Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ausdauer 4
4
2.1 Was ist Ausdauer? Definitionen
5
2.2 Einordnung in das System der Leistungsvoraussetzungen
5
2.3 Differenzierungsmöglichkeiten
2.3.1 Aus sportmedizinischer Sicht 6
2.3.2 Aus trainingswissenschaftlicher Sicht 7
2.3.2.1 Grundlagenausdauer 7
2.3.2.2 Spezielle/Spezifische Ausdauer 8
2.3.2.2.1 Sprint- und Schnelligkeitsausdauer 8
2.3.2.2.2 Kurzzeitausdauer 9
2.3.2.2.3 Mittelzeitzeitausdauer 9
2.3.2.2.4 Langzeitzeitausdauer 9
2.3.2.3. Ausdauer für azyklische Wettkampfübungen 10
3. Ausdauertraining 11
11
3.1 Methoden des Ausdauertrainings
3.1.1 Die Dauermethode 11
3.1.2 Methoden mit intermittierenden Belastungen 13
3.1.2.1 Die Intervallmethode 13
3.1.2.2 Die Wiederholungsmethode 14
3.1.3 Die Wettkampfmethode 14
3.1.4 Die Fartlek-Methode 15
15
3.2 Das Training der Ausdauerarten
3.2.1 Grundlagenausdauertraining 15
3.2.2 Schnelligkeitsausdauertraining 16
3.2.3 Kurzzeitausdauertraining 17
3.2.4 Mittelzeitausdauertraining 17
3.2.5 Langzeitausdauertraining 18
18
3.3 Adaptationserscheinungen nach Ausdauertraining
19
3.4 Möglichkeiten der Leistungsdiagnostik
3.4.1 Der Zweistreckentest 19
3.4.2 Der Cooper-Test 20
3.4.3 Der Conconi-Test 20
4. Zusammenfassung 21
5. Literaturverzeichnis 22
6. Anhang 23
2
1. Einleitung
Die hier vorliegende Arbeit befasst sich mit der konditionellen Leistungsvoraussetzung Ausdauer. Dabei liegt der Focus auf einer trainingswissenschaftlichen Herangehensweise, was auch dem Charakter des Seminars, in dessen Rahmen sie angefertigt worden ist, entspricht. Wo sportmedizinische Aspekte fürs Verstehen der Zusammenhänge und/oder aus Gründen der Übersichtlichkeit hilfreich oder gar notwendig sind, finden sie natürlich auch Berücksichtigung. Ansonsten sollen grundlegende (sportmedizinische) Gebiete der Trainingswissenschaft, wie etwa die Mechanismen der aeroben und anaeroben Energieresynthese, hier nicht behandelt werden. Auch wird keine Auseinandersetzung mit allgemeinen leistungsfaktorenübergreifenden trainingswissenschaftlichen Aspekten oder Prinzipien erfolgen, da dies dem Umfang einer Hausarbeit nicht gerecht werden würde. Die Konzentration wird also voll und ganz auf der Leistungsvoraussetzung Ausdauer liegen.
Inhaltlich widmet sich die Arbeit den zwei Hauptkomplexen Ausdauer und Ausdauertraining, wobei letzterer den Schwerpunkt bildet. Ziel ist es die Charakteristik der Ausdauer und ihrer Unterkategorien zu bestimmen, sowie die Möglichkeiten, die es für das Training der Ausdauer gibt, logisch und unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Methoden und Ausdauertypen, darzustellen. Abschließend werden zusätzlich einige leistungsdiagnostische Verfahren im Ausdauersport kurz vorgestellt. Bei all dem orientiert sich die Arbeit in literarischer und systematischer Hinsicht hauptsächlich an der Linie des Buches Trainingswissenschaft: Leistung-Training-Wettkampf von Schnabel/Harre/Krug/Borde (2003), das in punkto Aktualität und Ausführlichkeit eines der führenden Werke in der Trainingswissenschaft darstellt.
2. Ausdauer
2.1 Was ist Ausdauer? - Definitionen
Um diese Frage zu beantworten, werden an dieser Stelle einige Definition aus der Fachliteratur vorgestellt:
Hohmann/Lames/Letzelter (2003) verstehen unter Ausdauer die
Ermüdungswiderstandsfähigkeit, die es ermöglicht eine gewählte Intensität möglichst lange
3
aufrecht zu erhalten und den Intensitätsabfall so weit wie möglich begrenzen zu können. Des Weiteren ermöglicht sie es die sportliche Technik und das taktische Verhalten über längere Zeit zu stabilisieren und, im Sinne von Regenerationsfähigkeit, sich nach einer Belastung schnell erholen zu können (vgl. S. 51).
Für Hollmann/Hettinger (2000) ist Ausdauer „charakterisiert durch die Fähigkeit eine gegebene Leistung über einen möglichst langen Zeitraum durchhalten zu können. Somit ist [sie] identisch mit Ermüdungs-Widerstandsfähigkeit“ (S. 262).
Schnabel et al. (2003) definieren Ausdauer als die konditionelle Fähigkeit der „Widerstandsfähigkeit gegenüber Ermüdung, die bei sportlichen Belastungen ermüdungsbedingte Leistungsverluste mindert“ (S. 166).
Grosser/Zintl (1994) sehen in ihr die „[physische und psychische]
Ermüdungswiderstandsfähigkeit plus rasche Erholungsfähigkeit“ (S. 115), und für Peters/Phillip (1986) ist sie „ein Sammelbegriff, ein theoretisches Konstrukt, das nie isoliert zu sehen ist [und] … kann als diejenige Zeitspanne definiert werden, in der eine gegebene sportliche Belastung bewältigt wird“ (S.26).
Mit Ausnahme der letzten Definition von Peters\Phillip, die Ausdauer mit Belastungsdauer gleichsetzt, kristallisieren sich also zwei Hauptcharakteristika heraus, die auch die Auffassung von Ausdauer im Verlauf dieser Arbeit bestimmen werden: Ausdauer ist 1. die (physische und psychische) Ermüdungswiderstandsfähigkeit und 2. die Regenerationsfähigkeit hinsichtlich sportlicher Belastungen.
2.2 Einordnung in das System der Leistungsvoraussetzungen
Die Leistungsvoraussetzung Ausdauer ist nur eine Größe hinsichtlich der Güte einer sportlichen Leistung. Zusammen mit den Leistungsvoraussetzungen Kraft und Schnelligkeit bildet sie den Leistungsfaktor Kondition 1 , der wiederum im Produkt mit dem überwiegend angeborenen Leistungsfaktor Konstitution und den überwiegend erworbenen Leistungs-faktoren Koordination/Technik und Taktik die sportliche Leistungsfähigkeit bildet, also das, was momentan geleistet werden könnte. Was tatsächlich geleistet wird - der Leistungszustand
1 Martin/Carl/Lehnertz (1993) ordnen zusätzlich dem Faktor Kondition die Beweglichkeit zu
4
- ergibt sich aus der (aktuellen) Leistungsfähigkeit und der Leistungsbereitschaft, die sich aus den persönlichkeitsabhängigen psychischen Leistungs- und Verhaltenseigenschaften ableitet 2 . Letzterer schreiben Schnabel et al. (2003) eine zentrale Bedeutung für die Leistungsfähigkeit zu, denn „jede Leistung ist wesentlich durch die Persönlichkeit bestimmt“ und die Leistungsvoraussetzung Psyche/Persönlichkeit kann daher nicht „nur als ein Faktor unter anderen betrachtet werden“ (S. 45).
Die bis hierhin erläuterten Faktoren bilden zusammen die personale Seite der Leistungsvoraussetzungen und sind für die Güte einer sportlichen Leistung elementar. Letztendlich wird diese aber auch von den äußeren, apersonalen Leistungsvoraussetzungen mitbestimmt, bei denen soziale und materielle Einflüsse unterschieden werden können.
Anzumerken ist noch, dass alle Leistungsvoraussetzungen nicht isoliert von einander betrachtet werden können, sondern dass sie in „vielschichtigen wechselseitigen Beziehungen“ (Schnabel et al., 2003, S. 46) stehen. Dies muss z.B. in der Analyse der Leistungsstruktur, der Trainingsgestaltung und der Leistungsdiagnostik beachtet werden.
2.3 Differenzierungsmöglichkeiten der Ausdauer
Wie lässt sich der Komplex Ausdauer nun untergliedern? Hohmann/Lames/Letzelter (2003) geben in Anlehnung an Zintl (1988) vier Einteilungskriterien an (S. 63, Tab.2.3,). Danach kann zum einen nach der Bedeutung für das sportspezifische Leistungsvermögen in Allgemeine (Basisvermögen, weitgehend sportartunabhängige) und Spezielle
(sportartspezifische) Ausdauer unterschieden werden. Letztere lässt sich noch weiter untergliedern, in Grundlagenausdauer I und II, sowie in die wettkampfspezifische Ausdauer.
Zum anderen ist eine Differenzierung nach der Art der vorrangigen Energiebereitstellung möglich, in aerobe, anaerob-laktazide und anaerob-alaktazide Ausdauer.
Ein weiteres mögliches Kriterium ist die Belastungsdauer. Das Spektrum reicht von Kurzzeit-(35 Sekunden - 2 Minuten), über Mittelzeit- (2-10 min) bis hin zur Langzeitausdauer (über 10
2 für eine Veranschaulichung der Leistungsvoraussetzungen vgl. Abb. 1
5
min). Die Langzeitausdauer (LZA) wird zusätzlich in LZA I (10-35 min), LZA II (35-90 min) und LZA III (über 90 min) unterteilt 3 .
Schließlich ist noch eine Differenzierung nach dem Umfang der beanspruchten Muskulatur möglich. Werden mehr als 2/3 der Muskeln beansprucht spricht man von globaler Ausdauer. Zwischen 1/3 und 2/3 handelt es sich um regionale- und unter 1/3 um lokale Ausdauer.
2.3.1 Aus sportmedizinischer Sicht
Hollmann/Hettinger (2000) untergliedern die Leistungsvoraussetzung Ausdauer aus sportmedizinischer Perspektive nach morphologischen, biochemischen und biophysikalischen Aspekten (vgl. S. 262, 263). Dabei wird zuerst einmal auf morphologischer Ebene nach dem Größenumfang der an der sportlichen Leistung beteiligten Muskulatur in lokale (weniger als 1/6 - 1/7 der Skelettmuskulatur 4 ) und allgemeine (mehr als 1/6 - 1/7 der Skelettmuskulatur) Ausdauer unterschieden. Untergeordnet erfolgt dann auf biochemischer Ebene die Differenzierung nach der Art der vorrangigen Energiebereitstellung, in aerob bzw. anaerob. Schließlich wird noch auf unterster Ebene, nach biophysikalischen Gesichtspunkten, die Art der Muskelarbeit in statisch und dynamisch untergliedert.
Somit ergeben sich insgesamt acht Ausdauerformen:
lokale-aerobe-statische Ausdauer allgemeine-aerobe-statische Ausdauer lokale-aerobe-dynamische Ausdauer allgemeine-aerobe-dynamische Ausdauer lokale-anaerobe-statische Ausdauer allgemeine-anaerobe-statische Ausdauer lokale-anaerobe-dynamische Ausdauer allgemeine-anaerobe-dynamische Ausd.
3 Schnabel et al. (2003) geben neben den genannten Ausdauertypen zusätzlich noch die Sprint- und Schnelligkeitsausdauer (unter 35 Sekunden) und die LZA IV (über 4 Stunden) an
4 1/6 - 1/7 der Skelettmuskulatur entspricht durchschnittlich der Gesamtmuskelmasse eines gut entwickelten Beins (vgl. Hollmann/Hettinger, 2000, S. 263)
6
Arbeit zitieren:
Mathias Wick, 2004, Ausdauer und Ausdauertraining, München, GRIN Verlag GmbH
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