Herbert OTTERSTÄDT untersuchte 1962 den Spielraum von Vorortkindern einer mittleren Stadt. Er befragte etwa 70 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren zu ihrem Freizeitverhalten. Ziel seiner Untersuchung war es, herauszufinden, welchen Spielraum Kinder benötigen, um ungehindert und harmonisch aufzuwachsen.
Diese Untersuchung habe ich aufgegriffen um festzustellen, wie sich das Spiel- /Freizeitverhalten von Kindern im ländlichen Raum in den letzten vierzig Jahren verändert hat.
Gliederung
1. Einführung
2. Was versteht man unter „Kindheit“ – Ein historischer Überblick
3. Die Erhebung von OTTERSTÄDT 1962 – Eine kurze Darstellung
4. Beschreibung der eigenen Erhebung 2005
4.1.Beschreibung der Wohnumgebung der befragten Kinder
4.2 Durchführung der Befragung
4.3 Auswertung des Fragebogens
4.4 Was treiben „Land“- Kinder am Nachmittag? - Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Vergleich der beiden Untersuchungen
5.1 Übereinstimmungen
5.2. Unterschiede
5.3. Fazit
6. Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das veränderte Spiel- und Freizeitverhalten von Kindern im ländlichen Raum über einen Zeitraum von vierzig Jahren, indem sie eine historische Untersuchung von 1962 mit einer eigenen empirischen Erhebung aus dem Jahr 2005 vergleicht, um Tendenzen wie „Verinselung“ oder „Verhäuslichung“ zu analysieren.
- Historischer Wandel des Kindheitsbegriffs
- Vergleichende empirische Analyse von Spielräumen und -verhalten
- Einfluss der Wohnumgebung auf die kindliche Freizeitgestaltung
- Bedeutung von Naturerfahrungen für die psychische Entwicklung
- Verhältnis zwischen Eigenständigkeit und elterlicher Reglementierung
Auszug aus dem Buch
3. Beschreibung der Erhebung von OTTERSTÄDT
„ Um festzustellen, welchen täglichen und jahresdurchschnittlichen örtlichen Spielraum zehn bis vierzehnjährige Kinder benötigen, solange sie sich noch einigermaßen verkehrsungehindert bewegen können, wurden etwa 70 Schulkinder beobachtet, überprüft und befragt.“ (S. 276) so die einleitenden Worte von Herbert OTTERSTÄDT zu seiner Erhebung, die er 1962 in einer Ortsgemeinde am Südostrand des Taunus durchführte.
Der nicht namentlich genannte Ort liegt ca. 2,5 km vom Zentrum einer ebenfalls nicht namentlich benannten Mittelstadt (ca 35000 Einwohner) entfernt und fungiert als Vorort zur Stadt. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass die Landwirtschaft abnimmt, die Anzahl der Bevölkerung aber durch die ständig wachsenden Baugebiete zunimmt.
Dadurch „zerfällt die Gemeinde in die Arbeiter, Angestellten, Gewerbetreibenden und Handwerker des alten Ortsteiles sowie die Villen- und Bungalowbesitzer der Randstraßen und Wege, die aus der nahen Großstadt zugezogen sind und hier nun abgeschlossen für sich leben.“ ( ebd. S. 276)
Die Schule bildet den Schnittpunkt zwischen dem alten und dem neuen Ortsteil.
Bei den befragten Kindern handelt es sich somit nicht mehr nur um Bauernkinder, „sondern um Kinder, die Stadtleben und Verkehr gewöhnt sind, teilweise aus der Großstadt zugezogen, teilweise als Arbeiter- und Handwerkskinder hier geboren sind.“ (ebd S. 276 )
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die unterschiedliche Wahrnehmung von Stadt- und Landkindheit und stellt die Forschungsfrage nach den Veränderungen im Spielverhalten der letzten 40 Jahre.
2. Was versteht man unter „Kindheit“ – Ein historischer Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Kindheit von der Antike bis zur Moderne nach und diskutiert Konzepte wie die „Verhäuslichung“.
3. Die Erhebung von OTTERSTÄDT 1962 – Eine kurze Darstellung: Hier wird die historische Ausgangsstudie von 1962 vorgestellt, die als Basis für den späteren Vergleich dient.
4. Beschreibung der eigenen Erhebung 2005: Dieser Abschnitt erläutert die Methodik der eigenen Befragung in Bedburg/Erft und präsentiert die erhobenen Daten zum Freizeitverhalten.
5. Vergleich der beiden Untersuchungen: Das Kapitel führt die Ergebnisse beider Studien zusammen, arbeitet Übereinstimmungen heraus und analysiert die signifikanten Unterschiede in der Spielortwahl.
6. Diskussion der Ergebnisse: Die abschließende Diskussion reflektiert die Bedeutung von Naturerfahrungen für die psychische Entwicklung und hinterfragt die Rolle der Erwachsenen bei der Gestaltung kindlicher Lebenswelten.
Schlüsselwörter
Kindheit, Spielverhalten, Landkindheit, Stadtkindheit, Verhäuslichung, Verinselung, Naturerfahrung, Spielraum, OTTERSTÄDT, Freizeitverhalten, Sozialisation, Pädagogisierung, empirische Untersuchung, historischer Vergleich, Kindheitsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel der Spielgewohnheiten von Kindern in ländlichen Gebieten im Vergleich zwischen dem Jahr 1962 und 2005.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Begriffe Kindheit, Spielraum, Naturerfahrung sowie die soziokulturelle Veränderung des Aufwachsens unter dem Einfluss von Konsum und veränderten Lebensbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, wie sich das Freizeitverhalten von Kindern im ländlichen Raum verändert hat und ob Konzepte wie „Verinselung“ oder „Verhäuslichung“ empirisch nachweisbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine vergleichende empirische Untersuchung durchgeführt, bei der ein historischer Fragebogen aus der Studie von Herbert OTTERSTÄDT (1962) modernisiert und 163 Kindern in Bedburg/Erft vorgelegt wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zur Kindheit, die Vorstellung der Ausgangsstudie, die detaillierte Präsentation der eigenen Befragungsergebnisse sowie einen direkten Vergleich beider Datenquellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindheit, Verhäuslichung, Naturerfahrung, Spielraum und den historischen Vergleich geprägt.
Warum spielt das „Zimmer“ des Kindes heute eine so große Rolle?
Im Vergleich zu 1962 verfügen Kinder heute eher über ein eigenes Zimmer, was den Rückzug in private, ungestörte Räume ermöglicht und das Spielverhalten von draußen nach drinnen verlagert hat.
Ist der Spielplatzbesuch bei Kindern heute noch relevant?
Die Untersuchung zeigt, dass Kinder zwar den klassischen Spielplatz seltener nutzen, aber dennoch Orte bevorzugen, an denen sie mit ihren (oft in Fabriken hergestellten) Spielsachen agieren können, wobei sie heute eine „belebte“ Umgebung dem menschenleeren Ort vorziehen.
- Quote paper
- Annegret Krüppel (Author), 2006, Vergleichende Untersuchung über die Spielgewohnheiten von Vorortkindern einer mittleren Stadt damals (1962) und heute (2005), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67229