I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1. EINLEITUNG 2
2. JUDENCHRISTEN, HEIDEN, GOTTESFÜRCHTIGE UND
PROSELYTEN. 2
3. APOSTELGESCHICHTE 10, 1-48 3
3.1. Der Verfasser der Apostelgeschichte 3
3.2. Die Adressaten der Apostelgeschichte. 5
3.3. Die Protagonisten in Apostelgeschichte 10,1-48. 5
3.3.1. Der Apostel Petrus. 5
3.3.2. Der Hauptmann Kornelius 6
3.4. Die Bedeutung von Apostelgeschichte 10,1-48 im Hinblick auf die
Heidenmission 7
3.5. Die Rolle des Petrus in Apg 10,1-48 10
4. SCHLUSSBETRACHTUNG 11
1
1. Einleitung
Die Apostelgeschichte ist nicht als Geschichtsschreibung im heutigen Sinne zu verstehen. Sie erfüllt deshalb auch nicht die Funktion eines historischen Tatsachenberichtes. Vielmehr schreibt der Verfasser der Apostelgeschichte für eine bestimmte Leserschaft und die Vermittlung eines theologischen Sinnes steht im Vordergrund. Die Frage, für welche Leserschaft der Autor der Apostelgeschichte schreibt, soll im Weiteren geklärt werden. Im Rahmen dieser Ausarbeitung soll ebenso auf die Person des Verfasser und auf deren Hintergründe eingegangen werde. Dadurch wird der im Folgenden genauer zu untersuchende Abschnitt Apostelgeschichte 10,1-48 mit notwendigem Basiswissen untermauert, sodass sie leichter zugänglich und verständlich wird. Die Apostelgeschichte selbst, beschäftigt sich nicht wie der Name vermuten lässt mit den Taten der Apostel. Sie beschreibt vielmehr die Ausbreitung des Evangeliums von Jerusalem bis nach Rom oder wie es in der Apg 1,8 heißt „und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ Die Grenzen der bekannten Welt bezeichnen hier die Grenzen des römischen Reiches, welche im damaligen Weltverständnis als Grenzen der Erde galten.
2. Judenchristen, Heiden, Gottesfürchtige und
Proselyten
In der Apostelgeschichte findet sich eine Reihe von Bezeichnungen für Nicht-Juden, die an dieser Stelle kurz erläutert werden sollen. Judenchristen bezeichnen Juden, die sich zum Christentum bekannt haben. Jude ist man durch Geburt, wenn die Mutter eine Jüdin ist. Die Konversion vom Juden zum Judenchristen war der Weg, den die ersten Urchristen, wie z.B. die Apostel und deren Jünger, genommen haben. Ein Übertritt vom Judentum zum Judenchristentum war vermutlich relativ unproblematisch.
2
Auf Grund der strengen jüdischen Glaubenregeln war den Juden die Tischgemeinschaft mit Nicht-Juden verboten. Besonders im Hinblick auf das Diasporajudentum ist davon auszugehen, das jüdische Vorschriften der Situation in der Diaspora entsprechend pragmatischer und liberaler ausgelegt und praktiziert wurden.
Als Heiden bezeichnet man im Verständnis des Neuen Testaments Menschen, die keine Juden sind, später auch solche, die weder Jude noch Christ sind. Heiden sind im Verständnis des Neuen Testaments Anhänger polytheistischer oder indigener Religionen. Der Begriff ‚Heide’ kommt jedoch weder im AT noch im NT in dieser Form vor. Die christlichen und jüdischen Schriften sprechen in diesem Zusammenhang von den ‚Völkern’ im Gegensatz zum ‚Volk Gottes’.
Unter dem Begriff der Gottesfürchtigen versteht man Menschen, die dem Judentum und dem jüdischen Monotheismus zugetan sind, sich aber nicht den strengen Gesetzen des Judentums unterworfen haben. Sie folgen beispielsweise nicht den Speiseregeln, wie es gesetzesobservante Juden tun, noch sind sie beschnitten. Ein Gottesfürchtiger begegnet uns beispielsweise in der Person des Hauptmannes Kornelius. Proselyten bezeichnen hingegen zum Judentum konvertierte Ungläubige aus dem Heidentum. Sie haben sich den jüdischen Gesetzten voll und ganz unterworfen. Das Proselytentum stellt die größtmögliche Annäherung eines Nicht-Juden an das Judentum dar.
3. Apostelgeschichte 10, 1-48
3.1. Der Verfasser der Apostelgeschichte
Einheitsübersetzung 1 Die nennt Lukas als Verfasser der
Apostelgeschichte. Über die Person des Verfassers ist nur wenig bekannt und sowohl das Lukasevangelium als auch die Apostelgeschichte nennen keinen Verfassernamen. Kliesch beispielsweise vertritt die Ansicht, dass
1 Die Bibel: Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung. Freiburg u.a.: Herder 1991. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit beziehen sich sämtliche Bibelzitate auf diese Ausgabe und werden auf Grund dessen nach der gängigen Form: Buchname, Kapitelnummer, Versziffer zitiert. (ebd.: 1226)
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Arbeit zitieren:
Benjamin Kirchler, 2006, Die Taufe des Kornelius und der Begin der Heidenmission ( Apostelgeschichte 10,1-10,48), München, GRIN Verlag GmbH
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