4 Branchenwissen der Marktplatzbetreiber
3.3 Branchencharakteristika
4. Analyse und Bewertung des Business to Business Marktplatzes Hotelierportal.de hinsichtlich der wesentlichen Erfolgsfaktoren
4.1 Geschäftsprofil der Firma Hotel Portal International AG/ Hamburg
4.2 Vergleich von Theorie und Praxis
4.2.1 Marktplatzspezifische Erfolgsfaktoren
4.2.1.1 Transaktionsabwicklung über Hotelierportal.de
4.2.1.2 Angebot an Zusatzdienstleistungen
4.2.2 Unternehmensspezifische Erfolgsfaktoren
4.2.2.1 Neutralität des Marktplatzbetreibers von Hotelierportal.de
4.2.2.2 Art und Zahl der Marktteilnehmer von Hotelierportal.de
4.2.2.3 Strategische Partnerschaften der Marktplatzbetreiber von Hotelierportal.de
4.2.2.4 Branchenexpertise des Managements von Hotelierportal.de
4.2.3 Branchencharakteristika als Erfolgsfaktor für die Marktplatzbetreiber von Hotelierportal.de
5. Abschließende Bewertung des Business to Business Marktplatzes Hotelierportal.de
6. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, die wesentlichen Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die für den erfolgreichen Betrieb eines elektronischen B2B-Marktplatzes grundlegend sind, und diese exemplarisch anhand der Analyse des Portals Hotelierportal.de zu evaluieren.
- Grundlagen und Kategorisierung von Business to Business Marktplätzen.
- Analyse marktplatzspezifischer und unternehmensspezifischer Erfolgsfaktoren.
- Empirische Untersuchung der Umsetzung dieser Faktoren am Beispiel von Hotelierportal.de.
- Vergleich von theoretischen Modellen und der tatsächlichen Praxis in der Hotellerie.
- Bewertung des Geschäftsmodells und Identifikation von Entwicklungspotentialen.
Auszug aus dem Buch
Die erste Phase des elektronischen Handels
Die erste Phase des elektronischen Handels wurde durch die Entwicklung von Netzwerken zum elektronischen Datenaustausch zwischen Unternehmen eingeleitet. Der elektronische Datenaustausch, im Allgemeinen mit EDI bzw. Electronic Data Interchange bezeichnet, „ermöglicht den automatisierten Austausch strukturierter Geschäftsdokumente wie Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Versandprotokolle oder Rechnungen zwischen Unternehmen mit verschiedenen DV-Systemen.“
Der Aufbau der dafür eingesetzten proprietären Netzwerke gilt trotz bedeutender Vorteile im Bereich Prozessbeschleunigung, Fehlerreduzierung, Sicherheit und Zuverlässigkeit als sehr kostspielig und statisch, so dass sich meistens nur Großunternehmen den Einsatz entsprechender Technologie leisten können. Nichtsdestotrotz war der elektronische Datenaustausch auf diesem Wege vor der Verbreitung des Internets sehr bedeutend.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung und Euphorie von B2B-Marktplätzen sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Grundlagen der Business to Business Marktplätze: Definitionen, Entwicklungsphasen, Kategorisierung und der Nutzen für die Marktteilnehmer.
3. Wesentliche Erfolgsfaktoren elektronischer Business to Business Marktplätze: Analyse marktplatzspezifischer und unternehmensspezifischer Faktoren sowie Branchencharakteristika.
4. Analyse und Bewertung des Business to Business Marktplatzes Hotelierportal.de hinsichtlich der wesentlichen Erfolgsfaktoren: Empirische Untersuchung des Praxisbeispiels Hotelierportal.de und Vergleich mit der Theorie.
5. Abschließende Bewertung des Business to Business Marktplatzes Hotelierportal.de: Zusammenfassende Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen sowie Ableitung von Verbesserungspotentialen.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit über die Diskrepanz zwischen theoretischen Erwartungen und der Praxis bei B2B-Marktplätzen.
Schlüsselwörter
Business to Business, B2B-Marktplatz, Hotellerie, E-Commerce, E-Procurement, Erfolgsfaktoren, Transaktionsabwicklung, Zusatzdienstleistungen, Neutralität, Marktteilnehmer, Strategische Partnerschaften, Branchenexpertise, Prozessoptimierung, Kostenreduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Geschäftsmodell von B2B-Marktplätzen in der Hotellerie und bewertet deren Erfolgsfaktoren anhand von theoretischen Vorgaben und einer praktischen Analyse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition und Kategorisierung von B2B-Marktplätzen, die Identifikation von Erfolgsfaktoren für deren Betrieb sowie die praktische Analyse der Eignung für die Hotelbranche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, welche Erfolgsfaktoren für einen elektronischen Marktplatz wesentlich sind, und am Beispiel von Hotelierportal.de zu bewerten, wie diese in der Praxis umgesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Literaturanalysen sowie eine empirische Untersuchung durchgeführt, die Interviews mit Betreibern und eine Befragung von Teilnehmern (Hoteliers und Lieferanten) von Hotelierportal.de umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Erfolgsfaktoren (markt- und unternehmensspezifisch) erarbeitet und anschließend auf das Hotelierportal.de angewendet, um einen Vergleich zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu ziehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
B2B-Marktplätze, Hotellerie, Erfolgsfaktoren, E-Procurement, Prozessoptimierung, Strategische Partnerschaften und Branchenexpertise.
Was sind die größten Schwierigkeiten für Hotelierportal.de?
Das Unternehmen kämpft insbesondere mit der geringen Akzeptanz der Nutzer bei der elektronischen Abwicklung, technischen Integrationsproblemen mit anderen Systemen und einer begrenzten Kapitalausstattung.
Warum ist die "Kritische Masse" so wichtig für das Portal?
Die kritische Masse ist entscheidend, da die Attraktivität des Portals mit der Anzahl der angebundenen Käufer und Verkäufer steigt; ohne ausreichende Teilnehmer fehlt die notwendige Liquidität für den wirtschaftlichen Erfolg.
- Quote paper
- Alexander Rakete (Author), 2001, Business to Business-Marktplätze in der Hotellerie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/665