Inhaltsverzeichnis
1. Kurze Einleitung
2. Biographie Freuds
2.1 Kinderjahre und Jugendzeit - von
der Geburt bis hin zu seinen
T ätigkeiten
2.2 Erste Tätigkeiten und
Forschungen
2.3 Erste Veröffentlichungen seiner
Werke
2.4 Ernennung zum Professor
2.5 Gründung des „geheimen
Komitees “
2.6 Erster Weltkrieg
2.7 Diagnose Krebs
2.8 Verleihung des Goethe-Preises
2.9 Ausreise nach London
3. „Die Traumdeutung“
3.1 Der Traum als Wunscherfüllung
3.2 Die Traumtheorie Freuds
3.3 Auszüge aus seinen Lehrbüchern:
„Die Traumdeutung“ und
„Über den Traum“
3.4 Abschluß
4. Literaturangaben
1. Kurze Einleitung
Im folgenden beschäftige ich mich mit der Biographie F reuds sowie mit seinem Werk „Die Traumdeutung“ und seiner Traumtheorie.
2. Biographie
2.1 Kinderjahre und Jugendzeit - von der Geburt bis hin zu
Am 6. Mai 3856 wird Sigismund Schlomo Freud als Sohn des einundvierzigjährigen Kallamon Jacob Freud und seiner
einundzwanzigjährigen Frau Amalia, geb. Nathanson, im mährischen Freiberg (heute Príbor) geboren. Der Verbindung entstammen sieben weitere Kinder. Sigmunds Halbbrüder Emanuel und Philipp aus Jacobs erster Ehe, sind etwa gleichaltrig mit Amalia. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten zieht die Familie 1860 erst nach Leipzig, kurz darauf nach Wien um, wo Freud bis 1938 lebt. 1865, ein Jahr früher als üblich, kommt Freud aufs Gymnasium, wo er 1873 den Schulabschluss mit Auszeichnung absolviert. Zunächst will Freud, unter dem Einfluss des späteren Politikers Heinrich Braun, Jura studieren, um dereinst selber in die Politik zu gehen. Nach der Bekanntschaft mit der fälschlich Goethe
zugeschriebenen Schrift „Die Natur“, entscheidet er sich dann aber für das Studium der Medizin. Freud hat erste Berührungen mit dem zeitgenössischen Antisemitismus und beschließt ohne Bedauern, der Volksgemeinschaft fernzubleiben: Sein Platz sei in der Opposition.
1876 unternimmt er zwei Studienreisen nach Triest, wo er an der Zoologischen Station forscht. Anschließend tritt er in das physiologische Laboratorium von Ernst Brücke ein, an dem er mit kurzen Abschweifungen bis 1882 bleibt. Brücke wird Freuds großes Vorbild und wird es zeitlebens bleiben. 1887 l ernt er Josef Breuer kennen, aus dessen Kennenlernen sich Freundschaft entwickelt.
1879 leistet er den einjährigen Militärdienst ab. In diesem Jahr übersetzt er einige Stücke aus dem Werk John Stuart Mills. 1881 schließt er das Medizinstudium mit der Promotion ab. Ein Jahr später lernt Freud Martha Bernays (1861-1951) kennen, verliebt sich in sie und verlobt sich kurz darauf mit ihr. Ohne
Aussicht auf einen raschen Aufstieg in Brückes Physiologischem Institut und unter ständigem finanziellen Druck entschließt sich Freud auf den Rat seiner akademischen Lehrer, die geplante Karriere als Wissenschaftler aufzugeben und sich auf die
Eröffnung einer Privatpraxis vorzubereiten. Im November erfährt er zum ersten Mal vom Fall der „Anna O.“ (Bertha Pappenheim), die Breuer seit 1880 in Behandlung hat.
2.2 Erste Tätigkeiten und Forschungen
1883 beginnt er mit den Tätigkeiten am Wiener Allgemeinen Krankenhaus (bis Sommer 1885), anfangs bei dem Internisten Hermann Nothnagel, dann bei dem bekannten Hirnanatomen und Psychiater Theodor Meynert.
1884, ein knappes Jahr später, erforscht Freud die Wirkungen des Kokain und experimentiert mit dem Toxikum nicht nur an sich selbst, sondern auch an seinem Freund und Kollegen Ernst Fleischl v. Marxow, den er von seiner Morphiumsucht befreien will. Zu spät jedoch erkennt Freud, das Fleischl nun auch kokainabhängig ist. Zwischen 1884 und 1887 publiziert Freud insgesamt fünf Arbeiten über Kokain. Indessen muss er jedoch die Enttäuschung erleben, dass ihm Carl Koller mit der Entdeckung der lokalanästhetischen Wirkung des Kokains am Auge zuvorkommt und damit
wissenschaftlichen Ruhm erntet.
1885 wendet Freud sich in einem Brief an seine Braut, in dem er ihr von seinen privaten Zerstörungsaktionen berichtet:
„Ich habe all meine Aufzeichnungen seit vierzehn Jahren und Briefe, wissenschaftliche Exzerpte und Manuskripte meiner Arbeit vernichtet. (...) Die Biographen aber sollen sich plagen, wir wollen´s ihnen nicht zu leicht machen. Jeder soll mit seinen Ansichten über die <
freue mich schon, wie die sich irren werden.“ 1
Er bewirbt sich um eine Dozentur für Neuropathologie an der Universität Wien. Seine Habilitation wird von Brücke, Meynert und Nothnagel befürwortet. Im September beglaubigt das Ministerium Freuds Ernennung zum Privatdozenten. Kurz darauf bricht er zu einer Studienreise nach Paris auf, um an der Nervenklinik Salpêtrière bei Jean-Martin Charcot zu lernen. Bei dem hochgeschätzten Charcot erhält er Anschauungsunterricht über
1 Zitat ans dem Brief an Marthe Bernays; Mannoni, Octave: „Sigmund Freud“, Reinbek; Rowohlt Verlag: 1971
hysterische Fälle und die Auswirkungen von Hypnose und
Suggestion. Freud bietet an, die Arbeiten Charcots ins Deutsche zu übersetzen und erhält auch eine Zusage. 1886 kehrt Freud nach Wien zurück und kündigt seine Stellung am Allgemeinen Krankenhaus, um eine Privatpraxis aufzumachen, die er Ostern eröffnet. Nebenbei arbeitet er als Neurologe am Kinder-Krankeninstitut von Max Kassowitz.
Im September können er und Martha endlich heiraten. 1887 wird seine Tochter Mathilde geboren. In diesem Jahr schreibt er seinen ersten Brief an den HNO-Arzt Wilhelm Fließ. Ebenso setzt er bei seinen Patienten neben der Elektrotherapie zunehmend die Hypnose ein. Zwei Jahre später wird sein Sohn Jean-Martin geboren. Er reist nach Nancy, wo er Hippolyte Bernheim aufsucht, dessen umfassende Hypnosetechnik ihn interessiert. Weitere zwei Jahre später wird sein Sohn Oliver geboren und sie beschließen die Wohnung in der Berggasse 19 zu beziehen, in der die Familie Freud bis zum 5. Juni 1938 wohnt und in der Freud auch ordiniert.
2.3 Erste Veröffentlichungen seiner Werke
Seit Mitte der neunziger Jahre lebt auch die unverheiratete Minna Bernays, Freuds Schwägerin, in dem Haus. Freud veröffentlicht „Zur Auffassung der Aphasien.“ 1892 arbeitet er eng mit Breuer zusammen. In diesem Jahr wird auch sein Sohn Ernst geboren und im darauffolgendem Jahr seine Tochter Sophie .Gemeinsam mit Breuer Veröffentlichung der
„Vorläufigen Mitteilung“, die zwei Jahre später als einleitendes Kapitel zu den „Studien über Hysterie“ nachgedruckt wird. Er beginnt mit den ersten Niederschriften der sexuellen
Traumtheorie. Im selben Jahr stirbt Charcot, woraufhin Freud einen Nachruf schreibt.
1894 erhält er die Publikation über die Abwehr-Neuropsychosen und ein Jahr später wird seine Tochter Anna geboren. Gemeinsam mit Josef Breuer stellt er in „Studien über Hysterie“ die Methode der freien Assoziation vor. Da die Ursache seelischer Störungen verdrängte traumatische Erfahrungen seien, kann der Analytiker durch Deutung spontaner Äußerungen von Patienten auf deren verschlüsselte Ängste schließen und den Patienten von seiner Neurose befreien. 2
Die Studien erhalten ihren Höhepunkt bedeuten aber auch zugleich das Ende der engen Kooperation mit Breuer. Analyse des
2 Freud, Sigmund: „Studien über Hysterie“, Frankfurt am Main, Fischer Verlag
psychoanalytischen Traumdeutung“ grundlegenden Hauptantrieb
kindlichen Sexualphantasien, denen gesellschaftliche Normierungen gegenüberstehen. Mittels Sublimierung kann der Mensch die
unterdrückte Libido in kulturelle Leistungen umwandeln. Träume seien verschlüsselte Hinweise auf den Konflikt zwischen
menschlichen Wünschen und Verboten. 3
Freud intensiviert seine Beziehung zu Fließ, indem er den „Entwurf einer Psychologie“ schickt. 1896 hält Freud e inen
Vortrag über die sexuelle Ätiologie der Hysterie, der beim Auditorium auf weitgehende Ablehnung stößt. Freud setzt nun ganz auf seine Verführungstheorie. Im Oktober stirbt Jacob Freud.
1897 registriert er bei sich den „Sturz aller Werte“. Er beginnt zunehmend an der Validität seiner Verführungstheorie zu zweifeln. Freud formuliert in einem Brief an Wilhelm Fließ nach
selbstanalytischen Betrachtungen den „Ödipus - Komplex“ und die Macht von Phantasien. Er bemerkt seine Verliebtheit in seine Mutter bei gleichzeitiger Eifersucht gegen den Vater und hält sie für allgemeingültig. Damit ersetzt er die Lehre vom pathogenen Trauma durch die Lehre von der pathogenen Wunscherfüllung. 1899 erscheint die „Traumdeutung“, auf deren Titelblatt die Jahreszahl 1900 a ngegeben ist. Die Freundschaft zu Fließ driftet ebenso etwas auseinander. 1900 beginnt Freud mit der Analyse von „Dora“. Er zeigt sich über die wissenschaftlichen und
publizistischen Reaktionen auf sein Traumbuch enttäuscht. Im folgenden Jahr erscheinen „Über den Traum“ und „Zur
Psychopathologie des Alltagslebens“, in welchem er sich mit der Bedeutung von Vergesslichkeit und Versprechern beschäftigt. Diese Fehlleistungen können nach Freud jedoch auch durch Egoismus, Feindseligkeit oder Eifersucht entstehen. 4 Er tritt seine erste Rom-Reise an.
3 Freud, Sigmund: „Die Traumdeutung“, Frankfurt am Main, Fischer Verlag: 1961
4 Müller, Wolfgang: „Sigmund Freud“, Reinbek, Rowohlt Verlag:
1998
Arbeit zitieren:
Carolin-Sophie Nagel, 2001, Sig(is)mund (Schlomo) Freud - Begründer der theoretischen und praktischen Psychoanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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