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I n h a l t s v e r z e i c h n i s S e i t e
Lautliche Besonderheiten der südslawischen Sprachen 3
0. Einleitung
Das ýakavische und seine dialektale Umgebung 1.
2. Faust Vranþiü im Kontext seiner Zeit 7
3. Über das Dictionarium quinque nobilissimarum Europeae
0. linguarum: Latinae, Italicae, Germanicae, Dalmaticae et
1. Hungaricae 8
4. Exemplarisch-komparative Wortliste
4.1. Methodische Vorüberlegung
4.2. Kommentierte Auflistung
5. Fazit
Literaturverzeichnis
Anhang 25
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Lautliche Besonderheiten der südslawischen Sprachen
c = [z]
þ = [tsch] ü = [tch] lj = [lj] zu einem Laut verschmolzen; etwa wie bei ‚Familie’ dž = [dsch] wie bei ‚Dschungel’ ÿ = [d] mit weichem [j] - Nachschlag h = [ch] als „ach“- Laut r = gerolltes Zungen – R; kann auch als vokalisches R eine Silbe bilden und kann dabei lang, kurz, betont oder unbetont sein s = stimmloses [s] š = stimmloses [sch] v = [w] z = stimmhaftes [s] ž = stimmhaftes [sch] wie bei ‚Garage’ oder ‚Loge’
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0. Einleitung
Das 1595 in Venedig veröffentlichte „Dictionarium quinque nobilissimarum Europeae linguarum: Latinae, Italicae, Germanicae, Dalmaticae et Hungaricae“ des Gelehrten Faust Vranþiü (1551 – 1617) gilt als das erste dokumentierte Wörterbuch der kroatischen Sprache in der Geschichte. Kroatisch ist eine der drei „Nachfolgesprachen“ des Serbokroatischen. Neben Kroatisch gehören hierzu noch Bosnisch und Serbisch. Politisch gesehen handelt es sich um unterschiedliche Amtssprachen, linguistisch gesehen ist diese Sichtweise kaum haltbar. Trotz einiger Unterschiede in Grafie und Lexik gibt es zwischen Kroaten, Serben und Bosniern eigentlich keine Verständigungsschwierigkeiten. Vielmehr fehlt weitgehend die Bereitschaft miteinander zu kommunizieren. Die gegenseitige Trennung nach dem letzten Bürgerkrieg war und ist rein soziolinguistisch motiviert.
Vranþiüs „Dictionarium“ erhält als Quelle expliziter kroatischer Sprachhistorie natürlich eine immense ideologische Bedeutung für die Kroaten. Das linguistische Gewicht der Einflussnahme auf spätere Sprachentwicklung wird dagegen in der Linguistik als nicht besonders hoch eingestuft (s. Bockholt 1990: 419 f.). Dieses liege eher bei späteren Werken. Da es sich immerhin aber um den ersten schriftlichen Nachweis handelt, sei ihm die folgende diachrone Untersuchung gewidmet.
Einführend soll ein biografischer Abriss zu Faust Vranþiüs Leben im Kontext seiner Zeit erfolgen. In diesem Zusammenhang seien auch kurz seine technischen Errungenschaften, für die er in erster Linie noch vor seinen linguistischen berühmt geworden ist, erwähnt.
Folgend wird eine detaillierte Beschreibung zur äußeren Form Vranþiüs „Dictionarium“ sowie seiner Entstehung erfolgen. Da Vranþiüs „Kroatisch“ (bzw. „Dalmatinisch“) primär auf der þakavischen Mundart basiert, sei ihr Sprachraum sowie historische Entwicklung ebenfalls näher beleuchtet. Im Brennpunkt der eigentlichen linguistischen Untersuchung stehen phonetischer und morphologischer Ausbau und Gestaltung des dokumentierten Wortschatzes. Aufgrund des immensen Umfangs kann dies im Rahmen der vorliegenden Arbeit lediglich in Auszügen geschehen. Hierzu sei das Augenmerk primär auf Wörter slavischer bzw. germanischer Herkunft gerichtet.
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1. Das ýakavische und seine dialektale Umgebung
Die „dalmatinischen“ bzw. kroatischen Eintragungen in Vranþiüs „Dictionarium“ sind, wie bereits erwähnt, der þakavischen Mundart zuzuordnen. Das ýakavische findet man heute nur noch an Küstenregionen entlang der Adria und in Teilen von Istrien. In der Vergangenheit weiter verbreitet, ist dieser Dialekt zumeist zugunsten des Štokavischen zurückgewichen, nachdem Ende des 11. Jahrhunderts Kroatien die Personalunion mit Ungarn einging.
Die Kroaten entwickelten früh ein Schrifttum eigener Prägung, das auf der þakavischen Mundart basierte, wodurch sich dessen Einflussgebiet weit ins Binnenland erstreckte, als die kroatischen Landesgrenzen während des 10. und 11. Jahrhunderts auch den größten Teil Bosniens und Dalmatiens umfassten. Heutzutage ist das ýakavische eher dem kroatischen Volkstum zuzurechnen, was jedoch mit dem stetigen Wunsch der Kroaten, sich von ihren südslavischen Nachbarn abzusetzen, zusammen mit dem Kajkavischen wieder eine wachsende Bedeutung bekommt (vgl. Hamm 1975: 5).
Als die deutsche Reformation in Kroatien Einmarsch hielt, spielte das ýakavische in Form der von den bedeutendsten Druckern verwandte Sprache, eine besondere Rolle. Die Bewegung konnte sich jedoch aufgrund gegenreformatorischer Maßnahmen nur in Teilen Dalmatiens und Istriens durchsetzen und halten. Unter den Druckern für reformatorische Schriften, die fast ausschließlich aus Deutschland kamen, sind hier vor allem der slovenische Reformator Primus Truber und Paulus Vergerije, Bischof von Koper und Titularbischof von Modruš in Kroatien, zu erwähnen. Vom Hofe des Herzogs von Württemberg in Tübingen ausgehend, publizierten sie reformatorische Drucke in eben dem þakavischen Dialekt. Diese gingen erst nach Slovenien, später auch nach Kroatien. Sie übten so einen großen Einfluss auf die spätere kroatische Schriftsprache aus (vgl. Steindorff 2001:73f.). Aus dem Reformationskontext stammen im Übrigen auch deutsche Lehnwörter wie z.B. almoštvo für ’Almosen’ (s. Striedter – Temps 1958:11). Vranþiü war besonders während seines Wirkens in geistlichen Ämtern ein ausgesprochener Gegner der Reformation (s.u.).
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Der Sprachraum Ex-Jugoslaviens zeichnet sich, aufgrund verschiedenster politischer und kultureller Faktoren, durch seinen Reichtum an Dialekten aus. Heutzutage sind Kroatisch, Serbisch und Bosnisch jeweils als eigene Amtssprache anerkannt, was linguistisch betrachtet nicht immer ganz haltbar ist. Die gegenseitige Trennung ist vornehmlich als rein politischer Akt und Wille der drei Völker zu bewerten. (vgl. Okuka 1998:131).
Innerhalb der jeweiligen Einzelsprachen finden sich jedoch wiederum eine Vielzahl einzelner Dialekte. Unabhängig von den unterschiedlichen politischen Strömungen in der Geschichte der Neuzeit schreibt Okuka der Dialektlandschaft der südslavischen Sprachen die Rolle des einzigen, einigermaßen greifbaren Kontinuums zu (vgl. Okuka 1998:129f.).
Die Unterteilung der Dialekte erfolgt nach zwei grundlegenden Systemen. Zum einen nach der Lautung des Interrogativpronomens što, kaj bzw. þa, also dem Interrogativpronomen ’was’ entsprechen. Zum anderen nach der Art des Reflexes des urslawischen Lautes , d.h. des sogenannten ’jat’. Die jeweilige Dialektbenennung findet nach der entsprechenden Verwendung des Interrogativpronomens bzw. nach den unterschiedlichen Umsetzungen des ’jat’ – Lautes statt:
Das Kajkavische findet man ebenfalls vor allem im nordwestlichen Kroatien. Im Norden reicht dieses Sprachgebiet bis an die slowenische Grenze. Eine Reihe von linguistischen Merkmalen ähneln der slowenischen Sprache. Das Štokavische, der im Sprachgebiet der ehemaligen jugoslawischen Republik am weitesten verbreitete Dialekt, bildet die Grundlage der modernen Schriftsprache im Kroatisch-, Serbisch- und Bosnischen. Sprechergruppen befinden sich in ganz Serbien und der Vojvodina, Bosnien und Herzegowina, Slawonien, in Teilen Dalmatiens sowie im nordwestlichen Kroatien. Untergruppen dieses Dialektes sind Ijekavisch, Ekavisch und Ikavisch. Das Ikavische wird vor allem im Westen der Sprachgebiete zwischen den Gebieten des Kajkavischen und ýakavischen gesprochen. Interpretiert wird hier der ’jat’ - Laut als ’i’. Einfluss auf die moderne Schriftsprachen liegt bei dieser Mundart nicht vor (vgl. Kunzmann-Müller 1993: 2).
Im Anhang findet sich eine Karte, mit deren Hilfe das oben beschriebene nachvollzogen werden kann.
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2. Faustus Veranitus im Kontext seiner Zeit
Hochschulausbildung vollzog er in Rom, Wien und Venedig mit dem Schwerpunkt Naturkunde. Er arbeitete von 1581 bis 1594 als Sekretär am Prager Hof Rudolfs II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Kroatisch-Ungarischer König, wo zur selben Zeit der berühmte Musiker Adrian de Vries, der Astronom Tycho Brache sowie der Mathematiker und Astrologe Johannes Kepler verkehrten. Der als geistig umnebelt geltende Rudolf II zog sich während seiner letzten Regierungsjahre immer mehr aus dem politischen Geschehen zurück und widmete sein Leben den Wissenschaften. Eben während dieser Zeit vollendete Vranþiü sein Wörterbuch der „fünf bedeutendsten Europäischen Sprachen“, dem „Dictionarium quinque nobilissimarum Europeae linguarum: Latinae, Italicae, Germanicae, Dalmaticae et Hungaricae“ (vgl. Jonke 1971: 133 und www.hr/darko/etf/etfss.html).
Neben dem „Dictionarium“ befasste sich Vranþiü auch mit Logik und Ethik, worüber er ebenfalls Schriften verfasste. Später arbeitete der Reformationsgegner Vranþiü als Kanzler Rudolfs II. für Ungarn und Transsylvanien. Nach dem Tod seiner Frau 1600 ging er in den Kirchendienst und wurde Pfarrer und später Bischof (vgl. Jonke 1971: 132). Zu seinen wichtigsten Errungenschaften gehören
zahlreiche technische Erfindungen, für die er bis heute berühmt ist. Berühmtestes Werk ist in diesem Zusammenhang wohl das durch das französische Königshaus sowie der Familie Medici geförderte „Machinae Novae“, das Vranþiü, ebenso wie das Dictionarium, 1595 in Venedig veröffentlichte.
Dieses Buch wurde vom Lateinischen ins Italienische, Spanische, Deutsche übersetzt. Die bekannte Skizze „Homo
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Magister René Bogdanski, 2005, Diachrone Betrachtung der kroatischen Sprache anhand ausgewählter Beispiele aus Faust Vrancics "Dictionarium quinque nobilissimarum Europeae linguarum: Latinae, Italicae, Germanicae, Dalmaticae et Hungaricae", Munich, GRIN Publishing GmbH
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