I
„Um höher zu kommen, muss man sich nach oben orientieren.
Betrachten Sie Ihr Unternehmen und Ihre Immobilienobjekte mal als
Marken, denn genau das sind sie.
Sie werden in bestimmter Weise wahrgenommen,
rufen Bilder und Emotionen hervor.
Die Kunst besteht darin,
dies im Sinne Ihrer Ziele zu steuern, positiv zu beherrschen
und in Nachfrage zu verwandeln.“
II
Inhaltsübersicht
1. Einleitung 1
2. Grundlagen 3
3. Vorgehen bei der Entwicklung eines Marketingkonzeptes 8
4. Die Projektidee 37
5. Marketingkonzeptentwicklung für dieses Projekt 41
6. Zusammenfassung und Fazit 94
III
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis XI XI
Abkürzungsverzeichnis XII
1. Einleitung 1
1.1. Aufbau der Arbeit 1
1.2. Kurzvorstellung des geplanten Projektes und Problematik 2
2. Grundlagen 3
2.1. Grundlagen des Immobilienmarketings 3
2.1.1. Definition Immobilienmarketings 3
2.1.2. Der Immobilienmarkt 4
2.1.3. Arten von Immobilien 4
2.1.4. Rechtliche Rahmenbedingungen 5
2.2. Grundlagen des Studentenmarketings 5
2.2.1. Charakterisierung der Zielgruppe Studenten 6
2.2.2. Definition Studentenmarketing 6
3. Vorgehen bei der Entwicklung eines Marketingkonzeptes 8
3.1. Die Marktetinganalyse 9
3.1.1. Allgemeine Marktinformationen 10
3.1.2. Wettbewerbsinformationen 11
3.1.3. Zielgruppeninformationen 11
3.1.4. Unternehmens und objektbezogene Daten 12
3.1.5. Umfeldfaktoren 12
3.2. Unternehmens und Marketingziele 13
3.3. Entwicklung von Immobilienmarketingstrategien 13
3.3.1. Marktsegmentierung 13
3.3.2. Strategien der Unternehmen 15
3.3.2.1. Produkt-Markt Strategie 15
3.3.2.2. Preisstrategie 15
3.3.2.2.1. Premiumpreis Mediumpreis und
Discountpreis-Strategie 15
3.3.2.2.2. Penetration und Skimmingstrategie 16
IV
3.3.2.3. Wettbewerbsstrategie 16
3.3.2.3.1. Kooperationsstrategie 17
3.3.2.3.2. Konfliktstrategie 17
3.4. Festlegung der operativen Marketingmaßnahmen 17
3.4.1. Produktpolitik 18
3.4.1.1. Produktfestlegung 18
3.4.1.2. Festlegung der Produkteigenschaften 19
3.4.1.2.1. Bestimmung des Qualitätsniveaus 19
3.4.1.2.2. Umgebungsgestaltung 19
3.4.1.2.3. Funktionalität 19
3.4.2. Kontrahierungspolitik 20
3.4.2.1. Mietpreisfindung 20
3.4.2.2. Preisdifferenzierung 21
3.4.2.2.1. Kundenbezogene Preisdifferenzierung 21
3.4.2.2.2. Produktbezogene Preisdifferenzierung 21
3.4.2.3. Rabattpolitik 21
3.4.2.3.1. Vordispositionsrabatt 22
3.4.2.3.2. Mengenrabatt 22
3.4.3. Distributionspolitik 22
3.4.3.1. Auswirkungen immobilienspezifische Besonderheiten auf
die Distribution 23
3.4.3.2. Wahl der Absatzmethode 23
3.4.3.2.1. Direkter Absatzweg 24
3.4.3.2.2. Indirekter Absatzweg 24
3.4.3.3. Vermietmanagement 25
3.4.4. Kommunikationspolitik 26
3.4.4.1. Klassische Werbung 27
3.4.4.1.1. Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften 27
3.4.4.1.2. Das Internet als Marketing-Instrument 29
3.4.4.3. Direktmarketing 30
3.4.4.3.1. Firmen und Akquisitionsprospekte 31
3.4.4.3.2. Mailings 31
3.4.4.3.3. Kaltakquise 32
V
3.4.4.4. Sponsoring 32
3.4.5. Budgetierung 34
3.4.6. Verantwortlichkeiten und Terminplanung 35
3.5. Implementierung 35
3.6. Kontrolle 36
4. Die Projektidee 37
5. Marketingkonzeptentwicklung für das Studenten-Apartmenthaus 41
5.1. Marketinganalyse hinsichtlich des geplanten Projektes 41
5.1.1. Allgemeine Marktinformationen 41
5.1.2. Daten der Wettbewerber 42
5.1.3. Objektbezogene Daten 43
5.1.4. Umfeldfaktoren 44
5.1.5. Auswertung der Datenerhebung 45
5.1.5.1. Kurzzusammenfassung 46
5.1.5.2. Darstellung des Problems 47
5.1.5.3. Untersuchungsdesign 47
5.1.5.3.1. Detaillierter Erhebungsplan 47
5.1.5.3.1.1. Methode der Datenerhebung 48
5.1.5.3.1.2. Untersuchungsobjekte 48
5.1.5.3.1.3. Fragebogenerstellung 49
5.1.5.3.1.4. Planung der Datenanalyse 50
5.1.5.3.2. Untersuchungsdurchführung 50
5.1.5.4. Ergebnisse 51
5.1.5.4.1. Soziodemographische Angaben 51
5.1.5.4.2. Aktuelle Wohnsituation und Wohnungssuche 54
5.1.5.4.3. Beurteilung der Wichtigkeit verschiedener Faktoren 59
5.1.5.4.4. Persönliche Vorstellungen zum optimalen
Studenten-Apartment 63
5.1.5.4.5. Auswertung nach dem Geschlecht 65
5.1.5.4.6. Auswertung nach den Fachbereichen 66
5.1.6. Zielgruppenfestlegung und deren Merkemale 73
5.2. Objektbezogene Ziele und Marketingziele 74
5.3. Immobilienmarketingstrategien für das geplante Projekt 74
VI
5.4. Festlegung der operativen Marketingmaßnahmen für ein Studenten
Apartmenthaus 75
5.4.1. Produktpolitik 75
5.4.1.1. Produktfestlegung 75
5.4.1.2. Umgebungsgestaltung 76
5.4.1.3. Zusatznutzen 77
5.4.2. Kontrahierungspolitik 77
5.4.2.1. Mietpreisfindung 77
5.4.2.2. Preisdifferenzierung 78
5.4.2.3. Rabattpolitik 78
5.4.3. Distributionspolitik 79
5.4.3.1. Direkter Absatz 79
5.4.3.2. Indirekter Absatz 80
5.4.4. Die Kommunikationspolitik für das geplante Projekt 80
5.4.4.1. Klassische Werbung 80
5.4.4.1.1. Relevanten Tageszeitungen in Thüringen 81
5.4.4.1.2. Relevante kostenlose Anzeigenblätter
und Zeitschriften 82
5.4.4.1.3. Nutzung des Internets als Marketing-Instrument 82
5.4.4.3. Direktmarketing 85
5.4.4.3.1. Prospekte 86
5.4.4.3.2. Mailings 87
5.4.4.4. Sponsoring 88
5.4.4.5. Nutzung von Pinboards 89
5.4.5. Marketingplan 89
5.5. Implementierung 92
5.6. Kontrolle 92
6. Zusammenfassung und Fazit 94
Literaturverzeichnis 96
Internetquellenverzeichnis 98
Anhang I 99
I Fragebogen zur Datenerhebung 100
VII
II Angelegte Codierungstabellen 103
III Übrige Ergebnisse der Datenerhebung im Einzelnen 105
Anhang II 124
Nachweis der Internetquellen 125
VIII
Abbildungsverzeichnis
Abb 1 Einordnung des Studentenmarketing nach Alter 7
Abb 2 Aufbau und Inhalte einer Marketingkonzeption 8
Abb 3 Zielgruppensegmentierungsmodell für den Wohnungsmarkt 14
Abb 4 Werbemaßnahmen 28
Abb 5 Ist-Zustand des Objektes 38
Abb 6 Planentwurf I des Objektes 38
Abb 7 Planentwurf II des Objektes 38
Abb 8 Raumanordnungsentwurf 39
Abb 9a Raumaufteilungsentwurf A-Apartment 39
Abb 9b Raumaufteilungsentwurf B-Apartment 39
Abb 10 Erhebungsplan 48
Abb 11 Quotierungsplan 49
Abb 12 Aufteilung der Stichprobe nach Fachbereichen 52
Abb 13 Derzeitiger Wohnort der Studenten 53
Abb 14 Derzeitiger Wohnort der Studieninteressenten 53
Abb 15 Aktuelle Wohnsituation der Studieninteressenten 54
Abb 16 Aktuelle Wohnsituation der Studenten 55
Abb 17 Nutzung der Medien zur Wohnungssuche der
Studieninteressenten 56
Abb 18 Nutzung der Medien zur Wohnungssuche der Studenten 56
Abb 19 Ungestützte Nennung von Webseiten zur Wohnungssuche der
Studenten 57
Abb 20 Ungestützte Nennung von Webseiten zur Wohnungssuche der
Studieninteressenten 57
Abb 21 Wohnungswunsch der Studenten 58
Abb 22 Wohnungswunsch der Studieninteressenten 59
Abb 23 Beurteilung des Ausstattungskriteriums Internet (Studenten) 60
Abb 24 Beurteilung nahe gelegener Einkaufsmöglichkeit (Studenten) 60
Abb 25 Beurteilung der Gemeinschaftsräume (Studenten) 61
Abb 26 Beurteilung Möglichkeit zur Mülltrennung (Studenten) 61
Abb 27 Beurteilung des Ausstattungskriteriums Internet
(Studieninteressenten) 62
IX
Abb 28 Beurteilung der Erreichbarkeit des Zentrums
(Studieninteressenten) 62
Abb 29 Beurteilung Wasch und Trockenraum (Studieninteressenten) 63
Abb 30 Beurteilung Möglichkeit zur Mülltrennung (Studieninteressenten) 63
Abb 31 Minimale Zimmerzahl (Studieninteressenten) 64
Abb 32 Maximale Zimmerzahl (Studieninteressenten) 64
Abb 33 Minimale Zimmerzahl (Studenten) 64
Abb 34 Maximale Zimmerzahl (Studenten) 64
Abb 35 Marketingplan (Übersicht) 90
Abb 36 Auswertung der Frage: Gestaltet sich die Wohnungssuche
in Erfurt einfach 105
Abb 37 Auswertung der Frage: Nutzung verschiedener Medien zur
Wohnungssuche (absolute Nennungen) 105
Abb 38 Auswertung der wichtigsten Faktoren eines Studenten
wohnkomplex (Studenten) 106
Abb 39 Auswertung der wichtigsten Faktoren eines Studenten
wohnkomplex (Studieninteressenten) 106
Abb 40 Beurteilung Einzelzimmer 107
Abb 41 Beurteilung Unterscheidung zwischen Raucher und
Nichtraucherzimmer 107
Abb 42 Beurteilung eigenes Bad mit Dusche WC 108
Abb 43 Beurteilung Küche 108
Abb 44 Beurteilung Kühlschrank 109
Abb 45 Beurteilung Telefon 109
Abb 46 Beurteilung Intranet 110
Abb 47 Beurteilung Kabelfernsehen 110
Abb 48 Beurteilung Keller 111
Abb 49 Beurteilung Parkplatz 111
Abb 50 Beurteilung nahe gelegene Einkaufsmöglichkeit 112
Abb 51 Beurteilung Busanbindung 112
Abb 52 Beurteilung Straßenbahnanbindung 113
Abb 53 Beurteilung Zuganbindung 113
Abb 54 Beurteilung Zentrumsnähe 114
Abb 55 Beurteilung Gartenbereich 116
X
Abb 56 Beurteilung Wasch und Trockenraum (Studenten) 116
Abb 57 Beurteilung Getränkeautomaten 117
Abb 58 Beurteilung Kopierraum 117
Abb 59 Beurteilung Gemeinschaftsräume 118
Abb 60 Beurteilung Fitnessraum 118
Abb 61 Beurteilung Seminarraum 119
Abb 62 Beurteilung Nähe zu Nachbarn 119
Abb 63 Beurteilung Nutzung von Regenwasser 120
Abb 64 Beurteilung Nutzung von Solarenergie 120
Abb 65 Beurteilung Nutzung sonstiger regenerativer Energien 120
XI
Tabellenverzeichnis
Tab 1 Verhaltensdimensionen konkurrenzgerichteten Verhaltens 16
Tab 2 Mietspiegel der Stadt Erfurt 41
Tab 3 Entwicklung der Studentenzahlen an Erfurter Hochschulen 44
Tab 4 Mittelwerte der akzeptablen Entfernungen von der Hochschule 65
Tab 5 Prozentwerte der aktuellen Wohnsituation nach Fachbereichen 67
Tab 6 Prozentwerte der Wohnungswahl nach Fachbereichen 67
Tab 7 Prozentwerte der Suchmedien nach Fachbereichen 68
Tab 8 Beurteilung der Ausstattung nach Fachbereichen 69
Tab 9 Beurteilung der Anbindungen nach Fachbereichen 69
Tab 10 Beurteilung der Ausstattung des Wohnkomplexes im
Allgemeinen nach Fachbereichen 70
Tab 11 Beurteilung ökologischer Aspekte nach Fachbereichen 71
Tab 12 Beurteilung der Apartmentgröße nach Fachbereichen 71
Tab 13 Vorstellungen bezüglich der Miethöhe nach Fachbereichen 72
Tab 14 Vorstellungen bezüglich der Entfernung von der Hochschule
nach Fachbereichen 72
Tab 15 Die wichtigsten Faktoren eines Wohnheimes nach Fachbereichen 73
Tab 16 Geplante Mietpreise nach Wohnungstyp 78
Tab 17 Codierung der Angaben bezüglich der wichtigsten Aspekte eines
Wohnheimes 103
Tab 18 Codierung der Angaben bezüglich des wichtigsten Aspektes eines
Wohnheimes 104
Tab 19 Entfernungen in km Autominuten und mit dem ÖPNV 115
Tab 20 Namensvorschläge 121
XII
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
ca. circa
GS Grundstudium
ha Hektar
HS Hauptstudium
HTML Hypertext Markup Language
KoWo Kommunale Wohnungsgesellschaft
m männlich
MDR Mitteldeutscher Rundfunk
mm Millimeter
mbH mit beschränkter Haftung
o.ä. oder ähnliches
SGF strategische Geschäftsfelder
SRF Sonneberger Regionalfernsehen
ThürBO Thüringer Bauordnung
TKP Tausender-Kontakt-Preis
u.a. unter anderem
u.ä. und ähnliches
URL Uniform Resource Locator
usw. und so weiter
w weiblich
1
1. Einleitung
„Die Erkenntnis, dass jede einzelne Phase eines Immobilienzyklus von einem zielgerichteten Marketing begleitet werden sollte, hat in der Immobilienbranche zum Umdenken geführt. Gerade in Zeiten eines Überangebots an Immobilien und wachsender Leerstände kommt dem Marketing oberste Priorität zu – einem Marketing, das nicht rein absatzorientiert, sondern ganzheitlich verstanden wird.“ 1 Eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg von Unternehmen ist die Markt- und Kundenorientierung. 2 Bei vielen Marktteilnehmern in der Immobilienbranche ist die Marketingorientierung allerdings noch nicht voll entwickelt. Es wird aber bei einem sich verschärfendem Wettbewerb erforderlich sein, Immobilienmarketing als Unternehmensphilosophie zu verstehen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Lediglich ein Immobilienmarketing, das als ganzheitlicher Prozess die gesamte Entwicklung einer Immobilie von einer Projektidee über den Lebensverlauf bis hin zum Verkauf oder Abriss umfasst, kann die Bedürfnisse und Wünsche des Zielmarktes ermitteln, um diesen dann wirksamer und wirtschaftlicher als die Konkurrenz zu bedienen. 3 Gegenstand dieser Arbeit ist die Erstellung eines Marketingkonzeptes unter der Berücksichtigung der Besonderheiten des Immobilien-und des Studentenmarketings.
1.1. Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit ist in drei größere Abschnitte eingeteilt. Im ersten Abschnitt werden die theoretischen Grundlagen zum besseren Verständnis der Arbeit dargestellt. Der zweite Abschnitt beinhaltet die gesamte Marketinganalyse, zu der unter anderem eine Datenerhebung und -auswertung zählt. Im letzten großen Abschnitt werden die Maßnahmen im Rahmen des operativen Marketings, die aus der Auswertung der erhobenen Daten abgeleitet werden, näher erläutert.
2 vgl. Becker, J. (2001), S. 1
3 vgl. Falk, B. (1997), S. 21
2
1.2. Kurzvorstellung des geplanten Projektes und Problematik
Ein ehemaliges Bürogebäude in der Langen Straße in Erfurt soll nach einer entsprechenden Sanierung als Studentenwohnkomplex eröffnet und vermietet werden. Dieser wird verschiedene Apartments bieten. Um sowohl bei der Einrichtung der Apartments als auch bei der Gestaltung der Preise, Zusatzleistungen und insbesondere der Kommunikationspolitik auf die gewünschte Zielgruppe der Studenten eingehen zu können, ist eine Primärerhebung unter den Studenten und Interessenten der Hochschulen nötig.
3
2. Grundlagen
In diesem Kapitel sollen die wichtigsten Begriffe definiert, rechtliche Rahmenbedingungen für die Vermietung von Wohnraum festgehalten und die Entwicklung eines Marketingkonzeptes dargestellt werden.
2.1. Grundlagen des Immobilienmarketings
Die menschlichen Wünsche und Bedürfnisse, die sehr differenziert sind, bilden den Ausgangspunkt für das Immobilienmarketing. Da das Bedürfnis nach einem Wohnraum zu den Grundbedürfnissen zählt, ist es in der menschlichen Natur verankert und muss nicht erst geweckt werden. Je nach Art der Immobilie kann es aber auch das Bestreben nach Anerkennung und Selbstverwirklichung sein, das den Nachfrager bewegt sich nach einer Immobilie umzuschauen. Hierbei handelt es sich nicht um ein Grundbedürfnis sondern um einen Wunsch. Für das Immobilienmarketing können sowohl Wünsche als auch Bedürfnisse zur Nachfrage werden, wenn die Bereitschaft zum Kauf oder zur Miete hinzukommt. Deshalb gilt es nicht nur die Bedürfnisse und Wünsche zu analysieren sondern auch herauszufinden, wie viele Wettbewerber in der Lage sind diese zu erfüllen. 4
2.1.1. Definition des Immobilienmarketings
Nach der allgemeinen Definition des Begriffes Marketing nach Kotler/Bliemel ist dieses „ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erzeugen, anbieten und miteinander austauschen.“ 5 So dass man daraus ableiten kann, dass Immobilienmarketing ein Prozess im Wirtschafts- und Sozialgefüge ist, „durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, indem sie Immobilienprodukte und immobilienspezifische Dienstleistungen von Wert erstellen, anbieten und miteinander austauschen.“ 6
4 vgl. Falk, B. (1997), S. 22
5 Kotler/Bliemel (2001), S. 12
6 Falk, B. (1997), S. 30f
4
2.1.2. Der Immobilienmarkt
Nicht zwangsläufig läuft die Entwicklung des Immobilienmarktes oder einzelner Teilmärkte parallel zu der der Gesamtwirtschaft. Generell unterliegen die Immobilienmärkte zum Teil großen Schwankungen. Diese können durch die Beobachtung vor- oder nachgelagerter Wirtschaftsstufen bereits in früheren Stadien wahrgenommen werden. Je nach Art der zu vertreibenden Immobilien kann man Informationen bei Handwerkern oder Bauunternehmern (vorgelagerte Wirtschaftsstufe) oder aber bei Absatzhelfern, wie zum Beispiel Maklern, Banken und Vertriebsgruppen (nachgelagerte Wirtschaftsstufe) einholen. 7
2.1.3. Arten von Immobilien
Jede Art von Immobilientypen bildet ihren eigenen Markt mit verschiedenen Angebots- und Nachfragestrukturen. In der Literatur findet man fünf unterschiedliche Teilmärkte. Dazu zählen Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien, Industrieimmobilien, landwirtschaftliche Immobilien und Spezialimmobilien. 8 Da es sich in der vorliegenden Arbeit um eine Wohnimmobilie handelt, wird im Weiteren auf die anderen Arten nicht näher eingegangen.
Bei der Kreierung der Wohnimmobilie steht die Schaffung von Wohnqualität im Vordergrund. Diese ergibt sich unter anderem aus der Lage des Objektes, aus der Bauqualität und der Nutzungskonzeption. Wobei der Lage des Objektes eine grundsätzliche Bedeutung zukommt. Ein unprofessionell konzipiertes Objekt in guter Lage ist besser vermarktbar als ein gut konzipiertes an einem mit Nachteilen behafteten Standort. Die regionale Verkehrsanbindung ist im Hinblick auf die erforderliche Infrastruktur von besonderer Bedeutung. Als vorteilhaft werden hier die Nähe zu Schnellstraßen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichen und privaten Dienstleistungsanbietern empfunden. Im weiteren Umfeld sollten Erholungs- und Freizeiteinrichtungen und das Bildungs- und Kulturangebot berücksichtigt werden. Darüber hinaus spielt aber auch eine optisch ansprechende und den Zeitgeschmack ausdrückende Architektur eine wichtige Rolle. 9
7 vgl. Falk, B. (1997), S. 39f
8 vgl. ebenda, S. 40
9 vgl. Falk, B. (1997), S. 239f
5
2.1.4. Rechtliche Rahmenbedingungen
Die allgemeinen Vorschriften für Mietverhältnisse und Mietverhältnisse über Wohnraum sind in den §535 bis §577a im BGB geregelt. In diesem Abschnitt geht es lediglich um die rechtlichen Grundlagen bei der Vermietung von Wohnraum an Studenten bzw. um vorübergehende Vermietung.
Studentenwohnheime sind Wohngebäude, die nach ihrer baulichen Anlage und Ausstattung überwiegend oder ausschließlich zur preisgünstigen Unterbringung von Studenten bestimmt sind. Der Großteil der Studentenwohnheime wird von Studentenwerken als Anstalten des öffentlichen Rechts getragen. Daneben existieren aber auch Wohnheime in Trägerschaften von kirchlichen Einrichtungen, Verbänden und Privatpersonen. 10 Der entscheidende Paragraph des BGB ist § 549 Abs. 3, in dem es heißt: „Für Wohnraum in einem Studenten- oder Jugendwohnheim gelten die §§ 557 bis 561 sowie die §§ 573, 573a, 573d Abs. 1 und §§ 575, 575a Abs. 1, §§ 577, 577a nicht.“ 11 In diesen geht es neben der Regelung der Miethöhe und Mieterhöhungen um die Kündigungsproblematik. So können gemäß des § 557 in Verbindung mit § 549 Abs. 3 des BGB keine Mieterhöhungen durch Vereinbarungen oder Gesetzte erfolgen. 12 Ebenso können laut §§ 557 a und b sowie § 549 Abs. 3 keine Staffel-oder Indexmieten festgelegt werden. 13 Durch die Außerkraftsetzung dieser Paragraphen entsteht ein gewisser Spielraum zur Regelung der Mietverträge, die zu Gunsten der Studenten angepasst werden können. 14
2.2. Grundlagen des Studentenmarketings
Zielgruppen im Marketing sind abgegrenzte Kunden mit spezifischen Bedürfnissen und Problemen, die ein Unternehmen differenziert, selektiv und rentabel bearbeiten will. Die Zielgruppen werden durch eine entsprechende Marktsegmentierung abgegrenzt. Diese gilt als wichtigster Bereich zur Datenreduktion und ist Voraussetzung für die optimale Abstimmung des Marketing-Mix. 15 Da diese Arbeit
10 vgl. http://www.jura.uni-sb.de/projekte/Bibliothek/texte/Martinek.html Abruf vom 06.04.2006
11 § 549 Abs. 3 des BGB, 2002 12 vgl. § 557 sowie 549 Abs. 3 des BGB, 2002 13 vgl. §§ 557 a, 557 b sowie § 549 Abs. 3 des BGB 2002 14 vgl. Fachgespräch mit Herr Stützer, Sachbearbeiter Studentisches Wohnen des Studentenwerks Erfurt-Ilmenau, telefonisch am 27.06.2006 15 vgl. Mienert/Scherer (1998), S. 9
6
sich im Schwerpunkt auf Studenten oder zukünftige Studenten bezieht, sollen diese im Folgenden definiert werden.
2.2.1. Charakterisierung der Zielgruppe Student
„Als Student bezeichnet man alle immatrikulierten Angehörigen einer Hochschule, die ein Studium als akademische Ausbildung absolvieren.“ 16 Das Alter der deutschen Studienanfänger liegt im Durchschnitt bei 21,7 Jahren. Seit Mitte der 90er Jahre ist ein Trend zur Verjüngung zu verzeichnen. Damals lag das Durchschnittsalter der Studienanfänger noch über 22 Jahre. 17 Eine exakte altersmäßige Bestimmung der Studenten erweist sich allerdings durch die unterschiedlichen Zugangsmodalitäten der Hochschulen als schwierig. Im Durchschnitt kann man jedoch von einem Studienbeginn zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr ausgehen. Das durchschnittliche Alter beim Beenden des Studiums liegt, je nach Studienbeginn, bei höchstens 30 Jahren. 18 Somit kann man die Studenten als Teil der so genannten „Generation X“ bezeichnen. Diese umfasst die häufig als schwierig empfundene Zielgruppe der 16- bis 29jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 19 Weiterhin ist das verfügbare Einkommen dieser Gruppe von großer Bedeutung für das Marketing. Die Ausgaben für die Lebenshaltungskosten variieren stark nach Geschlecht, Alter, ob BAföG-Empfänger oder Nicht-BAföG-Empfänger und Größe des Hochschulortes. Den größten Block bei den Ausgaben nimmt jedoch immer die Miete inklusive der Nebenkosten ein. 20
2.2.2. Definition Studentenmarketing
Die Definition des Studentenmarketings unterscheidet sich nicht wesentlich von der des Marketings im Allgemeinen. „Studentenmarketing bedeutet, die Lenkung und Gestaltung der auf den Markt gerichteten Maßnahmen (…) speziell auf die Studenten abzustimmen.“ 21 Um dies zu realisieren, sind jedoch genaue Kenntnisse über die Zielgruppe notwendig.
17 vgl. Heine et al. (2005), S. 8
18 vgl. Bock, D. (1990), S. 3 19 vgl. Mienert/Scherer (1998), S. 5 20 vgl. http://www.studentenwerk.de/services/printdocu.asp?nr=03202 Abruf vom 07.04.06 21 Bock, D. (1990), S. 11
7
Wichtig ist unter anderem auch die Abgrenzung des Studentenmarketings gegenüber dem Kinder- und Jugendmarketing. Denn das Studentenmarketing umfasst nicht nur die Studienzeit selbst. Es existiert eine Schnittstelle zwischen dem Jugend- und dem Studentenmarketing. Während die Berufsanfänger bis zum Ende ihrer Ausbildung in den Bereich des Jugendmarketing fallen, setzt das Studentenmarketing bereits in den Abschlussklassen mit der Entscheidung für ein Studium an.
22
Betrachtet man parallel dazu das Alter ergibt sich folgende Darstellung.
Abb. 1: Einordnung des Studentenmarketing nach Alter
(Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Bock, D. (1990), S. 12)
22 vgl. Bock, D. (1990), S. 12
8
3. Vorgehen bei der Entwicklung eines
Marketingkonzeptes
„Eine Marketing-Konzeption kann aufgefasst werden als ein schlüssiger, ganzheitlicher Handlungsplan („Fahrplan“), der sich an angestrebten Zielen („Wunschorten“) orientiert, für ihre Realisierung geeignete Strategien („Route“) wählt und auf ihrer Grundlage die adäquaten Marketinginstrumente („Beförderungsmittel“) festlegt.“ 23 Damit ist die Marketingkonzeption das Ergebnis der durch die Marketingforschung erstellten detaillierten Analysen und umfasst Entscheidungen auf drei Konzeptionsebenen. 24 Insofern setzen vollständige Marketingkonzeptionen in der Regel eine Markt-, Umfeld- und Unternehmensanalyse voraus. 25
Abb. 2: Aufbau und Inhalte einer Marketingkonzeption
(Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Becker, J. (2001), S. 825; Meffert, H. (2000), S. 62) Im Anschluss an diese vier Planungsstufen folgen die Realisierung und das Controlling. 26 Im Folgenden sollen nun die einzelnen Stufen näher erläutert werden.
23 Becker, J. (2001), S. 5 24 vgl. Falk, B. (1997), S. 507 25 vgl. Becker, J. (2005), S. 236 26 vgl. Becker, J. (2001), S. 837, 861
9
3.1. Die Marketinganalyse
Die Marktforschung fungiert maßgeblich als Orientierungs- und Entscheidungshilfe bezüglich der Ziele, Strategien und des operativen Marketings. Im Handlungsumfeld eines Immobilienunternehmens dient sie unmittelbar der Bereitstellung von Daten über den Markt der Objektanbieter, der Interessenten und der jeweiligen Konkurrenten. 27 Die Bereiche des Immobilien-Research sind aber von einer großen Bandbreite geprägt. So zählen zu den wesentlichen Aufgabenfeldern der Informationsgewinnung:
Analyse der allgemeinen Rahmenbedingungen
• Regionalanalyse
• Markt- und Standortanalyse
• Objektanalyse
• Wettbewerbsanalyse
• Analyse des eigenen Unternehmens
• Analyse der Nachfrage
• Erkennung und Segmentierung der Zielgruppe
• Marketingergebnisforschung 28
• Zur Gewinnung dieser Daten kann zum einen die Sekundär- und zum anderen die Primärforschung genutzt werden. Bei der Sekundärforschung werden bereits vorhandene Daten, die in der Regel für andere Zwecke erhoben wurden, gesammelt, analysiert und ausgewertet. Dafür steht eine Vielzahl von Quellen zur Verfügung. Diese sollten aus Kosten- und Zeitgründen zunächst gesucht werden. Unter Umständen sind Sekundärquellen auch die einzige Möglichkeit, um an bestimmte Daten zu gelangen. 29 Die Primärdaten hingegen müssen selbst erhoben werden, was dementsprechend Zeit in Anspruch nimmt und Kosten verursacht. Der Vorteil der Primärdaten ist allerdings, dass sie eigens für den vorgesehen Zweck erhoben werden. 30
27 vgl. Kippes, S. (2001), S. 121f
28 vgl. Falk, B. (1997), S. 51
29 vgl. Berekoven/Eckert/Ellenrieder (2004), S. 48f
30 vgl. Falk, B. (1997), S. 63
10
3.1.1. Allgemeine Marktinformationen
Erforscht man das Erscheinungsbild des Marktes zu einem bestimmten Zeitpunkt spricht man von einer Marktanalyse. Diese soll Auskunft über die derzeitige Struktur des Marktes sowie über die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation geben. Zudem stellt sie die Voraussetzung für die Marktbeobachtung dar. Ausgehend von den Daten der Marktanalyse werden über einen längeren Zeitraum hinweg die Marktentwicklungen und Trends beobachtet, um so zu prognostischen Erkenntnissen zu gelangen. 31 Durch diese können ziel- und marktadäquate strategische Stoßrichtungen festgelegt werden. Zur Fundierung strategischer Entscheidungen ist zunächst die Erfassung grundlegender Schlüsselgrößen der Märkte notwendig, um so die strategische Ausgangsposition analysieren zu können. 32 Zu diesen Schlüsselgrößen zählen das Marktpotenzial, das Marktvolumen, das Absatzvolumen und der Marktanteil. 33 Das Marktpotenzial stellt die Gesamtheit der möglichen Absatzmengen eines Marktes für ein bestimmtes Produkt dar, sprich die Aufnahmefähigkeit des Marktes. Das Marktvolumen hingegen ist die gegenwärtig realisierte Absatzmenge des Produktes einer Branche. Das Absatzvolumen ist die Absatzmenge des Produktes eines Unternehmens. Setzt man das Absatzvolumen ins Verhältnis zum Marktvolumen erhält man den Marktanteil. 34 An diese Schlüsselgrößen knüpfen die Marktprognosen an. Sie sind Voraussetzung für eine konsequente strategische Planung aber auch für eine strategisch notwendige Vorsorgeplanung. Zur Ermittlung solcher Prognosen wurden verschiedene Verfahren entwickelt. Je nach Art der Vorgehensweise unterscheidet man hier qualitative und quantitative Prognoseverfahren. 35 Da im Rahmen dieser Arbeit keine Prognose erstellt wird, sondern sich auf vorhandene Statistiken bezogen wird, werden die Prognoseverfahren nicht näher erläutert.
31 vgl. Kippes, S. (2001), S. 123
32 vgl. Becker, J. (2001), S. 393
33 vgl. Meffert, H. (2000), S. 171
34 vgl. Becker, J. (2001), S. 393; Meffert, H. (2000), S. 171
35 vgl. Becker, J. (2001), S. 401f
11
3.1.2. Wettbewerbsinformationen
Ein zentrales Werkzeug im Kampf um die Wettbewerbsvorteile stellt die Konkurrenzanalyse dar. Zur Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolges reicht, insbesondere in stagnierenden Märkten, die Kundenorientierung nicht aus. Im ersten Schritt müssen die relevanten Wettbewerber identifiziert werden. Neben der Möglichkeit, alle Unternehmen, die ein gleichartiges Produkt anbieten (Branchenkonzept), als Wettbewerber zusammenzufassen, können aber auch nur die Unternehmen als Wettbewerber eingestuft werden, die durch ein ähnliches bzw. dasselbe Produkt um die gleichen Kunden konkurrieren. Der Kreis der Konkurrenten wird weiterhin beeinflusst durch den spezifischen Standort einer Immobilie, die Absatzreichweite, die Art der Immobilienprodukte, Leistungen und das Preisniveau. 36 In einem zweiten Schritt sollten die Elemente analysiert werden, die letztlich eine Einschätzung der Konkurrenz im Hinblick auf deren künftige Reaktionen erlauben. Dazu zählen:
die Einschätzung der von Wettbewerbern verfolgten Ziele
• die Identifizierung der Annahmen, auf die ihre Strategien aufbauen
• die Analyse vergangener und gegenwärtig verfolgter Strategien
• die Einschätzung von Fähigkeiten 37
• Deshalb ist die Konkurrenzanalyse ein wichtiger Bestandteil der Marktforschung vor dem erstmaligen Eintritt eines Immobilienunternehmens in einen Markt, aber auch fortlaufend während der Geschäftstätigkeit im Sinne einer vergleichenden Erfolgskontrolle. 38
3.1.3. Zielgruppeninformationen
Da es nicht das Ziel ist alle potenziellen Kunden undifferenziert mit allen möglichen Werbeaktivitäten gleichermaßen anzusprechen, empfiehlt sich die Festlegung von Kundengruppen, um für diese dann spezifische Marketingmaßnahmen zu definieren. Die Abgrenzung der Zielgruppe kann sektoral (nach Immobilienart), regional, personenspezifisch oder nach Kaufkraft getroffen werden. Je eingegrenzter die zu bearbeitende Zielgruppe ist, desto intensiver kann sie angesprochen werden. 39
36 vgl. Falk, B. (1997), S. 147
37 vgl. Kuß/Tomczak (2004), S. 41; Falk, B. (1997), S. 148
38 vgl. Kippes, S. (2001), S. 129
39 vgl. ebenda, S. 84ff
12
Darüber hinaus sind aber Informationen über die Zielgruppe an sich notwendig. Dazu zählen die Strukturdaten der Zielgruppe, die Bedürfnisse sowie das Kauf- und Informationsverhalten.
40
3.1.4. Unternehmens- und objektbezogene Daten
Die unternehmensbezogenen Daten sollen insbesondere der Herausarbeitung von Stärken und Schwächen dienen. In diesem Zusammenhang sollten vor allem die Potenziale, die Mittel und die Position eines Unternehmens analysiert werden. Zu den Potenzialen zählen neben dem Know-how, Marketingkonzepte, Lieferantenbeziehungen, Kapitalvolumen und -struktur sowie die Investitionsintensität und -schwerpunkte. Bei der Mittel-Analyse sollten die sachlichen Mittel (u.a. Einrichtung und Ausstattung), die finanziellen Mittel (u.a.
Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten), die personellen Mittel und die informatorischen Mittel (Art und Aktualität) untersucht werden. Im Rahmen der Positions-Analysen werden u.a. die Produkt- und Leistungsvorteile des Unternehmens ermittelt. 41 Im Sinne einer umfassenden Immobilienbegutachtung sind auch ergänzende Informationen über das unmittelbare Projekt bzw. Objekt zu erheben. 42
3.1.5. Umfeldfaktoren
Die Umfeldfaktoren umfassen neben der Entwicklung und Situation der Bevölkerung sowie der Situation und Entwicklung der Gesamtwirtschaft auch die allgemeinen technologischen und politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen. 43 Die Analyse dieser Faktoren zeigt auf, welchen Restriktionen die Marktbeeinflussung unterworfen ist. Sie kann Anregungen für innovative Marketingkonzeptionen vermitteln und gleichzeitig Anpassungszwänge aufdecken. Zudem ermöglicht sie eine analytisch fundierte Einschätzung der Chancen und Risiken für bestimmte Marktaktivitäten. 44
40 vgl. Becker, J. (2001), S. 93
41 vgl. ebenda, S. 99f; Diller, H. (1998), S. 10
42 vgl. Falk, B. (1997), S. 131
43 vgl. Becker, J. (2005), S. 237; Kuß/Tomczak (2004), S. 33
44 vgl. Diller, H. (1998), S. 10f
13
3.2. Unternehmens- und Marketingziele
Die Spitze der Zielpyramide bildet der eigentliche Unternehmenszweck, der vorgibt, welche Arten von Leistungen das Unternehmen als Teil der Gesamtwirtschaft erbringen soll. 45 Weiterhin werden hier die Unternehmensgrundsätze festgehalten. 46 Die Unternehmens- und Marketingziele stellen eine zukunftorientierte Vorgabe für ein Immobilienunternehmen dar. Unternehmensziele können bspw. Rentabilitätsziele, Erlös- und Kostenziele, soziale Ziele sowie die Veränderung des Kapitalumschlags und des Unternehmenswertes sein. Im Vordergrund steht jedoch immer die Existenzsicherung des Unternehmens. Durch den Einsatz marketingpolitischer Instrumente sollen die Marketingziele erreicht werden. Zu diesen zählen bspw. die Veränderung des Marktanteils, der Kundenzufriedenheit, des Bekanntheitsgrades, des Images und der Präferenzen. 47 All diese Ziele sollen in einem bestimmten Zeitraum in einem gewissen Maße verändert werden. 48
3.3. Entwicklung von Immobilienmarketingstrategien
Voraussetzung für die systematische Erreichung der Ziele eines Unternehmens ist die Verfolgung adäquater Strategien. Diese zeigen die grundsätzlichen Wege und Muster der Zielrealisierung auf. Weiterhin werden durch sie die Regeln und Grundsätze für den zielführenden Einsatz des Marketinginstrumentariums festgelegt. 49 Damit sind Strategien ein Bindeglied zwischen den Zielen und dem operativen Marketing. 50
3.3.1. Marktsegmentierung
Zur Segmentierung des Marktes werden strategische Geschäftsfelder (SGF) bestimmt. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, wie sich der Zielmarkt räumlich und sachlich abgrenzt. Bezüglich der sachlichen Abgrenzung ist zu untersuchen, ob sich der relevante Markt eher produktbezogen oder zielgruppenbezogen aufgliedern
45 vgl. Meffert, H. (2000), S. 69
46 vgl. Becker, J. (2005), S. 238 47 vgl. Falk, B. (1997), S. 509f; Becker, J. (2005), S. 120 48 vgl. Kuß/Tomczak (2004), S. 120f 49 vgl. Becker, (2001), S. 137 50 vgl. Falk, B. (1997), S. 511
14
lässt. Hinsichtlich der räumlichen Abgrenzung ist zu klären, ob ein Unternehmen regional, national oder international tätig ist.
51
Der nächste Schritt ist die Zielmarktbestimmung. Ausgehend von den Erkenntnissen aus der Analyse müssen Immobilienunternehmen bei Investitionsentscheidungen prüfen, ob und in welchen Zielmarkt und in welche Immobilientypen investiert werden soll.
52
Auf die einzelnen Ansätze zur Beantwortung dieser Fragen soll aber nicht näher eingegangen werden, da dies im Rahmen dieser Arbeit keine Relevanz hat. Der letzte Schritt im Rahmen der Marktsegmentierung ist die Zielgruppenbestimmung. Auf Grund der strukturell bedingten Ungleichgewichte auf dem Immobilienmarkt ist es notwendig, eine langfristige Marketingorientierung zu betreiben. Die erwähnten Immobilientypen werden von verschiedenen Zielgruppen mit unterschiedlichen Anforderungen und Wünschen nachgefragt. Die Orientierung aller Marketingmaßnahmen an den differenzierten Kundengruppen ist daher unerlässlich.
53
Ein Beispiel für ein Zielgruppensegmentierungsmodell für den Wohnungsmarkt zeigt die Abbildung 3. Diese verdeutlicht die Notwendigkeit verschiedener Strategien.
Abb. 3: Zielgruppensegmentierungsmodell für den Wohnungsmarkt
(Quelle: in Anlehnung an Falk, B. (1997), S. 524)
51 vgl. Falk, B. (1997), S. 518f
52 vgl. ebenda, S. 520
53 vgl. ebenda, S. 522
15
3.3.2. Strategien der Unternehmen
Für Immobilienunternehmen gibt es verschiedene anwendbare Strategien. Diese unterteilen sich grundsätzlich in Basis-, Zielgruppen-Markt- und Marketing-Mix-Strategien. Unter diesen stehen jeweils weitere spezifischere Strategien. 54 An dieser Stelle werden nur beispielhaft einige Strategien beschrieben.
3.3.2.1. Produkt-Markt-Strategie
Geeignet ist diese Strategie insbesondere dann, wenn die Marktpotenzialausschöpfung in einzelnen Regionen oder in Bezug auf einzelne Immobilientypen nicht optimal ist. Oder aber auch, wenn es vernachlässigte Zielgruppen gibt, die durch gezielte Ansprache aktiviert werden können. 55 Mit der Festlegung einer Produkt-Markt-Strategie muss demnach eine konsequente Marktselektion betrieben werden. Die Ziel- und Produktmärkte sind unternehmensindividuell auf die Unternehmensphilosophie und den Schwerpunktbereich abzustimmen. Die Stärken-Schwächen-Analyse eines Immobilienunternehmens dient hier als Instrument zur Entscheidungsfindung. 56
3.3.2.2. Preisstrategie
Zur Einführung eines Produktes gehören im Rahmen der strategischen Planung auch Vorüberlegungen bezüglich der in Frage kommenden Preisstrategien. Grundsätzlich kann man hier fünf Strategien in Betracht ziehen. Neben diesen in den folgenden Absätzen näher erläuterten existieren aber auch noch andere Preisstrategien und Mischformen. 57
3.3.2.2.1. Premiumpreis-, Mediumpreis- und Discountpreis-Strategie
Diese drei Strategien sind die so genannten linearen Strategien. Sie eignen sich insbesondere dann, wenn keine Veränderungen in den in der Einführungsphase geltenden Kosten-, Markt- und Wettbewerbsbedingungen zu erwarten sind. Die
54 vgl. Falk, B. (1997), S. 522ff
55 vgl. ebenda, S. 534
56 vgl. ebenda, S. 533f
57 vgl. Voigt, K.-I. (2003), S. 710
16
Vorteile dieser Strategien sind in der Konsistenz und der Preiszuverlässigkeit zu sehen. Besondere Risiken ergeben sich bspw. durch das Auftreten preisaggressiver Konkurrenten (bei Premiumpreis-Strategie) oder durch einen zu langsamen Kapitalrückfluss (bei Discountpreis-Strategie).
58
3.3.2.2.2. Penetration- und Skimming-Strategie
Bei beiden Strategien existiert zum Zeitpunkt der Markteinführung eine bewusste Abweichung des Preises vom kurzfristig-optimalen Preis. Dadurch kommt es zu einem Gewinnverzicht in den ersten Perioden zu Gunsten höherer Gewinne in den folgenden. 59 Da es sich in diesem Marketingkonzept aber um ein zu Wohnzwecken zu vermietendes Objekt und somit um einen Mietpreis handelt, gilt es einen realistischen, dauerhaften Preis zu finden. 60
3.3.2.3. Wettbewerbsstrategie
Der Wettbewerb ist ein grundlegendes Element eines marktwirtschaftlichen Systems. 61 Eine Wettbewerbsstrategie setzt die Einbindung kompetitiver Maßnahmen in die eigene Planung voraus 62 . Hierbei gibt es verschiedene Verhaltensdimensionen, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind.
Tab. 1: Verhaltensdimensionen konkurrenzgerichteten Verhaltens (Quelle: in Anlehnung an Meffert, H. (2000), S. 284) Die Ausweich- und Anpassungsstrategien sind für die folgende Arbeit nicht relevant.
58 vgl. Voigt, K.-I. (2003), S. 710
59 vgl. ebenda, S. 711 60 vgl. Falk, B. (1997), S. 319 61 vgl. Becker, (2001), S. 371 62 vgl. Meffert, H. (2000), S. 282
17
3.3.2.3.1. Kooperationsstrategie
Verfügt man über keinen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, können Kooperationen angestrebt werden, um die Existenz des Unternehmens zu sichern. Die weitestgehende Form der Kooperation stellt die Zusammenarbeit dar. Die verschiedenen Ausprägungen der Kooperationen sind durch unterschiedliche Bindungsarten gekennzeichnet. Besonders häufig findet man vertraglich abgesicherte Kooperationen, wie bspw. Lizenzverträge, Managementverträge oder strategische Allianzen. 63
3.3.2.3.2. Konfliktstrategie
Entscheidet sich ein Unternehmen für die Konfliktstrategie, wird eine Konfrontation mit dem Wettbewerber bewusst in Kauf genommen. Sie verfolgt zumeist das Ziel, durch ein im Vergleich mit der Konkurrenz innovatives Verhalten Marktanteile zu gewinnen oder die Marktführerschaft zu übernehmen. Ein Direktangriff zielt auf einen Immobilientyp (Hauptproduktbereich des Konkurrenten) ab, indem neue, verbesserte oder preiswertere eigene Produkte die Marktstellung des Wettbewerbers erschüttern. 64
3.4. Festlegung der operativen Marketingmaßnahmen
Hierbei geht es um die Erarbeitung der Vorgaben für den operativen Planungsprozess, die Verwendung der Marketinginstrumente sowie deren koordinierten Einsatz. 65 Unterschieden werden muss dabei aber zwischen dem originären und dem derivaten Marketing. Das originäre Marketing umfasst alle Maßnahmen für das Immobilienunternehmen und seine eigenen Dienstleistungen. Beim derivaten Marketing hingegen stehen die Maßnahmen für das Immobilienobjekt im Mittelpunkt. 66 Im Weiteren wird nur auf die Bereiche des derivaten Marketings eingegangen, da der Schwerpunkt dieser Arbeit ein Immobilienobjekt und kein Immobilienunternehmen ist.
63 vgl. Meffert, H. (2000), S. 284
64 vgl. ebenda, S. 285f
65 vgl. Falk, B. (1997), S. 511
66 vgl. Kippes, S. (2001), S. 8
Quote paper:
Nadin Wozny, 2006, Erstellung eines Marktinkonzeptes für ein Studenten-Appartementhaus auf dem freien Immobilienmarkt, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Performance von Kommunikations- und Partizipationsinstrumenten im Chan...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Diploma Thesis, 130 Pages
Open Innovation - der Kunde als Wertschöpfungspartner in der Innovatio...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 16 Pages
Internationale Markteintrittsstrategien
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Merkmale und Inhalte eines Marketingplanes
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholary Paper (Seminar), 32 Pages
Erstellung einer Marketingkonzeption - Theorieteil
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Diploma Thesis, 27 Pages
Die Erfolgsfaktoren von Web 2.0-Anwendungen, dargestellt am Beispiel v...
Communications - Public Relations, Advertising, Marketing
Scholarly Research Paper, 34 Pages
Diagnostische Instrumente der Personalauswahl beim Sozialamt der Lande...
Business economics - Personnel and Organisation
Scholarly Research Paper, 29 Pages
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Mikropolitik in sozialen Organisationen
Illustriert am Beispiel der He...
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 23 Pages
Kundenzufriedenheit durch Total Quality Management dargestellt an eine...
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholarly Research Paper, 26 Pages
Marketing für ein Fitness-Studio (Marketingmanager BSA)
Sport - Sport Economics, Sport Management
Termpaper, 26 Pages
Open Innovation - der Kunde als Wertschöpfungspartner in der Innovatio...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 16 Pages
Nonprofit-Marketing einer caritativen stationären Altenhilfeeinrichtun...
Praktische Umsetzung des strat...
Nursing / Foster Care Management / Social Services
Master's Thesis, 66 Pages
Erarbeitung eines Marketingplanes für den Automobilhandel
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Diploma Thesis, 96 Pages
Nadin Wozny has published the text Erstellung eines Marktinkonzeptes für ein Studenten-Appartementhaus auf dem freien Immobilienmarkt
Nadin Wozny has uploaded a new text
Fidel y la Religion: Conversaciones Con Frei Betto Sobre el Marxismo y...
Fidel Castro, Frei Betto
Der chinesische Immobilienmarkt. Entwicklungsphasen, Tendenzen, Potenz...
Eine kritische Analyse der vol...
Katja Henschke
Economics Today and Tomorrow: Spanish Reading Essentials and Study Gui...
McGraw-Hill/Glencoe
0 comments