Lese- und Rechtschreibschwäche in der Sekundarstufe
von: Susanne Biermair
Inhaltsangabe
1. Definition der Lese- Rechtschreibstörung 3
1.1 Definition nach dem DSM-IV 5
1.2. Erscheinungsbild 6
2. Anzeichen für Lese-Rechtschreibstörung 9
3. Lese-Rechtschreibstörung in der Sekundarstufe 11
4. Die Teilleistungen 14
Wichtige Lernvoraussetzungen 15
5. Die richtige Hilfe 18
5.1 Hilfen in der Schule 18
5.2. Der Notenschutz 19
5.3. Chronik von Richtlinien und Erlässen bezüglich Legasthenie in Österreich 20
Literatur 21
1. Definition der Lese- Rechtschreibstörung
In der Literatur findet sich eine verwirrende Vielzahl von unterschiedlich gebrauchten Bezeichnungen, die mit dem Phänomen Lese-Rechtschreibschwäche zu tun haben. Zu den gebräuchlichsten gehören im deutschen Sprachraum die Ausdrücke Legasthenie und Dyslexie. Beide Wörter bezeichnen eine Phänomen, das sich wörtlich genommen auf einen Bereich der Schriftsprache beschränkt, nämlich das Lesen bzw. die gesprochene Sprache (vgl. Drumbl P., 2002, S. 17). Das, was unter Störung des Schriftspracherwerbs verstanden wird, was als Ursache angenommen wird und wie Schriftspracherwerbsprozesse zu fördern sind, ist heterogen. Begriffe wie z.B. Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche (LRS), A- bzw. Dyslxie bzw. An- bzw. Dysorthografie werden für das selbe Erscheinungsbild verwendet, nämlich für orthografisch nicht korrekte Schreibungen eines Schreibers zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Mehrzahl der Kinder/Schreiber über bessere Schreibungen verfügt (vgl. Osburg C., 2001, S. 114).
Unter Legasthenie (altgr.: legein = sprechen [hier = lesen, schreiben], a = nicht [hier = ohne], sthenos = Kraft [hier = Stärke]; Lese-Rechtschreib-Schwäche/Lese- Rechtschreib-Schwierigkeit) versteht man eine massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache1.
Die betroffenen Personen (Legastheniker) haben häufig Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen zur geschriebenen Sprache und umgekehrt. Als Ursache werden Probleme der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung, der Verarbeitung der Sprache und vor allem der Phonetik angenommen. Ursprünglich war Legasthenie der nur in der Medizin und Psychologie benutzte Begriff für eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und der daraus resultierenden Probleme. In der Pädagogik sprach und spricht man eher von einer „isolierten Lese- Rechtschreibstörung“ oder einer „Lernstörung bei normal begabten Kindern“, um die Diskrepanz zwischen einer ausgesprochen niedrigen Lese- und Schreibleistung und normaler oder sogar oft überdurchschnittlich hoher Intelligenz in Worte zu fassen. Als internationaler Begriff wird in den meisten Ländern für die isolierte Lese- Rechtschreibstörung Dyslexie bzw. Dyslexia (Dys-/ dys- = erschwert, schwierig, miss-/Abweichung von der Norm, lexis= Sprechen, Rede Wort) benutzt. Die Abkürzung LRS wird im Schulsystem vor allem für andere Formen von Lese- Rechtschreibschwierigkeiten angewendet, z. B. für alle nichtlegasthenen Leseschwächen bedingt durch Erkrankung, Meningitis oder andere Behinderungen wie z.B. Down-Syndrom oder auch durch mangelnde Deutschkenntnisse wegen Migration2.
In der Praxis werden beide Ausdrücke (Legasthenie und Dyslexie) jedoch gleichbedeutend mit dem Ausdruck Lese-Rechtschreibschwäche oder Leserechtschreibstörung gebraucht, das heißt, sie werden so verwendet, dass auch eine Schwäche des orthographischen Schreibens miteinbezogen wird. Dyslexie wird damit als eine Lernschwäche betrachtet, die durch Probleme im Ausdruck oder Verständnis der Sprache, mündlich oder auch schriftlich, charakterisiert ist. Die Probleme treten sowohl beim Sprechen oder Verstehen gesprochener Sprache wie auch beim Lesen, Rechtschreiben oder im schriftlichen Ausdruck in Erscheinung. Häufig ist die Sprachentwicklung insofern verzögert, als es den Betroffenen schwer fällt, gehörte oder gelesene Sprache in Gedanken zu übertragen. Umgekehrt fällt es ihnen schwer, Gedanken in gesprochener oder geschriebener Sprache auszudrücken. Dyslexie ist nicht die Folge von niedriger Intelligenz, sondern von einer unterschiedlichen Art der Struktur und Funktion des Gehirns (vgl. Drumbl P., 2002, S. 17).
Tab. 1: Differentialdiagnose (siehe Kopp-Duller A./Duller L., 2003, S. 12) [Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]
1.1 Definition nach dem DSM-IV3
[...]
1 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/LRS, abgerufen am 2.Mai 2006
2 Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/LRS, abgerufen am 2.Mai 2006
3 http://home.t-online.de/home/A.Fischer-Brilon/text.htm, abgerufen am 26. 05.2003
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Mag. Susanne Biermair, 2006, Lese- und Rechtschreibschwäche in der Sekundarstufe, Munich, GRIN Publishing GmbH
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