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Nadia Ham dan
Fächerkom binat ion: Germ anist ik / I nform at ionswissenschaft Sem est eranzahl: 4
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1. Vor wor t S 3
2. Die Wiener Genesis im Kont ex t der Epoche S 4
3. Zur Überlieferung der Handschrift en
der alt hochdeut schen Genesis S 5
4.. Zum Ver fasser Problem S 7
5.. An wen r icht et e sich die Wiener Genesis S 8
6. Die Wiener Genesis als Lehr dicht ung S 9
6.1. Außerbiblische Quellen S 11
6.1.1. Über die Vorlagen der Luzifer
Geschicht e S 12
6.1.2. Zur Lehre August ins S 14
6.2. Die Spr ache der Wiener Genesis S 15
7. Schlusswort S 17
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Die v orliegende Arbeit beschäft igt sich m it der „ Wiener Genesis“ . Es soll ein Über blick über den Tex t und seine Quellen, sowie dessen Bedeut ung im zeit lichen Kont ext gegeben wer den.
Eine Besonderheit st ellt die Geschicht e Luzifer s und sein Fall aus der Gnade Got t es dar , daher wird auf diesen Aspek t in der Arbeit besonder s eingegangen.
Mit t e des 11. Jahr hundert s ent st and – v er m ut lich in Kär nt en - die „ Alt deut sche Genesis“ . Sie ist in drei Sam m elhandschr ift en überliefert . Da die Wiener Handschrift - „ in der er st en Hälft e des 12. Jahr hundert s in schöner k ar olingischer Minuskel“ 1 geschr ieben - nicht nur „ den best en Text biet et “ , sondern auch allgem ein als Vor lage für die beiden weit eren er halt enen Handschrift en - die Millst ädt er und die Vorauer Handschrift - gilt , w ird sie Gr undlage dieser Ar beit sein.
Zunächst werden die Herkunft und das Ent st ehungsdat um der drei er halt enen Handschrift en beleucht et , daran anschließend wird die Frage nach dem Verfasser des Text es k urz anger issen.
Aus Gr ünden der Über sicht lichk eit wird hier inhalt lich nur ein k leiner Teil der Wiener Genesis behandelt , und zw ar v om Beginn bis zur Er schaffung des Adam , ( Zeile 1 – 231 in der Wiener Genesis, ent sprechend Genesis 1,1 – 2,4a in der Bibel) w as der I nt erpr et at ion von Eßer ent spricht . Ex em plar isch wer den am Beispiel vom Fall Luzifers ( Zeile 17 – 39 der Wiener Genesis, in der Bibel findet sich keine Ent sprechung dieses Abschnit t s ) die Absicht en des Dicht ers er läut ert - an wen war der Text m ut m asslich gericht et , wollt e der Dicht er haupt sächlich erzählen oder belehren? Es folgt ein kur zer Anr iss über seine Haupt quellen, soweit sie nicht biblischer Her kunft sind, und die daran anschließende Fr age ob die Wiener Genesis als Lehr dicht ung k onzipiert war , was heut e der
1 Dollm ayr, Vict or: Die alt deut sche Genesis nach der Wiener Handschrift : Halle / Saale,
1932, S. I V
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allgem einen wissenschaft lichen Auffassung ent spricht . Davon ausgehend wird kurz auf die spr achlichen Besonderheit en des Text es eingegangen.
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I m fr ühen Mit t elalt er enst anden Schrift en in deut scher Sprache
haupt sächlich zu dem Zweck, chr ist liches Gedankengut auch an das Volk zu verm it t eln, das der lat einischen Sprache nicht m ächt ig war . Wer ke w ie das “Wessobr unner Gebet “ 770/ 90; „ Muspilli“, Anfang des 9.Jahrhunder t s, sowie der „ Heliand“ um 830 sind Beispiele für er st e alt hochdeut sche, chr ist liche Lit erat ur.
Auch er halt en gebliebene Wer ke aus der Zeit v on 1050 bis 1170 best ehen überwiegend aus geist licher , religiöser Lit erat ur .
I m 11.Jahr hundert ent st and geist liche Lehrdicht ung wie das frühm it t elhochdeut sche „ Ezzolied“, auch „ Ezzos Gesang“ genannt . Hier wird „ Das Welt geschehen vom Anfang der Zeit en bis zur Erlösungst at Got t es“ 2 zusam m engefasst . Erhalt en geblieben ist es in der Vor auer Handschr ift des spät er en 12. Jahr hundert s. Weit er zu er wähnen sind hier das „ Leben Jesu“ der Fr au Av a ( der ält est en nam ent lich bekannt en Dicht erin deut scher Sprache) , das et w a 1120 ent st and, und das „ Annolied“ ( Ende des 11. Jahrhundert s) .
I hre Blüt e er lebt die Bibeldicht ung in der Mit t e des 11. Jahr hundert s.
Die „ Wiener Genesis“ wir d als erst er „ großepischer Versuch“ 3 bezeichnet . „ Biblische Vor gänge wer den zu m ahnenden Er eignissen [ ...] “ 4 und Auslegungen des Alt en Test am ent s bet onen insbesondere die Macht und Gr öße Got t es 5 . „ Rhet orischer Schm uck“ 6 w ird im Wer k verm ieden.
2 Neum ann, Friedrich: Geschicht e der Alt deut schen Lit erat ur: Berlin, 1966, S.74
3 Neum ann, S. 77
4 Neum ann, ebd.
5 Vgl. Sowinsk i, Bernhard: Lehrhaft e Dicht ung des Mit t elalt ers: St ut t gart , 1971, S. 35f
6 Neum ann, S. 78
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Die frühm it t elhochdeut sche Genesis ist in dr ei Handschr ift en über liefert : Eine Wiener , eine Vorauer und eine Millst ädt er Handschrift . Zwar wird „ M. [ Die Millst ädt er Handschrift ] einst im m ig als die j ünger e dieser beiden Handschr ift en [ Wiener und Millst ädt er ] bet r acht et “, so Sm it s 7 , doch ist die Fr age, w elche als die „ Mut t erhandschr ift “, und som it als die ält est e, anzusehen ist von der Wissenschaft noch nicht vollst ändig geklär t . Sowohl die Millst ädt er als auch die Wiener Handschrift ent halt en in derselben Reihenfolge „ Genesis“, „ Phy siologus“ 8 und „ Exodus“. Let zt er e bleibt in der Wiener Handschrift allerdings unvollst ändig. Diem er folger t daraus, dass beide Handschrift en einer gem einsam en Mut t er handschrift ent st am m en. Jene Mut t erhandschr ift , Sm it s nennt sie „ * WM“, hat t e wiederum eine gem einsam e Vorlage m it der Vorauer Handschr ift , die Diem er j edoch noch im m er nicht als das Original ansieht . 9 Auch Menhardt sieht die Wiener Handschr ift als „ konser vat ive Abschr ift “ der „ * WM“. Wenig spät er sei die Millst ädt er Handschr ift als Bearbeit ung aus * WM herv or gegangen. 1195 seien die erst en fünf Seit en der Wiener Schrift illust r ier t worden. 10 Die Bilder sind bis heut e erhalt en geblieben, j edoch bleibt der für die I llust r at ionen vorgesehene Teil im weit eren Ver lauf der Schr ift leer.
Hella Voss ist ähnlicher Ansicht : Die Wiener Handschrift sei die Mut t erhandschr ift aus der dann die Millst ädt er Handschr ift ent st and. Voss
7 Sm it s, Kat hryn: Die frühm it t elhochdeut sche Wiener Genesis. Krit ische Ausgabe: Berlin, 1972, S.10 8 Griech.: „Der Nat urkundige“. Spät griechische Nat urlehre, die Pflanzen, St eine und Tiere beschreibt und allegorisch auf das Heilsgeschehen hindeut et . Der Physiologus führt m it lehrhaft er Absicht richt iges Verhalt en in der Welt sowie im Klost er vor.
9 Vgl. Sm it s, S. 11 10 Eßer, Josef: Die Schöpfungsgeschicht e in der Alt deut schen Genesis: Göppingen, 1987, S. 22
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Nadia Hamdan, 2000, Die Wiener Genesis unter besonderer Berücksichtigung der Luzifer Geschichte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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