Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Grundsätze der Lernfeldkonzeption 4
2.1 Didaktische Grundsätze 5
2.2 Der strukturelle Aufbau von Lernfeldern 6
3. Instrumente der Lernfeldstrukturierung 7
3.1 Exemplarität 7
3.2 Handlungs- und Fachsystematik 8
4. Gestaltungskriterien für Lehr- Lernsituationen 9
4.1 Didaktische Umsetzung 9
4.2 Anforderungen an Schulen und Lehrpersonal 10
5. Kritikpunkte 11
6. Fazit 12
7. Literaturverzeichnis 14
1
1. Einleitung
Seit dem Jahr 1996 bilden die » Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrplänen der Kultusministerkonferenz (KMK) für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule und ihre Abstimmung mit Ausbildungsordnungen des Bundes für anerkannte Ausbildungsberufe « die Grundlage für Strukturierung des Unterrichts in Lernfeldern. Berücksichtigt werden sollen damit die erweiterten Qualifikationsanforderungen an die Auszubildenden aufgrund der Veränderungen in der Organisation von Arbeits- und Geschäftsprozessen in den Betrieben. 1 Berufliche Tätigkeitsfelder sollen damit eine wesentliche Bezugsebene für den Berufsschulunterricht werden und die für den Wandel ursächlichen Erkenntnisse aus den Fachwissenschaften aufnehmen. Bei der Ausgestaltung der Lernfelder ist dabei der ganzheitlich ausgerichtete Bildungsauftrag der Berufsschule zu berücksichtigen, insbesondere der Zielbezug des Ausbildungsberufes zur späteren beruflichen Tätigkeit im Hinblick auf Grundlagenwissen, Wissenschaftsbezug, Systematisierung, Umwelt und Sicherheit, Reflexion und Verknüpfungen sowie berufsübergreifende Aspekte des Individuums durch Förderung der eigenen Lebensgestaltung und des gesellschaftlichen Engagements. 2 Die KMK will dafür keine Lehr-Lernmethode festlegen, empfiehlt jedoch Methoden, die zum selbständigen und selbstbewussten Denken und Handeln erziehen. Insbesondere Methoden, welche die Handlungskompetenz der Auszubildenden fördern, sollen deshalb in der Unterrichtsgestaltung angemessen berücksichtigt werden, grundsätzlich kann aber jede methodische Vorgehensweise zum Gelingen beitragen. Bildungsauftrag der Schule ist es, als gleichberechtigter Partner zu den Ausbildungsbetrieben die berufliche Grund- und Fachbildung zu vermitteln und die bereits erworbene Allgemeinbildung zu erweitern. Im Einzelnen ist die Aufgabe der Berufsschule die Vermittlung a) einer Berufsfähigkeit, die Fachkompetenzen mit allgemeinen Fähigkeiten humaner und sozialer Art verbindet; b) einer beruflichen Flexibilität, die den sich wandelnden Anforderungen der Arbeitswelt und Gesellschaft auch im Hinblick auf die zunehmende Europäisierung gerecht wird;
c) der Bereitwilligkeit zu beruflichen Fort- und Weiterbildung und d) der Befähigung
1 Handreichungen für die Erarbeitung von Rahmenlehrp länen der Kultusministerkonferenz (KMK) für
den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule und ihre Abstimmung mit Aus-
bildungsordnungen des Bundes für anerkannte Ausbildungsberufe, Bonn 2000, 2 Vgl. a. a. O., 4.
2
und Bereitschaft, bei der individuellen Lebensgestaltung und im öffentlichen Leben verantwortungsbewusst zu handeln. Eine Umsetzung dieser Ziele soll in Berufsschulen erreicht werden durch a) eine an Handlungsorientierung ausgerichtete Pädagogik; b) die Vermittlung berufs- und berufsfeldübergreifender Qualifikationen unter Beachtung notwendiger beruflicher Spezialisierung; c) die Gewährleistung eines differenzierten und flexiblen Bildungsangebotes, um unterschiedliche Fähigkeiten und Begabungen zu fördern und den Erfordernissen in der Arbeitswelt und Gesellschaft gerecht zu werden; d) die umfassende Stützung und Förderung von Behinderten und Benachteiligten und d) die Vermittlung einer der Umwelt angepassten beruflichen und privaten Lebensführung. Als weitere Ziele im allgemein bildenden Unterricht soll die Berufsschule es ermöglichen, die (aktuellen) Kernprobleme der Menschheit zu behandeln wie zum Beispiel: a) Arbeit und Arbeitslosigkeit; b) friedvolles Miteinander aller Menschen und Kulturen unter Wahrung der kulturellen Identitäten; c) Erhaltung der natürlichen Ressourcen und d) Sicherstellung der Menschenrechte. 3 Die von der KMK herausgegebenen Richtlinien sind vor nunmehr 10 Jahren eingeführt worden. Aufgrund dieser Tatsache ließe sich wohl die Vermutung anstellen, dass das Lernfeldkonzept in den Berufsschulen inzwischen umgesetzt und mit Leben gefüllt wurde. Im Januar/Februar dieses Jahres hatten die Studenten des Studienganges Master LBS Elektro- Metalltechnik ein Schulpraktikum zu absolvieren. Die insgesamt 25 Studenten, zu denen auch ich gehöre, wurden auf verschiedene Berufsschulen im Umkreis von Osnabrück aufgeteilt. Durch die nach dem Praktikum durchgeführten Reflexionsberichte der einzelnen Studenten ist mir bewusst geworden, dass ich wohl als Einziger in den Genuss gekommen bin, die von der KMK empfohlene Unterrichtsform der Handlungsorientierung kennen zu lernen. Auch wenn es sich bei meiner gemachten Beobachtung um eine Alltagserfahrung und keine empirisch untermauerte Studie handelt, so kann ich daraus zwar keine allgemeine Gültigkeit meiner Erfahrung schließen, aber nichtsdestotrotz eine gewisse tendenziöse Strömung erkennen. Aufgrund meiner großen Verwunderung bezüglich dieser gemachten Erfahrung ist der Entschluss schnell in mir gereift, die Lernfeldkonzeption im Rahmen meiner Hausarbeit zum Seminar „Ausgewählte Komponenten des didaktischen Handlungsfeldes“ als Thema zu behandeln. Die
3 Vgl. a. a. O., 7-9.
3
Fragen, die sich in mir formulierten, waren: Was sind die Hintergründe für die anscheinend schleppende Umsetzung der Empfehlungen der KMK? Gibt es konstruktive Schwächen im Lernfeldkonzept, die der praktischen Umsetzung in den Berufsschulen im Wege stehen? In welchen Bereichen gilt es, Schwachpunkte aufzudecken und zu beseitigen?
Zur Klärung meiner Fragen möchte ich im folgenden Kapitel die grundsätzliche Konstruktion des Lernfeldkonzeptes erläutern, um in Kapitel 3 die Instrumente der Lernfeldstrukturierung in Bezug auf die von der KMK geforderte Exemplarität sowie die die Zusammenhänge zwischen Handlungs- und Fachsystematik aufzuzeigen. In Kapitel 4 werde ich auf die Gestaltungskriterien für die im Lernfeldkonzept erforderlichen Gestaltungskriterien eingehen, speziell die notwendige didaktische Umsetzung bzw. Anpassung der Curricula und die daraus resultierenden Anforderungen an Berufsschulen und Lehrpersonal, um hiernach die häufig angesprochenen Kritikpunkte zum Lernfeldkonzept zu beleuchten. Als letztes möchte ich unter Punkt 6 in meinem abschließenden Resümee aufzeigen, ob meine anfangs gestellten Fragen hinreichend und zufrieden stellend beantwortet sind.
2. Grundsätze der Lernfeldkonzeption
Die KMK stellt die Entwicklung von Handlungskompetenz in den Vordergrund. Diese Handlungskompetenz » wird verstanden als die Bereitschaft und Fähigkeit des einzelnen [sic], sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Fachkompetenz, Personalkompetenz und Sachkompetenz. « 4
» Fachkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen.
Personalkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, als individuelle Persönlichkeit die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln. Sie umfasst personale Eigenschaften wie Selbständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Zu ihr gehören insbesondere auch die Entwicklung durchdachter Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte.
4 A. a. O., 9.
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Dipl.-Ing. Klaus Wewer, 2006, Theoretische Aspekte des Lernfeldkonzeptes, Munich, GRIN Publishing GmbH
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